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Gote und Got in Heinrich von Veldekes 'Eneasroman'

Title: Gote und Got in Heinrich von Veldekes 'Eneasroman'

Term Paper , 2011 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Elisabeth Esch (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Da der mittelalterliche Autor Heinrich von Veldeke für seinen Antikenroman den altfranzösischen anonymen ‚Roman d’Eneas’, welcher wiederum als Quelle das lateinische Werk ‚Aeneis’ von Vergil, als Vorlage nutzte, stellt sich die Frage, wie Heinrich, angesichts seines christlichen Hintergrundes, die polytheistische Weltanschauung der Antike darstellt, ohne dabei seine Glaubwürdigkeit zu verlieren und gleichzeitig dem Roman seinen Sinn nicht zu entrauben. Im Folgenden wird versucht zu erörtern, wie Heinrich die römische Mythologie im christlichen Mittelalter darstellt und ob sich Unterschiede oder Berührungspunkte zu Vergil bei ihm finden. Zunächst wird allgemein auf die antike und die christliche Gottesvorstellung im Mittelalter eingegangen, wobei dies nur ein Aufriss sein kann, weil es sonst den Umfang der Arbeit überschreiten würde. Anschließend wird das Problem, vor dem Heinrich von Veldeke bei seinem Roman steht, genauer erläutert. Es wird auf die gote eingegangen, zusammenhängend mit ihren Befehlen für die Menschen und den Gesprächen untereinander. Zusätzlich wird das Phänomen beleuchtet, dass im ‚Eneasroman’ an manchen Stellen nur ein got angerufen wird. Abschließend wird das zweite Geschlechterregister behandelt, welches sich nicht bei Vergil findet, ausgehend von seiner Funktion im Roman.

Note: 1,0 !

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Göttervorstellungen

2.1. Die antike Göttervorstellung

2.2. Das christliche Gottesverständnis im Mittelalter

3. Problematik bei der Übernahme antiker Stoffe vor dem christlichen Hintergrund im Mittelalter

4. Gote in Heinrich von Veldekes „Eneasroman“

4.1. Über die erwähnten Götter

4.2. Die Götterbefehle

4.3. Die Göttergespräche

5. Got in Heinrich von Veldekes „Eneasroman“

6. Das zweite Geschlechterregister

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Heinrich von Veldeke in seinem „Eneasroman“ die antike, polytheistische Götterwelt mit dem christlichen Gottesverständnis des Mittelalters in Einklang bringt und dabei die Authentizität seiner Vorlage wahrt.

  • Transformation antiker Mythologie im mittelalterlichen Kontext
  • Die Darstellung von Göttern (Gote) und dem christlichen Gott (Got)
  • Methoden der Adaption antiker Stoffe durch Allegorisierung und Rationalisierung
  • Die Rolle der Götterbefehle und Göttergespräche im Handlungsverlauf
  • Heilsgeschichtliche Deutung durch das zweite Geschlechterregister

Auszug aus dem Buch

4.1. Über die erwähnten Götter

Heinrich erwähnt in seinem Antikenroman viele Götter: „Juno, Diana, Mars, Neptun, Pallas Athene, Aeolus, Phoebus, Fortuna, Proserpina und Rhadamanthus.“42 Vênûs diu gotinne, diu frowe is uber due minne (Eneasroman 18,15 - 1643), ist die Mutter von Eneas und Cupidó [und Amôr] sîn[e] brûder (ER 18, 18). Daran lässt sich erkennen, dass er von der gote geslebte geboren (ER 18,13). Aus diesem Grund sind die Götter aus Heinrichs ‚Eneasroman‘ nicht wegzudenken und ihnen muss eine besondere Relevanz zugesichert werden.44 Wegen der Verwandtschaftsverhältnisse spielen gerade Venus, Amor und Cupido im mittelalterlichen Werk eine besondere Rolle. Sie werden von Heinrich nicht nur erwähnt, sind auch „handlungsbestimmende Figuren“45 46 Allerdings „erscheint [das Handeln der Göttin Venus bei der Liebe Didos zu Eneas] erst in Verbindung mit der im zwischenmenschlichen Bereich abspielenden Reaktion verständlich und auch möglich.“47 Da die Minne rational nicht erklärbar ist, sucht der Liebende den Grund in „den mythologischen Bildern, die die Antike [darbietet] [...], von Venus, Amor und Cupido.“48 Sie werden „der Minne-Idee untergeordnet.“49 Dadurch gelingt Heinrich ein Ansatz, die heidnische Götterwelt mit dem christlichen Hintergrund zu verknüpfen, ohne dabei seinen Glauben zu verraten.50 Eneas sagt von sich selbst, dass seine Mutter gleichzeitig die Göttin der Minne und somit verantwortlich für seine Gefühle ist (vgl. ER 295 29 - 34). Durch die Allegorisierung „raubt [Heinrich den Liebesgöttern] [...] jedoch nicht das mythologische Fundament“51 sondern sie werden „mittelalterlich rationalisiert.“52 Sie bestimmen die Handlung. Das zeigt sich beispielsweise „in der Liebesweckung der Dido oder durch die Beschaffung von Waffen und Rüstung in Eneas’ Bedrängnis.“53 Zusätzlich geriet [Vênûs] (ER 63, 23) seinen Sohn mit Dido zu schlafen.54

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Forschungsfrage, wie Heinrich von Veldeke die antiken Götter im „Eneasroman“ vor dem christlichen Hintergrund des Mittelalters darstellt.

