Bei der Betrachtung gängiger Ratgeber für Fantasiereisen fällt auf, dass von Fantasiereise-Seminarleiter/innen manchmal ein ganzes Unterkapitel dem Thema gewidmet ist, wie man Teilnehmende davon überzeugt, gerne eine Fantasiereise machen zu wollen. Misslingt diese, wird in manchen Ratgebern vermutet, dass die Teilnehmenden sich nicht genug auf die Übung eingelassen hätten. Diese Arbeit widerspricht dem Patient/innen verorteten Misslingen von Fantasiereisen.
Zunächst geht es um die Einordnung der Fantasiereise als Imaginatives Verfahren im Abgrenzung zu ähnlichen Methoden. In einer quantitativen Studie werden einfach verfügbare Fantasiereisen auf ihre Motive und Stilistik untersucht. Aus dieser Analyse heraus wird vorgeschlagen, eine mehr Propositionen ansprechende Fantasiereise als kreativtherapeutische Methode auszuprobieren: die romanhafte bzw. erzählerische Fantasiereise.
Diese neu konzipierte Form der Fantasiereise wird im Rahmen der Arbeit praktisch erprobt und anschließend qualitativ ausgewertet. Die Arbeit untersucht damit, wie eine erzählerische Gestaltung von Fantasiereisen dazu beitragen kann, neue Zugänge zu imaginativen Verfahren in der Kreativtherapie zu eröffnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Einordnung
2.1. Historische Entstehungskontexte der Imaginativen Verfahren
2.2. Imaginative Verfahren
2.2.1. Imaginationen in der Psychotherapie
2.2.2. Katathymes Bilderleben
2.2.3. Autogenes Training
2.3. Einordnung der Fantasiereise
3. Kritik an der Fantasiereise
3.1. Patientinnen verortetes Misslingen der Fantasiereise?
3.2. Grad der Stimulation und Quantität der angesprochenen Propositionen
3.3. Standardisierung angesprochener Propositionen in Erzählstil und Motivwahl
3.4. Weiterentwicklungsmöglichkeiten der FS
4. Qualitative Studie zu der romanhaften Fantasiereise
4.1. Konzept der romanhaften Fantasiereise
4.2. Rahmenbedingungen
4.3. Wissenschaftliches Vorgehen
4.3.1. Analyse des Fragebogens
4.3.2. Analyse der mündlichen Auswertungsrunde
4.3.3. Störvariablen der Untersuchung
Fazit
Literatur- und Quellenverzeichnis
Sekundärliteratur
Primärquellen der Motiveanalyse der FS
Anhang
Abbildung »Image Cue, Image Orthesis und Action Set«
Die ausgetestete romanhafte Fantasiereise
Trandkription des Auswertungsgesprächs
Fragebogen
Auswertung der Fragebögen
Balkendiagramm mit durchschnittlichen Zustimmungswerten
Die überarbeitete romanhafte Fantasiereise
1. Einleitung
Fantasiereisen wurden während des Studiums zur Kreativtherapie am IBKK dreimal ausprobiert. Das Feedback der Gruppe im Seminarraum war durchmischt, häufig neutral, zum Teil kritisch. Man habe sich nichts vorstellen können. Bei Unterhaltungen in der Pause kam heraus, dass die Begeisterung sogar bei weitem geringer war, als im Seminarraum geäußert. Diese Beobachtung weckt Fragen: Wieso ist die Fantasiereise derart unbeliebt?
Auch bei der Betrachtung gängiger Ratgeber für Fantasiereisen fällt auf, dass von Fantasiereise-Seminarleiter:innen neben vorgeschlagenen Fantasiereisen manchmal ein ganzes Unterkapitel dem Thema gewidmet ist, Teilnehmende von den Vorzügen der Fantasiereise zu überzeugen.1 Müssen die Teilnehmenden genügend von der Fantasiereise überzeugt werden sowie genug Vorstellungskraft mitbringen und wenn dies nicht der Fall ist: Ist es ihr eigenes Verschulden, wenn die Fantasiereise - wie manchmal (auch) in wissenschaftlicher Literatur angedeutet wird - „misslingt“? Oder sollte lieber die Fantasiereise verändert werden?
Um sich mit diesen Fragen tiefgreifend auseinanderzusetzen, wird zunächst in Kapitel zwei eine theoretische Einordnung der Fantasiereise vorgenommen. Welche historischen Entstehungskontexte gehen der Fantasiereise als Imaginatives Verfahren voraus? Bei der Frage, welches ihr ähnliche therapeutische Anwendungen sind, werden die Ähnlichkeiten und Unterschiede der Fantasiereise zu dem Katathyme Bilderleben und dem Autogene Training herausgearbeitet.
Das dritte Kapitel widmet sich der Kritik der Fantasiereise. Anders als in wissenschaftlicher und nicht-wissenschaftlicher Literatur (indirekt) unterstellt, geht diese Arbeit davon aus, dass es weniger an den Teilnehmenden liegt, wenn sich diese bei der Fantasiereise nichts vorstellen können. Diese Arbeit wird in 3.2. und 3.3. die Thesen untersuchen, dass herkömmliche Fantasiereisen häufig eine geringe erzählerische Stimulation aufweisen, wenige und standardisierte Propositionen ansprechen sowie eine geringe Motivvariation aufweisen. Das dritte Kapitel endet mit aus dieser Kritik herausentwickelten Vorschlägen für eine Weiterentwicklung der Fantasiereise.
Diese wird im vierten Kapitel vorgestellt. Als wissenschaftlich auszutestende Neuinterpretation der Fantasiereise mit einer erzählerisch höheren Stimulation wird die romanhafte bzw. erzählerische Fantasiegeschichte2 vorgeschlagen. Um erste Anhaltspunkte ihrer Effektivität zu liefern, fand am 27.09.2025 ein erster Probelauf der romanhaften/erzählerischen Fantasiereise statt im privaten Rahmen. Diese Umgebung wurde für einen ersten Test gewählt, um eine vorher nicht ausprobierte Methode nicht direkt an psychisch erkrankten Menschen auszuprobieren. Dieser erste Testlauf wird in 4.4. analysiert.
Stets im Blick soll dabei bleiben, eine konstruktive Untersuchung vorzulegen. Betrachtet man die Reputation der herkömmlichen Fantasiereise, scheint zunächst manches dagegen zu sprechen, sie therapeutisch anzuwenden. Dies erscheint desolat, da das Vorlesen von Geschichten sich extrem positiv auf das Wohlbefinden von Menschen auswirken sowie stark kreativ-anregend wirken kann und von daher als eine ergiebige kreativtherapeutische Methode erscheint. Deswegen wird bei dieser Arbeit wichtiger als die konstruktive Kritik die Weiterentwicklungsmöglichkeit sein.
Die Fantasiereise wird weiterhin mit FS abgekürzt.
2. Theoretische Einordnung
FS sind den Imaginativen Verfahren zuzuordnen. Um die FS besser zu verstehen, erfolgt in 2.1. ein kurzer Einblick in historische Varianten Imaginativer Verfahren und in 2.2. werden aktuell gängige ähnliche Verfahren vorgestellt, um die FS in Abgrenzung zu diesen in 2.3. vergleichen und einordnen zu können.
2.1. Historische Entstehungskontexte der Imaginativen Verfahren
Die Imagination wird als eine dem Menschen innewohnende Fähigkeit verstanden und Belege für ihre Verwendung als Verfahren lassen sich in bis zu vor über zweitausend Jahren finden. Schon bei den Vorsokratikern (also in der Zeit von 600 bis 350 v. Chr.) war die Kontemplation eine wichtige Strategie der Erkenntnisgewinnung, die durch ein konzentriertes, achtsames Betrachten und reflektiertes Denken mit der Zielsetzung des Findens einer höheren Wahrheit erzielt werden sollte.3
Ein in Ansätzen ähnliches Verfahren, hier mit der Zielsetzung der völligen Ruhe des Geistes, ist im von Patanjali verfassten Yoga Sutra, welches zwischen 200 v. Chr. Und 400 n. Chr. entstand,4 zu finden. In diesem zielt das Pratyahara (die fünfte von acht Stufen) auf das Beherrschen der Sinne. Zum Erreichen dieses Ziels können imaginative Methoden angewendet werden - wie die Vorstellung des Bewusstseins als inneren Raum.
Dass Imaginative Verfahren innerhalb der Psychotherapie verwendet werden, ist ein vergleichsweise junges Phänomen - was dem geschuldet ist, dass die Psychotherapie eine vergleichsweise junge Behandlungsmethode ist, die sich in der uns heute bekannten Form und in den Beginnen als eine Art „Schule“ im 19. Jahrhundert herausbildete. Als früher Anwender der Imaginativen Verfahren ist Carl Gustav Jung zu nennen, der sich wie Sigmund Freud mit dem Unterbewussten als in der Forschung zuvor zu vernachlässigten Einfluss auf die menschliche Psyche beschäftigte und sich ebenfalls mit der Traumdeutung als Methode beschäftigte. In Abgrenzung zu Freud legt Jung einen Schwerpunkt auf das kollektive Unterbewusste und nicht nur auf persönliche Konflikte.5 Zentral ist bei Jung, die in Komplexen gegliederten Strukturen des Unbewussten zu erkennen (vgl. Krucker 1987, S. 74). Diese versteht Jung als urtümliche Bilder beziehungsweise Archetypen in Form von bildlichen Motiven, die bei allen Menschen vorkommen würden als „[vererbte] Möglichkeiten menschlichen Vorstellens“ (Jung, 1917, S. 74) beziehungsweise als Sagenstoffe und Motive, die „auf der ganzen Erde in identischer Form sich wiederholen“ (ebd.) und ausgelöst werden durch Beobachtungen, die bei allen Menschen stattfinden, wie zum Beispiel dem Lauf der Sonne. Diese Archetypen würden als unausgefüllte Bilder erscheinen, da sie vom Individuum nicht persönlich erlebt würden (vgl. ebd., S. 79-87). Auch durch ihren Gegensatz zum Bewusstsein müsse „ein Weg gefunden werden, welcher zwischen der bewußten und der unbewußten Realität vermittelt“ (ebd., S. 90). Diesen entwickelte Jung mit seiner Aktiven Imagination, bei dem die Träume „gewissermaßen »nachgeträumt« oder überhaupt erst als Tagträume in der Therapie gestaltet und deutend umgesetzt werden“ (Scheidt 1999, S. 804).
2.2. Imaginative Verfahren
2.2.1. Imaginationen in der Psychotherapie
Der Begriff Imagination stammt von dem Lateinischen Wort ,Imago‘, was Bild, Abbild oder Vorstellung bedeutet (Echelmeyer et. al. 2009, S. 4). Eine ergiebige Definition der Vorstellung findet sich bei Walter J. Penig, der 1986 in Allgemeiner Psychologie mit seinem Werk Vorstellung und Gedächtnis an der Universität Basel habilitierte:
„Vorstellung in diesem Sinne beziehen sich auf das subjektive Erleben oder die Erfahrung, in der der Mensch glaubt, konkrete Dinge oder Ereignisse ,innerlich‘ zu ,sehen‘, zu ,hören‘ oder zu ,spüren‘, sobald er sich gedanklich mit ihnen auseinandersetzt, ohne dass die Dinge auch wirklich und real vorhanden sind“ (Perring 1988, S. 12).
Diese Beschreibung von Perring bezieht sich auf die Vorstellung als „introperspektives Phänomen“, welches in seinen Ausführungen als gegenständliche Vorstellung beschrieben wird. Weiterhin führt Perring aus, dass es daneben die Ebene der Operationalisierung sowie die Ebene der theoretischen Konstrukte der Vorstellung gibt.
Zum Thema der Imagination gibt es zahlreiche Forschungsergebnisse, die belegen, dass Imaginationen körperliche sowie psychische Prozesse beeinflussen können (Bengler 2021, S. 3 u. Echelmeyer et. al. 2009, S. 6), was ihre Beleibtheit innerhalb der Psychotherapie erklärt. Als anschauliches Beispiel ist das Experiment von Alvaro Pascual-Leone von 1995 zu nennen, bei dem eine erste Versuchsgruppe Fingerübungen auf dem Klavier ausführte, während die zweite sich vorstellte, die gleichen Übungen auszuführen. Bei beiden Gruppen konnte eine Veränderung im zuständigen Areal des motorischen Kortex’ beobachtet werden (Bengler 2021, S. 3). Somit ist häufig das Ziel der Imaginativen Verfahren in der psychotherapeutischen Praxis die aktuellen psychischen Einschränkungen der Patientinnen zu überwinden (Petermann/Kusch 2004, S. 159).
Imaginative Verfahren sind in verschiedenen Formen in fast allen psychologischen Therapieansätzen anzutreffen und werden sowohl ambulant als auch stationär eingesetzt (Echelmeyer et. al. 2009, S. V, 26 u. 60). Vorstellungen sind zu unterscheiden in „Erinnerungs- bzw. Gedächtnis-Vorstellungen“ (ebd., S. 16) und „Phantasie- bzw. konstruierte Vorstellungen und Halluzinatorische Vorstellungen“ (ebd.).
In den 1960er Jahren erfreuten sich die Imaginativen Verfahren großer Beliebtheit, zum Beispiel in Form der Methode des Directed Daydream s (entwickelt von Robert Desoille 1965) und des Oneirodrama s (entwickelt von Roger Frétigny und André Virel 1968). Diese ähnlichen Methoden wurden schließlich von Hanscarl Leuner 1994 weiterentwickelt zum Katathymen Bilderleben (Petermann/Kusch 2004, S. 164).
Die Imaginativen Verfahren können als ausschließliche Behandlungsmethode eingesetzt werden (Echelmeyer et. al. 2009, S. 5), doch in der gängigen Literatur wird empfohlen, sie mit anderen Therapieformen zu kombinieren (ebd. u. Bengler 2021, S. 5). Dabei wird Entspannung als Grundvoraussetzung genannt (Echelmeyer et. al. 2009, S. 37).
Die Wirksamkeit der Imaginativen Verfahren konnte in zahlreichen Studien belegt werden bei verschiedenen und folgenden Störungsbildern:
- Angst (Wolpe 1958; Lang et al. 1970; Weerts u. Lang 1978)
- Sexuelle Funktionsstörungen (Kaplan 1974)
- Essprobleme (Vanderlinden u. Vandereycken 1995)
- Affektive Störungen (Schultz 1999)
- Soziale Ängste (Kazdin 1999; Kossak 2004, S.401ff, 621ff )
- Schmerz (Basler et al. 1999)
- Sprech- und Sprachstörungen, Stottern (Kossak 2004, S. 488Ff )
- Krebsbehandlung (Simonton u. Simonton 1975; Simonton et al. 2001) (Echelmeyer et. al. 2009, S. 4)
2.2.2. Katathymes Bilderleben
Der griechische Begriff „Kata“ bedeutet „gemäß“ und „thymus“ kann mit Seele oder Emotionalität übersetzt werden. Somit bezeichnet das Katathyme Bilderleben emotional gesteuerte Bilder (Fikentscher 1999, S. 352).
Als tiefenpsychologische Methode wurde es von dem deutschen Psychiater und Psychotherapeuten Hanscarl Leuner entwickelt. Dieser stellte 1948 bei Untersuchungen zur tiefenpsychologischen Symbolik fest, dass bei „regelmäßig durchgeführten Tagtraumsitzungen in Gegenwart des Therapeuten [sich] ein psychotherapeutischer Prozeß entwickelt“ (Fikentscher 1999, S. 353). Aus dieser Erkenntnis entwickelten Leuner und nach ihm weitere Psychotherapeutinnen (vor allem in den 80er Jahren) das Katathyme Bilderleben zu einem tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapieverfahren, bei dem die:der Therapeutin die:den Patientin zur Vorstellung eines Bildmotives anregt und beide in einen Dialog treten. Simultan zu dem imaginativen Bilderleben/Tagtraum berichtet die:der Patientin, was sie:er sieht, beide tauschen sich über die Erfahrungen aus beziehungsweise werden vom der:dem Therapeutin Anregungen zur Steuerung des Prozesses geäußert (vgl. ebd., S. 352).
