Die Varusschlacht - Antike Überlieferung und politischer Mythos


Bachelorarbeit, 2010

92 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Interpretation der Varusschlacht in der Altertumswissenschaft seit dem 19. Jahrhundert

3 Der römische Germanen- und Germanienbegriff
3.1 Vorbemerkungen
3.2 Die Entwicklung und Bedeutung des Germanen- und Germanienbegriffes in der römischen Geschichte
3.3 Die Lebensweise der Germanen - Archäologische Erkenntnisse und Beschreibungen antiker Autoren
3.4 Der Bedeutungsrahmen des römischen Germanen- und Germanienbegriffes

4 Die antike Überlieferung über die Varusschlacht
4.1 Die literarische Traditionsbildung um die Varusschlacht in der römischen Geschichtsschreibung
4.2 Die Quellen und ihre Autoren
4.3 Bewertung der antiken Überlieferung und Auswahl der Quellen

5 Die politische Ausgangslage vor der Varusschlacht
5.1 Die Eroberung und Erschließung Germaniens
5.2 Germanien - Eine römische Provinz?
5.3 Germanien als Teil des Imperium Romanum

6 Die Darstellung der Varusschlacht in der antiken Überlieferung
6.1 Das Schlachtereignis
6.2 Angaben über Herkunft und Lebenslauf von Arminius und Varus
6.2.1 Arminius
6.2.2 Publius Quintilius Varus
6.3 Die heimliche Vorbereitung und die möglichen Hintergründe des Aufstandes
6.4 Die Ereignisse unmittelbar nach der Varusschlacht und die römischen Rachefeldzüge
6.5 Die Abberufung des Germanicus
6.6 Ausblick über die weiteren Entwicklungen der römisch-germanischen Beziehungen
6.7 Die Varusschlacht als historischer Wendepunkt und Arminius als Befreier Germaniens?

7 Die Rezeptionsgeschichte der Varusschlacht
7.1 Die Wiederentdeckung der antiken Überlieferung im 15./16. Jahrhundert und die Entwicklung des Germanenmythos
7.2 Arminius/Hermann als Befreier „Teutschlands“ im 16. Jahrhundert
7.3 Hermann als Liebesheld und Freiheitskämpfer im 17. Jahrhundert
7.4 Hermann als „guter Barbar“ und Opfer des politischen Systems im 18. Jahrhundert
7.5 Hermann als Vorkämpfer der Freiheit und Vaterlandseiniger im 19. Jahrhundert
7.6 Hermann im 20. und 21. Jahrhundert

8 Die Varusschlacht als politischer Mythos
8.1 Vorbemerkungen
8.2 Die Funktionen und Wirkungen der Varusschlacht als politischem Mythos
8.3 Der Beginn des Mythenbildung: Der Arminius-Dialog des Ulrich von Hutten
8.4 Die Varusschlacht als identitätsstiftendes Ereignis?

9 Schlussbemerkungen

10 Quellen- und Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Im Jahr 9 n. Chr. griffen die Germanen unter der Führung des Arminius aus dem Stamm der Cherusker über mehrere Tage hinweg das römische Heer unter dem Kommando des germanischen Statthalters Publius Quintilius Varus an. Das Heer, das sich während des Angriffs auf dem Marsch durch dichte Wälder befand, bestand aus drei Legionen, die in etwa jeweils 5000-6000 Mann stark waren.[1] Begleitet wurden die Legionäre von einigen römischen Reiterabteilungen und germanischen Hilfstruppen sowie von einem großen Tross mit vielen Wagen, mit dem auch Frauen, Kinder und Sklaven unterwegs waren. So waren die Römer also mit über 18000 Menschen von der Weser auf dem Weg zu den Winterlagern an Lippe oder Rhein aufgebrochen. Unterwegs machten sie einen Umweg, um einen kleinen Aufstand eines germanischen Stammes niederzuschlagen, von dem sie Nachricht erhalten hatten. Diese germanische Erhebung gab es allerdings nicht: Es handelte sich um eine falsche Nachricht, mit der Arminius und seine Gefolgsleute den Statthalter und Feldherrn Varus mit seinen Legionen in einen Hinterhalt lockten, aus dem diese nicht mehr entkamen. Der germanische Aufstand endete mit einem großen Sieg für Arminius und der vollständigen Vernichtung des Varusheeres, bei dem nur wenige Römer fliehen konnten oder in Gefangenschaft überlebten. Auf diese Weise brachten die germanischen Stämme den in Germanien stationierten Römern eine vernichtende Niederlage bei, nach der diese sich vorerst hinter die Rheingrenze zurückzogen. Während der späteren Rachefeldzüge des Germanicus gegen Arminius und die beteiligten germanischen Stämme konnte auf beiden Seiten über Jahre hinweg kein eindeutiger Sieg errungen werden. Schließlich brach Kaiser Tiberius die Feldzüge ab und die Römer zogen sich aus dem germanischen Raum zurück. Lange Zeit blieb wieder der Rhein - wie auch vor der Eroberung Germaniens - die Grenze zwischen dem Römischen Imperium und den germanischen Stämmen.[2]

Im Jahr 2009 jährte sich die Varusniederlage zum 2000sten Mal. Die dadurch gegebene Aktualität des Themas führte zu einer Flut von aktuellen, wissenschaftlichen Bearbeitungen des römisch-germanischen Schlachtereignisses. Im Blickpunkt der Forschung standen und stehen dabei verschiedene Aspekte. Sie beschäftigt sich z.B. mit der Analyse des Schlachtverlaufs und diskutiert in diesem Zusammenhang kontrovers über den Fundplatz Kalkriese im Osnabrücker Land als Ort der Varusschlacht. Von Interesse ist zudem im Allgemeinen die römische Germanienpolitik in der Zeit vor, während und nach der Varuskatastrophe, für deren Erforschung neben der Auswertung der antiken Überlieferungen weitere archäologische Fundstätten wie der Fundplatz Waldgirmes im hessischen Lahntal neue Erkenntnisse über das Herrschafts- und Lebensgefüge zwischen Römern und Germanen liefern. Auch die Lebenswelt der Germanen und ihre historische Entwicklung im Mit- und Gegeneinander mit den Römern stellen einen Forschungsaspekt dar. Weiterhin bildet die Rezeption der Varusschlacht zur Zeit der Römer und vor allem in der Neuzeit ein intensiv bearbeitetes Forschungsfeld.

Besonders interessant erscheint die Beziehung zwischen dem historischem Ereignis der Varusschlacht und dem späteren Mythos von Arminius/Hermann und der Hermannsschlacht, welcher in der Neuzeit entstanden ist. Durch die Hervorhebung der Taten des Arminius - die bereits etwa 100 Jahre nach der Varus-Niederlage durch den römischen Geschichtsschreiber Tacitus geschah, der diesen „ohne Zweifel“ als „Befreier Germaniens“ charakterisiert,[3] wurde das Schlachtgeschehen in der neuzeitlichen Rezeption als Schlüsselereignis der germanischen Geschichte begriffen, welche mit dem Beginn der deutschen Geschichte gleichgesetzt wurde. Zudem bildete die Beurteilung des Tacitus die Grundlage für die Erhöhung des Arminius zum ersten Freiheitskämpfer der Deutschen. Von der antiken Überlieferung und besonders vom Urteil des Tacitus ausgehend wurde aus der Varusschlacht so schließlich ein Mythos. Als politischer Mythos wurden die Varusschlacht und ihr Anführer Arminius für politische Zwecke instrumentalisiert und ebenso in künstlerisch-literarischer Fassung zahlreich und aufwändig bearbeitet. Durch die weite Verbreitung des Mythos über Hermann und seinen Freiheitskampf gegen die römische Großmacht wurde das Denken vieler Menschen über die Herkunft der Deutschen und deren Beziehungen zu anderen Nationen in der über 500jährigen Rezeptionsgeschichte des Geschehens stark beeinflusst. So hatte die Instrumentalisierung des Arminiusstoffes auch ihre Wirkung auf viele Altertumswissenschaftler des 19. und 20. Jhs. Die Altertumsforschung des 19. Jhs. war von der Motivation getragen, die Ursprünge der Deutschen aufzuzeigen. Von der Rezeptionsgeschichte der Varusschlacht als deutsches Großereignis geprägt, erschien vielen Historikern die Varusschlacht als ein bedeutender Wendepunkt in der Geschichte und Arminius wurde auch hier als eine nationale Identifikationsfigur betrachtet, für welche die Forscher selbst eine Instrumentalisierung für die in ihrer Zeit aktuellen Zwecke vornahmen.[4] Laut Rainer Wiegels ist „aufgrund der Instrumentalisierung über Jahrhunderte hinweg die nachhaltige historische Wirkung der Varusschlacht und des Arminius größer gewesen … als das Handeln des Arminius und die Varusschlacht selber“[5].

