Die vorliegende Arbeit untersucht E. T. A. Hoffmanns Erzählung "Die Bergwerke zu Falun" im Hinblick auf Grenzüberschreitungen und Raumsemantik. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Bergwerk als semantischer Grenzraum zwischen Oberfläche und Tiefe gestaltet wird und welche Auswirkungen diese Raumordnung auf den Protagonisten Elis Fröbom hat.
Analysiert werden insbesondere die Gegensätze zwischen der hellen, gesellschaftlich geordneten Oberwelt und der dunklen, von Imagination, Verführung und verborgener Erkenntnis geprägten Tiefenwelt. Dabei zeigt sich, dass Elis’ Abstieg in das Bergwerk nicht nur eine räumliche Bewegung darstellt, sondern zugleich mit einer zunehmenden Veränderung seiner Wahrnehmung, Identität und Zugehörigkeit verbunden ist. Die zunächst bedrohliche Tiefe entwickelt sich für ihn immer stärker zu einem Ort der Faszination und inneren Berufung.
Darüber hinaus wird die Grenzüberschreitung im Zusammenhang mit dem serapiontischen Prinzip betrachtet. Dabei wird deutlich, dass Elis an der Balance zwischen innerer Vision und äußerer Wirklichkeit scheitert. Statt seine innere Wahrnehmung mit der Außenwelt zu verbinden, verliert er sich zunehmend in der Welt der Tiefe. Die Arbeit zeigt damit, wie Hoffmann räumliche Gegensätze nutzt, um zentrale romantische Spannungen zwischen Wirklichkeit und Imagination, Bewusstsein und Unbewusstem sowie gesellschaftlicher Ordnung und innerer Sehnsucht darzustellen.
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- Anonym (Autor:in), 2026, Grenzüberschreitung in "Die Bergwerke zu Falun" von E.T.A. Hoffmann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1768122