Die Wurzeln zu dieser Methode sind bei Freuds Schüler Herbert Silberer zu finden, der postulierte, dass „die im Schwellenerleben des Einschlafens auftretenden Imaginationen Symbole für unbewußte Bereiche des Gefühlslebens darstellen“ (ebd.). Dabei erinnert der Fokus auf dem Symbolcharakter der Tagträume an Jungs Archetypen. Ähnlich wie bei Jung wird davon ausgegangen, dass eine „Universalität von Imaginationen“ (Bahrke/Nohr 2018, S. 8) bestehen würde und es wird mit zwölf Standartmotiven gearbeitet in folgenden drei Kategorien:
a) Motive, die die Projektion unbewußter Konflikte in symbolisch stark maskierter Weise anregen. Das ist die Gruppe der Landschaftsmotive wie Wiese, Bach, Haus. b) Motive, die in stärkerem Maße unbewußtes, auch archaisches Material fördern, wie z.B. Waldrand, Höhle, Sumpfloch. c) Die gezielte Einstellung von Bezugspersonen, also von Objektrepräsentanzen. (Fikentscher 1999, S. 353)
In Deutschland ist das Katathyme Bilderleben in der kassenärztlichen Versorgung Bestandteil der Richtlinien-Psychotherapie (Rust/Steiner 2013, S. 186). Seine Blütezeit hatte die Methode in den 1980er Jahren und erlebte eine Wiederkehr in den 1990er Jahren durch die gezielte Anwendung innerhalb der Traumatherapie (vgl. Bengler 2021, S. 4 u. Rust/Steiner 2013, S. 188). Weiterhin wird sie in Gruppenpsychotherapien, Paar- und Familientherapien, bei strukturellen Störungen und psychosomatischen Erkrankungen angewendet (Fikentscher 1999, S. 353). Von ähnlichen Methoden wie der
Aktiven Imagination, Autogenem Training oder der FS unterscheidet sie sich durch ihr dialogisches Verfahren (ebd., S. 352). Therapeutisch kann das Katathyme Bilderleben mehrere Funktionen erfüllen: die Ausdrucks- und Klärungsfunktion, die Stabilisierungsfunktion und die strukturfördernde Funktion (Bahrke/Nohr 2018, S. 17-21).
2.2.3. Autogenes Training
Das Griechische Wort „autos“ bedeutet „selbst“ und „gen“ „werden“ (vgl. Kraft 2013, S. 211); und wie in dieser Wortabstammung erkennbar, zeichnet sich das Autogene Training durch einen höheren Fokus der eigenständigen/alleinigen Handhabung aus. Entwickelt wurde es in den 1920er Jahren von dem Psychiater, Psychotherapeuten und Psychoanalytiker Johannes Heinrich Schulz, der bei Beobachtungen von hypnotisierten Patientinnen entdeckte, dass diese „nach einer Reihe von Sitzungen selbst dazu in der Lage [sind] sich in hypnotischen Zustand zu versetzen“ (Vaitl 2004, S. 87). Das Ziel des Trainings ist „die willentliche Umschaltung von einer aktivitätsgerichteten ergotropen auf eine der Restitution und Erholung dienende trophotrope Reaktionslage des Organismus“ (Kraft 2013, S. 211). Dabei sind die sechs Übungen der sogenannten Grund- oder Unterstufe die Konzentration auf das Schwereempfinden einzelner Körperteile, das Wärmeerleben im eigenen Körper, das „passive Atemerlebnis“, „passive Herzerlebnis“ und Bauchempfindungs- sowie Stirnkühlübungen (vgl. ebd. S. 213-215). Die Vermittlung des Autogenen Trainings gehört zu den Leistungen der gesetzlichen sowie privaten Krankenkasse (ebd., S. 213).
Durch die Möglichkeit des eigenständigen Ausübens wird das Autogene Training nicht nur psychotherapeutisch genutzt; es wird häufig an Volkshochschulen angeboten und bietet eine in Relation zu anderen Methoden für das Individuum praktikabel anwendbare Möglichkeit der Psychoprophylaxe (vgl. ebd., S. 211). Innerhalb der Psychotherapie und Verhaltenstherapie wird das Autogene Training häufig in Kombination mit anderen Methoden verwendet. Weiterhin wird oft empfohlen, zur Einstimmung auf anderen Imaginative Verfahren wie der FS oder dem Katathymen Bilderleben, zu Beginn Autogene-Trainingseinheiten zu integrieren.
2.3. Einordnung der Fantasiereise
FS - auch Traum- oder Märchenreisen genannt - sind ein imaginatives Verfahren, bei dem die:der Reisende zu einer vorgelesenen Geschichte dazu angehalten ist, sich das Vorgelesene vorzustellen. Meist sind sie in der Du-Perspektive verfasst und sollen die:den Reisendem dadurch besonders ansprechen. Sie laden dazu ein, sich Dinge vorzustellen, sollen dadurch die Fantasie anregen und wollen häufig die:den Träumenden dazu bringen, Szenen mit der eigenen Fantasie auszufüllen (typisch sind Sätze wie: „Welche Farbe haben die Blumen vor dir?“ oder „Du siehst ein Tier vor dir. Welches ist es? Wie sieht es aus? Was möchte es von dir?“)
In der gängigen Fachliteratur wird stets ihre entspannende Wirkung hervorgehoben, wodurch sie therapeutisch wirken; weiterhin wird häufig ihre Ressourcen aktivierende Wirkung genannt. Die FS hat eine lange medizinische Tradition und ist keiner einzelnen Therapierichtung zuordenbar, da sie für verschiedene Störungsbilder mit verschiedenen Zielsetzungen eingesetzt wird - so im Rahmen von Genusstraining, Achtsamkeitsübungen, bei depressiven Erkrankungen, in der Traumatherapie, bei chronischen Schmerzen sowie bei Stress und chronischen Spannungszuständen (Dinger-Broda 2013, S. 77 u. Echelmeyer et. al. 2009, S. 167). Treffend beschreibt Elsa Müller 1984 in ihrem bekannten Praxishandbuch zur FS Du spürst unter deinen Füßen das Gras die Wirkungsweise der FS als beruhigend, da sie effektiv gegen die Vereinsamung der Menschen angeht und an das Vorlesen in der Kindheit erinnert (Müller 1984, S. 22). Auch Liz Echelmeyer, Margarita Engberding und Thomas Kirn beschreiben in Imagination in der Verhaltenstherapie von 2009, wie die FS nicht nur bei Stresszuständen, sonder auch bei der gegenteiligen ungesunden Richtung Minderung erzielen kann:
Langeweile, innere Leere: Hier handelt es sich um einen besonderen, im Vergleich zu den vorher genannten Befindlichkeiten sehr andersartigen Typ von Stress. Patienten, die durch körperliche Krankheit, soziale Isolation, Antriebsarmut oder materielle Probleme in ihrer Mobilität und ihrem Erfahrungsspektrum eingeschränkt sind, können durch Phantasiereisen etwas Abwechslung und Vergnügen in ihren Alltag bringen und evtl. Anreize zur Aktivierung nach ihren eigenen Möglichkeiten schaffen (Stanton 1994, S. 131ff). (Echelmeyer et. al. 2009, S. 177-178).
Wird die FS wie beschrieben zum Schaffen von angenehmen Erlebnissen verwendet, ist sie der Genusstherapie zuzuordnen.6
Folgende Ziele können durch den Einsatz der FS erreicht werden:
„- Entspannung und innere Ruhe, - Ablenkung von unangenehmen Zuständen und Situationen, - Förderung der inneren Wahrnehmung, - Fokussierung auf angenehme Vorstellungen und Körpergefühle, - Reduzierung von Schmerzzuständen, - Aktivierung von Ressourcen, - Emotionale Umstrukturierung belastender Erinnerungen (Veränderung in der Vorstellung), - Herausarbeiten positiver Zielzustände, - Verdeutlichung von psychosomatischen Zusammenhängen (Auswirkung von Gedanken und körperlichen Reaktionen, z. B. Vorstellen einer Zitrone erzeugt Speichelfluss)“ (Dinger-Broda 2013, S. 77.)
Weiterhin können mit der FS therapeutische Ziele bearbeitet werden und in diagnostischer Hinsicht Informationen gewonnen werden (ebd.). Die FS wurde speziell für die Arbeit in Gruppen entwickelt (Echelmeyer et. al. 2009, S. 27).
Sie spricht besonders stark kognitiv ausgerichtete Menschen an durch ihr Ansprechen mehrere Wahrnehmungskanäle (Dinger-Broda 2013, S. 77). Eine vorgeschlagene Indikation konnte in der Fachliteratur nicht gefunden werden. Die Auflistung der Indikatoren für die Imaginativen Verfahren von Echelmeyer et. al. geben einen Hinweis darauf, dass sich die FS ebenfalls bei folgenden Krankheitsbildern eigenen könnte: Angststörungen, sexuelle Funktionsstörungen, Essprobleme, affektive Störungen, Sozialangst, Schmerz, Sprech- und Sprachstörung und Krebsbehandlung (siehe 2.2.1.). Vor allem beim letzten Punkt sei nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die FS für therapeutische Zwecke nicht alleine verwendet werden soll und sich eher als ergänzendes Mittel eignet. Weiterhin ist darauf hinzuweisen, dass von der FS als alleinige Methode keine therapeutischen Wunder zu erwarten sind. Mehr zu diesem Thema und der Kritik der FS folgt im dritten Kapitel.
Unbedingt zu beachten sind die Kontraindikatoren: „[alle] Störungsbilder, die mit Identitätsverlust einhergehen (z.B. akute Psychose)“ und wenn von „vordringlichen Themen in schändlicher Weise abgelenkt wird (z. B. Abklärung von Suizidalität, dringende Regelung von Alltagsdingen)“ (Dinger-Broda 2013).
Die Frage nach den Indikatoren der FS wäre Gegenstand weiterer Forschung. Im Allgemeinen ist die FS wissenschaftlich wenig durchdrungen.7 Auch in der Literatur zum Thema der Imaginativen Verfahren konzentrieren sich die Unterkapitel zumeist auf die Themen des Autogenen Trainings oder dem Katathymen Bilderlebnis, während Informationen zu der FS ausbleiben. Diese Gegebenheit könnte auf die mangelnde Beliebtheit der FS hinweisen oder/und auf eine seltene Verwendung, da therapeutisch eine geringere Wirkung erwartet wird.
Dem Katathymen Bilderleben, Autogenem Training und der FS ist gemeinsam, dass alle drei Imaginative Verfahren sind, therapeutisch (ergänzend) eingesetzt werden und entspannend wirken können. Die Unterschiede der Methoden sind in folgender, eigens erstellter Tabelle zusammengefasst:
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Auf drei Merkmale der FS im Abgrenzung zum Katathymen Bilderleben und dem Autogenen Training soll an dieser Stelle dezidiert eingegangen werden. Von den drei Methoden eignet sich die FS am meisten zum Einsatz in Gruppen und ist für diesen speziell entwickelt worden. Somit ist sie in Bezug auf dieses Kriterium am besten für den kreativtherapeutischen Einsatz, der zumeist in Gruppen stattfindet, geeignet.
Dadurch, dass beim Katathymen Bilderleben als auch beim Autonomen Training ein fester Rahmen an konkreten Übungen vorgegeben ist, sind die von der:dem Übungsleiter:in vorgelesenen Texte stets recht ähnlich. Anders als bei der FS stehen die Verfasserinnen weiter im Hintergrund. (Wenn ein:e Therapeutin vorliest: „Ihre Muskeln lassen die Spannung los und werden schwer“, wird bei den Teilnehmenden wohl eher selten die Frage aufkommen, wer diesen Text verfasst hat.) Bei der FS tritt neben der:dem Übungsleiterin und den Teilnehmenden indirekt eine weitere Person, nämlich der:des Verfasserin hinzu. (In manchen Praxisbüchern zur FS wird vorgeschlagen, selbst eine FS zu verfassen. In diesem Fall können Übungsleiterin und Verfasserin identisch sein.)8
Aufgrund der eingegrenzteren Motivfestlegung beim Katathymen Bilderleben und dem Autogenen Training ist bei diesen in den vorgelesenen Texten so gut wie keine Variation zu erwarten, während bei der FS eine größere Anzahl an Motiven und Stoffen vorkommt.
Zwar kann die FS auch mit der Zielsetzung diagnostischer Erkenntnisgewinnung innerhalb eines therapeutischen Prozesses eingesetzt werden, doch bei ihr steht im Vergleich zum Katathymen Bilderlebnis und dem Autogenen Training die entspannende Wirkung mehr im Vordergrund.
3. Kritik an der Fantasiereise
Eine Gefahr der FS besteht in einer unreflektierten oder sogar esoterischen Anwendung der Methode. So warnen Echelmeyer et. al. vor einer „Guru“-haften Anwendung in Form von überdehnten Interpretation (zum Beispiel wenn Rückenschmerzen immer als „zu viel auf dem Buckel haben“ gedeutet wird) oder davor, dass die FS innerhalb der Reinkarnations„therapie“ verwendet wird (Echelmeyer et. al. 2009, S. 13). Auch vor einer Anwendung ohne klare therapeutische bzw. diagnostische Zielsetzung wird gewarnt und einer Anwendung um ihrer selbst Willen. Erstere könne sogar zu einer Verschärfung des Problems führen (ebd., S. V u. 27).
Neben diesen - nach Meinung der Verfasserin dieser Arbeit - sinnvollen Hinweisen wird in der Literatur indirekt, manchmal auch direkt das „Misslingen“ der FS bei den Patientinnen gesucht.
3.1. Patientinnen verortetes Misslingen der Fantasiereise?
Die Motivation der:des Patientin stellt in der Regel eine Grundvoraussetzung für therapeutische Verfahren dar. Wenn man dies als gegebene und nicht mehr nennenswerte Grundvoraussetzung aller Therapien betrachtet, ist auffällig, wie häufig in Fachliteratur bei dem „Misslingen“ Imaginativer Verfahren die fehlende Motivation der:des Patientin angeführt wird. So führen Echelmeyer et. al. an: „Falls es an internaler Motivation fehlt, sind imaginative Verfahren nicht indiziert“ (Echelmeyer et. al. 2009, S. 28). Die Psychotherapeutin Andrea Dinger-Broda führt in Techniken der Psychotherapie. Ein methodenübergreifendes Kompendium von 2013 auf, dass Menschen mit hohem Kontrollbedürfnis es schwerfalle, sich auf die vom der:dem Therapeutin angeleitete Entspannung einzulassen. Die Einordnung des Tagtraums in das Kindheitsleben würde es vielen Patientinnen verunmöglichen, sich auf ihn im Erwachsenenalter einzulassen (Dinger-Broda 2013, S. 77-79). Oder vielleicht sind die Patientinnen laut Dinger-Broda einfach nicht mutig genug?
Wenn Patienten die Fähigkeit besitzen, loszulassen und bereits den Mut und die Bereitschaft haben, sich auf Neues einzulassen, können sie meist bei der ersten Fantasiereise schon profitieren und sich diese Übung im Alltag zunutze machen. Bei ängstlicheren und unsicheren Menschen muss oft erst durch wiederholtes Üben eine entsprechende Fähigkeit gefördert werden (ebd. S. 79).
