Satzinterne Großschreibung


Essay, 2011

11 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit

2. Das lexikalische Wortartenprinzip
2.1. Kritische Auseinandersetzung

3. Das syntaktische Prinzip
3.1. Kritische Auseinandersetzung

4. Fazit

5. Anhang

6. Literaturverzeichnis

1. Gegenstand und Zielsetzung der Arbeit

Das deutsche Schriftsystem grenzt sich unter anderem mit einer bestimmten Besonderheit von vielen anderen Sprachen ab. Es verfügt über eine satzinterne Großschreibung, bei der in diversen Fällen der initiale Buchstabe großgeschrieben wird. Dies „gilt als schwer zu [er]lernen und unsystematisch.“ (Primus, 2010: 30) Im gegenwärtigen System herrschen zwei Annahmen, die sich mit diesem Problem auseinandersetzen. Zum einen wird das lexikalische Wortartenprinzip vertreten, welches grundsätzlich besagt, dass alle Substantive initial großgeschrieben werden. Zum anderen greift das syntaktische Prinzip, welches allgemein bestimmt, dass jeder Kopf einer Nominalphrase großgeschrieben wird. Im Folgenden werde ich auf diese zwei Regelungen eingehen und sie kritisch beleuchten.

2. Das lexikalische Wortartenprinzip

Die Duden- Rechtschreibung geht bei der Regelung der initialen Groß- und Kleinschreibung in der deutschen Sprache nach dem lexikalischen Wortartenkonzept. Es besagt, dass Wortarten Lexemklassen[1] bilden (vgl. Primus 2010: 30). Lexemklassen werden mithilfe der „Fünf- Wortarten- Lehre“[2] nach Hans Glinz bestimmt. Nach diesem Modell besteht die Wortart der Substantive aus Lexemen, die flektierbar und deklinierbar sind und zudem ein festes Genus besitzen (vgl. Linke/ Nussbaumer/ Portmann 2004: 82). Nach dem lexikonbasierten Wortartenkonzept wird nur die Lexemklasse der Substantive großgeschrieben (vgl. Primus 2010: 30). Substantive werden demnach nur nach ihrer lexikalisch- morphologischen Seite definiert (vgl. Fuhrhop 2005: 40). Ihre „tatsächliche syntaktische Verwendung wird nicht berücksichtigt“ (Primus 2010: 30). Folglich werden bei diesem Ansatz die Substantive nach ihren Eigenschaften und nicht nach ihrem Gebrauch gekennzeichnet. Jedoch sind beide Komponenten, die lexikalische wie auch die syntaktische, wichtig um eine adäquate Anwendung der Wörter in einer konkreten syntaktischen Umgebung zu gewährleisten (vgl. Fuhrhop 2009: 40).

Nachfolgend werde ich einen groben Überblick über die Duden- Regelung bei der Groß- und Kleinschreibung geben.

Die Duden- Rechtschreibung besagt, dass grundsätzlich alle Substantive, Eigennamen und der Anfang eines Satzes großgeschrieben werden (vgl. Duden 2009: 56). Es werden mehrere Regeln aufgestellt, die diese Grundregel weiter erläutern und Ausnahmen der Regel werden gekennzeichnet. Zunächst wird die Großschreibung von Substantiven im Allgemeinen, Eigennamen und ehemaligen Substantiven erklärt.[3] Lexeme, die aus Substantiven entstanden sind, werden kleingeschrieben und „aus Substantiven entstandene Verbzusätze werden auch in getrennter Wortstellung kleingeschrieben.“ (Duden 2009: 58) Im Folgenden befasst sich der Duden mit der Groß- und Kleinschreibung bei Lexemen, die keine Substantive sind, aber als solche gebraucht werden.[4] Adjektive, Infinitive Partizipien, Pronomen, Adverbien und Präpositionen, die substantiviert sind, sowie feste Wortgruppen, werden in der Regel großgeschrieben. Dagegen werden „feste adverbiale Wendungen aus Präposition und artikellosem, nicht dekliniertem Adjektiv“ (Duden 2009: 58) kleingeschrieben. Zudem wird in der Duden- Rechtschreibung definiert, dass sowohl Grundzahlen, als auch Bruchzahlen und Ordnungszahlen, die als Substantiv genutzt werden, großgeschrieben werden. Ansonsten werden alle „Grundzahlen unter einer Million kleingeschrieben.“ (Duden 2009: 60 f.) Im weiteren Verlauf werden Regeln der Groß- und Kleinschreibung bei der Anrede[5], sowie bei Namen und Titeln[6] definiert. Die höflichen Anredeformen werden im Gegensatz zu den vertraulichen mit den entsprechenden Flexionsformen großgeschrieben.[7] Der Anfangsbuchstabe eines Titels in jeglicher Form, einer Überschrift oder eines Namens und die dazugehörigen Adjektive und Zahlwörter, wird groß geschrieben. Eine Ausnahme bilden hier Wortgruppen, die manchmal als feststehender Name angesehen werden. Zusätzlich werden „von Personennamen abgeleitete Adjektive [...] kleingeschrieben, wenn sie nicht Teil eines Namens sind.“ (Duden 2009: 65) Zum Schluss wird sowohl die Großschreibung an Satzanfängen[8], als auch von Einzelbuchstaben und Abkürzungen[9] erläutert. Außer nach einem Kolon, bei dem entweder groß- oder kleingeschrieben werden darf, ist die Großschreibung an Satzanfängen adäquat geregelt (vgl. Duden 2009: 56- 66).

[...]


[1] „Ein Lexem ist [...] eine Zusammenfassung [...] verschiedener syntaktischer Wörter, die [...] wesentliche [Merkmale] gemeinsam haben.“ (Linke/ Nussbaumer/ Portmann 2004: 63)

[2] Vgl. Schema des Fünf- Wortarten- Prinzip nach Glinz im Anhang

[3] Die vollständige Regel befindet sich in der Duden- Rechtschreibung unter den Bestimmungen K 67- 71.

[4] Die vollständige Regel befindet sich in der Duden- Rechtschreibung unter den Bestimmungen K 72- 82.

[5] Die vollständige Regel befindet sich in der Duden- Rechtschreibung unter den Bestimmungen K 83- 85.

[6] Die vollständige Regel befindet sich in der Duden- Rechtschreibung unter den Bestimmungen K 86- 91.

[7] Unter den höflichen Anredeformen wird die 3. Person Plural der Personalpronomen verstanden. Die 2. Person Singular der Personalpronomen gilt als die „vertrauliche“ Anredeform.

[8] Die vollständige Regel befindet sich in der Duden- Rechtschreibung unter den Bestimmungen K 92- 96.

[9] Die vollständige Regel befindet sich in der Duden- Rechtschreibung unter der Bestimmung K 97.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Satzinterne Großschreibung
Hochschule
Universität zu Köln  (Deutsche Sprache und Literatur I)
Veranstaltung
Einführung in die Graphematik
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V176766
ISBN (eBook)
9783640981984
ISBN (Buch)
9783640982233
Dateigröße
793 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachwissenschaft, Graphematik, Duden, Großschreibung, Kleinschreibung, Lexikalisches Wortartenprinzip, Syntaktisches Prinzip, Satzinterne Großschreibung
Arbeit zitieren
Elisabeth Esch (Autor), 2011, Satzinterne Großschreibung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176766

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