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Psychische Langzeitzauswirkungen von Scheidungen

Auswirkungen von Trennung und Scheidung auf Eltern und Kinder im familiären, psychischen und gesellschaftlichen Kontext

Title: Psychische Langzeitzauswirkungen von Scheidungen

Pre-University Paper , 2018 , 44 Pages , Grade: 3

Autor:in: Silas Richecarde Tomann (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Die Seminararbeit untersucht psychische Langzeitauswirkungen von Scheidungen auf Ehepartner, Kinder und das familiäre Umfeld. Ausgangspunkt ist die Frage, inwiefern Trennung und Scheidung langfristige Folgen für die psychische Gesundheit, das Verhalten und die Entwicklung der betroffenen Personen haben können.

Zunächst werden die rechtlichen und gesellschaftlichen Grundlagen von Ehe, Familie und Scheidung dargestellt. Dabei berücksichtigt die Arbeit unter anderem die Bedeutung der Ehe im Familienrecht, veränderte Familien- und Lebensformen sowie den Zusammenhang zwischen Ehe, Elternschaft und Erwerbstätigkeit. Anschließend werden mögliche Folgen einer Scheidung für Eltern und insbesondere für minderjährige Kinder behandelt.

Ein Schwerpunkt liegt auf Belastungen wie Konflikten zwischen den Eltern, finanziellen und sozialen Veränderungen, dem Verlust alltäglicher Kontakte sowie möglichen psychischen und psychosomatischen Folgen für Kinder. Thematisiert wird außerdem die Eltern-Kind-Entfremdung nach Trennung und Scheidung sowie die Bedeutung eines möglichst stabilen Kontakts zu beiden Elternteilen.

Ergänzend werden statistische Entwicklungen zu Eheschließungen und Scheidungen in Deutschland und der Europäischen Union sowie zwei nicht repräsentative Interviews berücksichtigt. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass nicht die Scheidung allein zwangsläufig negative Langzeitfolgen verursacht. Entscheidend sind vielmehr die Belastungen während und nach der Trennung, die Qualität der elterlichen Kooperation und die Fähigkeit, dem Kind Sicherheit, Fürsorge und verlässliche Beziehungen zu ermöglichen.

Seminararbeit im Rahmen des Seminarkurses „Familie“. Die Arbeit untersucht rechtliche, familiäre und psychische Folgen von Trennung und Scheidung mit besonderem Fokus auf betroffene Kinder und die Aufrechterhaltung der Beziehung zu beiden Elternteilen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Vorstellung des Themas

1.2 Ziel

1.3 Überblick

2. Die Ehe

2.1 Ehe vor dem Gesetz

2..2 Auswirkungen auf die Eheschließenden

2.3 Ehe und Familie

2.4 Der Einfluss der Ehe auf die Erwerbstätigkeit

3. Die Scheidung

3.1 Aufhebungsgründe der Ehe

3.2 Vorgang von Scheidungsfällen

3.3 Folgen für die Ehepartner

3.3 Folgen für eheliche Kinder

4. Das Verhältnis von Ehen und Scheidungen in Deutschland und der EU

5. Die Bedeutsamkeit von Ehe und Scheidung

5.1 Ehe und Scheidung aus einer anderen Perspektive

5.2 Die Vertretbarkeit einer Scheidung

6. Ausblick und Fazit

6.1 Erschließung der Ergebnisse

6.2 Zusammenfassung und Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit widmet sich der leitenden Forschungsfrage, ob Scheidungen ein generationsübergreifendes Problem darstellen, welches der Gesellschaft auf langfristige Sicht negative Folgen beschert, und inwieweit Trennungen als wesentliche Ursache für tiefgreifende psychische Veränderungen bei Beteiligten und Nachkommen wirken. Primäres Ziel ist es, die rechtlichen, sozioökonomischen und insbesondere psychologischen Langzeitauswirkungen einer Ehescheidung auf ehemalige Partner und gemeinsame Kinder strukturiert zu analysieren sowie Lösungsansätze zur Milderung kindlicher Traumata zu evaluieren.