Kirn postuliert in Imagination und kognitives Problem von 2011 bei dem Ausbleiben von Resultaten nach Imaginativen Verfahren, dass die Imaginationsfähigkeit bei der:dem Patientin nicht gegeben sein könnte, eine mangelnde Bereitschaft vorgelegen haben könnte oder nicht regelmäßig geübt wurde (vgl. Kirn 2011, S. 192). Karrierecoach Martin Wehrle widmet in seinem nicht-wissenschaftlichen Praxisratgeber Handbuch Fantasiereisen von 2017 ein ganzes Unterkapitel lang der Frage, wieso manche Menschen nicht gerne auf Anhieb eine FS unternehmen möchten und kommt ebenso zu dem Schluss, dass FS als Kinderunterhaltung wahrgenommen werden, Angst vor der abgegebenen Kontrolle oder dem Unterbewusstsein vorherrscht, mangelnde Effizienz bei der FS vermutet wird sowie Angst vor der Außerreaktion bei Gruppen-FS vorhanden sei. Um diese verschiedenen Zweifel zu zerschlagen, schlägt Wehrle jeweils in einer einabsätzigen stets gleichen Argumentationsstruktur vor, die Teilnehmerinnen mit der Verheißung auf ein spannendes Erlebnis zu locken (vgl. Wehrle 2017, S. 45-49).
Bei manchen Autorinnen wird diese Sichtweise nur indirekt angedeutet, bei anderen relativ klar benannt: Wenn es Skepsis gegenüber der FS gibt oder sie nicht zu den gewünschten Resultaten führt, liegt es vermutlich daran, dass die Patientinnen nicht motiviert genug seien, ein zu starkes Kontrollbedürfnis hätten, es zu kindisch fänden, zu ängstlich seien, nicht genug geübt hätten, eine zu geringe Imaginationsfähigkeit hätten, zu zielorientiert seien und nicht genug Lust auf neue Erfahrungen hätten.
Diese Arbeit geht davon aus, dass die genannten Kontraindikatoren unbedingt zu beachten sind und die (therapeutische/diagnostische) Zielsetzung der FS bewusst sein sollte. Daneben sieht sie das Patientinnen verortete Misslingen der FS als kritisch. Zu fragen ist, ob, wenn Karrierecoach und ehemalige Führungskraft Martin Wehrle seine Teilnehmenden fragt, wieso sie keine FS machen wollen, ihm diese wahrheitsgemäß antworten. Vielleicht ist der Grund der Ablehnung weniger, dass sie sich als zu erwachsen für Kinderunterhaltung fühlen, als viel mehr, dass sie die FS als nicht sonderlich ansprechend empfinden.
Dies ist eine Vermutung, die nicht belegt werden kann; doch als Diskussionsthese aufgestellt wird. Um sie argumentativ zu unterlegen, beschäftigt sich das folgende Unterkapitel mit der Frage des Grads der Stimulation bei Fantasiereisen.
3.2. Grad der Stimulation und Quantität der angesprochenen Propositionen
Es wird davon ausgegangen, dass zu wenig Stimulation für das Individuum zu einem Gefühl der Langweile führen kann. Was als „zu wenig“ empfunden wird, ist vom individuellem Empfinden abhängig. Da jedoch in Gruppenarbeiten, wie sie häufig in der Kreativtherapie stattfinden, sich nicht auf jede Befindlichkeit eines jeden Gruppenmitglieds abgestimmt werden kann, sollte versucht werden, eine durchschnittlich anregende Stimulations bei der FS zu schaffen.
Bei der Frage, wie sehr die FS stimulieren sollte, finden sich ähnliche Empfehlungen in der Literatur: Der Grad sollte niedrig gehalten werden zu Gunsten der imaginativen Ausgestaltung der FS-Teilnehmer:innen. So postulieren zum Beispiel Echelmeyer et. al. zum Thema Imaginative Verfahren: „Da der Therapeut oft nicht genau weiß, wie spezifisch der Patient sich gerade einen Inhalt vergegenwärtigt, empfiehlt es sich, sprachlich relativ vage zu bleiben“ (Echelmeyer et. al. 2009, S. 57) und so könnten die Teilnehmenden mit genug Übung ihre Vorstellungen aus eigenen Erinnerungen heraus mit vielen „Details bzgl. Stimulus- und Reaktionsbeschreibungen“ bestücken (vgl. ebd., S. 40). Dafür eignen sich Sätze wie „Achten Sie auf Farbe und Beschaffenheit des Bodens“ (ebd., S. 42) anstatt „Sie sehen den grünen kurz-geschorenen Rasen“ (ebd.). Franz Petermann und Michael Kusch schreiben in Entspannungsverfahren. Das Praxishandbuch von 2004, dass eine zu hohe Stimulation für den Lernprozess kontraproduktiv wäre, „wobei Lernprozesse der Habituation bei einem mittleren physiologischen Erregungsniveau am wahrscheinlichsten sind.“ (Petermann/Kusch 2004, S. 172). Eine interessante Beobachtung stammt aus Elsa Müllers Praxishandbuch über die Erfahrungen von FS und Autogenem Training im Vergleich. Sie beschreibt, dass Menschen mit Erfahrungen aus Autogenen-Trainingskursen die FS als zu Fantasie einengend empfanden (vgl. Müller 1984, S. 26).
Dass ein niedriger Grad der Stimulation jedoch auch negative Effekte haben könnte, dafür lassen sich in der Literatur nur indirekte Hinweise finden. Peter J. Lang und Mitarbeiterinnen stellen in Untersuchungen9 fest, dass erst bei einer Anregung von genügend Propositionen10 emotionale Netzwerke angesprochen werden (vgl. Echelmeyer et. al. 2009, S. 40). Hier ist zu fragen, in wie weit die Teilnehmenden bei einer nur geringen erzählerischen Stimulation die Imagination selbst detailreich auszugestalten vermögen.
Die beiden Pädagog:innen und studierten Theolog:innen Gerda und Rüdiger Maschwitz stellen in ihrem Praxishandbuch Von der Phantasiereise bis Körperarbeit, in dem sie ihre Erfahrungen aus jahrelanger Seminararbeiten vorstellen, von 2004 fest, dass für manche Teilnehmenden zu viele Freiräume langweilig sein können (vgl. Maschwitz 2004, S. 147). Ihr Handbuch stellt keine wissenschaftliche Arbeit dar und es ist zu bemerken, dass Gerda und Rüdiger Maschwitz in ihrem Werk christliche Werte indirekt propagieren. Ihre Publikation soll trotzdem in dieser Arbeit Erwähnung finden, da die beiden Autorinnen eine sinnvolle Kategorisierung zum Thema der Grade der Stimulation innerhalb der FS vorstellen, auf die sich häufig in wissenschaftlichen Untersuchungen bezogen wird. Maschwitz unterscheiden die FS in vier Stufen der Intensität der Leitung, die sich durchmischen können. Dies beschreiben sie nicht direkt, doch je höher die Stufe ist, desto weniger erzählerische Stimulationen kommen in ihr vor.
Die erste Stufe ist die Phantasiegeschichte und Maschwitz stellen fest, dass „Jede gute Erzählung [...] eigentlich eine Phantasiegeschichte [ist], weil sie der eigentlichen Vorstellung Raum gibt“ (ebd., S. 146). Die Erzählperspektive erfolgt aus Sicht einer Figur, mit der sich die:der FS-Teilnehmende identifizieren kann. Im Gegensatz dazu wird in der gelenkten Phantasiereise die:der Zuhörende direkt angesprochen, also eine Du-Erzähler:in-Perspektive verwendet. Die halb offene Phantasiereise erweitert sich dadurch, dass der:dem Zuhörer:in mehr Raum zur Imagination gegeben wird, zum Beispiel durch Sätze wie: „Was würdest du jetzt tun? Du hast genug Zeit dazu“ (ebd., S. 147). Bei der offenen Phantasiereise wird „nur noch das Gerüst eines Ablaufs“ (ebd.) vorgegeben und bei der Arbeit mit inneren Bildern/Imagination besteht die Anleitung „in Hilfen, sich einem inneren Bild zu einem bestimmten Thema möglichst offen zu nähern“ (ebd., S. 148). Für diese Arbeit ist vor allem die Phantasiegeschichte interessant, da hier ein höherer Grad an erzählerischer Stimulation (oder wie Maschwitz es ausdrücken: „ein klares Geländer“ (ebd., S. 146)) vorhanden ist.
Deckungsgleich zu ihrem Postulat zur Phantasiegeschichte stellen Echelmeyer et. al. fest, dass das Lesen von Erzählungen auch als gelenkte Phantasiereise zu verstehen sei (wobei sie mit dem Begriff der gelenkten Phantasiereise das meinen, was Maschwitz als Phantasiegeschichte verstehen):
Letzten Endes ist ja auch das Lesen von Erzählungen, Romanen oder Reiseberichten als eine Art gelenkte Phantasiereise zu verstehen. Auch untätige Momente des Wartens lassen sich durch bewusstes ,Abtauchen’ in angenehme Phantasiewelten von stressigen .Blockaden’ in erholsame ,Zeit-Oasen’verwandeln.“ (Echelmeyer et. al. 2009, S. 177-178)
3.3. Standardisierung angesprochener Propositionen in Erzählstil und Motivwahl
Wie in 2.3. erwähnt, weist die FS eine höhere Anzahl an Motiven und Stoffen auf als das Autogene Training und das Katathyme Bilderleben, was jedoch nicht überraschend ist, da bei beiden Methoden die einzelnen Übungen beziehungsweise zwölf Motive festgelegt sind. Trotz der wenigen Festlegungen der FS bleibt zu fragen, ob bei ihr eine Standardisierung festzustellen ist und dadurch häufig anzutreffende Motive und Erzählmuster zu finden sind.
In der Literatur herrscht eine Vielzahl an stilistischen Tipps für die FS vor, die sich stets ähneln. Es wird empfohlen, einfache Sätze zu verwenden, in der Gegenwart zu formulieren, beim Vorlesen Pausen zu lassen, Verben der Wahrnehmung zu verwenden (z. B. „achten“, „bemerken“), positive Formulierungen und keine Verneinungen zu gebrauchen, offene Fragen zu stellen sowie einen permissive und weiche Sprache zu verwenden (Echelmeyer et. al. 2009, S. 57). Mit Absicht offen gehaltene Formulierungen können ebenfalls zu sich häufig wiederholenden Satzstrukturen führen (z. B. „ Achten Sie auf Farbe und Beschaffenheit des Bodens“ (ebd., S. 42)) und gelten als typisch für die FS. Die häufig auftauchende Aufforderung, sich etwas vorzustellen, wird von Echelmeyer et. al. als Image Cue bezeichnet (vgl. ebd., S. 20). Dass eine Terminologie der stilistischen Tipps der FS existiert, weist darauf hin, dass eine gewisse Stilistik standardisiert wurde. Weiterhin bezeichnen Echelmeyer et. al. mit Action Set, aus einer aktivierenden Teilnehmer:innenperspektive zu schreiben und es werden Sätze empfohlen wie »Stellen Sie sich vor, Sie sind mitten in der Situation: Hier und jetzt sehen, hören und empfinden Sie alles ganz deutlich ... Lassen Sie sich Zeit.« (ebd.), die ebenfalls als typisch für die FS angenommen werden.
Im Anhang befindet sich bei Abbildung 1 ein Schema zu den standardisierten sowie kategorisierten Schreibtipps von Echelmeyer et. al., um die Standardisierung zu belegen.
Somit ist festzustellen, dass eine Standardisierung des Schreibstils der FS vorliegt, die zu vielen ähnlichen Formulierungen führt. Neben diesen stilistischen Merkmalen vieler FS soll an dieser Stelle die Motivauswahl als weiteren Einfluss auf den Erzählstil untersucht werden. Zwar wird in der untersuchten Literatur nicht vorgeschlagen, Motive wie Wiesen, Berge, Wasserlangschaften oder Tiere zu verwenden, jedoch postuliert diese Arbeit, dass bewusst oder unbewusst die FS im Allgemeinen von einer geringen Variabilität der Motive geprägt ist.
Um dies zu belegen, wurde eine quantitative Statistik angelegt.11 Untersucht wurden 81 FS. Die untersuchten Geschichten wurden nach ihrer einfachen Zugänglichkeit ausgewählt12 und umfassen 33 FS aus drei Praxishandbücher, die in der Stadtbücherei Dortmund ausleihbar sind; 8 FS von zwei CDs, die ebenfalls in der Stadtbücherei Dortmund ausleihbar sind; 30 FS drei verschiedener Online-Quellen, die zuerst angezeigt werden, wenn man den Suchbegriff „Fantasiereise“ bei Google eingibt und die ersten zehn FS, wenn man bei Youtube „Fantasiereise“ eingibt.13 Die 81 untersuchten FS weisen eine hohe Frequenz sich wiederholender zentraler Motive auf, was im folgenden Balkendiagramm dargestellt ist:
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Erstaunlich ist vor allem die Häufigkeit des Vorkommens von Wasser als Landschaftselement in den FS, welches zu 28,4 % der untersuchten FS vorkam; also fast einem Drittel und somit als beliebtestes Motiv der FS ermittelt wurde. Zu beachten ist bei dieser Feststellung, dass das Landschaftsmotiv Wasser dabei stets im Fokus der Geschichten stand und kein Randmotiv war, welches kurz erwähnt wurde.
Erstaunlich ist weiterhin die hohe prozentuale Anzahl von Landschaftsmotiven, die als zentrale Motive verwendet wurden: 42,0 %. Dieser Umstand kann auf die
Orientierung und den großen Einfluss der Jungschen Aktiven Imagination und dem Katathymen Bilderleben zurückgeführt werden, die ebenfalls Wasser als Landschaft, Wiesen, Wald und Berge häufig als Motive verwendeten.
Variiert man zwei der Motive - zum Beispiel Landschaft und Jahreszeiten - so kann festgestellt werden, dass es in 50,6 % der analysierten FS um Landschaften oder Jahreszeiten geht. Wie in Fußnote elf erwähnt, ist diese Statistik nicht repräsentativ, doch gibt sie einen ersten Anhaltspunkt. Dieser Anhaltspunkt lautet, dass bei über der Hälfte der einfach zugänglichen FS nicht mehr als zwei zentrale Motive vorkommen (Landschaft und Jahreszeiten), was eine beachtliche Homogenität darstellt.
Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Eine Vermutung neben dem Einfluss der Jungschen Archetypen und dem Motivkatalog des Katathymen Bilderlebens ist, dass sich Verfasserinnen von FS, die häufig mehr Erfahrungen aus der Psychotherapie als im kreativen Schreiben mitbringen, stark an dem bereits Vorhandenen orientieren und sich dadurch eine engere Dichte an Motiven entwickelte.
Zusammengefasst wird in dieser Arbeit von einer Standardisierung der FS auf drei Ebenen ausgegangen: Mit Absicht findet ein geringer Grad der erzählerischen Stimulation statt; Schreibtipps aus wissenschaftlichen Publikationen und Praxishandbüchern führen zu einem ähnlichen Erzählstil (z. B. kurze Sätze, ähnliche Formulierungen); zudem ist eine geringe Varianz der verwendeten Motive vorzufinden. Daran wäre nichts auszusetzen, wenn die FS für die an ihr Teilnehmenden als gute Methode empfunden wird. Wie bereits festgestellt, lässt jedoch die erhöhte Suche in der (Fach-)literatur nach den Gründen des „Misslingens“ der FS vermuten, dass dies häufig nicht der Fall ist. Deswegen widmet sich der weitere Verlauf dieser Arbeit der Forschungsfrage, wie eine für die Teilnehmenden besser funktionierende FS gestaltet werden kann.
3.4. Weiterentwicklungsmöglichkeiten der FS
Es wird vermutet, dass für viele Teilnehmende ohne Vorerfahrungen mit Imaginativen Erfahrungen die halb offene und offene standardisierte Form der FS nicht anregend genug wirkt.14 Die mangelnden Vorerfahrungen der Teilnehmenden soll nicht kritisiert werden, im Gegenteil. Wenn festzustellen ist, dass FS nicht anregend wirken, sollten die FS kritisiert werden (und nicht die Teilnehmenden); oder besser noch: Die FS sollte weiterentwickelt werden.
