Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › VWL - Finanzwissenschaft

Effizienzmarkthypothese vs. Behavioral Finance

Titel: Effizienzmarkthypothese vs. Behavioral Finance

Bachelorarbeit , 2011 , 40 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Tobias Beau (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Jeder Anleger, der an der Börse tätig werden will, ob nun institutioneller Anleger oder privater Investor, steht vor der Frage, wie er sein Portfolio verwalte. Soll er investieren und sich sodann passiv verhalten, also die Wertentwicklung untätig abwarten, oder soll er immer wieder aktiv eingreifen, eben gewissermaßen versuchen, den Markt systematisch zu schlagen?1 Diese Frage führt zum Brennpunkt aller Investmentphilosophien. Mit ihr ist doch die Entscheidung darüber verbunden, welche Anlagestrategie zu präferieren ist. Ob also das freie Spiel von Angebot und Nachfrage zu Marktpreisen führt, die den tatsächlichen Wert jedes einzelnen an der Börse gehandelten Titels korrekt widerspiegeln, dies setzt voraus, dass die Finanzmärkte ausreichend effizient sind. Oder ob es einem geschickten und weitsichtigen Portfoliomanager möglich ist, unter Ausnutzung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse und der menschlichen Psyche, die nicht nur rational handelnde Investoren kennt, systematisch Überrenditen zu erwirtschaften. Damit sind die zwei wesentlichen Strömungen im Kern umschrieben, die das Geschehen im Bereich der internationalen Finanztheorie in den letzten Jahrzehnten geprägt haben. Es geht um die Auseinandersetzung zwischen den Vertretern der Effizienzmarkthypothese einerseits und den Anhängern der Behavioral Finance andererseits. Letzteres bezieht auch irrationale Verhaltensweisen ökonomischer Akteure, also professioneller und individueller Anleger, in die Betrachtung mit ein und kann präziser als verhaltensorientierte Finanzwissenschaft oder Verhaltensökonomik bezeichnet werden.2 Die Anhänger der Behavioral Finance sind der Meinung, dass die Preise am Markt weniger durch fundamentale Daten als durch Psychologie bestimmt
werden.3 [...]
1 Vgl. Schnedler (2003), S. 9 f.
2 Vgl. Vishwanath/ Krishnamurti (2009), S. 628.
3 Vgl. Schriek (2009), S. 15.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung und Überblick

1.1 Grundlagen von Anlegerentscheidungen

1.2 Ausgangsfragen

1.3 Struktur der Arbeit

2. Grundlagen der Effizienzmarkttheorie

2.1 Random Walk Modell

2.2 Fundamentalanalyse

2.3 Technische Analyse

2.4 Insiderhandel

2.5 Gegenstand der Effizienzmarkthypothese

2.5.1 Schwache Effizienz

2.5.2 Mittelstarke Effizienz

2.5.3 Starke Effizienz

3. Behavioral Finance

3.1 Gegenstand und Ziel der Behavioral Finance

3.2 Anomalien als Bestätigung der Behavioral Finance

3.3 Erklärungsansätze für irrationale Verhaltensweisen der Marktakteure

3.4 Diversifikationsheuristiken

3.5 Portfoliobildung bei sequentiellen und simultanen Entscheidungen

4. Komparative Analyse

4.1 Theoretischer Ausgangspunkt

4.2 Kritische Diskussion der Effiziensmarkthypothese

4.2.1 Der rationale Entscheider

4.2.2 Das Informationsparadoxon

4.2.3 Sinn und Unsinn von Prognosemethoden

4.2.4 Der Enfluss von Anomalien und Insiderinformationen

4.3 Beantwortung der Ausgangsfragen

4.4 Beurteilung des Verhältnisses von Behavioral Finance zur Effizienzmarkthypothese

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Gegensätze und Gemeinsamkeiten zwischen der klassischen Effizienzmarkthypothese und der verhaltensorientierten Behavioral Finance. Ziel ist es zu analysieren, ob und unter welchen Bedingungen Anleger durch das Ausnutzen von Marktanomalien oder psychologischen Effekten dauerhaft überdurchschnittliche Renditen erzielen können.