  • Rechtlicher Rahmen und soziologischer Wandel der Institution Ehe im deutschen Gesetz
  • Einfluss von Elternschaft, Familienkonstellationen und Teilzeitarbeit auf die partnerschaftliche Erwerbstätigkeit
  • Statistische Entwicklungen der Scheidungs- und Eheschließungsraten in Deutschland und im europäischen Vergleich
  • Psychische und psychosomatische Belastungen betroffener Trennungskinder sowie das Phänomen der Eltern-Kind-Entfremdung (PAS)
  • Präventive Modelle des Nachscheidungskontakts wie das Wechselmodell und alternative Partnerschaftsformen

Auszug aus dem Buch

Folgen für eheliche Kinder

Scheidungen im Einbezug gemeinsamer Kinder des Ehepaars stellen dabei ein großes Problem da. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland etwa 132.000 minderjährige Kinder, die von einer Ehescheidung betroffen waren, registriert. Trennungs- und Scheidungssituationen, in deren Prozess möglicherweise der Weggang eines Elternteils, bzw. eines ganzen Teils der Familie im weiteren Sinne (Großeltern, Verwandte des Nichtsorgeberechtigten) Bestandteil ist, stelle für Kinder eine enorme Belastung dar. Diese Veränderung verängstige und verunsichere. Als Kind würden sich in dieser Situation Fragen gestellt. Bspw. ob der verbliebene Sorgeberechtigte sie nun ebenfalls verlassen könnte, ob man selbst schuld an der Scheidung habe etc. Scheidungen bedeuten für Kinder meist das Ende ihrer Kindheit. Anders wie bei den Eltern, welche nach einer Trennung häufig Erleichterung durch ein Nachlassen der Konflikte verspüren, würden Kinder fürchten da sie verlieren, was die Basis für ihre Entwicklung darstellt. Als Beispiel ließen sich gesellschaftliche Desintegrationserscheinungen - welche zu Jugendgewalt, Sucht und Drogenabhängigkeit, Leistungsstörungen oder psychische und psychosomatische Langzeitfolgen führen können - als Resultat, des Zerfall familialer Beziehungen sehen Die Beziehung des Kindes zum getrenntlebenden Elternteil lässt sich selten problemlos aufrechterhalten. Einen dieser Gründe bilde die Entfremdung des Kindes vom nichtsorgeberechtigten Elternteil (1985 erstmals von Richard A. Gardner, klinischem Professor für Kinderpsychiatrie und Psychoanalytiker an der Columbia Universität in New York, untersucht).Im folgenden wird die Funktionsweise des Parental Alienation Syndrome (PAS), einschließlich der Möglichkeiten ihm vorzubeugen grundlegender erörtert.

Unter PAS versteht man die Entfremdung eines Kindes vom getrenntlebenden Elternteil, die sich in einer unbegründeten, zum Teil aggressiven Ablehnung dieses Elternteils sowie einer gleichzeitigen Hinwendung zum betreuenden Elternteil äußert.

Kapitelübersichten

1. Einleitung: Führt in das gesellschaftliche Standardfamilienbild und dessen Wandel ein, umreißt die zentrale Problemstellung sowie Zielsetzung der Arbeit und bietet einen methodischen Überblick über die Untersuchungsschritte.

2. Die Ehe: Definiert den rechtlichen Status der Ehe im BGB und Grundgesetz, analysiert vermögensrechtliche Pflichten sowie wechselseitige Einflüsse von Ehe, Familie und Erwerbsmodellen auf die Partner.

3. Die Scheidung: Behandelt Aufhebungsgründe, formale Abläufe und Kosten einer Trennung sowie die weitreichenden Belastungen für die ehemaligen Ehegatten und die psychischen Langzeitfolgen für Kinder bis hin zum Entfremdungssyndrom.

4. Das Verhältnis von Ehen und Scheidungen in Deutschland und der EU: Setzt die quantitative Entwicklung der Eheschließungen und Scheidungsziffern in Deutschland ins Verhältnis zu europäischen Nachbarstaaten.

