Sprachprogramme genießen große Beliebtheit bei Selbstlernen von Sprachen. Wie gut man durch ein Sprachprogramm eine Sprache vermittelt bekommen, darüber wird intensiv diskutiert. Gleichzeitig werden IT-Unternehmen dazu angehalten, weitere und bessere Sprachlernprogramme zu schreiben und auf den Markt zu bringen. Eine der bekanntesten Unternehmen ist digital publishing. In dieser Arbeit werde ich die Lernsoftware „Intensivkurs Deutsch“ von digital publishing anhand einiger Leitfragen auf unterschiedliche Aspekte hin untersuchen. Dabei werde ich der Frage nachgehen, wie gut sich Sprachlernprogramme eignen, eine Sprache zu erwerben. Hierzu werde ich mir die Stärken und Schwächen des Programms anschauen, meine eigenen Erfahrungen hinzuziehen, und nach den theoretischen Grundlagen erstellten Methoden auf die Tauglichkeit von Lernsoftware hin analysieren.
Meine methodische Vorgehensweise wird dabei so aussehen, dass ich Leitfragen benutzen werde, wie sie von Katja Nandoff (2004: 95) vorgeschlagen wurden. Die Diskussionen zu Sprachlernprogrammen werde ich ebenfalls thematisieren Anschließend werde ich versuchen den Begriff der Lernsoftware und Lernsoftwaretypen zu definieren. Darauf folgend wird das Sprachlernprogramm Intensivkurs Deutsch analysiert. Hierbei werden dann die Stärken und Schwächen der Lernsoftware herausgearbeitet. Schließlich werde ich die Ergebnisse meiner Analyse im Fazit zusammenfassen und versuchen, die eingangs gestellte Frage „Wie gut sich Sprachlernprogramme eignen, um eine Sprach zu erwerben?“, zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kritische Diskurse zu Sprachlernprogrammen
3. Sprachlernprogramme und ihre Bewertung
3.1 Sprachlernprogramm: Definition und Begriffsabgrenzung
3.2 Zur Bewertung von Sprachlernprogrammen
3.3 Typen von Lernsoftware
3.3.1 Tutorielle Programme
3.3.2 Trainings- und Übungsprogramme
3.3.3 Simulationsprogramme
3.3.4 Problemlösungsprogramme
4. Analyse: Fallbeispiel „Intensivkurs Deutsch“ von digital publishing
4.1 Produktbeschreibung
4.2 Stärken
4.3 Schwächen
4.4 Schlussfolgerungen für das Lernen mit diesem Programm
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Eignung von Sprachlernsoftware für den Spracherwerb, wobei das Programm „Intensivkurs Deutsch“ von digital publishing als Fallbeispiel dient, um dessen didaktische Stärken und Schwächen im Hinblick auf reale Lernszenarien zu analysieren.
- Kritische Diskursanalyse zu Sprachlernsoftware im modernen Fremdsprachenunterricht.
- Definition und Kategorisierung verschiedener Typen von Lernsoftware.
- Detaillierte Analyse und Bewertung der Funktionalitäten des „Intensivkurs Deutsch“.
- Untersuchung von Aspekten wie Feedback, Spracherkennung und Motivation durch Edutainment.
- Evaluation der Praxistauglichkeit für Selbstlerner.
Auszug aus dem Buch
4.3 Schwächen
Aufgrund meiner Erfahrungen mit diesem Programm muss ich sagen, dass der größte Schwachpunkt am Programm das so genannte Sprachlabor ist. Die Zusatzfunktion Sprachlabor soll dem Lerner helfen, seine Aussprache zu trainieren. Dazu erscheint ein Dialogfeld (Abb.13), wo der Tutor, ein Balken, eine Prozentskala und die Wörter bzw. Sätze abgebildet werden. Das Programm gibt Wörter oder Sätze vor, dessen Komplexität vom Lernfortschritt abhängt (je nach Lernfortschritt einfache Wörter oder lange und komplizierte Sätze). Wenn man ein Mikrophon angeschlossen hat, drückt man auf den Play-Button und hört dem Muttersprachler zu. Danach muss man das Wort oder den Satz selbst aussprechen. Das Problem hierbei ist nur, dass der Balken, das anzeigt, wie gut man es ausgesprochen hat, einen Wert meistens weit unter 50% anzeigt. Im Handbuch steht, dass man wenigstens 80% erreichen sollte. Und bei unter 80% muss man das Wort oder den Satz immer und immer wiederholen, ohne dass man zur nächsten Übung fortschreiten kann. Hierbei sind also zwei grundlegende Probleme hervorzuheben.