  • Gegenüberstellung von rationalen und irrationalen Marktmodellen
  • Analyse von Marktanomalien wie dem Momentum- oder Januar-Effekt
  • Untersuchung verhaltensökonomischer Verzerrungen (z.B. Overconfidence, Home Bias)
  • Kritische Bewertung der Informationseffizienz von Kapitalmärkten
  • Beurteilung der Eignung verschiedener Prognosemethoden für Anleger

Auszug aus dem Buch

3.3 Erklärungsansätze für irrationale Verhaltensweisen der Marktakteure

Overconfidence: Individuen neigen oft dazu, ihre eigenen Erkenntnisse und ihr Wissen zu überschätzen und tendieren dadurch zu Fehleinschätzungen. Oft können Anleger zum Beispiel die Schwankungsbreite der Aktienkurse nicht zutreffend einschätzen und ihre Vorstellungen nur langsam an die Erwartungen anderer Anleger anpassen. Studien haben gezeigt, dass Frauen dem Phänomen der Selbstüberschätzung nicht so stark unterliegen wie Männer. Sie handeln auch weniger hektisch, was eine bessere Rendite zur Folge haben kann.

Einen umfangreicheren Einblick in den Bereich der Über- und Unterschätzung von Akteuren an den Finanzmärkten bietet der „sentix-Overconfidence-Index“.

Dispositionseffekt: „Gewinneraktien“, also Aktien mit Kursgewinnen, werden meist zu rasch veräußert, „Verliereraktien“ hingegen werden häufig zu lange im Depot gehalten. Dieser Effekt wurde bereits Ende der 70er Jahre in Forschungen von Kahneman und Tversky entdeckt. Die Sprache ist hier von der Prospect Theory. Sie untersuchten das menschliche Entscheidungsverhalten unter Risikogesichtspunkten. Hierbei wurde deutlich, dass die Probanden in Gewinnzuständen deutlich vorsichtiger handelten und bewusst Risiken mieden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung und Überblick: Einführung in die Thematik der Anlegerentscheidungen und Abgrenzung der zwei konkurrierenden Finanztheorien.

2. Grundlagen der Effizienzmarkttheorie: Darstellung der Kernannahmen über zufällige Kursbewegungen und die verschiedenen Stufen der Markteffizienz.

3. Behavioral Finance: Erklärung psychologischer Faktoren, kognitiver Verzerrungen und Marktanomalien, die das rationale Marktmodell herausfordern.

4. Komparative Analyse: Kritische Gegenüberstellung beider Ansätze unter Einbeziehung empirischer Studien und Beantwortung der Forschungsfragen.

Schlüsselwörter

Effizienzmarkthypothese, Behavioral Finance, Finanzmärkte, Aktienrenditen, Anlegerentscheidungen, Anomalien, Momentum-Effekt, Value-Effekt, Prospect Theory, Overconfidence, Dispositionseffekt, Diversifikationsheuristiken, Informationseffizienz, Kapitalmarkt, Prognosemethoden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem wissenschaftlichen Diskurs zwischen der Effizienzmarkthypothese, die auf rationalen Akteuren basiert, und der Behavioral Finance, die psychologische Einflüsse auf Anlageentscheidungen berücksichtigt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die verschiedenen Ausprägungen der Markteffizienz, die Analyse irrationaler Verhaltensweisen von Investoren und die Effektivität von Handelsstrategien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist die Klärung, ob Anleger durch die Anwendung von Erkenntnissen der Behavioral Finance oder durch Prognosemethoden dauerhaft den Markt schlagen und Überrenditen erwirtschaften können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Literaturanalyse bestehender empirischer Studien und wissenschaftlicher Modelle der Finanztheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die theoretischen Grundlagen des Random-Walk-Modells als auch diverse Anomalien wie der Januar-Effekt, der Value-Effekt und der Dispositionseffekt analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Effizienzmarkthypothese, Behavioral Finance, Marktanomalien und Anlegerpsychologie definiert.

Warum spielt die Prospect Theory eine wichtige Rolle im Dokument?

Sie dient als Basis für das Verständnis, warum Investoren in Gewinnsituationen risikoscheu agieren und Verluste im Depot zu lange halten (Dispositionseffekt).

Welchen Stellenwert nimmt die Kritik am rationalen Entscheider (Homo oeconomicus) ein?

Die Kritik ist essenziell, da sie aufzeigt, dass Investoren in der Realität oft nicht alle Informationen korrekt verarbeiten können, was die Basis für die in der Arbeit diskutierten Marktineffizienzen bildet.

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Effizienzmarkthypothese vs. Behavioral Finance
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Autor
Tobias Beau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
40
Katalognummer
V176415
ISBN (eBook)
9783640976928
ISBN (Buch)
9783640976799
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Effizienzmarkthypothese Behavioral Finance Prognosemethoden Anlegerpsychologie Marktverhalten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Beau (Autor:in), 2011, Effizienzmarkthypothese vs. Behavioral Finance, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176415
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  40  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum