Das EFQM-Modell für Business Excellence ist ein Umsetzungs- und Bewertungsmodell, das im Rahmen des Total Quality Managements in der Praxis angewandt wird und bei nachhalti-ger Personalentwicklung (PE) unterstützend eingesetzt werden kann. Es wurde von der Euro-pean Foundation for Quality Management (EFQM) entwickelt, die auf Basis einer gemeinnüt-zigen Organisation arbeitet und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit europäischer Orga-nisationen und die Förderung der Qualität als Ziel hat. Erstmalige Veröffentlichung des EFQM-Modells war im Jahr 1991.
Es besteht aus neun Kriterien, die in Befähiger und Ergebnisse unterteilt sind. Befähigerkrite-rien sind 1) Führung, 2) Strategie, 3) Mitarbeiter, 4) Partnerschaften und Ressourcen und 5) Prozesse, Produkte und Dienstleistungen. Sie befassen sich mit allen Tätigkeiten und Prozes-sen der Organisation, die dem Erzielen von Ergebnissen dienen. Ergebniskriterien sind 6) Kundenbezogene Ergebnisse, 7) Mitarbeiterbezogene Ergebnisse, 8) Gesellschaftsbezogene Ergebnisse sowie 9) Schlüsselergebnisse. Diese beschreiben dagegen welche Resultate die Organisation erreicht hat.
Die Bewertung erfolgt in Unterkriterien, die jedes der neun Kriterien detailliert beleuchten. Das erfolgt mithilfe des Bewertungswerkzeuges RADAR, was für Results (Ergebnisse), Approach (Vorgehen), Deployment (Umsetzung) sowie Assess & Refine (Bewertung und Ver-besserung) steht. Gleichzeitig stellen die RADAR-Begriffe den kontinuierlichen Verbesse-rungsprozess im Kreislauf dar.
Das EFQM-Modell ist zwar komplex und beinhaltet selbst kein System zu Qualitätsverbesse-rung, bildet dafür aber alle Vorgänge und Prozesse im Unternehmen umfassend ab und zeigt Verbesserungspotenziale, die für eine strategische Zukunftsplanung wichtig sind. Auch Stu-dien zeigen, dass die EFQM-Betriebe bessere Ergebnisse erzielten als Unternehmen, die EFQM nicht anwenden.
Einen besonderen Fokus legt das Modell auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, da sie es sind die über Erfolg oder Misserfolg einer Organisation entscheiden. An der Hochschu-le für Wirtschaft in Luzern wurde das Modell speziell auf die PE angewandt und zum Modell zur Excellenten Entwicklung von Mitarbeitern weiterentwickelt.
Das EFQM-Modell eignet sich also zur nachhaltigen Entwicklung von Organisationen und deren Mitarbeiter.
Inhaltsverzeichnis
1 Abgrenzung der Thematik
2 Definitionen
2.1 Total Quality Management und EFQM
2.2 Nachhaltige Personalentwicklung
3 Nachhaltige Personalentwicklung im Rahmen des EFQM-Modells
3.1 Das EFQM Excellence Modell
Die Grundlagen des EFQM-Modells
Die Kriterien des EFQM-Modells
Kritische Würdigung und praktische Bedeutung
3.2 Nachhaltige Personalentwicklung durch EFQM
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht, inwiefern das EFQM Excellence Modell als struktureller Rahmen für eine nachhaltige Personalentwicklung dienen kann, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in einem sich wandelnden wirtschaftlichen Umfeld langfristig zu sichern.
- Grundlagen des EFQM Excellence Modells
- Konzept der nachhaltigen Personalentwicklung
- Integration von Personalentwicklung in das EFQM-Modell
- Praktische Anwendungsbeispiele und Erfolgsfaktoren
- Kritische Reflexion des Modells
Auszug aus dem Buch
Die Kriterien des EFQM-Modells
Die Befähigerkriterien im EFQM-Modell sind: 1) Führung, 2) Strategie, 3) Mitarbeiter, 4) Partnerschaften und Ressourcen sowie 5) Prozesse, Produkte und Dienstleistungen. Sie werden bezüglich des strukturierten Vorgehens, des Umfangs der Umsetzung sowie der regelmäßigen Bewertung und Verbesserung bei der Arbeit im Rahmen des TQM bewertet.
