Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - German Studies

Soziales Lernen anhand von Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht der Sekundarstufe I

Ein didaktisches Konzept am Beispiel von Anna Woltz Roman "Für immer Alaska"

Title: Soziales Lernen anhand von Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht der Sekundarstufe I

Term Paper , 2023 , 32 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics - German Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Wahl des Themas dieser Arbeit ist motiviert durch die Erkenntnis, dass der Deutschunterricht nicht nur sprachliche Fertigkeiten vermitteln sollte, sondern auch einen Raum schaffen muss, in dem die Schüler sozial und emotional lernen und sich entwickeln können. Kinder- und Jugendliteratur bietet vielfältige Möglichkeiten, um Themen wie Freundschaft, Toleranz, Mitgefühl und Konfliktlösung anzusprechen und somit die soziale Kompetenz der Schüler zu stärken. Inwiefern sich die Literatur hierzu im Besonderen eignet, soll mithilfe von fachdidaktischer Literatur herausgestellt werden.

Diese Arbeit soll in dem Zuge die Möglichkeit bieten, das Verständnis für den Wert der Literatur in der Bildung zu vertiefen und den Beitrag der Kinder- und Jugendliteratur zur sozialen und emotionalen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler hervorzuheben. Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Roman "Für immer Alaska" von Anna Woltz, wird ein spezifischer Text analysiert und die daraus gewonnenen Erkenntnisse können auf weitere Werke und den Deutschunterricht im Allgemeinen übertragen werden. Der Roman eignet sich in besonderer Weise, da er verschiedene Aspekte des sozialen Lernens aufgreift, sowohl Konflikte als auch Lösungen dargestellt werden und die Schüler die Erfahrungen der Protagonisten aus den jeweiligen Perspektiven miterleben dürfen. Zudem knüpft Anna Woltz mit ihrem Roman direkt an die Lebenswelt der Schüler an.

Die Untersuchung des Romans "Für immer Alaska" dient als exemplarisches Beispiel, um ein didaktisches Konzept zu entwickeln und den Mehrwert von Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht zu verdeutlichen. Welche Aspekte und Potenziale der Literatur dabei beachtet werden müssen, soll im Folgenden herausgestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Soziales Lernen in der Schule

2.1 Literaturgestütztes soziales Lernen im Deutschunterricht

3. Für immer Alaska

3.1 Potenziale des Romans für das soziale Lernen im Deutschunterricht

3.2 Analyse ausgewählter, für das soziale Lernen geeigneter Szenen

4. Skizze eines Unterrichtsvorhabens

4.1 Exemplarische Konkretisierung des Unterrichtsvorhabens

4.1.1 Begründung und Erläuterung des Arbeitsblattes

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit widmet sich der Fragestellung, wie Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht der Sekundarstufe I genutzt werden kann, um gezielt Prozesse des sozialen und emotionalen Lernens zu initiieren. Das zentrale Ziel besteht in der Entwicklung eines theoriegeleiteten, praxistauglichen didaktischen Konzepts für die Jahrgangsstufe 6 anhand des Jugendromans „Für immer Alaska“ von Anna Woltz, das literarästhetische Rezeption mit Wertebildung, Empathieförderung und Konfliktreflexion verbindet.

  • Theoretische Verankerung des sozialen Lernens im Erziehungsauftrag und im Kernlehrplan Deutsch des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Didaktische Potenziale moderner Kinder- und Jugendliteratur für Empathiebildung, Perspektivenübernahme und Moralentwicklung
  • Literarische und thematische Analyse von Anna Woltz' Roman „Für immer Alaska“ mit Fokus auf chronische Krankheit, Trauma, Ausgrenzung und Cybermobbing
  • Konzeption einer zehn Doppelstunden umfassenden Unterrichtsreihe zur Förderung von Lese-, Schreib- und Sozialkompetenzen
  • Detaillierte Ausarbeitung und didaktische Begründung exemplarischer Arbeitsmaterialien zu moralischen Dilemmata

