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Spielen im Unterricht

Title: Spielen im Unterricht

Seminar Paper , 2003 , 24 Pages , Grade: 1

Autor:in: Katarina Michaele Raker (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Spielen im Unterricht – eine sinnvolle Unterrichtsmethode zur Förderung aktiver Lernprozesse oder ein Element der vielbelächelten „Kuschelpädagogik“? Diese Frage wird in der aktuellen pädagogischen Debatte – insbesondere nach PISA 2000 und PISA 2003 – häufig gestellt, wenn es um die Entwicklung von Schule und Unterricht geht. Dennoch ist diese Frage nicht neu – bereits zu Zeiten der ersten Reformansätze zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts setzte man sich intensiv mit den Grenzen und Chancen verschiedener Unterrichtsmethoden auseinander, darunter auch mit dem Spiel im Unterricht. Grenzen und Chancen – dass das Spiel im Unterricht als sinnvolle Unterrichtsmethode durchaus seine Grenzen hat, soll im Folgenden ein kurzer Erfahrungsbericht zeigen, der zugleich Anlass für diese Ausarbeitung war. Dass es jedoch auch anders sein kann, dass das Spiel im Unterricht durchaus bei entsprechender didaktischer Aufbereitung geeignet ist, um Lernprozesse anzuregen und zu fördern, soll im Anschluss dargestellt werden.

Spielen im Unterricht – ein negatives Beispiel:
Im Rahmen einer Hospitationsstunde in einer Grundschule beobachtete ich folgenden Unterrichtsablauf:
Die Lehrerin leitete ihre Mathematikstunde mit einem Spiel ein, indem sie einen großen Schaumstoffwürfel zur Verfügung stellte und die Zahl „eins“ an die Tafel schrieb. Die Kinder sollten nun jeweils würfeln und die gewürfelte Zahl zu der an der Tafel stehenden hinzuaddieren. Würfelte das erste Kind eine fünf, sollte es also eine sechs an die Tafel schreiben und den Würfel weitergeben. Das folgende Kind musste nun wiederum die gewürfelte Zahl zur sechs addieren und so weiter. Dieses Spiel mag einem auf den ersten Eindruck als durchaus geeignet erscheinen, um die Fähigkeit der Addition der Kinder zu festigen, jedoch gestaltet sich das Ganze als denkbar schwierig, wenn der dazu notwendige Zehnerübergang noch gar nicht eingeführt wurde. Bereits beim zweiten Würfeln ergab sich die Aufgabe 8+4 und sämtliche Kinder riefen die abwegigsten Zahlen wie 78, 54 oder 26 in die Klasse. Die Lehrerin wartete geduldig ab, bis sie glaubte, irgendwo eine „zwölf“ vernommen zu haben, und schrieb diese dann unter eindringlichem Lob an die Tafel. Das ging solange weiter, bis die Kinder begonnen, sich mit dem Würfel gegenseitig zu schlagen; erst dann brach sie das Spiel ab. Nach einer halben Stunde standen ganze vier Zahlen an der Tafel. Anlass genug, sich einmal eingehender mit dem Spiel als Unterrichtsmethode zu
beschäftigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Spielen im Unterricht–Sinn oder Unsinn? Eine Einleitung in das Thema

2. Begriffsklärung

2.1 Definition des Begriffs Spiel

2.2 Merkmale des Spiels

2.3 Ist das Spiel wirklich immer zweckfrei?

3. Drei Arten von Spielen:

3.1 Interaktionsspiele

3.2 Simulationsspiele

3.2 Szenisches Spiel und Theater

4. Spielen und Lernen

4.1 Die sozialintegrative Aufgabe des Klassenleiters

4.2 Spielen im Unterricht – Gründe dafür und Vorurteile dagegen

4.5 Warum wird so wenig im Unterricht gespielt?

4.6 Spielen in der Schule- zweckfrei oder verzweckt?

4.7 Spielen im Unterricht - Was muss ich als Lehrer beachten?

4.8 Checkliste zur Vorbereitung von Spielen:

4.9 Neun Tipps für Lehrer, eigene Hemmschwellen zu überwinden

5. Beispiel für Simulationsspiel: das Rollenspiel

5.1 Ziele des Rollenspiels

5.2 Spielanlässe

5.3 Spieltechniken

5.4 Ablaufschema

6. Spielen im Unterricht – abschließende Überlegungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Potenzial des Spiels als didaktisches Instrument im Unterricht, beleuchtet theoretische Grundlagen sowie praktische Herausforderungen und analysiert, wie durch gezielte Spielformen Lernprozesse nachhaltig angeregt und die Klassengemeinschaft gestärkt werden kann.

  • Theoretische Einordnung und Merkmale verschiedener Spielformen.
  • Unterscheidung zwischen Interaktionsspielen, Simulationsspielen und szenischem Spiel.
  • Pädagogischer Nutzen und Argumente für den Einsatz von Spielen im Schulalltag.
  • Didaktische Vorbereitung und Implementierung von Rollenspielen.
  • Praktische Tipps zur Überwindung von Hemmschwellen bei Lehrkräften.

