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«Die Aufklärung geht Baden.»

Zur gesellschaftlichen Bedeutung deutscher Badeorte während der Aufklärung – am Beispiel des Badeortes Aachen

Título: «Die Aufklärung geht Baden.»

Tesis de Maestría , 2006 , 95 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Philippe Metzger (Autor)

Historia de Europa - Tiempos modernos, absolutismo, industrialización
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Kur- und Badeorte im 18. Jahrhundert – unter diesem Arbeitsthema soll in der vorliegenden Arbeit die gesellschaftliche Bedeutung solcher Orte am besonderen Beispiel der Reichsstadt Aachen und seiner Bäder untersucht werden.
Anliegen dieser Arbeit ist es, zwei bisher noch kaum zusammen untersuchte Themen in einen Kontext zueinander zu bringen: Bäder der Frühen Neuzeit und Aufklärung. Das 'Bad' in seiner historischen Entwicklung darf nicht nur, wie es bisher in der Forschung der Fall war, unter medizinhistorischen Aspekten, sondern soll auch als ein "sozialer Ort" der Aufklärung betrachtet werden und in seiner möglichen Funktion während der Aufklärung mit den anderen Formen von Soziabilität und 'Vergesellschaftung der Gesellschaft' – die in Universitäten, Akademien, Lesegesellschaften etc. Ausdruck fanden – verglichen werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Zur Forschung

A. Aufklärung und Geselligkeit im 18. Jahrhundert

1. Geselligkeit und Soziabilität

2. Aufklärung

3. Bürgertum

4. Orte und Organisation der Aufklärung

Akademien / Gesellschaften

Lese- und Schriftkultur

5. Öffentlichkeit – "ein kritischer Begriff"

B. Bad Aachen

1. Aachen im Ancien Régime

1.1 Politisch

1.2 Konfessionell

1.3 Wirtschaftlich

Zwischenresümee

2. Entwicklung des Bades Aachen

2.1 Von Rom zur Renaissance

2.2 Badeärzte – beginnender balneologischer Diskurs

2.2.1 Franciscus Blondel

2.3 Vom Thermalwasser zur Trinkkur

3. Städtebau für die Mode? – Ein neuer Badebezirk für ein neues Publikum

3.1 Der untere Quellbezirk 'Komphausbadstraße'

3.2 Der obere Quellbezirk am 'Hof'

3.3 Der Aufstieg zum 'Modebad'

Trinken

Baden

Was machte Aachen zum Modebad?

4. Aufklärung in Aachen

4.1 Zeitungslektüre in des "Gasconiers Caffeé-Haus"

4.2 "La Constance" – Die Loge in Aachen

4.3 Friedrich von der Trenck in Aachen

4.4 Der "Menschenfreund" (Trencks Wochenschrift)

4.4 Die 'Mäkelei' von 1786 als Zeichen für Aufklärung

5. Synthese: Die Aufklärung geht Baden.

5.1 Trinken am Brunnen

5.2 Der 'Spatziergang'

5.3 Tanzt Isaac von Lövenich mit Gräfin von Goltstein?

Resümee und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die gesellschaftliche Bedeutung von Kur- und Badeorten der Frühen Neuzeit unter dem Einfluss der Aufklärung, wobei Aachen als Fallbeispiel dient. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern Badeorte als "soziale Orte" und Räume ständeübergreifender Kommunikation funktionierten und wie sie sich in das Gefüge der aufklärerischen Soziabilität einordnen lassen.

  • Analyse des Bades Aachen als wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Akteur
  • Untersuchung der Bedeutung von balneologischen Diskursen und Kur-Infrastrukturen
  • Vergleich von Badeorten mit anderen Formen der aufklärerischen Vergesellschaftung (Logen, Kaffeehäuser, Lesekultur)
  • Beurteilung der Rolle von Schlüsselpersonen wie Franciscus Blondel und Friedrich von der Trenck

Auszug aus dem Buch

2.2 Badeärzte – beginnender balneologischer Diskurs

Auf den Humanismus und die mit ihm wieder entdeckte Antike folgte im 16. Jahrhundert die Renaissance und der Weg zur Naturforschung konnte so geebnet werden. Der Aufbau der Wissenschaften erfolgte nun auf den human und nicht länger theologisch begründeten Lehren.

Die gelehrte Auseinandersetzung mit der Wirkung des Wassers auf den menschlichen Organismus setzte im 15. Jahrhundert in Italien ein und erreichte zum Ende des Jahrhunderts auch den deutschen Raum. Maßgebliche Bedeutung für die schnellere und weitgehende Verbreitung der Forschungserkenntnisse hatte die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg im Jahr 1453.

Schon im frühen 16. Jahrhundert fanden sich in Aachen bedeutende Badeärzte, die sich wissenschaftlich mit der Wirkung des Wassers auf den menschlichen Körper auseinandersetzten.