Wie Maschwitz und Echelmeyer et. al. feststellen, können auch Erzählungen, Reiseberichte oder Romane in einer erweiterten Definitionsform eine FS darstellen (siehe Kapitel 3.2.). Bei diesen Erzählformen wird von einer größeren Detailreiche und erzählerischen Stimulation ausgegangen, was alleine an ihrer Länge ersichtlich ist. Maschwitz schlagen bei der gelenkten Phantasiereise die Du-Erzähler:in-Perspektive vor. Ein Einsetzen dieser Perspektive widerspricht nicht dem Verwenden einer größeren Detailreiche und adressiert die:den Teilnehmenden stärker. Somit wird für eine für viele Teilnehmenden höhere erzählerische Stimulation bei der FS vorgeschlagen, diese in einer höheren, erzählungshaften Detailreiche und weiterhin in typischer Du-Erzähler:in- Perspektive aufzubereiten. Wie in der halb offenen Phantasiereise soll den Teilnehmenden Raum gegeben werden, der eigenen Kreativität freien Lauf zu geben und die Geschichte selbst auszugestalten - dies soll jedoch erst nach einer genügenden erzählerischen Stimulation erfolgen.
Diese vorgeschlagenen Modulationen der FS wurden praktisch umgesetzt und im 4. Teil untersucht. Als Arbeitsbegriff für die stimulationsbetontere FS wird der Terminus der romanhaften Fantasiereise vorgeschlagen (alternativ kann sie ebenso als erzählerische Fantasiereise bezeichnet werden).
4. Qualitative Studie zu der romanhaften Fantasiereise
4.1. Konzept der romanhaften Fantasiereise
Um die These dieser Arbeit auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen, wurde selbst eine stimulationsbetontere, bzw. mehr Propositionen ansprechende FS verfasst und sie befindet sich bei Anhang 2. Durch eine größere Detailreiche und Beschreibungen der Umgebung versucht sie eine größere erzählerische Stimulation der Fantasie der Teilnehmenden zu erreichen. Die FS beginnt schon früh mit offenen Fragen („Warum konntest du heute gut einschlafen?“), doch nach dieser Einleitung erfolgen 18 Sätze ohne größere Unterbrechungen. In diesem Teil wird eine Situation beschrieben, die konkreter als in den meisten FS ist und gleichzeitig weniger die Standartmotive aufgreift: Es wird beschrieben, ein ungewöhnliches Geräusch zu hören und sich in eine Schallwelle zu verwandeln. Erst nach diesen Einführungsteil werden den Teilnehmerinnen immer wieder Fragen gestellt, die sie mit ihrer eigenen Fantasie ausfüllen können und es werden beim Vorlesen hierfür Pausen gemacht.
Als Thema der romanhaften/erzählerischen FS wurde Sci-Fi/Außerirdische/Weltraum gewählt, um eine Abwechslung zu den FS-Standartmotiven (siehe 3.3.) zu bieten. Weiterhin wird vermutet, dass die Naturmotive der Standard-FS nicht der Lebensrealität von Stadtbewohner:innen entspricht und erzählerische Motive mit Weltraumgeschichten Teilnehmenden aus der Stadt seit der Kindheit vertrauter sind. So ist der Inhalt der Geschichte, sich zu einer Schallwelle zu verwandeln, von einem Raumschiff angesogen zu werden und dort einen netten Außerirdischen zu treffen.
Die romanhafte/erzählerische FS ist in der Du-Perspektive geschrieben, um eine höhere Identifikation der Zuhörenden zu erreichen. Um eine spielerische Freude zu erreichen, ist erzähltechnisch an machen Stellen eine Anlehnung an Entscheidungsgeschichten15 in die FS integriert. So wird zum Beispiel gefragt, ob die Zuhörenden es schaffen, als Schallwelle durch eine Fensterscheibe zu schweben. Wenn sie es schaffen, sollen sie kurz warten, während die Zuhörenden, die sich dazu entscheiden, es nicht zu schaffen, eine andere Möglichkeit suchen, um sich weiter fortzubewegen.
Werden die getroffenen Entscheidungen der einzelnen Zuhörerinnen danach besprochen, kann hier Erkenntnis für/über die:den Teilnehmenden gewonnen werden. Allerdings zielt die romanhafte/erzählerische FS nicht darauf ab, tiefliegende Strukturen des Individuums aufzudecken, tiefsitzende Probleme zu bearbeiten oder eine diagnostische Erkenntnisgewinnung zu erreichen. Wie in 3. erwähnt, sollte die FS nicht ohne klare therapeutische Zielsetzung verwendet werden und es besteht die Gefahr, dass ohne die Kommunikation über die Zielsetzung, Unmut über nicht ausreichende Erkenntnisgewinnung sowie (angeblich) mangelnde Effektivität entsteht. Auch die romanhafte/erzählerische FS eignet sich „nur“ als begleitende Methode zu einer Psychotherapie, am besten in Absprache mit behandelnden Therapeut:innen/Ärzt:innen.
Unbedingt beachtet werden sollte eine Vorsicht in der Themenwahl in Abstimmung mit den Teilnehmenden. Wie in 2.3. festgestellt, ist ein Kontraindikator für die FS eine (akute) Psychose. Dies gilt selbstverständlich auch für die romanhafte/erzählerische FS. Ist ein:e Teilnehmend:e z. B. von Identitätsverlust betroffen, sollte Vorsicht geboten sein, sie:ihn dazu aufzufordern, sich vorzustellen, sich in eine Schallwelle zu verwandeln.
Ziel der romanhaften/erzählerischen FS ist das selbe der Erlebnisaktivierung bzw. Genusstherapie16: ein Wohlbefinden zu erreichen sowie die Fähigkeit, positive Erlebnisse genießen zu können, zu fördern und legt den Fokus auf ein gesundes Verhalten (im Kontrast/zur Ergänzung zu einer alleine Pathologie zentrierten Therapie).
4.2. Rahmenbedingungen
Die romanhafte/erzählerische FS wurde am 27. September 2025 um 17.30 Uhr an einem
Samstag ausprobiert im privaten Rahmen. Der Tag wurde ausgewählt, da davon ausgegangen wurde, dass alle an einem Samstag entspannt Zeit für eine FS haben. Als Ort wurde das Wohnzimmer der Schwester der Verfasserin dieser Arbeit verwendet, da dies gemütlich ist, alle genügend Platz in ihm haben und eine ausziehbare Couch vorhanden ist.
Es nahmen acht Personen an der FS teil, drei davon sind aus familiären Umfeld, fünf aus Freund:innenkreis. Von den Teilnehmenden hat ein kleiner Teil bereits Therapieerfahrungen. Dieser private Rahmen wurde als erster Test für eine wissenschaftliche Annäherung gewählt. Die Verfasserin dieser Arbeit sah ein gewisses Risiko darin, eine neue Form der FS bei unbekannten Personen innerhalb einer Therapie auszuprobieren, wenn über die neue Form der FS bisher kein Evaluationswissen vorhanden ist. Es nahmen drei Männer und fünf Frauen an der FS teil, was sich daraus ergab, wer zu dem Termin Zeit hatte.
Die Teilnehmenden waren für 17 Uhr eingeladen. Von 17.00 Uhr bis rund 17.30 Uhr fand ein entspanntes Eintreffen, Sich-Unterhalten und von Teilen Rauchen-im-Garten statt. Nachdem alle bereit zu sein schienen, erklärte die Verfasserin dieser Arbeit/Leiterin in kurzen Worten den Hintergrund und das Ziel der FS. Weiterhin fragte sie die Teilnehmerinnen, ob diese gerne Musik zur FS hören möchten, die ausgewählte Musik wurde kurz angespielt und die Teilnehmerinnen entschieden sich einstimmig für diese Musik.
Als Musik wurde ein thematisch passendes instrumentelles Musikstück gewählt, welches laut Beschreibung zum Entspannen einlädt und an den Weltall erinnern soll. Das Musikstück ist gleichförmig und wirkt beruhigend. Der Titel des Stücks ist Relaxing music: ambient music & space image 0 // Tiefe Klänge: Musik zur Entspannung, Mond & Weltall von dem Youtube-Kanal „mental resilience“.17
Weiterhin wurde den Teilnehmerinnen offen gestellt, ob sie liegen oder sitzen möchten und ob sie die Augen geschlossen oder geöffnet haben möchten.
Nach der Ausführung und Durchführungsrunde war es allen offen gestellt, ihre Erfahrungen zu malen. Die Leiterin hatte Mal- und Bastelmaterial mitgebracht. Dieses Angebot nutzten nur zwei Teilnehmerinnen. Fünf Teilnehmerinnen verabschiedeten sich rund eine dreiviertel Stunde nach der Auswertungsrunde mit verschiedenen
Begründungen (Zuhause essen kochen, noch viel zu tun haben, Müdigkeit, noch eine Verabredung).
4.3. Wissenschaftliches Vorgehen
Für eine erste Annäherung an das Thema wurde als Vorgehen ein empirischquantitatives gewählt, um besser „komplexere psychologische Merkmale“ (Schumann, 2018, S. 2) zu analysieren, die durch ein quantitatives Verfahren besser erhoben werden sollen.18 Weiterhin würde eine quantitative Untersuchung den Rahmen dieser Arbeit überschreiten. Für weitere Untersuchungen soll hier angemerkt werden, wie erkenntnisversprechend weitere quantitative Forschung über die romanhafte/erzählerische FS wäre.
Für die quantitative Erhebung wurde geplant, dass nach dem Vorlesen der FS zunächst ein Fragebogen ausgefüllt wird, der anregen soll, über bestimmte Fragestellungen nachzudenken. Der Fragebogen ist simpel aufgebaut: Zu verschiedenen Fragen konnten die Teilnehmenden von 1 bis 10 ankreuzen, ohne dass eine Begründung in Worten erfragt wurde. Für diese war eine Gesprächsgruppe gedacht. Da eine Teilnehmerin direkt nach dem Vorlesen der Geschichte ein starkes Kommunikationsbedürfnis hatte, wurde entgegen der Planung von der Leiterin beschlossen, direkt mit der mündlichen Austauschrunde zu beginnen, da eine Anregung durch Fragebögen anscheint nicht notwendig war. Die Teilnehmenden erfragten von der Leiterin, ob sie ihre Imaginationen beschreiben dürfen oder die FS an sich bewerten sollen. Beides war erwünscht. Fünf der Teilnehmerinnen beschrieben ihre Eindrücke zum Teil mit einer Bewertung der Fantasiereise. Um dies im Nachgang besser wissenschaftlich analysieren zu können, wurden die Eindrücke der Teilnehmenden aufgenommen. Die Transkription des acht-minütigen Gesprächs befinden sich bei Anhang 3.
In dem Fragebogen wurden 7 Fragen gestellt: „1. Ich mag Fantasiereisen (die, die ich bisher mitgemacht habe).“, „2. Ich kann mich bei Fantasiereisen (die, die ich bisher mitgemacht habe) gut entspannen.“, „3. Ich kann mir die Dinge, die vorgelesen werden, gut vorstellen bei Fantasiereisen (die, die ich bisher mitgemacht habe).“, „4. Ich mochte die romanhafte Fantasiereise.“, „5. Ich konnte mich bei der romanhaften Fantasiereise gut entspannen.“, „6. Ich konnte mir die Dinge, die bei der romanhaften Fantasiereise vorgelesen wurden, gut vorstellen.“ und „7. Ich kann etwas mit den Themen Sci-Fi/Außerirdische/Weltraum anfangen.“ Um bessere Erkenntnis zu gewinnen und da die romanhafte FS nur im Vergleich zu bisherigen FS bewertet werden kann, wurden bei den Fragen eins bis drei die bisherigen Erfahrungen der Teilnehmenden erfragt. Um herauszufinden, wie weit ein Gefallen der ausprobierten FS mehr mit dem Interesse an dem Thema der FS als mit ihrer Form zusammenhängt, wurde in der siebten Frage nach dem Interesse an dem Thema Sci-Fi/Außerirdische/Weltraum gefragt, da dies das Thema der ausprobierten romanhaften/erzählerischen FS ist.
Bei den Fragebögen wurde ohne Begründung nach einer quantitativen Bewertung gefragt und die Teilnehmenden konnten zwischen eins und zehn ankreuzen, wobei 1 „trifft gar nicht zu“ bedeutet und zehn „trifft voll und ganz zu“. Der verwendete Fragebogen befindet sich bei Anhang 4. 4.4. Analyse
4.4.1. Analyse des Fragebogens
Das ausgezählte Ergebnis der Fragebögen befindet sich bei Anhang 5 und das Balkendiagramm mit den ausgezählten Ergebnissen/Durchschnitten bei Anhang 6.
Bei der Frage, wie sehr bisherige FS und die romanhafte FS gemocht wird, erhielten die bisherigen Fantasiereisen einen Durchschnittswert von 7,1 und die romanhafte einen Wert von 9,3, also einen besseren Wert von 2,2 Punkten bei einer Skala von eins bis zehn. Sie wurde demzufolge zu 22,0 % mehr gemocht bei der Testgruppe vom 27.09.25.
Bei der Frage, bei welcher Art von FS die Teilnehmenden sich gut entspannen können, war die Differenz geringer: bisher gemachte FS: 7,9 und die romanhafte FS 8,5 (eine Differenz von 0,6). Bei der Frage, wie gut sich die Teilnehmenden die vorgelesenen Dinge vorstellen können, ergab sich eine Differenz von 0,8 (bisherige FS 8,3 und romanhafte FS 9,1).
Die Analyse des Fragebogens ergibt somit, dass bei der Versuchsgruppe die romanhafte/erzählerische FS beliebter war in der Frage nach ihr generell, der Möglichkeit sich zu entspannen und sich Dinge vorzustellen - also in allen erfragten Kategorien. Dies ist ein erstes Anzeichen dafür, dass sich die romanhafte/erzählerische FS therapeutisch besser eigenen könnte. Allerdings sind die Werte nicht stark abweichend voneinander und eignen sich ohne eine Begründung nur bedingt, um
Zusammenhänge zu erkennen. Deswegen soll der Hauptfokus der Analyse auf dem quantitativen Interview liegen.
4.4.2. Analyse der mündlichen Auswertungsrunde
Dass eine größere erzählerische Stimulation anregend wirkt, haben die Teilnehmenden nicht wörtlich gesagt, doch die Tatsache, dass Teilnehmerin 1 und 4 ohne Aufforderung recht ausführlich über ihre Vorstellungen während der FS sprachen, ist ein erstes Indiz für die Effektivität einer höheren erzählerischen Stimulation für eine höhere Imagination von FS-Teilnehmenden. Bemerkenswert ist die hohe Kreativität der nacherzählten erlebten Fantasien: Teilnehmerin 1 berichtete, dass sie sich einen flüssigen Außerirdischen vorstellte mit Namen Gnorpi, der in einem Raumschiff wohnt, welches man anlecken muss, damit es seine Farbe verändert und von einem Planeten kommt mit lauter flüssigen Außerirdischen, die zum Schlafen eine große Wasserkugel bilden, in die man reingehen kann, wenn man möchte. Teilnehmerin 4 berichtete davon, wie sie es schaffte, als Schallwelle durch eine Fensterscheibe zu fliegen und dass ihre Außerirdische Charlotte hieß, flüssig ist und von einem genau wie die Erde aussehenden Planten stammt, auf dem sie mit den anderen flüssigen Außerirdischen die Meere bildet.
Vor allem wurden die gestellten Fragen der romanhaften FS gelobt. Bemerkenswert ist, dass Teilnehmerin 1 dies sogar sechsmal innerhalb ihres 2:16-minütigen Wortbeitrags äußerte. Z. B.: „meine Fantasie wurde angeregt, aber es ist auch in wirklich coole Bahnen gelaufen“ oder „ich hatte eigentlich ab dem Raumschiff richtig Spaß, weil du hast das so geschafft, dass ich gedacht habe, okay, ich weiß jetzt zwar, wie das aussieht, aber das wäre ja langweilig.“ oder „Und das hat sich dann auch nochmal fortgesetzt, als du gefragt hast, wie sieht denn der Planet aus.“ Auch Teilnehmerin 5 bewertete das Vorgehend mit „schöne zielführende Fragen“.