Mit der durch Theodor Mommsen im 19. Jh. aufkommenden Wendung, dass die Varusschlacht durch ihre Folgen einen Wendepunkt der Geschichte darstellt (und dies in Bezug auf das Schlachtereignis selbst gar nicht so gemeint hat),[6] kam es durch spätere Historiker zu noch weiter gehenden Interpretationen, in denen die Varusschlacht als epochales Ereignis mit großen Auswirkungen für die deutsche Geschichte betrachtet wurde.

Durch die Analyse der antiken Überlieferung und mit Rückgriff auf die weitestgehend aktuelle Forschungsliteratur soll in dieser Arbeit zum einen die heutige historische Sicht auf die Varusschlacht und ihr Stellenwert als möglicher historischer Wendepunkt erläutert werden. Zum anderen geht es um die Frage, welche Bedeutung die Varusschlacht in der Rezeptionsgeschichte allgemein und speziell als politischer Mythos seit dem 15. Jh. angenommen hat.

Als Einstieg beginnt die Arbeit thematisch mit einem bereits angedeuteten Aspekt, der als Ergebnis des Mythisierungs- und Instrumentalisierungsprozesses der Varusschlacht einzuordnen ist: So wird - als Kontrast zu der danach folgenden Untersuchung über die historischen Zusammenhänge der Varusschlacht nach dem derzeitigen Forschungsstand - zunächst ein kurzer Überblick über die Erforschung der Varusschlacht in der Altertumswissenschaft seit dem 19. Jh. gegeben. Diese war vor allem bis in die 1960/70er Jahre in ihren Deutungsmustern von der traditionell subjektiv geprägten Rezeption des Ereignisses stark beeinflusst. Noch in der heutigen Zeit zeigen sich in der Deutung des Geschehens bei einigen Historikern historisch unangemessene Bezüge wie an einem Beispiel ebenfalls erörtert und im Verlauf der Arbeit genauer analysiert werden soll.

Auch die Bedeutung des Germanen- und Germanienbegriffes soll vor einer eingehenden Untersuchung der antiken Überlieferung im darauffolgenden Kapitel geklärt werden, weil die Jahrhunderte alte Gleichsetzung der Germanen mit den Deutschen ein grundlegendes Motiv dafür bildet, dass die Varusschlacht als Kampf der „ersten Deutschen“ missverstanden wurde. Das Kapitel über den Germanen- und Germanienbegriff stellt zudem die ersten römischen Kontakte bzw. Auseinandersetzungen mit den Germanen und die Kenntnisse und Ansichten der Römer über die Germanen als einen Teil der Vorgeschichte vor der Varusschlacht dar.

Im Anschluss wird auf die römische literarische Traditionsbildung um die Varusschlacht und die Quellenlage zu diesem Ereignis eingegangen, bevor dann die politische Ausgangslage vor der germanischen Erhebung erläutert wird. Anschließend geht es um die Varus-Niederlage selbst, wobei deren Verlauf, die Heerführer Arminius und Varus sowie die Vorbereitung und Hintergründe des Aufstandes und die weiteren historischen Entwicklungen untersucht werden.

Das darauffolgende Kapitel behandelt die Rezeptionsgeschichte der Varusschlacht. In diesem Kapitel werden zunächst die Anfänge der Rezeption geschildert, wobei thematisiert wird, wann und unter welchen historischen und politischen Umständen die antiken Quellen wiedergefunden und vor welchem Hintergrund sie im 16. Jh. erstmals weiterverarbeitet wurden. Der Fokus liegt hier besonders auf der Germania des Tacitus, welche die Grundlage für den Germanenmythos bildet und deren Rezeption eng mit der der Varusschlacht verknüpft ist. Danach wird die Rezeptionsgeschichte der Varusschlacht vom 16. bis ins 21. Jh. mit der Beschreibung einiger beispielhafter Werke vorgestellt.[7]

Im letzten Kapitel dieser Arbeit soll es um die Varusschlacht als politischem Mythos gehen. Zu Beginn wird darin erläutert, was unter einem Geschichtsmythos oder politischen Mythos überhaupt zu verstehen ist und aus welchem Grund folglich die Varusschlacht überhaupt im Sinne eines Mythos zu begreifen ist. In diesem Zusammenhang werden außerdem die Funktionen und die Wirkungen des Varusschlacht- und Hermannsmythos zu bestimmten Zeitpunkten in der Geschichte näher untersucht. Für diese Analyse werden Erkenntnisse aus der Mythosforschung von Heidi Hein-Kircher und einige ergänzende Bemerkungen von Dieter Timpe und Hans Ottomeyer einbezogen und direkt in Verbindung zum Mythos der Varusschlacht erörtert. Danach geht es um die Bedeutung des Arminius-Dialogs des Ulrich von Hutten für den Prozess der Mythenbildung um das Schlachtereignis und vor allem die Person des Arminius. Der Dialog Huttens wird von Historikern, wie Hans-Gert Roloff feststellt, häufig als der Ursprungstext für den Beginn der Mythisierung und der Begründung des Arminius-Kultes genannt, aber nicht weitergehend erläutert.[8] Dies soll in dieser Arbeit geschehen, besonders weil über die Interpretation des Textes, über die seit der grundlegenden Bearbeitung Jacques Ridés in den späten 70er Jahren lange Zeit Einigkeit bestand, im Jahr 2009 von Reinhold F. Glei eine andere Lesart vorgestellt worden ist. Nach der Beschäftigung mit dem Arminius-Dialog, soll der Prozess der Mythenbildung um die Varusschlacht im Verlauf der Rezeptionsgeschichte abschließend in seinen wichtigsten Eigenschaften und Auswirkungen zusammengefasst und die Frage beantwortet werden, inwiefern dieser ein identitätsstiftendes Ereignis darstellt und vielleicht als Mythos im Sinne eines Wendepunktes verstanden werden kann.

2 Die Interpretation der Varusschlacht in der Altertumswissenschaft seit dem 19. Jahrhundert

Der Historiker, der die Varus-Niederlage erstmals als einen besonderen Wendepunkt bezeichnete, war der Altertumswissenschaftler und Nobelpreisträger Theodor Mommsen (1817-1903), der als erster 1885 eine wissenschaftliche Abhandlung über die Varusschlacht veröffentlichte und bereits 14 Jahre zuvor einen Vortrag über das Geschehen hielt.[9] Mommsen vertrat die Ansicht, dass die Varusschlacht historisch betrachtet keine besonders herausstechende militärische Katastrophe war, wobei sie jedoch in ihren Folgen ab 16 n. Chr. mit der Beendigung der römischen Rückeroberungsfeldzüge eine Zäsur darstellte, da sie in ihren Auswirkungen den Moment bildete, „der in der äußeren Politik Roms nach der Fluthöhe den Beginn der Ebbe markiert“[10]. Neben der historisch recht objektiven und nüchternen Beurteilung der Auswirkungen der Varusschlacht selbst zog Mommsen jedoch gleichzeitig eine politisch motivierte Parallele zur Gegenwart, in der er zwei Monate nach der Reichsgründung auf die im Deutsch-Französischen Krieg (1870-71) gefochtenen Schlachten bei Mars-la-Tour und Sedan Bezug nimmt, bei denen es den deutschen Armeen gelang, Frankreich zu besiegen und so den letzten deutschen Einigungskrieg für sich zu entscheiden. Daran schloss sich die Gründung des Deutschen Reiches unter Wilhelm I. an. Laut Mommsen hätten die Deutschen die Franzosen in den deutsch-französischen Schlachten ebenso zurückgetrieben wie es die Germanen in der Varusschlacht mit den Römern getan hätten. So äußerte Mommsen:

„Zurück! Ist der Schlachtruf der Deutschen gewesen, zuerst in der Varusschlacht und zuletzt bei Mars-la- Tour und Sedan. Dieses Zurück aber, wir nennen es Vorwärts.“[11]

Somit erschienen Mommsen die eben erst geschehene Reichsgründung und die Varusschlacht in ihren Folgen als politische Wendepunkte in der Geschichte, welche durch vorausgegangene militärische Auseinandersetzungen begründet waren.