Zum einen zeigt die Erfolgsskala meistens weniger als 80%. Am Anfang dachte ich, dass meine Aussprache wirklich so schlecht ist und habe die Phrase permanent wiederholt. Dann haben mir Muttersprachler gesagt, dass meine Aussprache eigentlich ganz gut ist und ich die Phrase gar nicht wiederholen müsste. Also bat ich mehrere Muttersprachler des Deutschen das Wort und die Sätze nachzusprechen. Tatsächlich zeigte der Balken immer noch weniger als 50% an, mal waren es 60% oder auch mal 30%. Nur sehr selten kamen die Muttersprachler über 80%. Also überlegte ich weiter und fragte mich, ob es nicht am Mikrophon liegen könnte. Doch trotz des Erwerbs eines relativ teuren Mikrophons trat dasselbe Problem auf.
Zum anderen kann es auf die Dauer sehr langweilig sein, permanent dieselben Wörter und Sätze auszusprechen, bis man auf über 80% kommt. Es wäre motivierender, wenn man die nächste Übung machen könnte, auch wenn man nach dem dritten oder vierten Mal das Wort oder den Satz nicht gut genug ausgesprochen hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Popularität von Sprachlernsoftware und definiert die Zielsetzung, den „Intensivkurs Deutsch“ anhand fachlicher Leitfragen auf seine Eignung zu untersuchen.
2. Kritische Diskurse zu Sprachlernprogrammen: Das Kapitel beleuchtet die wissenschaftliche Debatte um Sprachlernsoftware, wobei insbesondere die Kritik an einer atomistischen Ausrichtung und dem Mangel an ganzheitlicher, handlungsorientierter Kommunikation diskutiert wird.
3. Sprachlernprogramme und ihre Bewertung: Hier werden Definitionen von Lernsoftware erarbeitet, verschiedene Softwaretypen kategorisiert und Kriterien für eine fundierte pädagogische und technische Bewertung von Sprachlernprogrammen festgelegt.
4. Analyse: Fallbeispiel „Intensivkurs Deutsch“ von digital publishing: Dieses Hauptkapitel bietet eine detaillierte Produktbeschreibung sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den spezifischen Stärken und Schwächen der Software inklusive Fazit zur Praxistauglichkeit.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Software eine solide Grundlage für Selbstlerner bietet, aber durch technische Limitationen und den fehlenden Ersatz für reale soziale Interaktion nur als zusätzliches Lernelement zu empfehlen ist.
6. Literaturverzeichnis: Dies ist ein Verzeichnis der verwendeten Sekundärliteratur sowie der WWW-Quellen und der benutzten Software für diese Hausarbeit.
Schlüsselwörter
Sprachlernsoftware, Intensivkurs Deutsch, digital publishing, Selbstlernen, Edutainment, Fremdsprachenunterricht, Spracherkennung, Medienproduktion, didaktische Analyse, Sprachlabor, Lernsoftware, interaktives Lernen, landeskundliche Informationen, Softwarebewertung, IntelliPlan.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Wirksamkeit und Tauglichkeit moderner Sprachlernsoftware am Beispiel des Programms „Intensivkurs Deutsch“ der Firma digital publishing.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des digitalen Sprachenlernens, die Typologie von Lernsoftware sowie die kritische Evaluierung von Nutzerführung, technischer Umsetzung und didaktischem Nutzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu beantworten, wie gut sich Sprachlernsoftware generell eignet, um eine Sprache zu erwerben, und ob die ausgewählte Software diese Anforderungen erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine Literaturanalyse zu kritischen Diskursen mit einer praktischen Softwareanalyse basierend auf etablierten Kriterienkatalogen (z.B. nach Nandorf).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition von Lernsoftware und eine detaillierte, erfahrungsbasierte Analyse des „Intensivkurs Deutsch“ hinsichtlich seiner Stärken und Schwächen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Sprachlernsoftware, Selbstlernen, Edutainment, Fremdsprachenunterricht und didaktische Analyse.
Welcher Schwachpunkt am „Intensivkurs Deutsch“ wird besonders hervorgehoben?
Als gravierendster Schwachpunkt wird das „Sprachlabor“ genannt, da die Spracherkennung oft unpräzise reagiert und zu frustrierenden, repetitiven Wiederholungen zwingt.
Warum wird der „IntelliPlan“ im Programm positiv bewertet?
Der IntelliPlan wird gelobt, da er den Lernern Flexibilität bei der Wahl der Lernwege ermöglicht und gleichzeitig den Lernfortschritt sowie die investierte Zeit transparent darstellt.
- Arbeit zitieren
- Gülden Olgun (Autor:in), 2010, Analyse von Sprachlernprogrammen am Beispiel des "Intensivkurs Deutsch" von Digital Publishing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176527