Weiterhin tätigte sie eine interessante Äußerung:
Ich kenne so Traumreisen eher, du liegst am Strand und die Wellen bewegen sich hin und her und alles ist so toll und du denkst an irgendwas oder du bist ein Samenkorn und du fliegst durch die Gegend und du wirst ein Baum. Was für ein Baum wirst du? Das jetzt finde ich jetzt viel anregender.
Hier ist nicht ganz sicher, ob Teilnehmerin 5 an den FS, die sie bisher gemacht hat, kritisiert, dass diese die immer gleichen Motive verwenden, oder dass sie eine geringe erzählerische Stimulation aufweisen (oder beides).
Weiterhin wurde von Teilnehmerin 1 das spielerische Konzept in Anlehnung an die Entscheidungsgeschichten gelobt: „Ich fand aber also so insgesamt diese Ideen ganz cool, auch dass man die Auswahl hatte, mache ich dies, mache ich das.“
Teilnehmerin 2 erzählte lachend nach der Aussage einer anderen Teilnehmerin, dass die romanhafte FS so anregend war, dass sie eingeschlafen war. Nach der indirekten Frage der Leiterin „Aber wenn es für dich entspannend war, ist doch gut.“ antwortete sie mit „Ja, total.“ Im Gegensatz zu ihrer Meinung berichtete Teilnehmerin 5: „Also ich glaube, so eine Geschichte könnte ich vor dem Schlafengehen nicht so gut hören, weil das wird ja häufig zum Runterkommen kurz vor dem Schlafengehen gemacht, also im klinischen Setting. Das regt mich ja eher an. Ich will das jetzt auch nochmal ein bisschen verarbeiten“. Auch bei den quantitativen Auswertungsbögen erreichte die romanhafte FS eine geringere bessere Bewertung als herkömmliche FS in der Kategorie des Entspannens. Somit ist festzustellen, dass bei der Testgruppe die romanhafte FS im Durchschnitt für etwas mehr Entspannung als herkömmliche FS erreicht hat, aber trotzdem nicht als Einschlafmethode geeignet ist.
Eine weitere Rückmeldung soll hierbehandeltwerden. Teilnehmerin 5 berichtete: Was ich mich gefragt hatte, war, es gab manchmal so aufgereihte Fragen, hat das Raumschiff Sicherungsboote oder Schleusen? Und so habe ich mich so in die Situation versetzt, dass ich vor der Schulklasse stehe und die Lehrperson mich das fragt und ich da stehe und ich nicht denken kann und ich nicht diese Antworten weiß sofort. Und ich weiß nicht, ob vielleicht das angenehmer wäre, wenn man das umformuliert und so sagt, dieses Raumschiff könnte Sicherungsboote haben, es könnte Schleusen haben [...]
Wie in 3.3. festgestellt, gibt es sogar einen Terminus für die typische FS-Aufforderung, sich etwas vorzustellen: Image Cue. Um durch keine zu große Standardisierung der Erzählform bei der FS ein Gefühl der Monotonie abzurufen, wurde mit Absicht von der Verfasserin die Fragen innerhalb der Geschichte schlicht gestellt ohne eine permissive Aufforderung, sich folgende Dinge vorzustellen. Dabei wurde jedoch nicht bedacht, wie sehr viele Menschen im europäischen Raum unter ihrem Schulsystem litten. Zu Gunsten dieser Personen wird eine leichte Abwandlung vorgeschlagen mit einem permissiveren Sprachgebrauch bei den Fragestellungen. Die überarbeitete FS befindet sich bei Anhang 7 (zusammen mit weiteren Tipps zum Leiten einer FS).
4.4.3. Störvariablen der Untersuchung
Mehrere Faktoren beeinflussen das Ergebnis der Studie, die in dem ersten Testlauf nicht minimiert werden konnten.
Aus genanntem Grund (siehe 4.2.) nahm an dem Test nur familiäres und freundschaftliches Umfeld an der romanhaften FS teil. Zwar wurde allen Teilnehmenden gesagt, dass sie so ehrlich wie möglich Rückmeldungen geben sollen, trotzdem könnten die engen Kontakte zu der Leiterin das Ergebnis verfälscht haben. Als Indiz dafür, dass ein großer Teil der positiven Bewertung dem Konzept der romanhaften FS und nicht der Sympathie für die Leiterin geschuldet ist, ist, dass - wie in 4.4.2. beschrieben - die angeregten Imaginationen der Teilnehmenden sehr hoch waren und diese nicht nur in einer Sympathie zur Leiterin begründet sein können. Jedoch können hier nur Vermutungen angestellt werden und für eine wissenschaftlich fundierte Erkenntnislage sollten weitere Tests durchgeführt werden.
Wie Teilnehmer 3 berichtete: „Also du hast es sehr, sehr entspannt gemacht, auch vom Erzähltempo und von der Stimme her.“ Für die Teilnehmenden ist dies erfreulich, trotzdem verfälscht dieser Faktor das Ergebnis der Studie, in der nur der Einflussfaktor der höheren erzählerischen Stimulation für das Gelingen einer FS erforscht wird.
Genauso verhält es sich mit dem Thema der Freiwilligkeit. Teilnehmerin 5 berichtete:
Also dieses Genötigt-werden [bei bisherigen Fantasiereisen], das war auch sowieso nicht so gut. Es war schon schön, dass wir hier eingeladen waren, uns hinzulegen oder hinzusetzen, die Augen zu schließen oder geöffnet zu halten. Dass wir gefragt wurden, wie laut die Musik sein soll [...].
Laut Meinung der Verfasserin dieser Arbeit sollte eine FS immer freiwillig sein und den Teilnehmenden so viel Entscheidungsfreiheit wie möglich gegeben werden. Dass dies nach Erfahrung von Teilnehmerin 5 nicht der Fall ist, aber beim Testlauf am 27.09.2025, verfälscht das Ergebnis weiterhin, wenn nur nach dem Einflussfaktor der erzählerischen Stimulation gefragt wird. Die Frage, wie sehr sich Freiwilligkeit und Entscheidungsfreiheit auf das Wohlbefinden der Teilnehmenden bei FS auswirken, ist eine weitere spannende Forschungsfrage.
Entgegen der Erwartung bei der bekannten Testgruppe erreicht die Frage, ob die Teilnehmenden etwas mit den Themen Sci-Fi/Außerirdische/Weltraum anfangen können, einen Zustimmungswert von 9,6 von 10. Somit bildet die Beliebtheit der ausprobierten FS-Thematik eine weitere Störvariable und es bleibt die Frage offen, ob die ausprobierte FS auch bei weniger Interesse an dem Thema derart stark die Fantasie angeregt hätte sowie so positiv insgesamt bewertet würde.
Der geringe Umfang der Arbeit verunmöglicht es, weitere Studien anzulegen. Aufgrund mehrere Störvariablen und dem ersten Ausprobieren bei einer nur geringen Teilnehmendenanzahl ist es zu empfehlen, weitere Tests mit der romanhaften/erzählerischen FS durchzuführen.
Fazit
Wie im zweiten Teil festgestellt, sind Imaginative Verfahren therapeutisch ergiebig, da Imaginationen körperliche sowie psychische Prozesse beeinflussen können (siehe 2.2.1.) und deswegen erscheint die Fantasiereise als nutzbringende Methode für die Kreativtherapie. Wurzeln hat sie in den Imaginativen Verfahren, die seit C. G. Jung mit der Aktiven Imagination in der Psychotherapie angewendet werden. Bei der FS werden die Teilnehmerinnen bei einer vorgelesenen Geschichte dazu angehalten, sich Dinge vorzustellen. Verglichen mit dem Autogenen Training und dem Katathymen Bilderleben eignet sich die FS für therapeutische Gruppen besonders gut. Weniger als beim Katathymen Bilderleben ist sie für eine diagnostische Erkenntnisgewinnung geeignet und ist eher der Genusstherapie zuzuordnen. Für einen therapeutischen Prozess sollte die FS begleitend verwendet werden beziehungsweise die Zielsetzung - zum Beispiel sich zu entspannen oder „schlicht“ ein schönes Erlebnis zu haben, welches ebenso einen starken therapeutischen Effekt haben kann - sollte den Teilnehmenden vorher bewusst sein. Vor einer unreflektierten oder esoterischen Anwendung der FS sollte abgesehen werden. In der Literatur wird die entspannende Wirkung der FS hervorgehoben. Daneben wurde vereinzelt in Fachliteratur festgestellt, dass sie gegen Vereinsamung helfen kann sowie gegen innere Leere und Langeweile (siehe 2.3.).
Im Gegensatz zum Katathymen Bilderleben und Autogenem Training weist die FS eine größere Varianz an Motiven auf, jedoch wurde auch bei ihr in einer quantitativen Analyse von 81 FS festgestellt, dass die Motivauswahl trotz offener Form gering ist.
Daneben wurde aufgrund von verbegrifflichten Schreibtipps eine große Ähnlichkeit in der Stilistik vermutet und weitere Schreibtipps empfehlen zu Gunsten der Fantasie nur wenige Propositionen anzusprechen. Diese Arbeit vermutet aus diesen Gründen, dass die FS für viele Teilnehmer:innen nicht ansprechend ist. Denn wie auch P. J. Lang und Mitarbeiterinnen feststellen, werden emotionale Netzwerke erst bei genügend angesprochenen Propositionen aktiviert (siehe 3.2.). Somit liegt das „Misslingen“ einer FS nicht an den Teilnehmenden, die (wie in mancher Literatur vermutet) nicht mutig genug, nicht motiviert genug, nicht imaginationsfähig genug oder zu kontrollierend wären.
Es wurde eine Modulation der FS mit mehr angesprochenen Propositionen/einer größeren erzählerischen Stimulation vorgeschlagen. Der selbst gewählte Begriff hierfür ist die romanhafte (oder erzählerische) FS. Diese wurde am 27.09.2025 von der Verfasserin dieser Arbeit innerhalb ihres privaten Umfelds an einer Gruppe von acht Teilnehmerinnen ausprobiert als erster Test, bevor sie an psychisch erkrankten Menschen ausprobiert werden sollte. Für die Auswertung lag der Fokus neben einem Fragebogen auf einem qualitativem Vorgehen in Form einer mündlichen Auswertungsrunde. Aus dem Fragebogen geht hervor, dass die romanhafte FS im allgemeinen um 22,0 % besser bewertet wurde als den Teilnehmenden bekannte FS. Bei der qualitativen Auswertungsrunde war erstaunlich, wie kreativ die beschriebenen imaginierten Erfahrungen waren. Die detailreichen Fragen der FS wurden dabei von den sich äußernden Teilnehmenden gelobt.
Somit sind erste Indizien festzustellen, dass die romanhafte FS die Fantasie der Teilnehmenden stärker anregt - was der Vermutung der Aktivierung emotionaler Netzwerke bei mehr angesprochenen Propositionen entspricht.
Unbedingt muss beachtet werden, die romanhafte/erzählerische FS nicht an Menschen mit psychotischen oder ähnlichen Erkrankungen anzuwenden. Im besten Fall ist die Gruppe sowie vorliegenden Erkrankungen der Teilnehmenden bekannt und es kann sich mit der:dem behandelnden Psychotherapeut:in/Ärzt:innen abgesprochen werden.
Aufgrund des geringen Umfangs der Studie mit nur acht Proband:innen, der freundschaftlichen Beziehung der Leiterin zu den Proband:innen und dem ungeahnt starkem Interesse der Proband:innen am Scince-Fiction-Thema der FS, bleibt trotz des ersten Erfolgs zu empfehlen, weitere Versuche mit der romanhaften/erzählerischen FS auszuführen.
Weitere Forschungsfragen bleiben offen: Wie gut lässt sich die romanhafte/erzählerische FS nach einer ersten Anwendung innerhalb einer privaten Gruppe innerhalb eines klinischen/therapeutischen Umfelds anwenden? Aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit kann diese Frage nicht abschließend beantwortet werden. An dieser Stelle sollen für den Beginn erste Gedanken vermerkt sein, die für die weitere Anwendung in einem kreativtherapeutischen Rahmen mitbedacht werden sollten: Die romanhafte/erzählerische FS eignet sich nicht für alle Teilnehmenden zum Einschlafen. Sind die Indikatoren der romanhaften/erzählerischen FS deckungsgleich mit jenen der Imaginativen Verfahren (siehe 2.3.)? Es wurde festgestellt, dass FS bei Langeweile/innerer Leere helfen. Könnte hier sowie bei Burnout oder/und Boreout die romanhafte/erzählerische FS ein noch ergiebigeres Mittel sein? Kontraindikatoren sollten unbedingt bedacht werden.19 Die Zielsetzung der romanhaften/erzählerischen FS ordnet sich bei jenen der Genusstherapie ein und sollte den Teilnehmenden immer bewusst sein. Die romanhafte/erzählerische FS eignet sich begleitend zu einer Therapie. Es bleibt zu fragen, ob die ausprobierte romanhafte FS mit Science-Fiction-Elementen genauso gut funktioniert bei Teilnehmenden mit weniger Interesse an dem Thema. Wie kann die Leitung anregen, dass die Teilnehmenden ihre Imaginationen nach der Reise kreativ ausdrücken - die am IBKK gängige Methode ist, ein Bild zu dem Erlebten zu malen - doch würde sich darüber hinaus gerade bei dieser textbasierteren Methode im Anschluss auch ein kreativtherapeutischer Schreibprozess anbieten? Sollten weitere romanhafte/erzählerische FS verfasst werden mit verschiedenen Themen, die die Teilnehmenden interessieren? Könnten die Teilnehmenden selbst romanhafte/erzählerische FS verfassen?
Sollte bei den Lesenden dieser Arbeit der Wunsch entstehen, selbst die romanhafte FS anwenden zu wollen, ist sie hiermit unter den Creativ Commons Lizenz CCO freigegeben (und darf selbstverständlich variiert werden).
Literatur- und Quellenverzeichnis
Sekundärliteratur
Bahrke, Ulrich u. Karin Nohr (2018): Katathym Imaginative Psychotherapie. Lehrbuch der Arbeit mit Imaginationen in psychodynamischen Psychotherapien. 2. Aufl. Berlin: Springer.
Bengler, Simin (2021): Praxisbuch imaginativer Techniken in der Psychotherapie. Grundlagen, Techniken und Anwendungen. Berlin: Springer.
Dinger-Broda, Andrea (2013): Fantasiereisen. In: Broda, Michael u. Wolfgang Senf u. Bettina Wilms (Hrsg.): Techniken der Psychotherapie. Ein methodenübergreifendes Kompendium. Stuttgart: Thieme. S. 77-79.
Echelmeyer, Liz u. Margarita Engberding u. Thomas Kirn (2009): Imagination in der Verhaltenstherapie. Heidelberg: Springer Medizin.
Fikentscher, Erdmuthe (1999): Katathym-imaginative Psychotherapie. In: Petzold, Ernst R. u. Hans H. Studt (Hrsg.): Psychotherapeutusche Medizin. Psychoanalyse - Psychosomatik - Psychotherapie. Ein Leitfaden für Klinik und Praxis. Berlin und New York: de Gruyter. S. 352-355.
Hofäcker, Dirk u. Stegl, Mojgan (2021): Statistik und quantitative Forschungsmethoden. Lehr- und Arbeitsbuch für Soziale Arbeit und (Sozial-)Pädagogik.
Jung, Carl Gustav (1964): Über die Psychologie des Unbewussten. 8. Aufl. Zürich u. Stuttgart: Rascher.
Kirn, Thomas (2011): Imagination und kognitives Problem. In: Linden, Michael u. Hautzinger, Martin (Hrsg.): Verhaltenstherapemanual. 7. Aufl. Berlin u. Heidelberg: Springer. S. 187-191.
Koppenhöfer, Eva (2013): Stärkung der Genussfähigkeit. In: Broda, Michael u. Wolfgang Senf u. Bettina Wilms (Hrsg.): Techniken der Psychotherapie. Ein methodenübergreifendes Kompendium. Stuttgart: Thieme. S. 73-76.