Andere Historiker wie Friedrich Koepp (1860-1944) und Ernst Kornemann (1868-1946) übernahmen im 20. Jh. die Sichtweise über die Varusschlacht als Wendepunkt auch in historischer Sicht und setzten die von Mommsen dargestellte Zäsur nicht erst für das Jahr 16 n. Chr., sondern bereits für das Jahr der Schlacht um 9 n. Chr. an. Das Ereignis der Varusschlacht erschien ihnen als der Beginn der deutschen Geschichte und in Arminius sahen sie einen deutschen Nationalhelden.[12] In ähnlicher Weise verstand dies der nationalsozialistisch geprägte Historiker Hermann Kesting (1891-1979), der die Varusschlacht in seinem 1950 erstmals erschienenen Buch „Der Befreier Arminius im Lichte der geschichtlichen Quellen“ zu einer „welthistorischen Epochenwende“[13] emporhebt. Kesting sah Arminius als den Befreier des Germanentums, der „durch seinen Sieg Germanien, also unser Deutschland, vor dem Schicksal Galliens, der politischen und kulturellen Fremdherrschaft, bewahrt“ hat und auf dessen Taten es zurückgehe, dass „wir heute deutsch sprechen, denken und fühlen, dass wir nicht Romanen geworden sind, wie die Franzosen, Portugiesen oder Spanier“[14]. Da Kestings Werk über die Jahrzehnte in fast 20 Auflagen erschien, erhielt seine Darstellung über lange Zeit eine weite Verbreitung.[15]

Nachdem die Beschäftigung mit der Geschichte der Germanen in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg tabuisiert war, ging die Forschung in diesem Bereich zunächst zurück.[16] Doch in den 70er Jahren des 20. Jh. nahmen einige Altertumswissenschaftlicher die historische Forschung in einer objektiveren Weise wieder auf, was schließlich zu einer Entheroisierung des Arminius und der Varus-Niederlage führte. Diese setzte u.a. mit den Arminius-Studien von Dieter Timpe ein, welcher in dem Ereignis der Varusschlacht - anders als manche frühere Altertumswissenschaftler - z.B. keine nationale Erhebung germanischer Stämme gegen die römische Herrschaft sah. Die Erforschung der germanischen Stammesbildung durch Reinhard Wenskus[17] und die Beschäftigung mit der Wirkungsgeschichte der deutschen Germanenideologie durch Klaus von See[18] trugen ebenfalls zu einer sehr sachlichen Erforschung der Varusschlacht und zu einem kritischeren Umgang mit der Bezeichnung des Ereignisses als Wendepunkt bei.[19]

Obwohl die heutige Forschung und museale Verarbeitung im Allgemeinen sehr nüchtern und objektiv mit der Überlieferung und den archäologischen Funden zur Varusschlacht umgeht, werden auch heute noch subjektive und historisch unangemessene Wertungen und Bezüge zu diesem Thema hergestellt. So stellt z.B. das Deutsche Historische Museum in Berlin die „Schlacht im Teutoburger Wald“ an den Anfang seiner Dauerausstellung „Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen“.[20] Auf die Frage warum die Ausstellung mit diesem Ereignis beginnt, antwortete der Ausstellungsleiter Hans Ottonmeyer in einem Interview:

„Weil mit Arminius, dem Cherusker, für uns schlagartig die Geschichtsschreibung beginnt. Tacitus berichtete vor 2000 Jahren erstmals über die Germanen. Kalkriese, das ergrabene historische Schlachtfeld, ist das deutsche Troja, unser Urknall”[21].

Wie in dieser Arbeit gezeigt werden soll, ist an dieser Aussage zum einen die Behauptung problematisch, dass mit dem Germanen/Cherusker Arminius die durch den Römer Tacitus geschilderte deutsche Geschichtsschreibung beginnt. Zudem ist die Bezeichnung des angeblich[22] gefundenen Schlachtortes der Varusschlacht als „unser“, also deutscher „Urknall“ kritisch zu bewerten, weil hierdurch indirekt die Schlacht zwischen Römern und Germanen als Beginn deutscher Geschichte (miss)verstanden werden kann. So ist Ottomeyers Aussage von einigen Historikern auch stark kritisiert worden.[23] Ebenso ist von der Behauptung Ottomeyers abgesehen die Tatsache, dass die Ausstellung zur Deutschen Geschichte mit der Darstellung der Varusschlacht beginnt, nicht unproblematisch, denn je nach Art der Präsentation kann dies - genau wie von Ottomeyer ausgedrückt - den Eindruck erwecken, dass die deutsche Geschichte zum einen ihren Ursprung in den ethnischen Volksgruppen dieser Zeit hat und zum anderen mit dem Schlachtereignis des Jahres 9 n. Chr. in Verbindung steht. Laut der Angaben auf der Webseite des Museums werden mögliche Fragen der Museumsbesucher „durch die Ausstellung nicht explizit beantwortet. Vielmehr wird es dem Besucher selbst überlassen, anhand der Darstellungen zu eigenen Antworten und Interpretationen der Zusammenhänge zu gelangen”[24].

Dieses Vorgehen wird damit begründet, dass die Geschichtsvermittlung nicht „in belehrender Form” erfolgen soll und keinen „Anspruch auf absolute Wahrheiten” erheben will, sondern eher zu einer „eigenen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit” anleiten möchte.[25] Für einen kritischen Umgang mit geschichtlichen Ereignissen - vor allem einem wie der Varusschlacht, welche über Jahrhunderte als politischer Gründungsmythos der Deutschen weite Bevölkerungsmassen beeinflusst hatte - erscheint diese Form der Museumspädagogik jedoch unangemessen; besonders wenn dem eventuell so ist, dass die Darstellung des Ereignisses implizit zu historisch inkorrekten Schlüssen führen kann. Auch in anderer Richtung wird noch heute die Varusschlacht historisch überhöht dargestellt, etwa wenn es darum geht, Touristen zum Museum Kalkriese und dem dort angeblichen verorteten Schlachtfeld der Varus-Niederlage oder dem Detmolder Hermannsdenkmal zu locken. Hierbei spielen sicherlich touristische und wirtschaftliche Faktoren eine Rolle, weil Museen und Denkmäler mit interessant hergerichteten Attraktionen mehr Besucher in die jeweiligen Regionen locken.[26] Inwiefern die in der Varusschlacht kämpfenden Germanen etwas mit den heutigen Deutschen zu tun haben und welche Bedeutung der Varusschlacht und ihrer Mythisierung in der heutigen Geschichtswissenschaft beigemessen wird, sollen die nun folgenden Kapitel genauer beleuchten.

3 Der römische Germanen- und Germanienbegriff

3.1 Vorbemerkungen

Der Schauplatz der Varusschlacht ist eine bewaldete Gegend in Germanien, in der Varus von germanischen Stämmen unter der Führung des Cheruskers Arminius angegriffen wird. Doch was ist unter dem ethnischen Begriff der Germanen und dem geographischen Germanien überhaupt in den antiken Überlieferungen zu verstehen? Später, in der neuzeitlichen Rezeption des Schlachtereignisses wird der Germane Arminius zum ersten Deutschen und Verteidiger des Vaterlandes stilisiert.[27] Doch lassen sich die Begriffe germanisch und deutsch überhaupt gleichsetzen? Denn demzufolge würden die Deutschen nämlich von Germanen abstammen.