Auszug aus dem Buch

2.1 Literaturgestütztes soziales Lernen im Deutschunterricht

Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, seit es den muttersprachlichen Deutschunterricht gibt, soll dieser auch die Werte und Normen unserer Gesellschaft vermitteln, so Spinner. Literatur kann in dem Zuge dafür sorgen, dass sich der Leser immer wieder mit moralischen Fragen auseinandersetzen muss, da er beim Lesen stets mit moralischen Problemen konfrontiert wird. Insbesondere Kinder- und Jugendliteratur bringt den Schülern moralisches Wissen auf unterhaltsame Weise näher und wirkt dabei besonders anschaulich und ist in der Regel allgemein bedeutsam. Doch die Literatur im Deutschunterricht soll den Schülern nicht einfach Werte, Normen und moralische Lehrsätze induktiv vorlegen, dies wäre nicht ausreichend nachhaltig, stattdessen soll sie den Schülern Anlass dazu geben, ihre sozialen Kompetenzen selbstständig auszubilden. Das soziale Lernen auf deduktiver Basis, wie es laut dieser Arbeit angestrebt werden soll, bedarf eines vielfältigen Hintergrundwissen darüber, welche Potenziale Literatur, insbesondere Kinder- und Jugendliteratur, teilweise vielleicht versteckt, bietet.

Kinder- und Jugendliteratur stellt häufig lebensweltnahe Klischees bereit, mit denen sich der Leser identifizieren kann und erfährt, dass er diese Klischees bestätigen kann. Diese Identifikationserfahrungen spielen eine bedeutende Rolle für das soziale Lernen und sind Grundlage für weitere Potenziale. Auf diese Weise hilft Literatur, Fremdes zu verstehen, das eigene Denken zu verändern oder zu hinterfragen sowie Empathie zu entwickeln. Indem die Literatur zulässt, sich vollkommen in die Protagonisten hineinzuversetzen, hinterfragt und erweitert der Leser seine Denkmuster und Kategorien. Durch die Identifikation können Gemeinsamkeiten erkannt werden. Dieses Wahrnehmen von Gemeinsamkeiten ist nach Piaget notwendig, um moralische Urteilsfähigkeit auszubilden und Egozentrik zu vermeiden. Für Spinner kann Literatur „als das wichtigste Medium betrachtet werden, das sich die Menschheit zur Ausbildung der Fähigkeit der Perspektivübernahme geschaffen hat“. Als Potenzial der Literatur für das soziale Lernen im Deutschunterricht kann somit betrachtet werden, dass das Behandeln dieser es ermöglicht, fremde Erfahrungsperspektiven nachzuvollziehen, verschiedene Sichtweisen zu verstehen und kritisch zu hinterfragen und somit Identifikationsprozesse und Empathie zu fördern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in den gesetzlichen Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule ein und begründet die Relevanz des Deutschunterrichts für die sozial-emotionale Entwicklung von Heranwachsenden anhand von Kinder- und Jugendliteratur.

2. Soziales Lernen in der Schule: Es werden soziologische und pädagogische Grundlagen des sozialen Lernens dargestellt sowie die Risiken unzureichend geförderter sozial-emotionaler Kompetenzen für den Schulalltag und das gesellschaftliche Miteinander herausgearbeitet.

2.1 Literaturgestütztes soziales Lernen im Deutschunterricht: Der Abschnitt beleuchtet fachdidaktische Ansätze zur Verknüpfung von Lese- und Textverstehen mit Identifikationsprozessen, Perspektivübernahme, Empathie und moralischer Urteilsfähigkeit.

3. Für immer Alaska: Das Kapitel stellt Anna Woltz’ Jugendroman, seine thematischen Schwerpunkte wie Epilepsie, Trauma und Verlust sowie den Aufbau mit alternierenden Ich-Erzählperspektiven vor.

3.1 Potenziale des Romans für das soziale Lernen im Deutschunterricht: Es wird analysiert, wie inhaltliche Themen wie Mobbing, Freundschaft und Anderssein an die Lebenswelt von Schülerinnen und Schülern anknüpfen und Reflexionsanlässe bieten.

3.2 Analyse ausgewählter, für das soziale Lernen geeigneter Szenen: Anhand zentraler Schlüsselstellen – vom Schulbeginn über das Gefühl des Außenseitertums und die Entscheidung des Hundes bis hin zum Cybermobbing – wird das didaktische Potenzial für den Unterricht vertieft analysiert.

4. Skizze eines Unterrichtsvorhabens: Dieses Kapitel entwirft eine 20-stündige Unterrichtsreihe für die 6. Jahrgangsstufe, die fachliche Inhaltsfelder und Kompetenzbereiche mit gesteuerten und ungesteuerten Formen des sozialen Lernens verbindet.

4.1 Exemplarische Konkretisierung des Unterrichtsvorhabens: Für die fünfte Doppelstunde wird ein konkreter Unterrichtsbaustein zum Umgang mit moralischen Konflikten und gegensätzlichen Interessen entfaltet.