Kraft, Hartmunt (2013): Autogenes Training. In. Broda, Michael u. Wolfgang Senf u. Bettina Wilms (Hrsg.): Techniken der Psychotherapie. Ein methodenübergreifendes Kompendium. Stuttgart: Thieme. S. 211-215.
Krucker, Wolfgang (1987): Strukturbildende Psychotherapie. Tiefenpsychologie und aktive Imagination. Berlin u. Heidelberg: Springer.
Lutz, Rainer (2018): Euthyme Grundlagen der Verhaltenstherapie. In: Margraf, Jürgen u. Silvia Schneider (Hrsg.): Lehrbuch der Verhaltenstherapie. Bd. 1. 4. Aufl. Berlin: Springer. S. 171-184.
Maschwitz, Gerda u. Rüdiger Maschwitz (2004): Von Phantasiereise bis Körperarbeit. Existenzielle Methoden - gekonnt eingesetzt. Ein Handbuch für die Praxis. München: Kösel.
Müller, Else (1984): Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch.
Perring, Walter J. (1988): Vorstellung und Gedächtnis. In: Lehr- und Forschungstexte Bd. 28. Berlin u. Heidelberg: Springer.
Petermann, Franz u. Michael Kusch (2004): Imagination. In: Petermann, Franz u. Dieter Vaitl (Hrsg.): Entspannungsverfahren. Das Praxishandbuch. 3. Aufl. Weinheim: Psychologie Verlags Union. S. 159-176.
Rust, Manfred u. Beate Steiner (2013): Katathym Imaginative Psychotherapie. In: Broda, Michael u. Wolfgang Senf u. Bettina Wilms (Hrsg.): Techniken der Psychotherapie. Ein methodenübergreifendes Kompendium. Stuttgart: Thieme. S. 186-189.
Scheidt, Jürgen von (1999): Traum. In: Asanger, Roland u. Gerd Wenninger (Hrsg): Handwörterbuch Psychologie. Weinheim: Psychologie Verlags Union. S. 802807.
Schumann, Siegfried (2018): Quantitative und qualitative empirische Forschung. Wiesbaden: Springer VS.
Seidl, Horst (2013): Einführung in die antike Philosophie Hauptprobleme und Lösungen, dargelegt anhand der Quellentexte. 2. Aufl. Freiburg u. München: Karl Alber.
Vaitl, Dieter (2004): Autogenes Training. In. Petermann, Franz u. Dieter Vaitl (Hrsg.): Entspannungsverfahren. Das Praxishandbuch. 3. Aufl. Weinheim: Psychologie Verlags Union. S. 87-106.
Zum Beispiel: Wehrle, Martin (2017): Handbuch Fantasiereisen: für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim u. Basel: Beltz.
Primärquellen der Motiveanalyse der FS
Untersuchte FS aus https://www.fantasiereisen-entspannungsgeschichten.de: (in der aufgeführten Reihenfolge der Website)
Friebel, Volker (2020): Der Schmetterling. In: Mit Traumreisen entspannen: Das Haus am See. Online unter: https://www.fantasiereisen-entspannungsgeschichten.de/der-schmetterling/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Friebel, Volker (2020): Das Nest im Schilf. In: Mit Traumreisen entspannen: Das Haus am See. Online unter: https://www.fantasiereisen-entspannungsgeschichten.de/das-nest-im-schilf/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Friebel, Volker (2020): Kleiner Bär auf der Waldlichtung. In: Mit Traumreisen entspannen: Das Haus am See. Online unter: https://www.fantasiereisen-entspannungsgeschichten.de/kleiner-baer-auf-der- waldlichtung/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Friebel, Volker (2020): Drei Schmetterlinge. In: Mit Traumreisen entspannen: Das Haus am See. Online unter: https://www.fantasiereisen-entspannungsgeschichten.de/drei-schmetterlinge/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Friebel, Volker (2020): Der Regenbogen. In: Mit Traumreisen entspannen: Das Haus am See. Online unter: https://www.fantasiereisen-entspannungsgeschichten.de/der-regenbogen/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Friebel, Volker (2020): Das Glückskleeblatt. In: Mit Traumreisen entspannen: Das Haus am See. Online unter: https://www.fantasiereisen-entspannungsgeschichten.de/das-glueckskleeblatt/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Friebel, Volker (2020): Wildgänse. In: Mit Traumreisen entspannen: Das Haus am See. Online unter: https://www.fantasiereisen-entspannungsgeschichten.de/wildgaense/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Friebel, Volker (2020): Der Waldbach und der kleine Krebs. In: Mit Traumreisen entspannen: Das Haus am See. Online unter: https://www.fantasiereisen-entspannungsgeschichten.de/der-waldbach-und-der-kleine-krebs/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Friebel, Volker (2020): Der Igel im Garten. In: Mit Traumreisen entspannen: Das Haus am See. Online unter: https://www.fantasiereisen-entspannungsgeschichten.de/der-igel-im-garten/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Friebel, Volker (2020): Der Kahn unter der Weide. In: Mit Traumreisen entspannen: Das Haus am See. Online unter: https://www.fantasiereisen-entspannungsgeschichten.de/der-igel- im-garten/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Untersuchte FS aus der Monografie Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung: (in der aufgeführten Reihenfolge des Werks)
Hellinger, Friederike (2020): Dein Strandkorb am Ostseestrand. In: Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag. S. 33-35.
Hellinger, Friederike (2020): Feder im Wind. In: Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag. S. 36-38.
Hellinger, Friederike (2020): Zimmer der Geborgenheit. In: Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag. S. 39-41.
Hellinger, Friederike (2020): Der verwunschene Garten. In: Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag. S. 42-44.
Hellinger, Friederike (2020): Spaziergang am Auwald. In: Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag. S. 45-46.
Hellinger, Friederike (2020): Trommelklänge am Lagerfeuer. In: Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag. S. 47-49.
Hellinger, Friederike (2020): Mit den Augen eines Vogels sehen. In: Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag. S. 50-52.
Hellinger, Friederike (2020): Warmer Sommerregen. In: Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag. S. 53-55.
Hellinger, Friederike (2020): Herbstwald. In: Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag. S. 56-58.
Hellinger, Friederike (2020): Winterspaziergang am Meer. In: Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag. S. 59-61.
Hellinger, Friederike (2020): Dankbarkeit. In: Fantasiereise. Impulse für die Sterbebegleitung. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag. S. 62-64.
Untersuchte FS aus CD Mein Moment der Stille: (in der aufgeführten Reihenfolge der CD)
Hühn, Susanne (2022): Der See der Elfen. In: Mein Moment der Stille. CD zum gleichnamigen Buch. Darmstadt: Schirner Verlag. Track 1.
Hühn, Susanne (2022): Schwimmen mit Delfinen. In: Mein Moment der Stille. CD zum gleichnamigen Buch. Darmstadt: Schirner Verlag. Track 2.
Hühn, Susanne (2022): Im Rosengarten. In: Mein Moment der Stille. CD zum gleichnamigen Buch. Darmstadt: Schirner Verlag. Track 3.
Hühn, Susanne (2022): Der Wasserfall. In: Mein Moment der Stille. CD zum gleichnamigen Buch. Darmstadt: Schirner Verlag. Track 4.
Untersuchte FS aus der Monografie Du spürst unter deinen Füßen das Gras: (in der aufgeführten Reihenfolge des Werks)
Müller, Else (1984): Sandstrand. In: Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch. S. 37-38.
Müller, Else (1984): Wiese. In: Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch. S. 39-40.
Müller, Else (1984): Boot. In: Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch. S. 41-42.
Müller, Else (1984): Insel. In: Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch. S. 43-44.
Müller, Else (1984): Berg. In: Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch. S. 45-46.
Müller, Else (1984): Schlittenfahrt. In: Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch. S. 47-49.
Müller, Else (1984): Waldspaziergang. In: Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch. S. 49-50.
Müller, Else (1984): Regentropfen. In: Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch. S. 51-52.
Müller, Else (1984): Stadt. In: Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch. S. 53-54.
Müller, Else (1984): Stadt aus dem Mittelalter. In: Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch. S. 55-56.
Müller, Else (1984): Floßfahrt. In: Du spürst unter deinen Füßen das Gras. Autogenes Training in Phantasie- und Märchenreisen. Vorlesegeschichten. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch. S. 57-58.
Untersuchte FS von der Website https://mal-alt-werden.de/ : (in der aufgeführten Reihenfolge der Website)
Natali (o. J.): Fantasiereise- Frühling. Online unter: https://mal-alt-werden.de/fantasiereise- fruhling/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Natali (o. J.): Fantasiereise- Sommer. Online unter: https://mal-alt-werden.de/fantasiereise- sommer/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Natali (o. J.): Fantasiereise- Herbst. Online unter: https://mal-alt-werden.de/fantasiereise- herbst/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Natali (o. J.): Fantasiereise- Winter. Online unter: https://mal-alt-werden.de/fantasiereise- winter/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Annika (o. J.): Eine Fantasiereise zum Thema Autofahrt. Online unter: https://mal-alt- werden.de/eine-fantasiereise-zum-thema-autofahrt/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Annika (o. J.): Die Ostereiersuche - Eine Fantasiereise. Online unter: https://mal-alt- werden.de/die-ostereiersuche-eine-fantasiereise/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Annika (o. J.): Eine Fantasiereise zum Thema Kochen. Online unter: https://mal-alt-werden.de/eine-fantasiereise-zum-thema-kochen/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Annika (o. J.): Osterglocken - Eine Fantasiereise im Frühling. Online unter: https://mal-alt- werden.de/osterglocken-eine-fantasiereise-im-fruehling/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Annika (o. J.): Kirschblüten - Eine Fantasiereise im Frühling. Online unter: https://mal-alt- werden.de/kirschblueten-eine-fantasiereise-im-fruehling/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Annika (o. J.): Eine Fantasiereise zum Thema Karneval. Online unter: https://mal-alt- werden.de/eine-fantasiereise-zum-thema-karneval/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Untersuchte FS aus der CD der Publikation Hypnotische Phantasiereisen. Tiefer entspannen, besser schlafen, sich selbst erkennen: (in der aufgeführten Reihenfolge der CD)
Panholzer, Thomas Niklas (2019): Die Rosenhecke. In: Hypnotische Phantasiereisen. Tiefer entspannen, besser schlafen, sich selbst erkennen. München: Bassermann. Track 2.
Panholzer, Thomas Niklas (2019): Die Schleuse. In: Hypnotische Phantasiereisen. Tiefer entspannen, besser schlafen, sich selbst erkennen. München: Bassermann. Track 3.
Panholzer, Thomas Niklas (2019): Der Magier. In: Hypnotische Phantasiereisen. Tiefer entspannen, besser schlafen, sich selbst erkennen. München: Bassermann. Track 4.
Panholzer, Thomas Niklas (2019): Im Schwarm der Nixen. In: Hypnotische Phantasiereisen. Tiefer entspannen, besser schlafen, sich selbst erkennen. München: Bassermann. Track 5.
Untersuchte FS aus der Website https://hierfindichwas.de: (in der aufgeführten Reihenfolge der Website)
Schellenberg, Bärbel (o. J.): In Poseidons Reich - 20-Minuten-Fantasiereise für Erwachsene. Online unter: https://hierfindichwas.de/text/20-minuten-fantasiereise-poseidon/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Schellenberg, Bärbel (o. J.): Die verborgene Bühne: Eine meditative Reise zur inneren Balance. Online unter: https://hierfindichwas.de/text/meditative-reise-innere-balance/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Schellenberg, Bärbel (o. J.): Der Pfad der Sterne. Entdecke deine inneren Wünsche und sei offen für einen Neubeginn. 20 Minuten Traumreise. Online unter: https://hierfindichwas.de/text/20-minuten-traumreise-reflexion-neubeginn/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Schellenberg, Bärbel (o. J.): Reflektionsreise - Herzwege: Eine meditative Reise zur Selbstentdeckung. Online unter: https://hierfindichwas.de/text/reflektionsreise-
selbstentdeckung/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Schellenberg, Bärbel (o. J.): Entspannungs-Fantasiereise - Das magische Haus. Online unter: https://hierfindichwas.de/text/entspannungs-fantasiereise-magische-haus/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Schellenberg, Bärbel (o. J.): Entspannungs-Meditation - Der magische Wald. Online unter: https://hierfindichwas.de/text/entspannungs-meditation-magischer-wald/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Schellenberg, Bärbel (o. J.): Meditation zum Entspannen - Das Zauberschloss in den Wolken. Online unter: https://hierfindichwas.de/text/meditation-zum-entspannen/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Schellenberg, Bärbel (o. J.): Fantasiegeschichte zum Entspannen und Wohlfühlen - Der magische Markt. Online unter: https://hierfindichwas.de/text/fantasiegeschichte-zum- entspannen/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Schellenberg, Bärbel (o. J.): Hypnose-Text - Freude im Kopf und Glück in der Hand. Online unter: https://hierfindichwas.de/text/hypnose-text-glueck/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Schellenberg, Bärbel (o. J.): Traumreise-Text - Ruhe und Entspannung am Meeresstrand. Online unter: https://hierfindichwas.de/fantasiereise-erwachsene/. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Untersuchte FS aus der Monographie Handbuch Fantasiereise : (in der aufgeführten Reihenfolge der Website)
Wehrle, Martin (2017): Die Fee im goldenen Boot. In: Handbuch Fantasiereise. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. S. 94-96.
Wehrle, Martin (2017): Der Buchstabenkönig. In: Handbuch Fantasiereise. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. S. 106-108.
Wehrle, Martin (2017): Die Siebenmeilenstiefel. In: Handbuch Fantasiereise. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. S. 121-123.
Wehrle, Martin (2017): Die Jacht im Ozean. In: Handbuch Fantasiereise. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. S. 136-139.
Wehrle, Martin (2017): Im Land von Winnetou. In: Handbuch Fantasiereise. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. S. 152-155.
Wehrle, Martin (2017): Der Goldfisch und du. In: Handbuch Fantasiereise. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. S. 168-170.
Wehrle, Martin (2017): Das Denkmal. In: Handbuch Fantasiereise. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. S. 183-185.
Wehrle, Martin (2017): Als Promi im TV. In: Handbuch Fantasiereise. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. S. 198-200.
Wehrle, Martin (2017): Der rote Planet. In: Handbuch Fantasiereise. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. S. 216-218.
Wehrle, Martin (2017): Träume schaffen Räume. In: Handbuch Fantasiereise. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. S. 233-235.
Wehrle, Martin (2017): Das Museum der Gerüche. In: Handbuch Fantasiereise. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim: Beltz. S. 250-252.
Untersuchte FS von Youtube, die ersten zehn Ergebnisse wurden ausgewählt: (in der aufgeführten Reihenfolge des Anbieters)
BodyMindPower (2011): Fantasiereisen ► Autogenes Training ► Phantasiereise - traumhafte Insel - Entspannungsmusik - Schlaf. Online unter: https://www.youtube.com/watch? v=MNS0XyYeFEA&t=3s. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
3xOM Yoga (2021): Innere Reise | geführte Tiefenentspannung | Fantasiereise. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=s_iDfOP3H08&t=1108s. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Anika Henkelmann I Meditationen (2024): Fantasiereise & Mondscheinpfad & zum Loslassen & Träumen I Meditation. Online unter: https://www.youtube.com/watch? v=iiVCPSeLSUo&t=15s. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Marco Neumann Meditation (2024): Fantasiereise zum schnellen Einschlafen: Lerne Zaubern an der "Schule für verborgene Weisheiten". Online unter: https://www.youtube.com/watch?=9g7LNdXHOf8&t=1367s. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Mentalreisen (2023): Die Tropeninsel: Sanft & Erholt Einschlafen | Traumreise mit Meeresklängen. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=mRSTDfp4KYU. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Ergotopia (2019): Traumreise - Geführte Entspannung zum Loslassen J ( | Kurze Fantasiereise. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=9QEA1OeZCdA&t=14s. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Anika Henkelmann I Meditationen (2019): Meditation mit Visualisierung zum Loslassen & Träumen. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=Q1E0LS1QzkA. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Anika Henkelmann I Meditationen (2021): Fantasiereise zum Einschlafen für Groß & Klein I Meditation. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=l6IRKrz0Wfk. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Nina Beste (2021): Sanft & zuversichtlich einschlafen - Meditation & Traumreise zum Schlafen Verborgener Zauberwald'. Online unter: https://www.youtube.com/watch? v=quksIa3fjF8. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Der Erklärbär (2025): Gute-Nacht-Geschichte: Der neugierige Marienkäfer und die Verborgene Wiese. Online unter: https://www.youtube.com/watch?v=Fgo59GKAvxw. Letzter Aufruf: 26.03.2025.
