Die antike Landschaft Kilikien liegt im Süd-Osten der Türkei und wird allgemeinhin in einen westlichen Teil, das relativ unwirtliche, von Gebirgen überzogene und wenig bewohnte „Raue Kilikien“, und einen östlichen Teil, das flussreiche, fruchtbare und aus diesem Grunde wesentlich dichter besiedelte „Ebene Kilikien“ gegliedert .
Trotz der auf den Ersten Blick durch die Gebirge Taurus und Amanus isolierten Lage des Gebietsraums stellte Kilikien insbesondere aufgrund leicht zu passierender Pässe in vielen zeitlichen Abschnitten ein Durchgangsgebiet zwischen Nordsyrien und Zentralanatolien dar, und war somit Teil eines weitreichenden Handelsnetzes.
Im folgenden werden vorrangig die Bezüge Kilikiens zu umliegenden Regionen in der Frühbronzezeit genauer beleuchtet.
Verwertbare Schriftquellen, die ergänzend hinzugezogen werden könnten, sind aus dieser Epoche leider nicht vorhanden. Als Quellenmaterial können daher allein archäologische Befunde angeführt werden, die sich – neben architektonischen Strukturen – insbesondere in Form von Keramik niederschlagen.
Diese stammen aus zwei im Ebenen Kilikien gelegenen Orten: Tarsus und Mersin.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. TARSUS
I.1 Tarsus in der Frühbronzezeit I (ca. 3000-2700 v. Chr.)
I.1.1 Architektur
I.1.2 Keramik
I.1.2.1 red gritty ware
I.1.2.2 light-slipped chaff-faced ware
I.1.3 Fazit der Frühbronzezeit I von Tarsus
I.2 Tarsus in der Frühbronzezeit II (ca. 2700-2400 v. Chr.)
I.2.1 Architektur
I.2.2 Keramik
I.2.2.1 red gritty ware
I.2.2.2 light slipped chaff-faced ware
I.2.2.3 light clay ware
I.2.2.4 Importwaren der Frühbronzezeit II
I.2.2.4 a) Importe aus dem Taurusgebirge und dem angrenzenden Plateau
I.2.2.4 b) Importe aus der Region über den Amanus
I.2.2.4 c) Importe aus der Amuq-Ebene
I.2.2.4 d) Importe aus dem oberen Euphrat-Gebiet
I.2.2.4 e) Importe aus Zypern
I.2.3 Fazit der Frühbronzezeit II
I.3 Tarsus in der Frühbronzezeit III (ca. 2400-2100 v. Chr.)
I.3.1 Architektur
I.3.2 Keramik
I.3.2.1 Westanatolische Bezüge
I.3.2.2 Bezüge zur zentralanatolischen Ebene
I.3.2.3 Syrische Verbindungen
I.3.2.3 a) Metallische Ware
I.3.2.3 b) buff wheelmade wares
I.3.3 Fazit der Frühbronzezeit III
II. MERSIN
II.1 Mersin in der „Frühen Kupferzeit“ (2900-2500 v. Chr.)
II.1.1 Frühbronzezeit I
II.1.1.1 (grey-)black burnished ware
II.2 Mersin in der „Späten Kupferzeit“ (ca. 2500-2000 v. Chr.)
II.2.1 Frühbronzezeit II
II.2.1.1 red gritty ware
II.2.1.2 Importe aus dem Taurusgebirge und dem angrenzenden Plateau
II.2.2 Frühbronzezeit III
II.2.1 Westanatolische Bezüge
II.3 Fazit der Keramikbefunde von Mersin
III. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die kulturellen Entwicklungen und Handelsbeziehungen in der Region Kilikien während der Frühbronzezeit. Anhand der archäologischen Befunde, insbesondere der Keramik und architektonischer Strukturen der Siedlungshügel Tarsus und Mersin, wird analysiert, wie sich kulturelle Einflüsse aus Westanatolien, Syrien und der zentralanatolischen Ebene in dieser Region manifestierten und veränderten.
- Analyse der Siedlungsarchitektur in Tarsus und Mersin während der Frühbronzezeit.
- Untersuchung der technologischen und formalen Merkmale der Keramikproduktion.
- Nachweis überregionaler Handelskontakte durch den Import von Waren.
- Darstellung kultureller Austauschprozesse und der Ausrichtung der Region zwischen östlichen und westlichen Einflusssphären.