Auszug aus dem Buch

Spielen im Unterricht – ein negatives Beispiel:

Im Rahmen einer Hospitationsstunde in einer Grundschule beobachtete ich folgenden Unterrichtsablauf:

Die Lehrerin leitete ihre Mathematikstunde mit einem Spiel ein, indem sie einen großen Schaumstoffwürfel zur Verfügung stellte und die Zahl „eins“ an die Tafel schrieb.

Die Kinder sollten nun jeweils würfeln und die gewürfelte Zahl zu der an der Tafel stehenden hinzuaddieren. Würfelte das erste Kind eine fünf, sollte es also eine sechs an die Tafel schreiben und den Würfel weitergeben. Das folgende Kind musste nun wiederum die gewürfelte Zahl zur sechs addieren und so weiter.

Dieses Spiel mag einem auf den ersten Eindruck als durchaus geeignet erscheinen, um die Fähigkeit der Addition der Kinder zu festigen, jedoch gestaltet sich das Ganze als denkbar schwierig, wenn der dazu notwendige Zehnerübergang noch gar nicht eingeführt wurde.

Bereits beim zweiten Würfeln ergab sich die Aufgabe 8+4 und sämtliche Kinder riefen die abwegigsten Zahlen wie 78, 54 oder 26 in die Klasse.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Spielen im Unterricht–Sinn oder Unsinn? Eine Einleitung in das Thema: Diese Einleitung reflektiert die Relevanz des Spiels im Unterricht angesichts aktueller pädagogischer Debatten und anhand eines kritischen Fallbeispiels.

2. Begriffsklärung: Das Kapitel erläutert die fehlende einheitliche Definition des Spielbegriffs in der Wissenschaft und definiert die wesentlichen Merkmale, die auf die meisten Spielformen zutreffen.

3. Drei Arten von Spielen: Hier erfolgt eine Kategorisierung in Interaktionsspiele, Simulationsspiele sowie szenisches Spiel nach dem Grad der Verregelung und den jeweiligen Spielzwecken.

4. Spielen und Lernen: Dieser Teil beleuchtet die positive Wirkung des Spiels auf die Klassengemeinschaft und das Lernen, geht aber auch auf Vorurteile und die didaktischen Anforderungen an die Lehrkraft ein.

5. Beispiel für Simulationsspiel: das Rollenspiel: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Anleitung zur didaktischen Gestaltung von Rollenspielen, inklusive konkreter Techniken und eines Ablaufschemas.

6. Spielen im Unterricht – abschließende Überlegungen: Das Fazit unterstreicht den hohen pädagogischen Wert des Spiels und plädiert für eine stärkere, gut durchdachte Integration in den Unterrichtsalltag.

Schlüsselwörter

Spiel, Unterrichtsmethode, Lernprozesse, Interaktionsspiele, Simulationsspiele, Rollenspiel, Klassengemeinschaft, Pädagogik, Didaktik, Spielregeln, soziale Handlungskompetenz, Grundschule, Lehrkraft, Motivation, schulisches Lernen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle und dem Nutzen des Spiels als Unterrichtsmethode zur Förderung von Lernprozessen und der sozialen Integration.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Begriffsdefinition, die Klassifizierung von Spielarten sowie die praktische Umsetzung didaktischer Spielformen im Schulkontext.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den pädagogischen Wert des Spiels herauszuarbeiten und Lehrkräften Hilfestellungen für die erfolgreiche Integration von Spielen in den Unterricht zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse pädagogischer Fachliteratur (u.a. Hilbert Meyer) sowie auf eigene Beobachtungen und Erfahrungsberichte aus der Schulpraxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Spielbegriffs, die Differenzierung von Spieltypen und die methodische Anleitung zur Durchführung von Rollenspielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Spielpädagogik, Unterrichtsmethode, Rollenspiel, soziale Handlungskompetenz und didaktische Aufbereitung charakterisiert.

Warum ist eine didaktische Aufbereitung beim Spiel im Unterricht notwendig?

Ohne didaktische Vorbereitung kann ein Spiel den Lernzielen entgegenlaufen oder zu Disziplinarproblemen führen, wie das angeführte Beispiel der Mathematikstunde verdeutlicht.

Welche Rolle spielt die Lehrkraft bei einem Rollenspiel?

Die Lehrkraft fungiert als Spielleiter, der für die Organisation, die Zielsetzung, die Einhaltung der Regeln und den notwendigen Reflexionsprozess verantwortlich ist.

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Details

Title
Spielen im Unterricht
College
University of Vechta  (Erziehungswissenschaften / Pädagogik)
Course
Proseminar: Grundformen des Unterrichts
Grade
1
Author
Katarina Michaele Raker (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V17662
ISBN (eBook)
9783638221795
Language
German
Tags
Spielen Unterricht Proseminar Grundformen Unterrichts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katarina Michaele Raker (Author), 2003, Spielen im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17662
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