4.1.1 Begründung und Erläuterung des Arbeitsblattes: Der Abschnitt erläutert die didaktisch-methodische Konzeption des Arbeitsmaterials, das Textmarkierungen, Perspektivwechsel, kooperative Diskussionen und das Verfassen eines inneren Monologs umfasst.

5. Fazit: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen, betont den Wert der Verschränkung von Literaturdidaktik mit Werteerziehung und gibt praktische Empfehlungen für eine sensible unterrichtliche Durchführung.

Schlüsselwörter

Soziales Lernen, Deutschunterricht, Kinder- und Jugendliteratur, Anna Woltz, Für immer Alaska, Perspektivübernahme, Empathieförderung, Sekundarstufe I, Literaturdidaktik, Cybermobbing, Werteerziehung, Inklusion, Innerer Monolog

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie literarisches Lernen im Deutschunterricht der Sekundarstufe I fruchtbar mit sozialem und emotionalem Lernen verknüpft werden kann. Als exemplarische Grundlage dient der vielfach ausgezeichnete Jugendroman „Für immer Alaska“ von Anna Woltz.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Im Mittelpunkt stehen Theorien des sozialen Lernens, literaturdidaktische Ansätze zur Werte- und Moralerziehung, die Thematik von chronischen Erkrankungen und Traumata im Jugendalter sowie die Prävention von Mobbing und Cybermobbing.

Was ist das primäre Ziel und die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist der Nachweis des Bildungspotenzials moderner Jugendliteratur für die sozial-emotionale Reifung und die Ausarbeitung eines praxistauglichen didaktischen Unterrichtskonzepts für eine 6. Klasse, das literarische Textanalyse mit Sozialerziehung verbindet.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer theoriegeleiteten Fachliteraturanalyse aus Pädagogik und Deutschdidaktik, einer qualitativen Text- und Szenenanalyse des Primärwerks sowie einer unterrichtspraktischen Curriculums- und Aufgabenkonstruktion gemäß den Vorgaben des Kernlehrplans NRW.

Was wird im didaktischen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zentrale Schlüsselszenen des Romans bezüglich ihrer sozial-affektiven Potenziale und überführt diese in eine tabellarische Unterrichtsreihe aus zehn Doppelstunden mit differenzierten Aufgabenformaten und Kompetenzzuschreibungen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind soziales Lernen, Perspektivübernahme, Empathie, Identitätsbildung, Literaturdidaktik, Erprobungsstufe, kooperatives Lernen und moralische Urteilsfähigkeit.

Warum eignet sich der Roman „Für immer Alaska“ besonders für die Perspektivübernahme?

Der Roman wechselt kapitelweise zwischen den beiden Hauptfiguren Sven und Parker hin und her. Dieser permanente Perspektivenwechsel ermöglicht es den Lesenden, dieselben Ereignisse aus zwei völlig unterschiedlichen inneren Erlebniswelten nachzuvollziehen und wechselseitiges Verständnis aufzubauen.

Wie wird das Phänomen Cybermobbing im Unterrichtsentwurf thematisiert?

Im Rahmen einer Unterrichtseinheit wird die Romanstelle analysiert, in der ein Anfall Svens gefilmt und über WhatsApp verbreitet wird. Daran anknüpfend erarbeiten die Schülerinnen und Schüler durch Online-Recherchen und Rollenspiele Handlungsoptionen sowie Hilfsangebote gegen digitales Mobbing.

Welche didaktische Funktion erfüllt die Methode des inneren Monologs im ausgearbeiteten Arbeitsblatt?

Der innere Monolog dient einerseits der Steigerung der individuellen Schreibkompetenz und verlangt andererseits ein tiefgehendes Hineinversetzen in eine literarische Figur. Er unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, komplexe Gefühle zu reflektieren, zu versprachlichen und moralisch abzuwägen.

Excerpt out of 32 pages  - scroll top

Details

Title
Soziales Lernen anhand von Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht der Sekundarstufe I
Subtitle
Ein didaktisches Konzept am Beispiel von Anna Woltz Roman "Für immer Alaska"
College
Ruhr-University of Bochum
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2023
Pages
32
Catalog Number
V1768482
ISBN (PDF)
9783389206553
ISBN (Book)
9783389206560
Language
German
Tags
soziales lernen kinder- jugendliteratur deutschunterricht sekundarstufe konzept beispiel anna woltz roman für alaska
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2023, Soziales Lernen anhand von Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht der Sekundarstufe I, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1768482
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  32  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint
  • Withdraw Contract