Auszug aus dem Buch
I.1 Tarsus in der Frühbronzezeit I (ca. 3000-2700 v. Chr.)
Da die Architektur der Frühbronzezeit I in Tarsus sehr schlecht erhalten ist, lassen sich nur äußerst wenige Beobachtungen hierzu anstellen. Im Allgemeinen scheint es sich jedoch um relativ monumentale Strukturen gehandelt zu haben. Vorherrschend war die Bauweise eines Steinfundaments oder -sockels mit Lehmaufbau. Für letzteren wurde im Tarsus der Frühbronzezeit I Stampflehm, auch "Pisee" genannt, verwendet, der i.d.R. mit Hilfe einer Verschalung in Form gebracht wird. Die Steinstruktur am südlichen Rand des Schnitts könnte eventuell ein Eingangssystem dargestellt haben, die daran anschließende Freifläche eine Straße oder einen Platz (Abb. 3).
Über die genaue Funktion der Strukturen dieser Periode lässt sich allerdings aufgrund mangelnder Befunde keinerlei konkrete Aussage treffen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die geographische Lage Kilikiens und die archäologische Bedeutung der Siedlungen Tarsus und Mersin für die Erforschung der Frühbronzezeit.
I. TARSUS: Detaillierte Analyse der baulichen und keramischen Befunde in Tarsus, unterteilt in die drei Phasen der Frühbronzezeit, inklusive der Diskussion überregionale Handelsbeziehungen.
II. MERSIN: Untersuchung der Siedlungsbefunde von Mersin unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten bei der chronologischen Einordnung und Vergleich mit den Tarsus-Befunden.
III. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der kulturellen Kontakte Kilikiens und Reflexion über die Forschungslage und offene Fragen bezüglich der Siedlungsgeschichte.
Schlüsselwörter
Kilikien, Frühbronzezeit, Tarsus, Mersin, Siedlungsarchitektur, Keramik, Handelsbeziehungen, red gritty ware, light clay ware, Westanatolien, Syrien, kultureller Austausch, Gözlükule, Yümüktepe, Importwaren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die archäologische Erforschung der Region Kilikien in der Türkei während der Frühbronzezeit, mit einem Fokus auf die beiden bedeutenden Siedlungshügel Tarsus und Mersin.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themenfelder sind die Siedlungsarchitektur, die Entwicklung und technologische Veränderung keramischer Warengruppen sowie der Nachweis überregionaler Handelskontakte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die kulturellen Einflüsse und die Ausrichtung der Region Kilikien innerhalb der Frühbronzezeit durch einen Vergleich der Funde aus Tarsus und Mersin zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung existierender archäologischer Befunde, insbesondere auf die architektonischen Strukturen und die keramische Typologie, um historische Entwicklungen nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die drei Phasen der Frühbronzezeit für Tarsus detailliert analysiert, gefolgt von einer Untersuchung der Funde aus Mersin, um die kulturelle Dynamik der Region darzustellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Kilikien, Frühbronzezeit, Tarsus, Mersin, Keramik, Architektur und Handelsbeziehungen.
Warum ist die Architektur der Frühbronzezeit in Tarsus schwer zu beurteilen?
Aufgrund des schlechten Erhaltungszustands der architektonischen Befunde sind konkrete Aussagen zur Funktion der Gebäude und ihrer zeitlichen Abfolge oft nur eingeschränkt möglich.
Wie verändern sich die Handelskontakte in Tarsus im Laufe der Zeit?
Die Handelskontakte sind durch den Import verschiedenster Waren nachweisbar und zeigen eine schwankende Ausrichtung zwischen östlichen (syrischen) und westlichen (anatolischen) Einflüssen.
Welche Rolle spielt die Keramik bei der Analyse von Mersin?
Da die architektonischen Befunde in Mersin sehr dürftig sind, dient die Keramik als primäres Vergleichsmedium, um die Siedlung chronologisch und kulturell im Verhältnis zu Tarsus einzuordnen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich zukünftiger Forschungen?
Die Autorin betont, dass die aktuelle Datenlage noch viele Fragen offen lässt und weitere, präzisere Grabungen notwendig sind, um das Bild der kulturellen Kontakte in Kilikien zu vervollständigen.
- Arbeit zitieren
- Anna Gosslar (Autor:in), 2011, Kilikien in der Frühbronzezeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176841