Der Germanenbegriff hat bereits im Vorstellungshorizont der Römer verschiedene Bedeutungen angenommen und wurde als ethnischer, geographischer und politischer Begriff verwendet. Als ethnische Bezeichnung vermittelte er nicht nur eine Völkerbezeichnung, sondern indirekt auch bestimmte Wesensmerkmale, die den Germanen zugeschrieben wurden. Mit seinem Neugebrauch seit dem 15. Jahrhundert wurde er bis in die Gegenwart noch stärker typisiert und verklärt.[28] Auch in der heutigen Zeit ist die Verwendung des Germanenbegriffes mit vielen Interpretationen aufgeladen und wird mit der noch zu diskutierenden Bedeutung der Varusschlacht eng verwoben.

Für eine Beschäftigung mit den Überlieferungen zur Varusschlacht und dem Prozess ihrer späteren Mythisierung ist es daher von Bedeutung, die Hintergründe des Germanen- und Germanienbegriffs zu erörtern. Denn so ist es möglich, zum einen eine Grundlage für das Verständnis der antiken Quellen zu gewinnen und zum anderen den Mythisierungsprozess, der stark mit der Vorstellung des typischen Germanen in Verbindung steht, kritisch zu beurteilen. Im Folgenden sollen daher die Entwicklung des Germanenbegriffs, die Sicht der Römer auf die Germanen und Germanien, sowie Informationen zur Lebensweise der Germanen dargestellt werden. Dabei spielen auch archäologische Erkenntnisse eine Rolle, die manche römische Aussagen über Germanien und seine Bewohner in ein anderes Licht rücken und weitere bzw. andere Informationen über die Siedlungsgruppen in diesem Gebiet liefern. Die Interpretation des Germanenbegriffes seit der Neuzeit wird ergänzend im 7. Kapitel dieser Arbeit über die Rezeption der Varusschlacht behandelt.

3.2 Die Entwicklung und Bedeutung des Germanen- und Germanienbegriffes in der römischen Geschichte

Für den Germanen- und Germanienbegriff, der „schon in seinen Ursprüngen missverständlich, widersprüchlich und ideologisch aufgeladen“[29] war, gibt es keine klare Definition, die allen Wissenschaftsdisziplinen gerecht wird.[30] Wenn man im Allgemeinen von Germanen und Germanien spricht, müsse man, so Steinacher, „Rom mitdenken“[31]. Generell ist der Germanenbegriff als römischer Ordnungsbegriff zu verstehen, der bis ins 4. Jh. n. Chr. in den römischen Quellen verwendet wird und sich auf die „jenseits von Rhein und Donau lebenden Nichtrömer“ bezieht.[32] Dabei ist allerdings nicht sicher, dass alle von den Römern so bezeichneten Stämme auch ethnisch zu den Germanen gehörten.[33] Sprachgeschichtlich waren die Germanen ein Sprach- und Volkszweig der indogermanischen Völkergruppe. Woher die Germanen ursprünglich stammten, und wann die Germanen - wenn überhaupt -, nach Nord- und Mitteleuropa eingewandert sind, ist unbekannt.[34]

Der Germanen- und Germanienbegriff geht auf den Staatsmann und Feldherrn Gaius Iulius Caesar (100-44 v. Chr.) zurück, der in seinem Bericht über den Gallischen Krieg (58-51 v. Chr.) erstmals die Bezeichnung der Germanen für die Völker rechts des Rheins einführte, um diese geographisch und ethnisch von dem durch ihn eroberten Gallien abzugrenzen.[35] Zu Beginn des achtjährigen Gallischen Krieges kämpfte Caesar unter anderem gegen den Stamm der germanischen Sueben unter Ariovist, der seit 72 v. Chr. auf die linke Rheinseite in das Gebiet des heutigen Elsass vorgestoßen war und dort seinen Herrschaftsbereich expansiv ausbaute, indem er gallische Stämme vertrieb. Die Gefahr des Einbruchs der Germanen in das Römische Reich nutzte Caesar dabei als Rechtfertigung um ganz Gallien zu erobern. Im Verlauf des Krieges gelang es Caesar, die Germanen aus den linksrheinischen Gebieten zu vertreiben und weitere germanische Vorstöße abzuwehren.[36]

Noch vor Caesar kam der Germanenbegriff für die Benennung einer ethnischen Gruppe im 1. Jh. vor Chr. durch den griechischen Universalgelehrten Poseidonios von Apameia (135 -51 v. Chr.) auf, der damit wahrscheinlich eine Untergruppierung der Kelten im äußersten Nordosten Galliens bezeichnete.[37] Dieser beschrieb die Germanen als eine frühe Kulturstufe, die dem in der Antike geläufigen Typus des primitiven Barbaren entsprach.[38] Nach dem traditionellen antiken Weltbild, welches die Römer von den Griechen übernommen hatten, war die Welt nördlich des Mittelmeeres in ein westliches Kelten- und ein östliches Skythenland eingeteilt (Keltiké und Skythiké).[39] Caesar führte mit dem Neugebrauch des Germanenbegriffs nun die Germanen als dritte ethnische Großgruppe zwischen Kelten und Skythen ein und veränderte damit dauerhaft die traditionelle Vorstellung.[40]

Vor Caesars Eroberung Galliens war den Römern der Norden Europas aus eigener Anschauung geographisch nur wenig bekannt. Er war vor allem mit der Vorstellung eines kalten unwirtlichen Klimas verbunden, welches die Physis und den Charakter der dort lebenden Menschen beeinflussen würde.[41] Die Römer stellten sich die Germanen als groß gewachsene, widerstandsfähige Menschen vor, die furchtlos und von kriegerischer Gesinnung waren.[42] Die Lebensformen der Germanen sahen die Römer als primitiv und fremdartig, und somit als „barbarisch“ an. So stellte z.B. Caesar die Germanen im Vergleich zu den Galliern bzw. Kelten - welchen die Römer in seinen Augen die Zivilisation gebracht hatten - als unzivilisiert und gefährlich dar. Das Land der Germanen beschrieb Caesar als weiten Raum mit einer unbezähmbaren, undurchdringbaren Landschaft, in die sich die Germanen bei römischen Vorstößen jederzeit zurückziehen konnten.[43] Das Bild des wilden und kämpferischen Germanen, der in den Wäldern und Sümpfen Germaniens lebte, verfestigte sich in der römischen Gesellschaft seit den Ausführungen Caesars zu stereotypenhaften Vorstellungen (topoi). Auf der anderen Seite wurde die „Ursprünglichkeit“ der Germanen als „Naturvolk“ von römischen Geschichtsschreibern wie z.B. Tacitus auch positiv betrachtet und der Lebensweise der zivilisierten Römer kritisch gegenübergestellt. Diese Nordländertopik mit sowohl positiven als auch negativen Stereotypen über die Germanen fand in der römischen Geschichtsschreibung immer wieder Anwendung.[44] Dabei wird in den antiken Quellen der Begriff der Germanen an sich allerdings eher selten benutzt. Meist werden die Germanen einfach Barbaren genannt oder durch die Angabe des jeweiligen Stammesnamens näher bezeichnet.[45]

Im Entwurf seines Germanenbildes erweckte Caesar zudem den Eindruck einer großräumigen ethnischen Gemeinschaft und erwähnt in seinen Schriften immer wieder die allgemeine Germanengefahr, die von der östlichen Rheingrenze droht.[46] Die Andeutungen dieser übertrieben dargestellten Bedrohung nutzte Caesar zusammen mit seinem Entwurf bzw. seiner Ausweitung des germanischen Schreckensbildes, um die in der römischen Mentalität tief verwurzelte Angst vor Angriffen fremder Völker aus dem Norden zu intensivieren. Denn im Bewusstsein der römischen Gesellschaft waren vergangene Angriffe immer noch stark verhaftet, wie etwa der Keltensturm von 385 v. Chr. und die Bedrohung durch die germanischen Stämme der Kimbern und Teutonen 105 v. Chr. sowie der Alpenzug des Karthagers Hannibals im Zweiten Punischen Krieg (218-216 v. Chr.). Gleichzeitig, mit der wiederholten Erwähnung der Gefahr, die durch die Germanen drohte, stilisierte sich Caesar selbst zum Retter. Er rechtfertigte so seine Eroberung und „Befriedung“ Galliens und erklärte für dieses neue Territorium den Rhein zur ethnischen Grenze zwischen den Völkern der Gallier und Germanen. Durch den Kampf gegen die gefährlichen Feinde im Norden und die Sicherung der neuen (Rhein-)Grenze als Feldherr konnte Caesar zudem - auch im Vergleich zu seinem Konkurrenten, dem brillianten Heerführer Gnaeus Pompeius Magnus (106-48 v. Chr.)-[47], großen Ruhm erlangen.[48]