Anhang
Anhang 1:
Abbildung »Image Cue, Image Orthesis und Action Set«
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
standardisierte und kategorisierte Schreibtipps als Schema zu dem »Image Cue, Image Orthesis und Action Set« von Echelmeyer et. al. 2009, S. 21. Markierung von der Verfasserin dieser Arbeit.
Anhang 2:
Die ausgetestete romanhafte Fantasiereise
Die romanhafte Fantasiereise: Weltraumbegegnung
Länge:je nach gemachten Pausen rund 10 Minuten
Du liegst in einem Bett und schläfst. Wo bist du? Es ist still und niemand stört dich. Es sind keine Geräusche von draußen zu hören. Warum konntest du heute gut einschlafen? Wie war dein Tag?
Du bist tief in deine Matratze gesunken. Zuerst ist es leise. Es klingt wie ein Signal. Du fragst dich, was es sein könnte. Zuerst ist es nur langsam lauter geworden, nun wird es immer schneller lauter. Endlich kannst du gut hören, was für ein Geräusch es ist. Es hört sich wie Krach an und ist trotzdem rhythmisch uns sanft. Es nimmt dich komplett ein. Du fühlst dich wie eine Schallwelle, die sich im Raum bewegt. Es sind leichte Bewegungen. Sie ähneln Fließen. Automatisch wirst du immer schneller. Du bemerkst, dass du fliegst. Du bist nun wirklich eine Schallwelle. Und du bist frei überall hinzufliegen. Natürlich willst du das nutzen. Das Fenster in dem Zimmer ist geschlossen. Probier’ durch das Fenster zu fliegen. Hast du es geschafft? Wenn ja, warte kurz vor dem Gebäude. Wenn nicht: Kein Problem! Du schaffst es problemlos durch die Türrize des Zimmers zu entfleuchen. Du wanderst durch das Gebäude. Wo findest du eine Ritze, durch die du nach draußen wabern kannst? Sieh dich um und flieg durch die Ritze. Egal, wie du es verlassen hast: Du schwebst nun vor dem Gebäude. Du spürst die frische Luft um dich herum. Hast du Lust, dich mit ihr zu verbinden oder möchtest du lieber für dich selbst bleiben? Du schwebst nun auf den leeren Straßen herum. Heute ist es sternenklar. Du fliegst ein bisschen nach oben und schwebst weiter. Du stellst dir kurz vor, wie es wäre, wenn du so schnell wie ein Blitz um die Erde herum fliegen könntest. Aber noch bist du in der Nähe des Gebäudes, aus dem du gerade geflogen bist. Und allmählich hörst du wieder das Geräusch, das du schon vorhin im Bett gehört hattest. Es kommt von oben. Also schwebst du in die Richtung. Alles unter dir wird kleiner, während das Geräusch lauter wird. Du fliegst weiter.
Stunden bist du geflogen, als du zum ersten Mal den Punkt gesehen hast. Etwas schwebt in der Erdatmosphäre und du willst wissen, was es ist.
Es ist kalt geworden, aber das macht dir als Schallwelle nichts aus. Du geniest die Weiten des Himmels. Allmählich erkennst du das Flugobjekt vor dir. Es sieht einladend aus. Wie sieht es genau aus? Welche Form hat es und aus welchem Material besteht es? Ist es bunt? Wie viele Ein- und Ausgänge gibt es? Gibt es Schleusen? Hat es Rettungsschiffe? Du bist fasziniert und fliegst zum Raumschiff, fliegst einmal um es herum.
Wenn das Raumschiff eine Schleuse hat, dann flieg’ durch sie hindurch. Gibt es keine Schleuse? Dann wirst du von dem Schiff angezogen; du wirst wie durch Gravitation angetrieben. Es fühlt sich nicht gefährlich an. Es ist warm. Jetzt bist du im Inneren des Raumschiffs angekommen. Es gibt vielen Dinge, die dich an Computer erinnern. Du betrachtest sie. Wie sieht es sonst aus? Gefällt dir das Design des Bodens und der Wände? Glaubst du, dass es ein Innenarchitekt:innenwesen gab?
Ein freundlich wirkendes Wesen betritt den Raum. Was ist es für eine Gestalt? Welchen Aggregatzustand hat es? Hat es Körperteile? Hat es Kleidung oder Accessoires an? Wie kann es die Umgebung um sich herum wahrnehmen? Wie kommuniziert es? Für dich hat es auf jeden Fall eine Übersetzungsmaschine. Das freundliche Wesen kommt auf dich zu. Hat es eine Hand? Wenn ja, schüttelt es dir die Hand. Wenn nicht, begrüßt es dich auf eine andere Art und Weise. Wie macht es das?
Du sagst dem Wesen deinen Namen und das Wesen stellt sich vor. Wie heißt es? Was ist dein erster Eindruck von ihm? Das Wesen erklärt dir, dass es dir nun eine Datei in dein Gehirn zusendet, in der alle wichtigen Informationen zu seinem Heimatplaneten enthalten sind. Die Informationen sind plötzlich in deinem Gehirn. Sie sind ungefähr so ausführlich wie ein kurzer WikipediaArtikel. Welche Informationen hast du bekommen?
Ist dies der Beginn eines Abenteuers? Oder hast du keine Lust mehr und du verabschiedest dich von dem Wesen?
So oder so: Du wachst nun auf und kommst in [diesen Seminarraum]20 zurück. Guten [Morgen] und willkommen zurück!
Anhang 3:
Transkription des Auswertungsgesprächs
Teilnehmerin 1:
Darf ich erzählen? Also, ich fand die Geschichte richtig cool. Ich habe schon länger keine Fantasie oder Traumreisen mehr gemacht und ich fand so diese Ideen total faszinierend, so welches Aggregatzustand hat das, weil vorher dachte ich ja klar, ist ein festes Alien, sieht aus wie der kleine süße Grüne aus Toy Story und dann hast du gefragt, welchen Aggregatzustand er hat und dann habe ich gedacht, nee, istja voll langweilig, wenn der fest ist. Das sah nur von Weitem so aus, als wäre der fest, der ist in Wahrheit flüssig und hatte ganz viele lustige Tentakeln, an denen Ohrringe hängen, was auch ein bisschen wirsch war, das in der Flüssigkeit zu halten.
Dann sollte ich den begrüßen, was sehr krass war, weil ich eine Schallwelle bin und dann habe ich mir vorgestellt, dass so der Tentakel in mich reingeht und ich dann so ein bisschen umherwabere. Es hat sich ganz lustig angefühlt. Schwierig wurde es, als er dann anfing sprachlich zu kommunizieren, weil ich warja eine Schallwelle, das hat mich total durcheinandergeworfen.
Ich fand aber also so insgesamt diese Ideen ganz cool, auch dass man die Auswahl hatte, mache ich dies, mache ich das und ich hatte eigentlich ab dem Raumschiff richtig Spaß, weil du hast das so geschafft, dass ich gedacht habe, okay, ich weiß jetzt zwar, wie das aussieht, aber das wäre ja langweilig. Das Raumschiff sah ganz klassisch aus, wie Kinder ein Ufo malen würden. Dann habe ich gedacht, ja, aber das istja grau, istja voll kacke, also muss man das anlecken, damit es blau wird.
Dann musste man auch, um da reinzugehen, sich den Eingang reinlecken. Da hat mirjemand schon gezeigt, wo muss ich da lecken, damitich dann da reinkomme. Und das sah innen auch sehr cool aus, weil also in meinem Kopf sind Raumschiffe erstmal grau, aber du hastja gesagt, da war ein Innenarchitekt am Werk.
Ja, und dann waren da ganz, ganz viele tolle grüne Zimmerpflanzen. Auf dem Boden war so ein Spielteppich, wo man mit Autos langfahren kann. Und an der Decke hing eine kleine Ufo-Lampe.
Und das hat sich dann auch nochmal fortgesetzt, als du gefragt hast, wie sieht denn der Planet aus. Mein Alien heißt übrigens Gnorpi. Und Gnorpis Planet ist richtig abgefahren, weil alle sindja diese flüssigen Wesen und wenn die schlafen möchten, bilden die eine große Kugel, da kannst du dann reingehen oder nicht. Und ansonsten lässt du dich von kleinen Spielzeugautos durch die Welt ziehen.
Du bindest dich da dran und schwebst dann so darüber, weil die eine andere Schwerkraft haben. Und ich fand das halt wirklich cool, also ja, meine Fantasie wurde angeregt, aber es ist auch in wirklich coole Bahnen gelaufen. Es war nicht einfach so, ja cool, da ist ein Raumschiff, ich sag dem mal Hallo.
Sondern es sind wirklich, wirklich richtig interessante Sachen passiert. Und das hat auch nicht dazu eingeladen zu schlafen, sondern aktiv daran teilzuhaben und endlich mal so, okay, jetzt muss ich mir was Cooles ausdenken, damit es viel mehr Spaß macht.
Teilnehmerin 2 (lachend):
Ich habe geschlafen.
Leiterin:
Aber wenn es für dich entspannend war, ist doch gut.
Teilnehmerin 2:
Ja, total.
Teilnehmer 3:
Also du hast es sehr, sehr entspannt gemacht, auch vom Erzähltempo und von der Stimme her.
Teilnehmerin 4:
Jetzt gib mir auch mal das Mikro. Mein Alien heißt Charlotte. Charlotte ist selbstverständlich flüssig und kommt von einem Planeten, der aussieht wie die Erde. Laut Wikipedia-Eintrag.
Und Charlotte ist dann auch von der Erde, ist aber in einer Parallelgesellschaft. Nämlich, der größte Teil der Erde besteht aus Wasser und dort leben die Wesen. Und da sie alle flüssig sind, bilden sie zusammen die Meere.
Ich bin durch die Scheibe gekommen in meinem Schlafzimmer, weil ich eine Schallwelle bin. Und habe die Scheibe in eine Frequenz versetzt, was genau der Wellenlänge meiner Schallwelle entspricht. Und trotz der Schallwelle habe ich es geschafft, meine Umgebung so zu formen, dass ich auch wieder körperliche Gestalt angenommen habe und Charlotte die Hand geben konnte, die natürlich etwas nass war.
Leiterin:
Möchte noch jemand irgendwas sagen?
Teilnehmerin 5:
Danke für die Einladung und ich bin ja schon ein bisschen Traumreisen geplagt, weil ich häufiger dazu eingeladen und genötigt wurde, daran teilzunehmen. Also dieses Genötigt-werden, das war auch sowieso nicht so gut. Es war schon schön, dass wir hier eingeladen waren, uns hinzulegen oder hinzusetzen, die Augen zu schließen oder geöffnet zu halten.
Dass wir gefragt wurden, wie laut die Musik sein soll und auch die Idee überhaupt. Ich kenne so Traumreisen eher, du liegst am Strand und die Wellen bewegen sich hin und her und alles ist so toll und du denkst an irgendwas oder du bist ein Samenkorn und du fliegst durch die Gegend und du wirst ein Baum. Was für ein Baum wirst du? Das jetzt finde ich jetzt viel anregender.
Also ich glaube, so eine Geschichte könnte ich vor dem Schlafengehen nicht so gut hören, weil das wird ja häufig zum Runterkommen kurz vor dem Schlafengehen gemacht, also im klinischen Setting. Das regt mich ja eher an. Ich will das jetzt auch nochmal ein bisschen verarbeiten, weil das an sich ist eine super gute Idee und eine schöne Geschichte und schöne zielführende Fragen.
Was ich mich gefragt hatte, war, es gab manchmal so aufgereihte Fragen, hat das Raumschiff Sicherungsboote oder Schleusen? Und so habe ich mich so in die Situation versetzt, dass ich vor der Schulklasse stehe und die Lehrperson mich das fragt und ich da stehe und ich nicht denken kann und ich nicht diese Antworten weiß sofort. Und ich weiß nicht, ob vielleicht das angenehmer wäre, wenn man das umformuliert und so sagt, dieses Raumschiff könnte Sicherungsboote haben, es könnte Schleusen haben, vielleicht hat es eine Farbe. Welche Farbe könnte das sein? Also vielleicht eher so, weil ich denke sonst immer, ich stehe vor so einer Schulklasse und ich kann nicht denken und weiß die Antwort nicht und es fällt mir nicht ein.
Also, das fand ich dann in den anderen Kontexten die Fragen dann eher auch so ein bisschen ermutigend, sich darüber Gedanken zu machen und als Einladung, sich darüber Gedanken zu machen. Ja, genau. Dankeschön.
Anhang 4:
Fragebogen
~ ÄMSwer+nn^sbo^en ~
für die Fantasiereise: „Die romanhafte Fantasiereise: Weltraumbegegnung“ am 27.09.2025
ausgeführt von Caroline Königs zur Abschlussarbeit des Kreativtherapiestudiums am IBKK
Skala:
1 = trifft gar nicht zu
10 = trifft voll und ganz zu
Bitte kreuze an, welche Aussage bei dir wie sehr zutrifft/nicht zutrifft:
1. Ich mag Fantasiereisen (die, die ich bisher mitgemacht habe).
— trifft gar nicht zu trifft voll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
2. Ich kann mich bei Fantasiereisen (die, die ich bisher mitgemacht habe) gut entspannen.
— trifft gar nicht zu trifftvoll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
3. Ich kann mir die Dinge, die vorgelesen werden, gut vorstellen bei Fantasiereisen (die, die ich bisher mitgemacht habe.
— trifft gar nicht zu trifftvoll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
4. Ich mochte die romanhafte Fantasiereise.
— trifft gar nicht zu trifft voll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
5. Ich konnte mich bei der romanhaften Fantasiereise gut entspannen. — trifft gar nicht zu trifft voll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Weiter auf der Rückseite :)
6. Ich konnte mir die Dinge, die bei der romanhaften Fantasiereise vorgelesen wurden, gut vorstellen.
— trifft gar nicht zu trifft voll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
7. Ich kann etwas mit den Themen Sci-Fi/Außerirdische/Weltraum anfangen.
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Anhang 5:
Auswertung der Fragebögen
Skala:
1 = trifft gar nicht zu
10 = trifft voll und ganz zu
1. Ich mag Fantasiereisen (die, die ich bisher mitgemacht habe).
— trifft gar nicht zu trifft voll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Durchschnitt = 7,1
4. Ich mochte die romanhafte Fantasiereise.
— trifft gar nicht zu trifft voll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Durchschnitt = 9,3
2. Ich kann mich bei Fantasiereisen (die, die ich bisher mitgemacht habe) gut entspannen.
— trifft gar nicht zu trifft voll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Durchschnitt = 7,9
5. Ich konnte mich bei der romanhaften Fantasiereise gut entspannen.
— trifft gar nicht zu trifft voll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Durchschnitt = 8,5
3. Ich kann mir die Dinge, die vorgelesen werden, gut vorstellen bei Fantasiereisen (die, die ich bisher mitgemacht habe).