2. Göttervorstellungen: Es wird ein grundlegender Vergleich zwischen der antiken polytheistischen Götterwelt und dem christlichen, monotheistischen Gottesverständnis des Mittelalters gezogen.

3. Problematik bei der Übernahme antiker Stoffe vor dem christlichen Hintergrund im Mittelalter: Dieses Kapitel erörtert die Herausforderungen für mittelalterliche Autoren bei der Adaption antiker Stoffe und stellt Methoden wie Allegorisierung und Euhemerismus vor.

4. Gote in Heinrich von Veldekes „Eneasroman“: Der Autor untersucht detailliert die Rolle, Funktionen und die Rationalisierung der antiken Götterfiguren in Veldekes Roman.

5. Got in Heinrich von Veldekes „Eneasroman“: Hier wird der gezielte Einsatz des Begriffs „Got“ im Singular analysiert, um christliche Momente in das Werk zu integrieren.

6. Das zweite Geschlechterregister: Es wird gezeigt, wie Veldeke durch ein spezifisches Stammbaumregister eine heilsgeschichtliche Verbindung zwischen der Antike und dem Christentum schafft.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Heinrich von Veldeke erfolgreich eine Brücke zwischen antiken Stoffen und christlichem Weltbild geschlagen hat, ohne die mythologische Herkunft zu zerstören.

Schlüsselwörter

Eneasroman, Heinrich von Veldeke, antike Götterwelt, mittelalterliches Christentum, Minne, Literaturadaption, Heilsgeschichte, Allegorisierung, Rationalisierung, Gote, Got, Polytheismus, Monotheismus, Vergil, Roman d’Eneas.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie der mittelalterliche Dichter Heinrich von Veldeke antike, polytheistische Stoffe in seinem „Eneasroman“ in ein christliches Weltbild integriert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Aufeinandertreffen von antiker Mythologie und christlicher Lehre, die Interpretation von Götterdarstellungen sowie die literarische Technik der Adaption.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Veldeke die antiken Götter „christlich“ interpretierbar macht, ohne deren ursprüngliche Erzählkraft und das heidnische Fundament des Eneas-Stoffes aufzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse unter Berücksichtigung des historischen und geistesgeschichtlichen Kontexts des 12. Jahrhunderts.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Göttervorstellungen, die spezifischen Götterfiguren im Roman, deren Götterbefehle und Göttergespräche sowie die Bedeutung des christlichen Gottesbegriffs und der Geschlechterregister.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Eneasroman, Heinrich von Veldeke, christliche Adaption, heidnische Götterwelt, Rationalisierung und Heilsgeschichte.

Wie unterscheidet sich die Rolle von Venus im Eneasroman von der antiken Vorlage?

Heinrich von Veldeke rationalisiert Venus, indem er sie stark an das Konzept der „Minne“ bindet, wodurch sie eher psychologisch-handlungsleitend als im klassischen Sinne göttlich-autonom wirkt.

Warum fügt der Autor ein zweites Geschlechterregister ein?

Das Register dient als heilsgeschichtlicher Ausblick, der Eneas als Vorläufer des christlichen Herrschers (Augustus) positioniert und das Werk somit in den christlichen Heilsplan einbettet.

Was bedeutet der Einsatz von „Got“ im Singular im Roman?

Der Einsatz von „Got“ markiert „monotheistische Momente“, mit denen Veldeke den heidnischen Kontext punktuell christlich überformt, um eine Akzeptanz beim zeitgenössischen Publikum zu erreichen.

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Details

Title
Gote und Got in Heinrich von Veldekes 'Eneasroman'
College
University of Cologne  (Deutsche Sprache und Literatur I)
Course
Heinrich von Veldeke- Eneasroman
Grade
2,0
Author
Elisabeth Esch (Author)
Publication Year
2011
Pages
20
Catalog Number
V176759
ISBN (eBook)
9783640981915
ISBN (Book)
9783640982288
Language
German
Tags
Heinrich Heinrich von Veldeke Eneasroman Gottesverständnis Antike zweites Geschlechterregister Götterbefehl römische Mythologie Got Gote Problematik bei der Übernahme antiker Stoffe vor dem christlichen Hintergrund im Mittelalter Zweiquellentheorie
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GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elisabeth Esch (Author), 2011, Gote und Got in Heinrich von Veldekes 'Eneasroman', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176759
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