Geographisch gesehen war Germanien der

“Raum zwischen dem Rhein im Westen, der Donau oder den Alpen im Süden, Nord- und Ostsee im Norden (einschließlich Skandinaviens) und der Weichsel im Osten.“[49]

Laut Wolters machte Caesar für die Begrenzung Germaniens im Osten keine Angaben: Die östliche Grenze wurde wahrscheinlich durch Informationen von germanischen Kontaktleuten, wie etwa Händlern, bekannt. Jedenfalls waren die Römer in dieser Zeit noch nicht so weit nach Germanien vorgedrungen.[50] Erst in der Okkupationszeit Germaniens unter Kaiser Augustus, die 12 v. Chr. mit den Feldzügen des Drusus (38-9 v. Chr.) begann, wuchsen die geographischen Kenntnisse über die Region stark an. In der Folge entwickelte sich in dieser Zeit auch ein neuer geographischer Germania-Begriff: Dieser schloss nur noch das Gebiet bis zur Elbe und nicht mehr bis zur Weichsel ein. Der Grund hierfür lag darin, dass für römische Vorstöße östlich der Elbe aus logistischen Gründen keine Flottenunterstützungen möglich waren und somit das römische Reich seinen Herrschaftsanspruch gebietsmäßig bis zur Elbe beschränken musste.[51] Somit fungierte die Bezeichnung Germanien seit der Okkupationszeit nicht mehr als Begriff, der die germanischen Stämme ethnisch und territorial gänzlich zu umfassen suchte - wie es zuvor mit der Begrenzung bis zur Weichsel der Fall war - , sondern reduzierte sich auf eine politische Bedeutung in Bezug auf das römische Interessengebiet.

Etwa zwei Jahrhunderte nach der Okkupationszeit verschwand der Begriff der Germanen nach den Markomannenkriegen (166-180 n. Chr.) unter Kaiser Marcus Aurelius weitgehend aus der Überlieferung und wurde bei seinem nur noch seltenen Gebrauch meist auf Franken oder Alemannen, „die neuen Partner und Gegner Roms“, bezogen.[52] Im Zuge der Wiederentdeckung antiker Quellen wurde der Begriff seit dem 15. Jahrhundert wiederbelebt und erfuhr in seinem Bedeutungsrahmen weitere Ausweitung, indem sich die Deutschen zunehmend als Nachfahren der Germanen und des Arminius verstanden.

3.3 Die Lebensweise der Germanen - Archäologische Erkenntnisse und Beschreibungen antiker Autoren

Die Ausführungen Caesars über die Germanen, ihren Siedlungsraum und deren Existenz als ethnische Großgruppe waren politisch motiviert und entsprachen nicht den tatsächlichen Gegebenheiten. Trotzdem haben sich das Begriffsverständnis des von Caesar eingeführten Germanenbegriffs und die Betrachtung des Rheins als ethnischer Grenze wirkungsgeschichtlich durchgesetzt.[53] Allerdings war Caesars Darstellung der Germanen als ethnische Groß-Gruppe östlich des Rheins bereits zu seiner Zeit und vor allem seit der Okkupationszeit nicht mehr haltbar. Denn es gab viele verschiedene Stämme, von denen Caesar jedoch nur wenige Namen für rechtsrheinische Gruppen überliefert.[54] Während der Okkupationszeit Germaniens, in der das rechtsrheinische Gebiet vor allem während der Drusus-Feldzüge (12-9 v. Chr.) von den Römern stark durchdrungen wurde, differenzierte sich dann die Bezeichnung der germanischen Siedlungsgruppen „in eine Fülle von Stammesnamen, und die Stämme traten als weitgehend unabhängige und selbstständig handelnde Gruppen auf“[55]. Im Norden lebten z.B. die Friesen, Chauken und Angrivarier, in der Gegend des Mittelgebirges die Cherusker, weiter westlich die Brukterer und Marser und weiter südlich die Chatten. Entlang des Rheins siedelten auf östlicher Seite u. a. die Usipeter, Sugambrer und Tenkterer, auf westlicher Seite lebte neben anderen der Stamm der Ubier. Im Osten Germaniens sind für die Entwicklungen um die Varusschlacht noch die Markomannen zu nennen. Die Abbildung auf der folgenden Seite zeigt die bedeutendsten Stammesnamen und Siedlungsgebiete der germanischen Stämme an, die in der Okkupationszeit Germaniens bekannt waren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Germanische Stämme und Stammes Gebiete[56]

Wie auf der Abbildung erkennbar ist, war die germanische Stammeslandschaft sehr heterogen. In Bezug auf die Größe und Bedeutung der Volksgruppen sowie ihrer Siedlungsgebiete waren die Stämme einem ständigen Wandel unterworfen. Bei den Siedlungsgruppen ist „die jeweilige Grundlage der Namensgebung, als Abstammungs- oder Kultgemeinschaft, als politische Einheit oder soziale Kategorie, … ebenso wenig erkennbar wie das Verhältnis von Ober- zu Untergruppen.“[57]

Des Weiteren gab es im Laufe der Zeit Änderungen in den Gruppenzusammensetzungen, Abspaltungen, Auflösungen und Neugründungen unter neuen Namen, wobei sich die verfestigten, neu gebildeten Gruppen als „Stämme“ häufig nach Wanderbewegungen in neuen Regionen ansiedelten.[58] Wie Reinhard Wenskus eingehend untersucht hat, unterlagen die germanischen Verbände einer kontinuierlichen Ethnogenese, durch die immer wieder neue politische Einheiten entstanden.[59] Trotz ihrer Wandelbarkeit gab es Stämme, die offenbar aufgrund eines festen Traditionskerns lange Bestand hatten, wie etwa die der Cherusker, Chatten und Hermunduren.[60]

In Bezug auf die Siedlungsgebiete der Germanen zeigt die Abbildung, dass es auch germanische Stämme links des Rheins gegeben hat. Caesar erwähnt sogar selbst in seinen Schriften, dass sowohl germanische als auch keltische Stämme auf beiden Seiten des Rheins siedelten.[61] Nach dem heutigen Forschungsstand hat es z. B. eine linksseitige Siedlungsgruppe am Niederrhein gegeben, die die Eigenbezeichnung Germani getragen hat.[62] Es sind aber keine weiteren Volksgruppen bekannt, die diese Stammesbezeichnung für sich selbst verwendet haben.[63] So ist der Germanenbegriff also generell als Fremdbezeichnung zu verstehen, welchen die Römer auf die (hauptsächlich) östlich des Rheins lebenden Volksgruppen bezogen.

Nicht nur für die Siedlungsräume, sondern auch für die Lebensweise und Kultur der Gallier und Germanen kommt die Forschung aufgrund von archäologischen Funden zu dem Ergebnis, dass Caesars ethnische Unterscheidungen Propaganda waren. Denn diese zeigen, dass es zu seiner Zeit auf beiden Seiten des Rheins drei verschiedene Kulturstufen gegeben hat, die geographisch in einem Nord-/Südgefälle ineinander übergingen. Am meisten in ihrer Entwicklung fortgeschritten war dabei die sogenannte keltische Latènezivilisation im Süden. Diese zeichnete sich durch „stadtartige umwehrte oppida, Münzprägung, Geldwirtschaft und in bescheidenem Umfang auch Schriftgebrauch“ aus und erstreckte sich „vom zentralen Gallien über das Voralpenland und Donaugebiet bis nach Böhmen“.[64] Nach Norden hin zeichnete sich die Lebensweise der dort ansässigen Menschen durch eine norddeutsch-skandinavische Kultur und einen schrittweise geringeren Zivilisationsgrad aus. Die Gegend um die Mittelgebirge wies dabei eine Mischkultur auf und bildete eine Grenzzone zwischen der nördlichen und der südlichen Kultur.[65] Von einer ethnischen oder kulturellen Unterscheidung der Menschen rechts und links des Rheins, wie Caesar sie propagiert hat, kann also für die tatsächlichen Gegebenheiten nicht ausgegangen werden.