— trifft gar nicht zu trifft voll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Durchschnitt = 8,3
6. Ich konnte mir die Dinge, die bei der romanhaften Fantasiereise vorgelesen wurden, gut vorstellen.
— trifft gar nicht zu trifft voll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Durchschnitt = 9,1
7. Ich kann etwas mit den Themen Sci-Fi/Außerirdische/Weltraum anfangen.
— trifft gar nicht zu trifft voll und ganz zu —
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Durchschnitt = 9,6
Anhang 6:
Balkendiagramm mit durchschnittlichen Zustimmungswerten
Abb. in Leseprobe nicht enthalten
Anhang 7:
Die überarbeitete romanhafte Fantasiereise
Checkliste für eine bessere Anleitung von FS
(erstellt aus dem Feedback der romanhaften FS)
• Unbedingt müssen die Kontraindikatoren der FS beachtet werden, also eine (akute) Psychose und ähnliche Erkrankungen. Das Thema darf keine Teilnehmenden triggern. Ist ein:e Teilnehmerin von Identitätsverlust betroffen, eignet sich der Teil dieser FS, in der man sich in eine Schallwelle verwandelt, nicht. Man besten spricht man sich als Leitung mit behandelnden Ärzt:innen/Therapeut:innen ab.
• Freiwilligkei t: Die Teilnehmenden sollten möglichst freiwillig an der FS teilnehmen. Es kann gefragt werden, ob die Teilnehmenden überhaupt eine (romanhafte) FS ausprobieren möchten. Es kann gesagt werden, dass, wenn jemand sich unwohl fühlt, die Person die Reise verlassen kann/sich umsetzen darf/etwas ruhig malen oder sich beschäftigen darf.
o Den Teilnehmenden ist es freigestellt, ob sie die Augen öffnen oder schließen wollen, liegen oder sitzen wollen.
o Die Teilnehmenden dürfen selbst entscheiden, ob sie Musik zur FS hören wollen oder nicht und dürfen das ausgesuchte Musikstück vorher kurz anhören.
• Es ist auf entspanntes, langsames Vorlesen zu achten.
• Eigene Fantasie > Vorgelesenes: Häufig stört es bei einer FS, dass eine zuerst ungenau beschriebene Situation von den Teilnehmenden anders imaginiert wird, als vom Text vorgesehen. Zum Beispiel: Es wird beschrieben, dass über eine Landschaft spaziert wird. Teilnehmerin X stellt sich eine Vulkanlandschaft vor. Kurze Zeit später wird gefragt, wie das Gras der Wiese riecht. Teilnehmerin X wundert sich, wo das Gras auf der Vulkanlandschaft herkommt und fühlt sich gestört.
Es hilft, den Teilnehmenden zu sagen, dass dies häufig vorkommt und wenn sich ihre Fantasie mit dem Vorgelesenen widerspricht, sie das Vorgelesene ignorieren sollen.
Raumschiffbegegnung
Lizenz: CCO nach Creative Commons
Länge:je nach gemachten Pausen rund IO Minuten
Pausen bei Absätzen und Leerzeichen
In den eckigen Klammern Zutreffendes einsetzen
Du liegst in einem Gebäude in einem Bett und schläfst. Wo bist du? Es ist still und niemand stört dich. Es sind keine Geräusche von draußen zu hören. Warum konntest du heute gut einschlafen? Wie war dein Tag?
Du bist tief in deine Matratze gesunken. Zuerst ist es leise. Es klingt wie ein Signal. Du fragst dich, was es sein könnte. Zuerst ist es nur langsam lauter geworden, nun wird es etwas schneller lauter. Endlich kannst du gut hören, was für ein Geräusch es ist. Es hört sich wie von großen Maschinen an und ist trotzdem rhythmisch und sanft. Wenn du möchtest, nimmt es dich komplett ein und du fühlst dich wie eine Schallwelle, die sich im Raum bewegt. Wenn du nicht möchtest, bleibst du entspannt im Bett liegen und lauschst. Es kommen leichte Bewegungen von dem Geräusch. Sie ähneln Fließen. Wenn du dich mit dem Geräusch verbinden möchtest, wirst du automatisch schneller. Es fühlt sich angenehm an und du bemerkst, dass du fliegst. Du bist nun wirklich eine Schallwelle, wenn du dich dafür entschieden hast. Und du bist frei überall hinzufliegen. Oder du bist weiterhin im Bett. Dort findest du eine andere Möglichkeit zu fliegen. Wie schaffst du das?
Natürlich willst du nutzen, dass du fliegen kannst. Das Fenster in dem Zimmer ist geschlossen. Probier’ durch das Fenster zu fliegen. Hast du es geschafft? Wenn ja, warte kurz vor dem Gebäude. Wenn nicht: Kein Problem! Du schaffst es problemlos durch die Tür oder Türrizen in dem Gebäude zu entfleuchen. Du wanderst durch das Gebäude.
Egal, wie du es verlassen hast: Du schwebst nun vor dem Gebäude. Du spürst die frische Luft um dich herum. Hast du Lust, dich mit ihr zu verbinden oder möchtest du lieber für dich selbst bleiben?
Du schwebst nun auf den leeren Straßen herum. Heute ist es sternenklar. Du fliegst ein bisschen nach oben und schwebst weiter. Du stellst dir kurz vor, wie es wäre, wenn du so schnell wie ein Blitz um die Erde herum fliegen könntest.
Aber noch bist du in der Nähe des Gebäudes, aus dem du gerade geflogen bist. Und allmählich hörst du wieder das Geräusch, das du schon vorhin im Bett gehört hattest. Es kommt von oben. Also schwebst du in die Richtung. Alles unter dir wird kleiner, während das Geräusch lauter wird. Du fliegst weiter.
Stunden bist du geflogen, als du zum ersten Mal den Punkt gesehen hast. Etwas schwebt in der Erdatmosphäre und du willst wissen, was es ist. Noch kannst du es nicht erkennen. Es ist kalt geworden, aber das macht dir als Schallwelle nichts aus. Du geniest die Weiten des Himmels. Ganz allmählich erkennst du das Flugobjekt vor dir. Es sieht einladend aus. Wie könnte es genau aussehen?
Kannst du erkennen, welche Form hat es und aus welchem Material es besteht? Könnte es bunt sein? Wenn du möchtest, zählst du nach, wie viele Ein- und Ausgänge es gibt. Kannst du Schleusen sehen? Oder
Rettungsschiffe? Du bist fasziniert und fliegst zum Raumschiff, fliegst einmal um es herum.
Wenn das Raumschiff eine Schleuse hat, dann flieg’ durch sie hindurch. Gibt es keine Schleuse? Dann wirst du von dem Schiff angezogen; du wirst wie durch Gravitation angetrieben. Es fühlt sich nicht gefährlich an. Es ist warm. Jetzt bist du im Inneren des Raumschiffs angekommen. Es gibt vielen Dinge, die dich an Computer erinnern. Du betrachtest sie. Was fällt dir auf, wie es aussieht?
Gefällt dir das Design des Bodens und der Wände? Glaubst du, dass es ein Innenarchitekt:innenwesen gab?
Ein freundlich wirkendes Wesen betritt den Raum. Was ist es für eine Gestalt?
Was stellst du dir vor?: Welchen Aggregatzustand hat es? Wie viele Körperteile kannst du zählen, wenn es welche hat? Trägt es Kleidung oder
Accessoires, die dir gefallen? Was glaubst du, wie es die Umgebung um sich herum wahrnimmt? Und wie es kommuniziert?
Für dich hat es auf jeden Fall eine Übersetzungsmaschine. Das freundliche Wesen kommt auf dich zu. Wenn es eine Hand hat, winkt es. Wenn nicht, begrüßt es dich auf eine andere Art und Weise. Wie macht es das?
Du sagst dem Wesen deinen Namen und das Wesen stellt sich vor. Wie heißt es? Was ist dein erster Eindruck von ihm? Das Wesen erklärt dir, dass es dir nun eine Datei in dein Gehirn zusendet, in der alle wichtigen Informationen zu seinem Heimatplaneten enthalten sind. Die Informationen sind plötzlich in deinem Gehirn und du freust dich über das Wissen. Die Informationen sind ungefähr so ausführlich wie ein kurzer Wikipedia-Artikel. Stelle dir vor, wenn du möchtest, welche Informationen du bekommen hast.
Ist dies der Beginn eines Abenteuers? Oder hast du keine Lust mehr und du verabschiedest dich von dem Wesen?
So oder so: Du wachst nun auf und kommst in [diesen Seminarraum] zurück. Guten [Morgen] und willkommen zurück im [Seminarraum]!
[...]
1 Z. B. Wehrle 2017, S. 45-49.
2 Eigener Begriff der Verfasserin dieser Arbeit.
3 Z. B. über dem Begriff der Kontemplation bei Aristoteles: „Einerseits erfährt er sich als mit dem Leib Handelnder von ihm bewegt (in Mitleidenschaft gezogen), andererseits aber ihm überlegen; denn er weiß auch von einem vollkommenen Zustand theoretischer (kontemplativer) Tätigkeit, ungestört vom Leib. Analog hierzu hat er eine Vorstellung von der Lebensweise höherer intellektueller Wesen, welche die Tradition religiös-biblisch gesehen mit den Engeln und Gott identifiziert hat“ (Seidl 2013, S.215).
4 Über die genaue Zeit der Entstehung ist man sich in der Forschung uneinig.
5 So formuliert es Jung selbst aus in Über die Psychologie des Unbewussten von 1917, fünf Jahre nach dem Bruch mit Freud: „Hier befinden wir uns außerhalb der Reichweite FREUDscher und ADLERscher Reduktion; denn wir sind hier nicht mehr mit der Frage beschäftigt, wie wir all das beseitigen können, was einen Menschen an der Ausübung eines Berufes oder am Heiraten oder an irgend etwas, das Ausdehnung des Lebens bedeutet, hindert, sondern wir stehen vor der Aufgabe, jenen Sinn zu finden, der überhaupt die Fortsetzung des Lebens ermöglicht, insofern es mehr sein soll als bloße Resignation und wehmütiger Rückblick.“ (Jung, 2017, S. 84)
6 Mehr zum Thema der Genusstherapie bei: Koppenhöfer, Eva (2013): Stärkung der Genussfähigkeit. In: Broda, Michael u. Wolfgang Senf u. Bettina Wilms (Hrsg.): Techniken der Psychotherapie. Ein methodenübergreifendesKompendium. Stuttgart: Thieme. S. 73-76.
7 So stellen auch Echelmeyer, Engberding und Kirn fest: „Man findet in der klinischen Literatur eine große Bandbreite an Übungsbeschreibungen und Erfahrungsberichten unterschiedlicher Qualität. Systematische Konzepte und empirische Befunde zum Einsatz und zur Wirksamkeit imaginativer Methoden fehlen jedoch noch weitgehend“ (Echelmeyer et. al. 2009, S. V). Dem ist leider auch 2026 nichts hinzuzufügen.
8 Zum Beispiel: Wehrle, Martin (2017): Handbuch Fantasiereisen: für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. 2. Aufl. Weinheim u. Basel: Beltz.
9 Lang, P. J., Kozak, M. J., Miller, G. A., Levin, D. N., Mclean, A. (1980). Emotional imagery: Conceptual structure and pattern of somato-visceral response. Psychophysiology, 17(2), 179-192. und: Lang, P. J., Levin, D. N., Miller, G. A., Kozak, M. J. (1983). Fear behavior, fear imagery, and the psychophysiology of emotion: The problem of affective response integration. Journal of Abnormal Psychology, 92(3), 276-306.
10 Propositionen sind nach Lang und Mitarbeiterinnen Aussagen, die „bestimmte Eigenschaften von Gegenständen betreffen. Sie können Anweisungen für das Gedächtnis darstellen oder die Bewegung und Handlungen einer Person kontrollieren. Sie können sich aber auch auf Ereignisse oder Episoden aus der Erfahrung einer Person beziehen“ (Petermann/Kusch 2004, S. 161) So kann zum Beispiel die Proposition „Schlange“ mehrere Proposition enthalten: „Die Vorstellung der giftgrünen Schlange“, „Die Bewertung der Schlange als gefährlich“ und als mögliche Reaktionsproposition der „Anstieg derHerzrate, Verkrampfung derMuskeln“ (ebd., S. 161-162).
11 Zu beachten ist, dass diese Statistik nicht repräsentativ ist, da nur 81 FS analysiert wurden. Eine weiterer Forschungsansatz wäre das Erstellen einer repräsentativen Studie zu der Motivwahl von FS. Dies würde jedoch den Umfang dieser Arbeit überschreiten. Trotzdem soll diese Studie als erster und argumentativer Anhaltspunkt genutzt werden.
12 Diese Auswahl wurde so gewählt, um eine möglichst hohe Repräsentation von häufig verwendeten FSzu gewährleisten.
13 Die Suchen bei Google und Youtube erfolgten am 25.03.2025 und vor ihr wurden persönliche Cookie-Einstellungen gelöscht.
14 Natürlich ist dies nicht für alle Teilnehmenden zutreffend. Falls bei allen Teilnehmenden bei einer standardisierten Form der FS ein positiv entspannendes und/oder anregendes Ergebnis zu erwarten ist, sollte die herkömmliche FS angewandt werden. (Oder wenn nur eine Minderheit einer Gruppe wenig Begeisterung für eine FS zeigt, könnten die betreffenden Teilnehmerinnen gefragt werden, ob sie trotzdem mit einer herkömmlichen FS einverstanden wären, so lange den Raum verlassen oder Musik hören möchten o. ä.)
15 Entscheidungsgeschichten gibt es seit den 1970/89er Jahren, populär war beispielsweise die Reihe Choose Your Own Adventure des Verlagshauses Bantam Books oder in den 1990er Jahren die Gänseheitentscheidungsgeschichten von R. L. Stine. Auch wer diese Bücher nicht kennt, begreift das Prinzip in der Regel sofort. Bei Entscheidungsgeschichten gibt es einen Anfang einer Geschichte, danach werden die Lesenden vor eine Entscheidung gestellt, wie es in der Geschichte weitergehen soll. Beide Handlungsstränge der Geschichte sind weitergeschrieben und die Lesenden werden aufgefordert an der entsprechenden Stelle im Buch weiterzulesen.
16 Die Euthyme Therapie geht auf die „Kleine Schule des Genißens“ von den beiden Therapeut:innen Rainer Lutz und Eva Koppenhöfer, 1983 entwickelt, zurück (Lutz 2018, S. 173). Sie hat einen theoretisch vielversprechenden Ansatz und verharrt nach Auffassung der Verfasserin dieser Arbeit in der Ausübung häufig bei Übungen mit recht geringer Stimulation, z. B. „Die Teilnehmer sitzen um ein in der Mitte ausgebreitetes Tuch, auf dem potentiell angenehme Stimulanzien zu dem gerade thematisierten Sinnesbereich (also lauter Dinge, die gut riechen, farblich schön anzusehen sind) ausgebreitet sind, und such sich etwas aus, was sie persönlich anspricht“ (Koppenhöfer 2013, S. 74).
17 Das Musikstück kann unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.youtube.com/watch? v=azOeeqtCOHk&list=RDazOeeqtCOHk&start_radio=l. Letzter Aufruf am 29.09.2025. Bei einer öffentlichen Verwendung des Musikstücks ist zu beachten, dass das Abspielen rechtlich zuerst mit „mental resilience“ abgeklärt werden muss.
18 Dabei soll die Relevanz von quantitativen Forschungen nicht vergessen werden und die Verfasserin dieser Arbeit geht von einem Ineinandergreifen beider Methoden aus (wie beispielsweise auch in Stegle/Hofäcker, 2021, S. 15vorgeschlagenwird.)
19 Leider kann dieses Thema aufgrund des geringen Umfangs der Arbeit nur kurz erwähnt werden: Bei der qualitativen Auswertungsrunde, jedoch noch vor dem Einschalten des Mikrofons überlegte eine Teilnehmerin, ob man die ausprobierte FS bei Klient:innen anwenden könnte, die Angst haben, von Außerirdischen entführt zu werden - da das Außerirdische in der Geschichte so freundlich beschrieben wurde. Dies ist ein spannender Gedanke, der therapeutisch untersucht werden müsste. Für eine kreativtherapeutische Anwendung würde dieser Versuch jedoch die Kompetenzen der Kreativtherapeut:innen übersteigen.
20 in eckigen Klammern zutreffendes einsetzen
- Quote paper
- Caroline Königs (Author), 2026, Die romanhafte Fantasiereise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1763352