Unter dem Punkt „Vorgehen“ wird das von der Organisation verfolgte Konzept näher beleuchtet. Es wird geprüft, inwieweit das Vorgehen begründet ist, ob dafür ausgestaltete Prozesse vorliegen und ob es auf die Interessengruppen ausgerichtet ist. Außerdem wird geprüft, ob die Strategie der Organisation Beachtung findet und beim Vorgehen unterstützt wird. In der Dimension „Umsetzung“ wird betrachtet, ob das geplante Vorgehen auch in allen relevanten Bereichen der Organisation eingeführt wurde. Außerdem ist die planmäßige Umsetzung und die Möglichkeit, sich Änderungen im Umfeld anzupassen wichtig. Die letzte Betrachtungsstufe der Befähiger im Bewertungswerkzeug RADAR wurde in der aktuellen Version des EFQM-Modells in „Bewertung und Verbesserung“ umbenannt. Hier geht es um das Messen von Effizienz und Effektivität des Vorgehens und dessen Umsetzung mit geeigneten Kennzahlen. Lernenvorgänge sollen bereits vorhandene interne und externe Praktiken sowie Möglichkeiten zur Verbesserung betrieblicher Methoden identifizieren. Kreativität soll verbessertes Vorgehen in betrieblichen Abläufen schaffen. Aus diesem Bereich resultierende Schlussfolgerungen sollen zur Identifikation, Priorisierung, Planung sowie Einführung von Verbesserungen und Innovationen verwendet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Abgrenzung der Thematik: Dieses Kapitel erläutert den sozioökonomischen Wandel, den demografischen Wandel und die damit verbundenen neuen Anforderungen an das Personalmanagement.
2 Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Qualität, Total Quality Management (TQM), das EFQM-Modell und der Begriff der nachhaltigen Personalentwicklung definiert.
3 Nachhaltige Personalentwicklung im Rahmen des EFQM-Modells: Dieses Kapitel analysiert das EFQM Excellence Modell detailliert und untersucht, wie dessen Kriterien auf die Personalentwicklung angewendet werden können.
3.1 Das EFQM Excellence Modell: Es werden die Grundlagen, die spezifischen Kriterien, die RADAR-Methodik sowie eine kritische Würdigung des Modells präsentiert.
3.2 Nachhaltige Personalentwicklung durch EFQM: Hier wird aufgezeigt, wie Instrumente der Personalentwicklung wie Coaching, Mentoring und strukturierte Mitarbeitergespräche innerhalb des EFQM-Rahmens zur Leistungssteigerung beitragen.
4 Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Flexibilität und Anwendbarkeit des Modells sowie ein Ausblick auf dessen Bedeutung für zukünftige Qualitätsprozesse.
Schlüsselwörter
EFQM-Modell, Business Excellence, Nachhaltige Personalentwicklung, Total Quality Management, TQM, Mitarbeiterentwicklung, RADAR-Bewertungsmatrix, Organisationsentwicklung, Wettbewerbsfähigkeit, Qualitätsmanagement, Personalmanagement, Selbstbewertung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das EFQM Excellence Modell als Managementinstrument genutzt werden kann, um eine nachhaltige Personalentwicklung in Unternehmen zu implementieren und zu steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das EFQM Excellence Modell, das Konzept der nachhaltigen Personalentwicklung, die Anwendung der RADAR-Matrix sowie die Verknüpfung von Mitarbeiterführung und Unternehmenserfolg.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch die Anwendung des EFQM-Modells als Bewertungs- und Steuerungssystem die Personalentwicklung strategisch ausgerichtet und messbar gemacht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem EFQM-Modell, gestützt auf Literaturanalysen, die durch praktische Beispiele und Studien zur Anwendung des Modells untermauert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des EFQM-Modells, seiner Befähiger- und Ergebniskriterien sowie die Ableitung von konkreten Maßnahmen für die nachhaltige Personalentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere EFQM-Modell, Nachhaltige Personalentwicklung, TQM, RADAR-Bewertung und Wettbewerbsfähigkeit.
Wie unterscheidet sich die Vorgehensweise bei Befähiger- und Ergebniskriterien?
Befähigerkriterien fokussieren auf die Prozesse und Vorgehensweisen zur Zielerreichung, während Ergebniskriterien die tatsächlichen Resultate der Organisation in Bezug auf Mitarbeiter, Kunden und Gesellschaft messen.
Was ist das "MExEM"-Projekt?
Das MExEM (Modell zur Excellenten Entwicklung von Mitarbeitern) ist eine an der Hochschule für Wirtschaft in Luzern entwickelte Adaption des EFQM-Modells, die den Fokus gezielt auf die individuelle Mitarbeiterentwicklung legt.
Wie trägt das EFQM-Modell zur Motivation der Mitarbeiter bei?
Durch die strukturierte Einbindung in Ziele und die transparente Bewertung von Leistungen schafft das Modell ein besseres Verständnis für die Erwartungen und fördert durch gezielte Entwicklungsmöglichkeiten das Engagement und die Identifikation mit dem Unternehmen.
- Arbeit zitieren
- Marcel Guhlmann (Autor:in), 2010, Das EFQM-Modell für Business Excellence zur nachhaltigen Personalentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176596