Ruremundanus, Franciscus Fabricius Ruremundanus, brachte seine erste wissenschaftliche Veröffentlichung 1546 heraus und war damit wohl einer der ersten Autoren, die sich mit der Wirkung von Mineralbädern auf den Körper befassten. Er schilderte sie in seinem Werk 'De balneorum naturalium, praecipue eorum, quae sunt Aquisgrani et Porceti, natura et facultatibus, et qua ratione illis utendum sit, libellus perutilis, Coloniae Jasparus Gennepaeus'.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der gesellschaftlichen Bedeutung von Badeorten in der Frühen Neuzeit als Orte der Aufklärung.

Zur Forschung: Überblick über den Stand der sozialgeschichtlichen Forschung zu Badewesen, Aufklärung und bürgerlichem Wandel.

A. Aufklärung und Geselligkeit im 18. Jahrhundert: Theoretische Grundlegung der Begriffe Geselligkeit, Aufklärung, Bürgertum und Öffentlichkeit im Kontext der Frühen Neuzeit.

B. Bad Aachen: Detaillierte Betrachtung der politischen, konfessionellen und wirtschaftlichen Situation Aachens im 18. Jahrhundert.

1. Aachen im Ancien Régime: Analyse der städtischen Machtstrukturen, der konfessionellen Spannungen und der wirtschaftlichen Verhältnisse.

2. Entwicklung des Bades Aachen: Historischer Abriss der Aachener Badekultur von der Antike bis zum 18. Jahrhundert mit Fokus auf medizinische Diskurse.

3. Städtebau für die Mode? – Ein neuer Badebezirk für ein neues Publikum: Untersuchung der städtebaulichen Transformation und der Schaffung des neuen Kurbezirks.

4. Aufklärung in Aachen: Diskussion der Verbreitung aufklärerischen Gedankenguts durch Medien, Kaffeehäuser, Freimaurerlogen und politische Schriften.

5. Synthese: Die Aufklärung geht Baden.: Zusammenführende Betrachtung der Badeorte als Kommunikationsräume ständeübergreifender Interaktion.

Schlüsselwörter

Aufklärung, Bad Aachen, Badekultur, Soziabilität, Bürgertum, Kurort, Franciscus Blondel, Friedrich von der Trenck, Freimaurerei, Trinkkur, Öffentlichkeit, Stadtgeschichte, 18. Jahrhundert, Sozialgeschichte, ständeübergreifende Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Funktion von Badeorten in der Frühen Neuzeit als Zentren der Kommunikation und ihre Bedeutung innerhalb der Aufklärung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Sozialgeschichte des 18. Jahrhunderts, die Entwicklung der Balneologie, die Bedeutung städtischer Architektur für soziale Prozesse sowie die Rolle von Kommunikationsmedien wie Zeitungen und Logen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Kurort Aachen als einen "sozialen Ort" der Aufklärung zu definieren und aufzuzeigen, wie sich hier Adlige und bürgerliche Schichten im Rahmen von Kuraufenthalten begegneten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine sozialgeschichtliche Untersuchung, die einen mikrohistorischen Ansatz wählt, um anhand von Quellen wie Reisetagebüchern, Bäderlisten und zeitgenössischen Schriften lokale Entwicklungen zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ausgangslage Aachens im Ancien Régime, die Entwicklung der medizinischen Badekultur, die städtebauliche Neuausrichtung des Kurbezirks sowie die konkreten Verbreitungsorte aufklärerischer Ideen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind u.a. Aufklärung, Bad Aachen, Badekultur, Soziabilität, Freimaurerei, ständeübergreifende Kommunikation und bürgerliche Öffentlichkeit.

Welche Rolle spielte Franciscus Blondel für das Aachener Badewesen?

Als Stadtarzt und Autor balneologischer Standardwerke war er maßgeblich dafür verantwortlich, Aachen als modernen Kurort zu etablieren und die Trinkkur als wirtschaftlich und therapeutisch bedeutsam zu propagieren.

Warum war die "Mäkelei" von 1786 ein Zeichen für den Wandel?

Der politische Verfassungsstreit wird in der Arbeit als Symptom für den Konflikt zwischen überkommenen, ständischen Strukturen und dem aufstrebenden, aufgeklärten Wirtschaftsbürgertum gedeutet, das eine stärkere Beteiligung an der Stadtverwaltung forderte.

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Detalles

Título
«Die Aufklärung geht Baden.»
Subtítulo
Zur gesellschaftlichen Bedeutung deutscher Badeorte während der Aufklärung – am Beispiel des Badeortes Aachen
Universidad
RWTH Aachen University  (Historisches Seminar)
Calificación
2,0
Autor
Philippe Metzger (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
95
No. de catálogo
V176636
ISBN (Ebook)
9783640979905
ISBN (Libro)
9783640979837
Idioma
Alemán
Etiqueta
aufklärung baden bedeutung badeorte aufklärung beispiel badeortes aachen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Philippe Metzger (Autor), 2006, «Die Aufklärung geht Baden.», Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176636
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