Was die Lebensweise der Germanen betrifft, belegen die antiken Quellen und archäologische Funde, dass die germanischen Volksgruppen in Siedlungsinseln in den weit ausgedehnten Wäldern auf einzelnen Gehöften und in kleineren Dörfern lebten, wo sie Ackerbau und Viehzucht betrieben. Die Siedlungen wurden aufgrund von Wanderungsbewegungen immer wieder aufgegeben und in anderen Gebieten neu gegründet. Die Germanen unterhielten enge Handelsbeziehungen mit den Kelten und handelten nach der römischen Okkupation auch mit den Römern. Zudem unternahmen sie auch Beutezüge auf andere Stämme. [66]

Für die Zeit um 9 n. Chr., in der Publius Quintilius Statthalter in Germanien war, schreibt der griechische Autor Cassius Dio, dass die Römer Städte angelegt hatten und sich die Germanen an die „neuen Sitten“ anpassten und „an die Abhaltung von Märkten“ gewöhnten.[67] Dies verdeutlicht, dass die ursprüngliche Lebensweise der Germanen sich von der römischen Lebensart unterschied. Aus römischer Sicht waren die Germanen „ein Volk von Waffen“, deren Lebensform der Krieg war. [68] So schreibt Dio in seinen Vorbemerkungen zur Varusschlacht auch, dass die Germanen unter der römischen Herrschaft „noch nicht ihre alten Gewohnheiten, ihre angeborenen Sitten, ihr früheres ungebundenes Leben und die Macht vergessen hatten, wie sie vom Waffenbesitz kommt.“[69]

Die Germanen trugen, wie Tacitus in seiner Germania - einer Schilderung über Germanien und die Lebensweise seiner Bewohner - berichtet, zu allen Angelegenheiten des öffentlichen und privaten Lebens Waffen; erst durch das Tragen von Waffen wurde man zu einem vollwertigen Mitglied der Gesellschaft. So wurden z.B. die Jungen durch die Übergabe von Schild und Speer, der Frame, in die Männlichkeit initiiert.[70] Die Kriegsführung nahm bei den Germanen im Allgemeinen eine besondere Stellung ein und die Römer nutzten deren starke Kampfkraft, indem sie germanische Krieger, vor allem die Reiter, als Hilfstruppen im römischen Heer einsetzten. In den Quellen ist erstmals für die letzten Jahre des Gallischen Krieges überliefert, dass germanische Kämpfer im römischen Heer dienten, wobei sich diese Praxis über Jahrhunderte bis in die Völkerwanderungszeit fortsetzte.[71]

Die Germanen lebten, was ihre sozialen und politischen Organisationsformen betrifft, in Sippen, Gefolgschaften und Stämmen und ersten, eher kurzlebigen Königtümern. Erst im Verlauf der Völkerwanderungszeit bildeten sich dauerhaftere Königtümer. Innerhalb der germanischen Stammesgesellschaft stellte die eigene Familie die engste Lebens- und Wirtschaftseinheit dar; danach folgte der Verwandtenkreis (Sippe). In den Stämmen gab es eine Führungsschicht, zu der die Familien der Stammesfürsten gehörten, die durch Reichtum und Ansehen einen höheren sozialen Rang innehatten. Die meisten Stammesmitglieder waren Freie mit unterschiedlich großem Besitz, die im Stamm auch als Krieger dienten. Zudem gehörten laut der Überlieferung auch Unfreie und Freigelassene zur Stammesgesellschaft, die wahrscheinlich aus anderen Volksgruppen entstammten, deren Gebiet zuvor unterworfen worden war.

Eine Gefolgschaft bildete sich aus Kriegern, die für einen Stammesfürsten kämpften und an der Kriegsbeute beteiligt wurden.[72] Zu kämpfen und Beute zu erringen war in der Stammesgesellschaft mit Prestige verbunden. Um den eigenen Rang als Krieger zu steigern oder zu festigen - und Gefolgsmänner zu gewinnen und zu halten -, waren fortwährende Beutezüge nötig. Aus diesem Grund gab es auch gegenseitige Nachbarschaftskämpfe und Raubzüge.[73] Diese waren während der römischen Herrschaft in Germanien von den Römern nur schwer durch vertragliche Regelungen einzudämmen. Denn unter den Germanen wurden diese Beutezüge als Privatkriege untereinander angesehen und hatten wenig mit der Stammespolitik zu tun, die von den germanischen Stammesführern betrieben wurde. Die Bekämpfung solcher Unruhen hatte bei den Römern den Rang einer Polizeiaktion.[74] Möglicherweise sah auch Varus die Niederschlagung der angeblichen Unruhen, für die er einen Umweg auf dem Marsch zum Winterlager unternahm, als eine solche innergermanischen Zwistigkeit an, die sich „unterwegs“ niederschlagen ließ.

Je mehr Beute ein führender Stammeskrieger machte, desto mehr Kämpfer schlossen sich seiner Gefolgschaft an und desto größer wurde sein Ansehen. Doch je größer die Gefolgschaft wurde, desto mehr Beute musste auch gemacht werden.[75] Dies ist sicherlich eine Ursache dafür, dass sich Gruppierungen und Stämme in ihrer Zusammensetzung änderten und auf Dauer keinen festen Bestand hatten. Ein Beispiel für den Zuzug von Kämpfern auf der Jagd nach Beute findet sich auch in der Überlieferung zur Varusschlacht, bei der sich laut Dio im Verlauf des Geschehens weitere Angreifer, nachdem diese „zunächst abgewartet hatten, sich jetzt Arminius und den anderen - vor allem in Hoffnung auf Beute - anschlossen“[76]. Nach dem Sieg in der Varusschlacht konnte Arminius durch sein im Kampf erlangtes militärisches Prestige viele Stämme hinter sich bringen und im folgenden Krieg gegen Tiberius und Germanicus koordinieren, dass man hier von einem der ersten Heerkönigtümer sprechen kann. Ein Heerkönigtum basiert auf dem Kriegsruhm des jeweiligen Anführers und bilden laut Demandt ein Zwischenglied zwischen „der lockeren Lebensgemeinschaft des aristokratisch regierten Stammes und dem fester gefügten Stammes- Königtum der Völkerwanderungszeit“[77], in der der römische Einfluss durch militärische Kräfteverschiebungen in der späteren Kaiserzeit geringer war. Zu den Heer- Königtümern, die bei den Germanen in den Jahrzehnten vor oder nach der Zeitenwende kurzweilig Bestand hatten, gehörten z.B. auch das Reich des Suebenkönigs Ariovist, der gegen Caesar kämpfte sowie der Markomannenkönig Maroboduus, der zur selben Zeit wie Arminius lebte und seinen Herrschaftsbereich in Böhmen expansiv ausgedehnte und Zulauf von anderen germanischen Verbänden erhielt. Nach einer großen Schlacht zwischen Arminius und Maroboduus, die nach dem Rückzug der Römer aus Germanien um 17 n. Chr. stattfand, wurde die Position von Maroboduus so stark geschwächt, dass er letztendlich gestürzt wurde. Auch die Ausdehnung des Machtbereichs von Arminius gelang aufgrund innergermanischer Rivalitäten nicht. Letzten Endes fand er durch die Hand der eigenen Verwandten den Tod.[78]

