Nicht nur die Wirtschaft sondern auch die gesellschaftlichen Strukturen verändern sich. Dadurch nehmen die Möglichkeiten des sozialen Lernens in der Familie stetig ab. Andererseits erfordert die Vielzahl von möglichen Gruppenzugehörigkeiten eine erhöhte Kompetenz zum Gestalten von sozialen Beziehungen. Der Sportunterricht bietet Gelegenheiten, die Schüler auf die Anforderungen der Gesellschaft vorzubereiten. Kompetenzen wie „Team- und Kommunikationsfähigkeit“ können im Rahmen des Sportunterrichts gezielt gefördert werden.
Das diesem Unterrichtsversuch zugrunde liegende Konzept, dass im Rahmen des Projektes „Sozial handeln“ am Studienseminar Stade von mir mitentwickelt wurde, versucht, die Schüler auf die Anforderungen in der Berufswelt und der Gesellschaft vorzubereiten, indem sie in Stationen einer Gerätelandschaft sozial handeln müssen. Die Stationen sind in der Art konzipiert worden, dass eine Zusammenarbeit im Team zwingend erforderlich ist. Kooperationsfähigkeit ist ein Schlüsselmerkmal dieser Konzeption. Die Qualität der Ergebnisse steigt mit dem Niveau des Zusammenwirkens im Team. Die Stationen können weiterhin nur bewältigt werden, wenn die Gruppenmitglieder ihre Fähigkeiten und Stärken zusammen zum Einsatz bringen. Eine wichtige Lernerfahrung soll darin bestehen, dass Anstrengung, Initiative und aktiver Einsatz sich lohnen. Dabei steht die Verantwortung für die gemeinsame Sache im Vordergrund. Koordinative Fähigkeiten werden ebenso durch die Bewegungsaufgaben der Gerätestationen geschult. Der Wettkampfcharakter ist ein wichtiges Merkmal dieser Konzeption. Die arrangierten Wettkampfsituationen sollen Emotionen bei den Beteiligten auslösen. Konflikte können anlässlich von schwierigen Entscheidungen, Zeitdruck, unterschiedlichen Lösungsstrategien oder einem mangelnden Engagement einzelner Gruppenmitglieder auftreten. Die Gruppensituation bietet einen überschaubaren Rahmen, in dem Situationen, die in der Realität oft vielschichtiger und unüberschaubarer sind, exemplarisch betrachtet und gelöst werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Angaben
2. Analyse des Bedingungsfeldes
2.1 Spezifische Bedingungen der Lernenden
2.2 Spezifische Bedingungen des Lehrenden
2.3 Organisatorische Bedingungen
2.4 Curriculare Vorgaben
3. Struktur der Unterrichtseinheit
4. Didaktische und methodische Entscheidungen zur Unterrichtsstunde
4.1 Analyse des Themas in Verbindung mit Auswahl- und Reduktionsentscheidungen
4.2 Zielentscheidungen
4.2.1 Groblernziel
4.2.2 Feinlernziele
4.3 Methoden- und Medienentscheidungen
5. Geplanter Unterrichtsverlauf
6. Literaturverzeichnis
7. Anhangverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit zielt darauf ab, die soziale Handlungsfähigkeit von Schülern eines Fachgymnasiums durch die gezielte Bewältigung kooperativer Bewegungsstationen in einer Gerätelandschaft zu fördern. Dabei wird untersucht, wie durch wettbewerbsorientierte Aufgabenstellungen Teamfähigkeit, Kommunikation und Konfliktlösungsstrategien im Sportunterricht gestärkt werden können.
- Förderung der Sozialkompetenz durch Teamarbeit
- Einsatz von Gerätelandschaften im Sportunterricht
- Integration von Wettkampfcharakter zur Motivationssteigerung
- Verbindung von sportlichen Anforderungen mit beruflicher Handlungskompetenz
- Analyse von Kooperationsprozessen und Gruppenstrategien
Auszug aus dem Buch
Didaktische und methodische Entscheidungen zur Unterrichtsstunde
Durch den Übergang in die Berufsausbildung müssen sich jugendliche Schüler in vielfältigen, häufig neuen Beziehungen im Berufs- und Privatleben zurechtfinden. Hierbei nimmt die soziale Handlungsfähigkeit eine zentrale Bedeutung ein, um beruflich und privat erfolgreich auf die neuen Anforderungen vorbereitet zu werden. Die Bedingungsanalyse macht ersichtlich, dass bei den Schülern noch Handlungsbedarf bei der Schulung gemeinsamer Kooperation und Abstimmung von Bewegungen besteht.
