Peter Berger und Thomas Luckmann entwickelten ein Buch über„ Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit“. Die alle vier Jahre stattfindenden Fußballweltmeisterschaften sind im weitesten Sinne eine solche Konstruktion und lösen seit Jahren ein weltweites Interesse aus. Spätestens mit der Weltmeisterschaft (WM) im eigenen Land 2006, ist aus dem Sportevent ein gesellschaftliches Großereignis geworden. Überall herrschte eine lockere, enthusiastische Partystimmung, die beinahe jeden in ihren Bann zog. Vor allem die landesweiten Medienanstalten entfachten einen solchen „Hype“ rund um das runde Leder, dass man sich ernsthaft zu fragen beginnt: Was ist das Geheimnis eines Sports, der ganze Volksgruppen in Bewegung setzt? In dieser Arbeit möchte ich nicht darauf eingehen, warum das Spiel sich einer solchen Beliebtheit erfreut, das würde den Umfang einer etwa zehnseitigen Ausarbeitung sprengen. Stattdessen will ich versuchen herauszufinden, wie ein punktuelles Ereignis ein dermaßen großes Volks- und Medieninteresse hervorrufen kann. Sportereignisse gab es schließlich immer schon. Ist es der gestiegene Einfluss der Medien durch Innovationen wie Fernsehübertragungen? Liegt es an der Gesellschaft selbst, die eine national völlig neue Fankultur entwickelt hat? Wahrscheinlich werden beide Faktoren sich gegenseitig ergänzen, aber genau das möchte ich am Ende bestätigen können oder eben nicht. Das für Sportübertragungen wahrscheinlich wichtigste Medium ist das Fernsehen. Daher werde ich darauf eingehen, wie sich die Fußballübertragungen zu Meilensteinen in der Mediengeschichte entwickelt haben und außerdem einen Überblick darüber geben, wie sich die WM 2006 kommerziell auf die Medienanstalten ausgewirkt hat. Wie ist es möglich, eine solche „Fußball Dauerpräsenz“ zu kreieren? Einhergehend mit der Dauerbeschallung durch TV, Radio und Co., entwickelte sich meiner Ansicht nach eine völlig neue Fankultur, die nicht nur Subgruppen umfasste, sondern plötzlich ein ganzes Land. Daher wird sich der zweite Teil der Arbeit damit beschäftigen, wie die Fans zusammen das größte Fest seit der Wiedervereinigung feierten und ob sich dieser neue Patriotismus auf die Gesellschaft ausgewirkt hat. Beenden werde ich die Arbeit mit einem kurzen Überblick darüber, welche konjunkturellen Folgen die WM 2006 in Deutschland hatte und welches Fazit sich letztendlich ziehen lässt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Fußballweltmeisterschaft und Medien
- Geschichte der Fußballberichterstattung durch das Medium „Fernsehen“
- Ein Fest für die nationalen und internationalen Medien
- Internationaler Medienerfolg
- Beeinflussung des gesellschaftlichen Interesse an den Weltmeisterschaften
- Fankultur während der Fußballweltmeisterschaft
- Definition „Fan“ und „Fankultur“
- Entstehung des „Public Viewing“
- Nationalfarben und Patriotismus
- Konjunkturelle Auswirkungen der WM
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht, wie die Fußballweltmeisterschaft als ein gesellschaftliches Großereignis zu einem weit verbreiteten Interesse führt, und analysiert, wie das Medium Fernsehen und die Fankultur diese Entwicklung beeinflussen.
- Die Entwicklung der Fußballberichterstattung im Fernsehen
- Der Einfluss der Medien auf die Fankultur und den Hype um die WM
- Die Rolle des Fernsehens als Plattform für die Verbreitung von Fußballbegeisterung
- Der Einfluss der WM auf die Gesellschaft und die Wirtschaft
- Die Entwicklung einer neuen Fankultur und ihre Auswirkungen auf den Patriotismus
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Bedeutung der Fußballweltmeisterschaft als gesellschaftliches Großereignis und stellt die Frage, wie dieses punktuelle Ereignis ein derart großes Interesse hervorrufen kann. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Entwicklung der Fußballberichterstattung im Fernsehen und zeigt, wie sich die WM als Meilenstein für den Durchbruch des Fernsehens als Massenmedium etabliert hat. Es untersucht auch die kommerziellen Aspekte der WM und ihren Einfluss auf die Medienanstalten. Das dritte Kapitel fokussiert auf die Fankultur und analysiert die Entstehung des „Public Viewing“ und die Auswirkungen der WM auf den Patriotismus und die Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit Themen wie Fußballweltmeisterschaft, Medien, Fernsehen, Fankultur, Patriotismus, gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit, Medienhype, Einschaltquoten, kommerzielle Interessen, Public Viewing, Konjunktur, und wirtschaftliche Auswirkungen.
Häufig gestellte Fragen
Warum wird die Fußball-WM als „gesellschaftliche Konstruktion“ bezeichnet?
Basierend auf Theorien von Berger und Luckmann wird die WM als ein Ereignis gesehen, das durch Medien und gesellschaftliche Interaktion eine eigene, geteilte Wirklichkeit und Begeisterung erschafft.
Welche Rolle spielt das Fernsehen bei der Fußball-WM?
Das Fernsehen fungiert als wichtigstes Medium, das durch Live-Übertragungen eine Dauerpräsenz kreiert und die WM zu einem globalen Meilenstein der Mediengeschichte gemacht hat.
Wie hat sich die Fankultur durch die WM 2006 verändert?
Mit der WM 2006 entstand in Deutschland eine neue, breite Fankultur, die durch Public Viewing und einen entspannten, lockeren Patriotismus geprägt war und das ganze Land einbezog.
Was sind die kommerziellen Auswirkungen der WM auf die Medien?
Die WM führt zu massiven Werbeeinnahmen und Rekord-Einschaltquoten, was sie für nationale und internationale Medienanstalten zu einem hochprofitablen Ereignis macht.
Welche wirtschaftlichen Folgen hatte die WM 2006 in Deutschland?
Die WM löste positive konjunkturelle Impulse aus, förderte den Tourismus und stärkte das internationale Image Deutschlands als attraktiver Wirtschaftsstandort.
Wie beeinflussen Medien das gesellschaftliche Interesse?
Durch einen gezielten „Hype“ und kontinuierliche Berichterstattung in TV, Radio und Online-Medien wird ein punktuelles Sportereignis zu einem nationalen Thema transformiert, dem man sich kaum entziehen kann.
- Quote paper
- Manuela Drews (Author), 2010, Die Fußballweltmeisterschaft - ein gesellschaftliches Großereignis für Fans und Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176578