„Damit Lehren und Lernen stattfinden können, ist Disziplin notwendig. [...] Unter Disziplin soll eine hilfreiche Ordnung verstanden werden, die gemeinsames und wirksames Lernen ermöglicht (Werning 2010, S.19f). Jegliche Störung des Unterrichts verändert den von der Lehrkraft gewünschten Verlauf. Eine Lehrkraft kann noch so versiert auf ihrem Themengebiet sein, wenn sie nicht weiß, wie mit Unterrichtsstörungen intervenierend und präventiv umgegangen werden muss, wird ein ertragreicher Unterricht beinahe unmöglich. Stichworte wie die Rütli-Schule zeigen, dass heute, neben dem fachlichen Wissen, vor allem die Klassenführung eine unumgänglich benötigte Kompetenz darstellt. Durch Unterrichtsstörungen verstreichen schätzungsweise 35% der schuljährlichen Unterrichtszeit (Werning 2010, S.19). Durch den falschen Umgang mit den Störungen können sich die Situationen in Zukunft sogar noch verschlimmern. Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Störungen im Unterricht“. Zunächst wird geklärt, was „Störungen“ in diesem Sinne eigentlich bedeuten. Im Anschluss daran, wird die Fragestellung bearbeitet, wie man als Lehrkraft die Ursachen der Störungen diagnostizieren, und was es für Ursachen geben kann. Zum Abschluss geht es um die Intervention der Störungen, die sich vor allem an der Frage orientiert: Was kann die Lehrkraft tun um bei der Intervention von Störungen nicht das Feindbild Einzelner oder sogar der ganzen Klasse zu werden?
Inhaltsverzeichnis
A. EINLEITUNG
B. HAUPTTEIL
1. STÖRUNGEN IM UNTERRICHT
2. DIAGNOSE VON UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
3. MÖGLICHE URSACHEN FÜR STÖRUNGEN
4. UMGANG MIT UNTERRICHTSSTÖRUNGEN
C. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Definition, Diagnose und präventiven sowie intervenierenden Bewältigung von Unterrichtsstörungen auseinander, um Lehrkräften Handlungsmöglichkeiten für einen störungsarmen Unterricht aufzuzeigen.
- Phänomenologie und Definition von Unterrichtsstörungen
- Methodische Ansätze zur diagnostischen Einordnung von Störungen
- Analyse ursächlicher Faktoren für schulisches Fehlverhalten
- Interventionsstrategien und pädagogische Reaktionsmöglichkeiten
- Bedeutung der Lehrer-Schüler-Interaktion und Kommunikation
Auszug aus dem Buch
1. Störungen im Unterricht
Es ist offensichtlich, dass eine Störung eine Abweichung von einer Norm darstellt. Hierzu muss klar sein, was diese Norm beinhaltet und inwieweit Abweichungen derer, als eine Störung beschrieben werden. Diese Norm beschreibt die eigene Einstellung zum gewünschten Schülerverhalten in bestimmten Unterrichtssituationen. (Beispiel: Dürfen Schüler auch ohne sich zu melden „reinrufen“, wenn sie etwas nicht verstanden haben?) (vgl. Nolting 2010, S.21) Deshalb ist eine eindeutige Definition schwierig. Es gibt jedoch eine Schnittmenge, die vermutlich von jedem Lehrer als störend empfunden wird. Eine allgemeine Definition ist folgende: „Unterrichtsstörungen sind Ereignisse, die den Lehr-Lern-Prozess beeinträchtigen, unterbrechen oder unmöglich machen, indem sie die Voraussetzungen, unter denen Lehren und Lernen erst stattfinden kann, teilweise oder ganz außer Kraft setzen“ (Lohmann 2003, S.12).
Hans-Peter Nolting unterscheidet zwischen aktiven und passiven Störungen, sowie Störungen zwischen den Schülern selbst, den Schüler-Schüler-Interaktionsstörungen (vgl. Keller 2010, S.12f). Aktive Störungen werden die meisten wohl am ehesten mit dem Begriff „Störung“ verbinden. Hierzu zählen Situationen die den Unterricht zum gegenwärtigen Zeitpunkt negativ beeinflussen wie zum Beispiel akustische (Schwätzen mit dem Banknachbar) oder motorische Störungen (Herumlaufen) (Nolting 2009, S.21f). Passive Störungen können als „ein Mangel an gewünschten Aktivitäten“ (Nolting 2009, S.12) beschrieben werden. Dazu gehören beispielsweise nicht gemachte Hausaufgaben oder Tagträumerei. Die Schüler-Schüler-Interaktion muss nicht zwingend den laufenden Unterricht stören, jedoch beeinflusst eine Störung unter den Schülern das Klassenklima so indirekt auch den Unterricht.
Zusammenfassung der Kapitel
A. EINLEITUNG: Die Einleitung begründet die Relevanz der Thematik für den Schulalltag und steckt den Rahmen der anschließenden Untersuchung ab.
B. HAUPTTEIL: Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Störungen, deren Diagnose, die Analyse der Ursachen sowie konkrete Interventionsmöglichkeiten für Lehrkräfte.
C. FAZIT: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit einer reflexiven Lehrerpersönlichkeit sowie einer positiven Beziehungsarbeit.
Schlüsselwörter
Unterrichtsstörungen, Diagnose, pädagogische Intervention, Lehrer-Schüler-Interaktion, Klassenklima, Verhaltensmodifikation, Belohnungsprinzip, Sanktionen, Schulgesetz, Lernprozess, pädagogische Kommunikation, Prävention, Konfliktmanagement, Schulkultur, Disziplin
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pädagogischen Herausforderung, Unterrichtsstörungen zu verstehen, zu analysieren und adäquat auf diese zu reagieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt Definitionen von Störungen, diagnostische Methoden, Ursachenforschung und verschiedene Interventionsstrategien im schulischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Lehrkräften theoretisches Wissen und praxisnahe Ansätze zu vermitteln, um den Umgang mit Störungen zu verbessern und das Lernklima nachhaltig zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine literaturgestützte theoretische Auseinandersetzung, die relevante pädagogische Fachliteratur zur Unterrichtsführung und Disziplinmanagement auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung von Störungen, Möglichkeiten zur Diagnose, eine Analyse der Ursachen von Fehlverhalten sowie verschiedene Handlungsoptionen für Lehrer.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Unterrichtsstörungen, Prävention, Intervention, Lehrer-Schüler-Beziehung und Verhaltensmodifikation.
Was bedeutet der Begriff „Perspektivenwechsel“ im Kontext der Diagnose?
Der Perspektivenwechsel beschreibt den Versuch der Lehrkraft, sich in die Situation der Schüler hineinzuversetzen, um das störende Verhalten besser verstehen und objektiv bewerten zu können.
Welche Rolle spielen „Sanktionen“ im Umgang mit Unterrichtsstörungen?
Sanktionen werden als ein mögliches, aber maßvoll und verhältnismäßig einzusetzendes Mittel diskutiert, wobei stets das Ziel der Verhaltensänderung und nicht die bloße Bestrafung im Vordergrund stehen sollte.
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- Dennis Kaiser (Author), 2010, Störungen im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176509