Eine Umfrage der Vereinigung der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern bei Wirtschaftsvertretern hat ergeben, dass die Wirtschaft mit den Fähigkeiten der Schulabgänger nicht zufrieden ist. Neben den klassischen Fertigkeiten wie Rechtschreibung und mathematischem Verständnis werden zunehmend andere Fähigkeiten gefordert. Hierzu gehören insbesondere Kooperationsfähigkeit, Hilfsbereitschaft, Kommunikationsfähigkeit sowie die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen und Konflikte zu lösen. Diese Fähigkeiten werden in den aktuellen Rahmenrichtlinien der Berufsschulen und Berufsfachschulen unter dem Kompetenzbereich „Sozial handeln“ besonders hervorgehoben. Somit wird den Forderungen der Wirtschaft nachgekommen, die Schüler möglichst umfangreich und zukunftsorientiert auf die Berufswelt vorzubereiten.
Nicht nur die Wirtschaft sondern auch die gesellschaftlichen Strukturen verändern sich. Dadurch nehmen die Möglichkeiten des sozialen Lernens in der Familie stetig ab. Andererseits erfordert die Vielzahl von möglichen Gruppenzugehörigkeiten eine erhöhte Kompetenz zum Gestalten von sozialen Beziehungen. Der Sportunterricht bietet Gelegenheiten, die Schüler auf die Anforderungen der Gesellschaft vorzubereiten. Kompetenzen wie „Team- und Kommunikationsfähigkeit“ können im Rahmen des Sportunterrichts gezielt gefördert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeine Angaben: Formaler Rahmen der Unterrichtseinheit inklusive Angaben zum Referendar, der Schule und dem Stundenthema.
2. Analyse des Bedingungsfeldes: Untersuchung der Voraussetzungen der Lernenden, des Lehrenden sowie der räumlichen und curricularen Rahmenbedingungen.
3. Struktur der Unterrichtseinheit: Übersicht über den zeitlichen Verlauf der Einheiten und die geplante Progression der Lerninhalte.
4. Didaktische und methodische Entscheidungen zur Unterrichtsstunde: Begründung der Themenwahl, der Lernziele sowie der methodischen Vorgehensweise unter Berücksichtigung sportpädagogischer Prinzipien.
5. Geplanter Unterrichtsverlauf: Detaillierte Darstellung der Unterrichtsphasen mit konkreten Methoden, Sozialformen und Lernzielen.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen und curricularen Quellen.
7. Anhangverzeichnis: Verzeichnis der Zusatzmaterialien wie Stationsbeschreibungen, Laufzettel und Hallenpläne.
Schlüsselwörter
Soziales Handeln, Gerätelandschaft, Sportunterricht, Sozialkompetenz, Teamfähigkeit, Kooperation, Abenteuersport, Fachgymnasium, Berufsvorbereitung, Kommunikationsfähigkeit, Wettkampfcharakter, Gruppenstrategien, Unterrichtsentwurf, Lernziele, Bewegungsstationen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um einen sportpädagogischen Unterrichtsentwurf, der das Ziel verfolgt, soziale Kompetenzen von Schülern der gymnasialen Oberstufe durch kooperative Lernformen gezielt zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das soziale Lernen im Sport, die Anwendung von Kooperationsaufgaben in einer Gerätelandschaft sowie die Vorbereitung auf Anforderungen in der künftigen Berufswelt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Verbesserung des sozialen Handelns der Schüler bei der Bewältigung von komplexen Bewegungsaufgaben innerhalb eines sportlichen Wettkampfrahmens.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Bedingungsanalyse sowie einer didaktisch-methodischen Reflexion, die aktuelle curriculare Vorgaben für den Sportunterricht mit erlebnispädagogischen Konzepten verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretische Herleitung der Sozialkompetenzförderung, die konkrete Konzeption der Gerätelandschaft sowie die methodischen Entscheidungen für den Unterrichtsverlauf detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Soziales Handeln, Kooperationsfähigkeit, Teamarbeit, Gerätelandschaft und Berufsvorbereitung.
Wie werden die Schüler für die Stationen eingeteilt?
Die Einteilung der vier Gruppen erfolgt über das Zufallsprinzip mittels Spielkarten, um eine homogene Leistungsverteilung zu gewährleisten und die soziale Interaktion zwischen bisher weniger verbundenen Schülern zu fördern.
Welche Rolle nehmen Schüler ein, die gerade nicht aktiv an einer Station teilnehmen?
Inaktive Schüler übernehmen die Funktion von Hilfsschiedsrichtern und Beobachtern, um die Einhaltung der Regeln und die Zeitnahme sicherzustellen und diese Beobachtungen später in die Reflexionsphase einzubringen.
- Quote paper
- Mirko Friedrich (Author), 2003, Gerätelandschaft zur Förderung sozialen Handelns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17658