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„Die schärfste Waffe der Partei“ – Der medienpolitische Machtapparat der SED

Eine herrschaftspolitische Analyse

Título: „Die schärfste Waffe der Partei“ – Der medienpolitische Machtapparat der SED

Trabajo Escrito , 2010 , 27 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: M.A. Jonas Kirstein (Autor)

Política - Sistema político de Alemania
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„Unsere Presse - Die schärfste Waffe der Partei“ lautete der auf Lenin zurückgehende,programmatische Leitspruch der ersten Konferenz des SED-Parteivorstandes im Februar 1950 über die Aufgabe der Presse. Gemäß diesem medienpolitischen Dogma fungierten die Medien in Anlehnung an Lenins Pressetheorie als kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator. Die Massenmedien hatten nach kommunistischem Selbstverständnis die Aufgabe „das Wort der Partei in die Massen zu
tragen“ und eine „politische Überzeugungs- und Erziehungsarbeit“ zu leisten. Um diese vorgegebenen medienpolitischen Funktionen erfüllen zu können, wurden die Presse und im Folgenden der Hörfunk und das Fernsehen von der SED zentral gelenkt und kontrolliert. Die Medien galten daher als eines der wichtigsten Herrschaftsinstrumente der SED. Diesen medienpolitischen Machtapparat der SED gilt es in der hier vorliegenden Arbeit zu analysieren.Die Arbeit kommt dementsprechend
den zentralen Fragestellungen nach, durch welche theoretischen und rechtlichen Grundlagen, durch welche Institutionen und Einrichtungen und durch welche weiteren Reglementierungen und Mechanismen die SED ihre medienpolitische „Informationsdiktatur“ organisieren und aufrecht erhalten konnte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Medienpolitik

2.1 Theoretische Grundlagen: Medienkonzeptionen im Sozialismus

2.2 Rechtliche Grundlagen

2.2.1 „Sozialistische Pressefreiheit“ in der Verfassung

2.2.2 Das Strafgesetzbuch

3. Der Aufbau des medienpolitischen Machtapparats

3.1 Kontrolle und Lenkung der Medien in der SBZ

3.2 Die institutionelle Organisation des medienpolitischen Machtapparats der SED

4. Die Rolle des MfS bei der Durchsetzung der Medienpolitik

5. Journalismus in der DDR

5.1 Der sozialistische Journalist - Ein ,,Funktionär der Arbeiterklasse"

5.2 Die Journalistische Ausbildung

5.3 Der Verband der Journalisten

5.4 Presseanweisungen und Sprachregelungen

6. Westmedien

7. Schlussbetrachtung

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert den medienpolitischen Machtapparat der SED in der DDR mit dem Ziel aufzuzeigen, durch welche theoretischen, rechtlichen und institutionellen Mechanismen die Partei ihre "Informationsdiktatur" organisieren und aufrechterhalten konnte.

  • Die theoretischen Grundlagen der sozialistischen Pressetheorie nach Lenin.
  • Die rechtliche Fixierung der Medienkontrolle durch Verfassung und Strafgesetzbuch.
  • Die institutionelle Struktur der Medienlenkung und die Rolle des MfS.
  • Das Selbstverständnis und die Ausbildung des sozialistischen Journalisten.
  • Der Umgang der SED mit dem Einfluss westlicher Medien.

Auszug aus dem Buch

3.1 Kontrolle und Lenkung der Medien in der SBZ

Die sowjetische Besatzungsmacht drang direkt nach Kriegsende ab 1945 auf die Installation eines einheitlichen und zentral gesteuerten Nachrichtenmonopols zwecks Kontrolle und Lenkung der Medien. Die Implementierung eines medienpolitischen Machtapparats zum Schutze sozialistischer Interessen war somit das Hauptmerkmal der Medienpolitik der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD). Schon in der Moskauer Emigration hatte die KPD-Führung besonderen Wert auf die zukünftige Medienpolitik und die Besetzung der wichtigsten Posten mit qualifizierten und loyalen Parteikadern gelegt. Die KPD/SED konnte durch Hilfe der SMAD nach Kriegsende von Beginn an eine Dominanz in der Presse- und Rundfunklandschaft ausüben. Dies geschah bezüglich der Printmedien durch die Zuteilung von Lizenzen, die für den Vertrieb erforderlich waren, durch die Erteilung von Druckgenehmigungen oder Papierzuteilungen. Mit dem SMAD-Befehl 29 „Über die Tätigkeit der Sektion Propaganda und Zensur der Politischen Abteilung der Sowjetischen Militäradministration“ wurde 1945 eine Zensurbehörde institutionalisiert und die SMAD konnte somit die Printmedien durch eine strenge Vor- und Nachzensur steuern und kontrollieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das medienpolitische Dogma der SED und umreißt die Fragestellung nach den Instrumenten der "Informationsdiktatur" in der DDR.

