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Auslegung von Gen 11,1-9: Der Turmbau zu Babel

Titel: Auslegung von Gen 11,1-9:  Der Turmbau zu Babel

Essay , 2011 , 5 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Kjell Ostenrath (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einleitung
In der Perikope Gen 11,1-9 berichtet der Jahwist von einem Turmbau in der Stadt Babel, welche sich im Land Schinar befindet. Das vorhergehende Kapitel Gen 10 nimmt Bezug auf die Nachkommen Noachs und der mit ihnen verbundenen Abstammung der Geschlechter sowie ihre Ausbreitung im Zweistromland Mesopotamiens nach der großen Sintflut. Zu Anfang der Perikope Gen 11,1-9 wird dem Leser berichtet, dass alle Menschen die gleiche Sprache hatten und von dieser Gebrauch machten. Desweiteren wird vom Verfasser darauf hingewiesen, dass die Menschen aus östlicher Richtung kamen und eine Ebene im Land Schinar vorfanden, wo sie sich ansiedelten. Dort angekommen, fertigten sie zu allererst Lehmziegel und brannten sie zu Backsteinen. Nach deren Herstellung fassten die Menschen den Entschluss, eine Stadt zu bauen mit einem Turm, dessen Spitze bis in den Himmel ragen sollte, um sich damit einen großen Namen zu machen. Als der Herrgott dieses Bauvorhaben sah, stieg er vom Himmel herab, um Stadt und Turm zu besichtigen. Dabei stellte er fest, dass die Menschen aus einem einzigen Volk bestanden und eine einzige Sprache besaßen und sich somit erst am Anfang ihres Wirkens auf der Erde befanden. Zudem kam er zu der Erkenntnis, dass die Menschheit in Zukunft in der Lage sein würde, alle ihre Vorhaben in die Tat umzusetzen, auch scheinbar Unerreichbares. Daraufhin stieg er ein zweites Mal herab mit dem Vorhaben, die menschliche Sprache so zu verwirren, dass keiner den anderen mehr verstehen könne. Die Perikope schliesst - nach der Sprachverwirrung durch Gott - mit der Zerstreuung der Menschheit auf die gesamte Erde, sodass der Turmbau nicht weiter fortgesetzt werden konnte. In der vorliegenden Perikope soll nun der Frage nachgegangen werden, welche Bedeutung dem Turmbau mit der anschliessenden Sprachverwirrung zukommt, und welche Konsequenzen sich aus dieser Symbolik mit einer Übertragung in moderne Zeiten ableiten lassen. Anhand einer narrativen Analyse, mittels textkritischer Methodik und einer Begriffsanalyse, welche ausgewählte Begriffe auf ihre Bedeutung hin beleuchtet bzw. einer Motivanalyse, welche die im Text auffallende göttliche Sanktionierung, der Sprachverwirrung, untersucht, soll der Versuch unternommen werden, die Perikope aus dem ersten Buch Mose exegetisch zu deuten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Perikope Gen 11,1-9 exegetisch zu deuten, um die Bedeutung des Turmbaus sowie der anschließenden Sprachverwirrung zu erschließen und deren Symbolik auf die heutige Zeit zu übertragen.

  • Narrative Analyse der Erzählstruktur
  • Begriffs- und Motivanalyse der zentralen Elemente
  • Symbolik von Stadt Babel und Turm
  • Historischer Kontext des Babylonischen Exils
  • Transfer der biblischen Exempel in die moderne Zeit

Auszug aus dem Buch

Die narrative Anordnung der Verse 1-9

Die narrative Analyse zeigt eine auffällige Form der Anordnung der Verse 1-9 innerhalb der Perikope: eine Gegensätzlichkeit von Anfang und Schluß. In Vers 1 haben alle Menschen auf der Erde die gleiche Sprache, gebrauchen sie und verstehen einander. Im Schlußvers 9 hat Gott die Sprache der Menschen auf der Erde verwirrt; keiner versteht den anderen mehr. Die Ereignisse, welche sich zwischen Anfang und Schluss zutragen, haben die Verwirrung der Sprache zur Konsequenz. Sie sind in zwei Teilen aufgebaut, die einander gegenübergestellt werden können. Im ersten Teil (V. 2-4) sind die Hauptakteure die Menschen, von deren Handeln und Reden berichtet wird; im zweiten Teil, ab Vers 5-8, ist Gott der Protagonist, der handelt und spricht.