5. Die Bedeutsamkeit von Ehe und Scheidung: Beleuchtet individuelle Motivationen für eine Heirat anhand empirischer Erhebungen, wertet qualitative Interviews mit Scheidungs- und Ehekindern aus und diskutiert Alternativen wie den französischen PACS.

6. Ausblick und Fazit: Bündelt die Erkenntnisse der Untersuchung, beantwortet die leitende Fragestellung hinsichtlich generationsübergreifender Risiken und plädiert für partnerschaftliche Betreuungsformen zum Wohle des Kindes.

Schlüsselwörter

Ehescheidung, Langzeitfolgen, Scheidungskinder, Parental Alienation Syndrome, Familie, Trennung, Wechselmodell, Alleinerziehende, Familienrecht, Bürgerliches Gesetzbuch, Erwerbstätigkeit, Kindeswohl, Scheidungsquote, Beziehungsdynamik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Untersuchung analysiert die rechtlichen, gesellschaftlichen und insbesondere psychologischen Auswirkungen von Scheidungen auf Familien, getrenntlebende Eltern und heranwachsende Kinder.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen die Wandlungsprozesse familiärer Lebensformen, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Ehe und deren Auflösung sowie die psychosomatischen Langzeitbelastungen Trennungsbetroffener.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit hinterfragt kritisch, ob Ehescheidungen ein generationsübergreifendes Problem darstellen, das langfristig schädliche Nachwirkungen auf die Gesellschaft und individuelle Verhaltensweisen ausübt.

Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete Literatur- und Datenanalyse unter Einbezug juristischer Quellen, statistischer Erhebungen (z. B. Destatis, pairfam) sowie explorativer Leitfadeninterviews mit Betroffenen.

Was wird im Hauptteil im Detail behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, den Einfluss auf Erwerbsstrukturen, finanzielle und prozedurale Scheidungsfolgen sowie die psychosozialen Dynamiken bei Vätern, Müttern und Kindern.

Welche zentralen Schlüsselbegriffe kennzeichnen das Werk?

Wesentliche Kernbegriffe sind Ehescheidung, Langzeitauswirkungen, Parental Alienation Syndrome (PAS), Wechselmodell, Kindeswohl und familiäre Desintegration.

Was versteht man unter dem in der Arbeit behandelten Parental Alienation Syndrome (PAS)?

Unter PAS versteht man die unbegründete, teils manipulierte Entfremdung und Feindseligkeit eines Kindes gegenüber dem nicht betreuenden Elternteil, meist ausgelöst durch verhärtete elterliche Konflikte nach der Trennung.

Welche Rolle spielt das sogenannte Wechselmodell als Lösungsansatz?

Das Wechselmodell sieht eine partnerschaftlich aufgeteilte Betreuung des Kindes im Alltag beider Eltern vor, um beiden Bezugspersonen eine feste Bindung zu ermöglichen und kindlichen Loyalitätskonflikten entgegenzuwirken.

Welche Relevanz misst die Arbeit dem französischen Pacs bei?

Der französische Pakt für zivile Solidarität (Pacs) wird als flexible, unbürokratische Alternative zur klassischen Ehe dargestellt, birgt im Falle von Trennungen jedoch ähnliche Belastungsfaktoren für beteiligte Kinder.

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Details

Title
Psychische Langzeitzauswirkungen von Scheidungen
Subtitle
Auswirkungen von Trennung und Scheidung auf Eltern und Kinder im familiären, psychischen und gesellschaftlichen Kontext
Course
Psychologie
Grade
3
Author
Silas Richecarde Tomann (Author)
Publication Year
2018
Pages
44
Catalog Number
V1765846
ISBN (PDF)
9783389205433
Language
German
Tags
Scheidung Trennung psychische Langzeitfolgen Kinder Familie Eltern-Kind-Beziehung Alleinerziehende Wechselmodell Familienrecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silas Richecarde Tomann (Author), 2018, Psychische Langzeitzauswirkungen von Scheidungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1765846
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