2. Grundlagen der Medienpolitik: Dieses Kapitel erläutert die marxistisch-leninistische Medientheorie sowie die rechtliche Absicherung der Medienkontrolle durch Verfassungsartikel und das Strafgesetzbuch.

3. Der Aufbau des medienpolitischen Machtapparats: Hier wird die Entwicklung der Kontrollstrukturen von der sowjetischen Besatzungszone bis hin zur institutionellen Ausgestaltung des Machtapparats nach 1949 analysiert.

4. Die Rolle des MfS bei der Durchsetzung der Medienpolitik: Das Kapitel beleuchtet, wie das Ministerium für Staatssicherheit durch Überwachung der Redaktionen und operative Eingriffe die Medienpolitik absicherte.

5. Journalismus in der DDR: Diese Sektion untersucht das Rollenbild des Journalisten als Funktionär der Partei, die ideologische Ausbildung und die Mechanismen der Sprachregelung.

6. Westmedien: Es wird der Einfluss westlicher Medien auf die DDR-Bevölkerung und die defensiven Reaktionen der SED darauf thematisiert.

7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einem Vergleich des SED-Medienapparats mit dem nationalsozialistischen System unter dem Aspekt totalitärer Medienlenkung.

8. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

DDR, SED, Medienpolitik, Informationsdiktatur, Propaganda, Agitation, Medienkontrolle, Ministerium für Staatssicherheit, Journalismus, Sozialistische Pressefreiheit, Zensur, Westmedien, Totalitarismus, Lenkung, Presseanweisungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die SED mittels eines ausgeklügelten Machtapparats die Kontrolle über die Massenmedien in der DDR erlangte und sicherstellte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der sozialistischen Presse, die institutionelle Kontrolle durch Partei und Stasi, die Rolle des Journalisten sowie die Auseinandersetzung mit westlichen Medien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die Analyse der Mechanismen und Strukturen, durch die die SED ihre "Informationsdiktatur" in der DDR etablieren und aufrechterhalten konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine herrschaftspolitische Analyse, die theoretische Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen und institutionelle Machtstrukturen vergleichend betrachtet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entwicklung der Medienlenkung von der SBZ bis zur DDR-Staatlichkeit, die Rolle des MfS bei der Überwachung, die Ausbildung der Journalisten und die Praxis der Presseanweisungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "Informationsdiktatur", "Parteinahme", "Nachzensur", "Medienmonopol" und die "Schere im Kopf" der Journalisten.

Wie ging die SED mit der Konkurrenz westlicher Medien um?

Die SED versuchte zunächst mit aktiven Störmaßnahmen und Eindämmung zu reagieren, agierte jedoch ab den 1970er Jahren zunehmend defensiv, da ein vollständiges Verbot elektronischer Medien nicht durchsetzbar war.

Welche Ähnlichkeiten sieht der Autor zwischen SED und NS-Staat in Bezug auf die Medien?

Der Autor stellt frappierende methodische Parallelen bei der Medienlenkung und der Unterdrückung der Meinungsfreiheit fest, betont jedoch, dass ein Vergleich keine Gleichsetzung der beiden Diktaturen bedeutet.

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Detalles

Título
„Die schärfste Waffe der Partei“ – Der medienpolitische Machtapparat der SED
Subtítulo
Eine herrschaftspolitische Analyse
Universidad
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Sozialwissenschaften - Bereich Politikwissenschaft)
Calificación
1,7
Autor
M.A. Jonas Kirstein (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
27
No. de catálogo
V176717
ISBN (Ebook)
9783640981373
ISBN (Libro)
9783640981595
Idioma
Alemán
Etiqueta
DDR SED Medienpolitik medienpolitischer Machtapparat Medienanleitung Medienkontrolle Journalismus DDR Westmedien
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M.A. Jonas Kirstein (Autor), 2010, „Die schärfste Waffe der Partei“ – Der medienpolitische Machtapparat der SED, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176717
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