3.4 Der Bedeutungsrahmen des römischen Germanen- und Germanienbegriffes

Für die heutige Geschichtswissenschaft - und somit auch für den Gebrauch der Bezeichnung in dieser Arbeit - umfasst der Deutungsrahmen des Germanenbegriffs die nicht-römischen Volksgruppen rechts des Rheins. Die Bezeichnung ist daher als politische Ordnungskategorie der Römer zu sehen, die sich geographisch auf das für die Römer interessante und erreichbare rechtsrheinische Territorium bezieht und ethnisch betrachtet diejenigen Stämme umfasst, die auf diesem Gebiet siedelten. Der Begriff meint dabei die Germanen an sich nicht - obwohl dies manchmal die politische Absicht war -, als eine ethnische Großgruppe und propagiert auch nicht, dass sich die als Germanen bezeichneten Stämme in ihrem Selbstverständnis als solche betrachteten. Desweiteren zeigen das Entstehen neuer und das Verschwinden älterer Stämme und deren wechselnde Stammesnamen, dass es keine Siedlungsgruppen gegeben hat, die sich über Jahrhunderte stabil im Sinne einer bestimmten Ethnie bzw. eines geschlossenen „Volkes“ entwickelt haben. Vielmehr unterlagen die germanischen Stämme einer kontinuierlichen Ethnogenese. Aus diesem Grund kann eine mögliche Abstammung der heutigen Deutschen von den sogenannten Germanen nicht hergeleitet werden. Zudem stellen die germanischen Stämme auch nicht die einzigen Vorfahren der Mittel- und Nordeuropäer dar.[79]

Die Schilderungen über die Lebensweise der Germanen und ihre Wanderbewegungen haben verdeutlicht, dass die römische und die germanischen Kulturen sehr verschieden waren. Die Durchsetzung des römischen Herrschaftsanspruches in Germanien und die Romanisierung der Germanen ist sicherlich auch aufgrund dieser stark divergierenden kulturellen Ausgangspositionen mit Konflikten beladen gewesen. Dies zeigt sich bei Cassius Dio, wenn er über die Unzufriedenheit der germanischen Stämme unter der Statthalterschaft des Varus berichtet, durch die sich die Germanen schließlich „durch den Wandel in ihrer Lebensart gestört“ fühlten und den Angriff auf Varus planten.[80] Dennoch gab es ebenfalls Aspekte, bei denen beide Kulturen voneinander profitierten: die Römer nutzten z.B. die Kampfstärke der Germanen für ihre eigenen Legionen, indem sie diese als Hilfstruppen einsetzten. Durch die Romanisierung der Germanen, die im Besonderen durch den Dienst im Heer erfolgte, gewannen diese wiederum Kenntnisse über die militärische und administrative Verwaltung der Römer. Dieses Wissen nutzten die Germanen, wie z.B. Arminius, zum einen im Kampf gegen die Römer, indem sie die Schwächen der römischen Heeresstruktur ausnutzten. Zum anderen bildeten die von den Römern übernommenen Kenntnisse eine Grundlage für die Ausbildung der ersten Heerkönigtümer und auch der späteren Stammeskönigtümer der Völkerwanderungszeit wie im Verlauf dieser Arbeit noch weiter erläutert werden wird.

Wie Goetz und Welwei anmerken, ist die (ehemalige) Berufung der Deutschen auf eine germanische Abstammung „eher eine Frage des Geschichtsbewusstseins als der historischen Wirklichkeit; zumindest in Süddeutschland hatte vor der germanischen eine keltische Vergangenheit …“.[81] In Bezug auf die Varusschlacht und den Germanenbegriff erscheint es folglich interessant und seltsam zugleich, dass das Schlachtereignis in der Neuzeit als Sieg der Germanen - oder auch der ersten Deutschen - über eine Großmacht empfunden wurde. Sieht man jedoch von der unangemessenen Gleichsetzung der Begriff germanisch und deutsch ab, kann man die Germanen - unter Betrachtung der gesamten germanischen Geschichte - nach Ansicht von Goetz und Welwei „zweifellos zu den Vorläufern der deutschen Geschichte zählen, die sie als Bewohner Germaniens entscheidend vorgeprägt haben und die ohne sie nicht denkbar wäre“[82]. Unter Umständen kann daher auch in der Dauerausstellung des Deutschen Historischen Museums, die ja die Deutsche Geschichte von der Antike bis zur Gegenwart behandelt, die Darstellung der Varusschlacht als ein Ereignis präsentiert werden, welches in Zusammenhang mit der nachfolgenden Germanienpolitik die römisch-germanischen Entwicklungen entscheidend beeinflusst hat. Weiterhin kann das Ereignis mit einem weiteren Blickwinkel vorgestellt werden, nämlich in Bezug auf den Einfluss der Varusschlacht auf das deutsche Selbstverständnis im Verlauf ihrer Rezeptionsgeschichte. Denn durch diese ist die Varusschlacht erst, wie Ottomeyer mit missverständlichem Bezug auf das angeblich entdeckte Schlachtfeld und den dort ausgetragenen Kampf meint, zum Urknall erhoben worden - wie dies in dieser Arbeit noch gezeigt werden wird. Bedeutend für eine museale Darstellung des Ereignisses ist es jedenfalls, dass der Cherusker Arminius und seine Gefolgschaft aus den zuvor genannten Gründen nicht als Vorfahren der Deutschen präsentiert werden, mit denen die deutsche Geschichte angeblich begann. Die Äußerung Ottomeyers, dass mit Arminius die deutsche Geschichtsschreibung beginnt, ist vor diesem Hintergrund ebenfalls unangemessen. Wie Ottomeyer selbst erwähnt wird Arminius u.a. in der Schrift des Römers Tacitus erwähnt, womit die Geschichtsschreibung selbst, welche gleich im Detail erläutert wird, als römisch und nicht als deutsch zu charakterisieren ist. Zudem suggeriert Ottomeyers Aussage eine Kontinuität der „deutschen“ Geschichtsschreibung, die mit der Beschreibung des Ereignisses der Varusschlacht in der Antike beginnt. Tatsächlich ist die Varusschlacht über viele Jahrhunderte in Vergessenheit geraten und wurde erst im 12. Jh. erneut erwähnt und rückte dann etwa weitere 400 Jahre später ab dem 16. Jh. durch die Wiederentdeckung der antiken Überlieferung verstärkt in den Blickpunkt der Deutschen.[83]

4 Die antiken Überlieferungen über die Varusschlacht

4.1 Die literarische Traditionsbildung um die Varusschlacht in der römischen Geschichtsschreibung

Über das Ereignis der Varusschlacht gibt es viele literarische Bearbeitungen. Diese stammen von römischen und griechischen Autoren und beschreiben das Ereignis und seine Folgen ausschließlich aus römischer Perspektive und somit nach subjektiven, römischen Maßstäben.[84] Zwar wurde der siegreiche Cherusker Arminius laut des römischen Senators und Geschichtsschreibers Tacitus noch etwa 200 Jahre nach dem Schlachtereignis in germanischen Heldenliedern besungen, aber davon ist - besonders weil es an einer schriftlicher Überlieferung aus germanischer Perspektive fehlt -, nichts erhalten, was über die Varusschlacht und die Sicht der Germanen Aufschluss geben kann.[85] Auch die wenigen, aus späterer Zeit erhaltenen germanischen Runeninschriften geben keine Informationen über das Schlachtereignis preis.[86]

[...]


[1] Vgl. Derks 2009, S. 38.

[2] Vgl. Dio 56, 18 ff., Vell. 2,117 ff., Tac. ann. 1,55 ff.

[3] Vgl. Tac. ann. 2,88,2.

[4] Vgl. Wiwjorra 2009, S. 2.

[5] Wiegels 2007, S. 11.

[6] Vgl. Mommsen 1871, S. 341.

[7] Anm. d. Verf.: Neben der anderen verwendeten Literatur für die Darstellung der Rezeptionsgeschichte soll hier auf die Darstellung der historischen Ereignisse um die Varusschlacht und ihrer Rezeption in Form einer Zeitleiste hingewiesen werden, die von Stanke/Weidner 2009 stammt; von dieser führen zum Teil andere Links auf Onlineausgaben der rezeptionsgeschichtlichen Werke: URL:http://www.lwl.org/westfaelische- geschichte/portal/Internet/input_felder/langDatensatz_ebene4.php? urlID=848&url _tabelle=tab_websegmente (25.06.2010).

[8] Vgl. Roloff 1995, S. 211-212.

[9] Vgl. Wolters 2008, S. 9-10 mit Verweis auf Mommsen 1871, in 2. Auflage von 1905 auf S. 316-343 sowie Wiegels 2007, S. 9-10.