Diese Anordnung wird durch die Verse 1 und 9 deutlich eingerahmt. Der ursprüngliche Zustand aus Vers 1 wird durch die Handlung der Menschen und die darauffolgende Intervention durch den Herrgott gegen das menschliche Bauvorhaben in einen gegenwärtigen Zustand (V. 9) gewandelt. Dabei kommt es zu keinem Wortwechsel oder Wechselgeschehen zwischen Gott und den Menschen, sondern beide Geschehnisse bleiben unabhängig voneinander in zwei Teilen nebeneinander bestehen. Konkret dargestellt werden diese zwei Teile zum einen in den Versen 3-4, also im Entschluss der Menschen zur Herstellung von Backsteinen und Mörtel und der Ausführung des Bauvorhabens von Stadt und Turm, das zwar nicht explizit beschrieben wird, aber dennoch laut Vers 5 vorausgesetzt werden muss; zum anderen im Entschluss Gottes in Vers 5-7, zu den Menschen herabzusteigen und die menschliche Sprache irreversibel zu verwirren mit der sich daran anschließenden Ausführung, die im Vers 8 beschrieben wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die biblische Perikope Gen 11,1-9 ein, skizziert den erzählerischen Rahmen und definiert die methodische Vorgehensweise zur exegetischen Deutung.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die narrative Struktur, die ätiologische Bedeutung der Erzählung sowie die symbolische Aufladung der zentralen Begriffe „Stadt Babel“ und „Turm“ im historischen Kontext.

3. Schluss: Der Schluss fasst die Bedeutung des Motivs der Sprachverwirrung zusammen und reflektiert über die menschliche Schuld sowie die zivilisatorischen Aspekte der Erzählung.

Schlüsselwörter

Gen 11,1-9, Turmbau zu Babel, Sprachverwirrung, Exegese, Jahwist, Stadt Babel, Mesopotamien, Babylonisches Exil, Ätiologie, Menschheit, Symbolik, Hochmut, Gott, Zikkurat, Religiöse Dimension

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer exegetischen Analyse der biblischen Erzählung vom Turmbau zu Babel (Gen 11,1-9).

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die narrative Struktur des Textes, die Bedeutung von Babel als Ort und Symbol, die Rolle der Sprache sowie die Verbindung zum Babylonischen Exil.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Bedeutung des Turmbaus und der Sprachverwirrung zu klären und zu untersuchen, welche Konsequenzen sich aus dieser Symbolik für die moderne Zeit ableiten lassen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird in der Arbeit angewandt?

Es werden eine narrative Analyse, textkritische Methodik, eine Begriffsanalyse sowie eine Motivanalyse eingesetzt.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der gegensätzlichen Anordnung der Verse, der ätiologischen Natur der Erzählung und einer detaillierten Begriffsklärung von „Stadt“ und „Turm“ vor dem Hintergrund biblischer und historischer Quellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sprachverwirrung, Turmbau zu Babel, Exegese, Hochmut, Gott und das Babylonische Exil.

Inwiefern spielt der historische Kontext des Babylonischen Exils eine Rolle für das Verständnis des Turmbaus?

Die Arbeit erläutert, wie die Zerstörung Jerusalems und die Deportation die Grundfesten des Gottesvolkes erschütterten und zu einer religiösen Neubesinnung sowie der Entstehung neuer theologischer Dimensionen führten.

Wie interpretiert der Autor den „Turm“ im biblischen Kontext?

Der Turm wird als Ausdruck menschlichen Hochmuts und der Maßlosigkeit verstanden, aber auch als ein verzweifelter Versuch, die durch den Sündenfall zerbrochene Achse zwischen Gott und Mensch wiederherzustellen.

Welche moderne Relevanz schreibt der Verfasser der Erzählung zu?

Das Streben des modernen Menschen nach immer größeren Projekten kann mittels des biblischen Exempels kritisch hinterfragt werden, um das eigene Handeln und zivilisatorische Vorhaben zu reflektieren.

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Details

Titel
Auslegung von Gen 11,1-9: Der Turmbau zu Babel
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Theologisches Institut)
Veranstaltung
Proseminar Altes Testament
Note
1,0
Autor
Kjell Ostenrath (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
5
Katalognummer
V176831
ISBN (eBook)
9783640982608
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Genesis Gen 11 Turmbau Turmbau zu Babel Babylon
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kjell Ostenrath (Autor:in), 2011, Auslegung von Gen 11,1-9: Der Turmbau zu Babel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176831
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Leseprobe aus  5  Seiten
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