Was kann ein Film leisten, wenn an einer europäischen Außengrenze Menschenrechte, staatliche Gewalt und politische Verantwortung aufeinanderprallen?
Agnieszka Hollands Film "Green Border" (Zielona granica, 2023) erzählt von der humanitären Krise an der polnisch-belarussischen Grenze im Jahr 2021. Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Film als ästhetische Intervention in eine europäische Debatte über Migration, Grenzpolitik und Menschenrechte.
Im Zentrum steht die Frage, mit welchen filmischen Mitteln Green Border Aufmerksamkeit, Empathie und Urteilskraft organisiert. Eine szenenbezogene Analyse untersucht Erzählstruktur, Perspektivwechsel, Bildgestaltung, Montage, Ton und Rhythmus und fragt danach, wie der Film unterschiedliche Positionen – Geflüchtete, Helfende, Grenzschützer und andere Beteiligte – sichtbar macht.
Darüber hinaus wird der Film in den politischen Kontext der Pushbacks an der EU-Außengrenze und der Grenzsituation zwischen Polen und Belarus eingeordnet. Die Arbeit verbindet dabei filmwissenschaftliche Ansätze mit politikwissenschaftlicher Bildtheorie und einer Betrachtung der polnischen Tradition engagierter Kunst.
Eine besondere Bedeutung kommt dem Białowieża-Wald zu. Er erscheint nicht lediglich als Schauplatz, sondern als Erfahrungs- und Konfliktraum, in dem sich humanitäre Verletzbarkeit, Grenzinfrastruktur und ökologische Fragen miteinander verbinden. Damit eröffnet der Film eine Perspektive, die die politische Grenzfrage mit der Frage nach dem Verhältnis von Mensch, Natur und europäischer Verantwortung verknüpft.
Abschließend betrachtet die Arbeit die Rezeption von Green Border in Polen und Deutschland sowie die politischen Debatten und Gegenkampagnen, die den Film begleiteten.
Die Arbeit zeigt, wie filmische Gestaltung politische Wahrnehmung verändern kann – und wie Green Border durch seine Verbindung von Ästhetik, Ethik und Ökologie zu einer kritischen Selbstprüfung Europas auffordert.
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- Xandra Fritz (Author), 2026, Ästhetik, Ethik und Ökologie im Film "Green Border" von Agnieszka Holland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1766160