[10] Vgl. Mommsen 1871, S. 341 sowie Wiegels ebd. S.9.

[11] Vgl. ebd. S. 342 und Wiegels ebd.

[12] Vgl. Wolters 2008, S. 10.

[13] Vgl. Kesting 1950, S. 13.

[14] Vgl. ebd.

[15] Vgl. Wiegels 2007, S. 11.

[16] Vgl. zu diesem Abschnitt auch Kapitel 7.6 dieser Arbeit.

[17] Vgl. Wenskus 1977.

[18] Vgl. See 1970 sowie 1994.

[19] Vgl. Wolters 2008, S. 198 f.

[20] Vgl. Deutsches Historisches Museum, Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen - Die Ständige Ausstellung des DHM im Zeughaus, online unter URL:http://www.dhm.de/ausstellungen/staendige-ausstellung/index.html (18.05.2010) sowie über die Varusschlacht vgl. 1. Jahrhundert vor Christus bis 1500, Frühe Kulturen und Mittelalter, online unter URL:http://www.dhm.de/ausstellungen/staendige-ausstellung/gliederung.html# fruehekulturenundmittelalter (18.05.2010).

[21] Matussek/Schulz 2006, URL: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-47004661.html (18.05.2010).

[22] Anm. d. Verf.: Über den Fundort Kalkriese ist nicht gesichert, dass dies tatsächlich der Schlachtort der Varusschlacht ist; es gibt auch Theorien nach denen dort die Schlacht von Aulus Caecina gegen die Germanen stattgefunden haben kann. Vgl. Wolters 2003 als Gesamtbeitrag und Wolters 2008, S. 161 ff.; zur Schlacht Caecinas vgl. auch Kapitel 6.2.1 dieser Arbeit.

[23] Vgl. z.B. Wiegels 2007, S. 15 und Wolters 2008, S. 10 sowie auch Ottomeyer rechtfertigend und relativierend in seinem Beitrag aus 2009. Vgl. weitere kurze Stellungnahmen zu diesem Aspekt in Unterkapitel 3.4 sowie zur historischen Bedeutung der Varusschlacht Kapitel 6.7 und zusammenfassend Kapitel 8 dieser Arbeit.

[24] URL:http://www.dhm.de/ausstellungen/staendige-ausstellung/index.html (18.05.2010).

[25] Deutsches Historisches Museum, Deutsche Geschichte in Bildern und Zeugnissen - Die Ständige Ausstellung des DHM im Zeughaus, URL:http://www.dhm.de/ausstellungen/staendige-ausstellung/index.html (18.05.2010).

[26] Vgl. Wolters 2008, S. 198 ff., Wiegels 2008, S. 49 ff.

[27] Vgl. dazu Kapitel 7 dieser Arbeit.

[28] Vgl. Steinacher 2009, S. 78.

[29] Vgl. Steinacher 2009, S. 78.

[30] Vgl. Wiegels 2007a, S. 38.

[31] Vgl. Steinacher 2009, S. 78.

[32] Dick 2009, S. 320-321 und vgl. Steinacher, ebd.

[33] Vgl. Goetz/Welwei 1995, S. 6.

[34] Vgl. ebd. S. 4.

[35] Vgl. Günnewig 2009, S. 32, Wolters 2009b, S. 37, Steinacher 2009, S. 78, Wiegels 2007a, S. 37 und Goetz/Welwei ebd. S. 275 sowie die dort folgenden Quellentexte.

[36] Vgl. Goetz/Welwei 1995, S. 16 und 275, Pohl 2009, S. 388 sowie der entsprechende Quellentext in Goetz/Welwei ab S. 279 ff.

[37] Vgl. Wolters 2009b, S. 37 und Goetz/Welwei ebd. S. 4-5.

[38] Vgl. Goetz/Welwei ebd. und Wolters 2000, S. 16-17.

[39] Vgl. Steinacher 2009, S. 78, Wolters 2009b, S. 35, Wiegels 2007a, S. 37, Goetz/Welwei ebd. S. 5 mit Quellentexten in Kapitel 1.

[40] Vgl. Steinacher ebd. S. 78.

[41] Vgl. hier und im Folgenden See 1994, S. 38 ff., Günnewig 2009, S. 32, Wolters 2009a, S. 83-85 und 2009b, S. 35-38 sowie Goetz/Welwei 1995 S. 2 und 13 mit den folgenden Quellentexten in Kapitel 1.

[42] Vgl. ebd.

[43] Vgl. Caes. Gall. 6,11-28 zum Vergleich zwischen Kelten und Germanen sowie der Landschaft in Germanien.

[44] Anm. d. Verf.: siehe dazu Kapitel 4.1 dieser Arbeit.

[45] Vgl. Goetz/Welwei 1995, S. 6.

[46] Vgl. Wiegels 2007a, S. 38 und Goetz/Welwei 1995, S. 275.

[47] Vgl. Steinacher 2009, S. 79.

[48] Vgl. Günnewig 2009, S. 30-32, Wolters 2009b, S. 37, Maurer 2009, S. 67und Wolters, 2008, S. 33.

[49] Goetz/Welwei 1995, S. 5.

[50] Vgl. Wolters 2009b, S. 38, Wiegels 2007a, S. 37.

[51] Wolters 2009b, S. 39 mit Verweis auf R. Gest. div. Aug. 26, Plinius nat. 2,167, Strabon zum Verbot der Elbüberschreitung in 7,1,4 und Tac. ann. 1,59,4.

[52] Vgl. Steinacher, S. 78ff.

[53] Vgl. Goetz/Welwei 1995, S. 5-6.

[54] Vgl. Wolters 2009b, S. 37.

[55] Ebd. S. 38.

[56] Anm. d. Verf.: Die Karte ist aus Wolters 2008, S. 18 entnommen und stammt ursprünglich von Peter Palm, Berlin; sie stellt die einzige Abbildung in dieser Arbeit dar, weshalb auf die Erstellung eines gesonderten Abbildungsverzeichnisses verzichtet wurde.

[57] Wolters 2009b, S. 40.

[58] Vgl. Wolters 2009b, S. 40 mit Bezugnahme auf Wenskus 1977, vgl. auch Goetz/Welwei 1995, S. 10.

[59] Vgl. Wenskus ebd. S. 246 ff.

[60] Vgl. Goetz/Welwei 1995, S. 11 mit vorherigem Bezug auf Wenskus; “Traditionskern” bei Wenskus 1977, S. 73 ff.

[61] Vgl. Caes. Gall. 2,4,10 sowie vgl. Wolters 2009b, S. 38, Maurer 2009, S. 67, Wiegels 2007a, S, 37.

[62] Vgl. Maurer ebd. S. 67.

[63] Vgl. Wolters 2008,S. 30.

[64] Ders. 2000, S. 18.

[65] Vgl. ebd. und Goetz/Welwei 1995, S.7.

[66] Vgl. Goetz/Welwei 1995, S. 21-24 und die dort angegebenen Quellentexte in Kapitel 1.

[67] Vgl. Dio 56,18,2.

[68] Wolters 2009a, S. 84, See 1994, S. 36.

[69] Dio, 56,18,2.

[70] Vgl. Tac. Ger. 13 und Wolters 2009a, S. 84.

[71] Vgl. Goetz/Welwei 1995, S. 16, 275, Burmeister 2009, S. 26.

[72] Vgl. Goetz/Welwei ebd., S. 21-24 und die dazugehörigen Quellentexte in Kapitel 1.

[73] Vgl. Tac. Ger. 13 und Wolters 2009a, S. 84.

[74] Vgl. Wolters ebd. S. 85.

[75] Vgl. Burmeister 2009, S. 27.

[76] Vgl. Dio 56,21,4.

[77] Demandt 1995, S. 195.

[78] Vgl. bei den Quellen in Goetz/Welwei 1995a vor allem Vell. 2,108-110 und Tac.ann. 2,44-46, 2,62-63 sowie 2,88 im Unterkapitel „Die Machtbildung Marbods in Böhmen. Die Auseinandersetzung mit Arminius“, zudem vgl. Pohl 2009, S. 388, Demandt 1995, S. 186, 192, 195 und Goetz/Welwei 1995, S. 17.

[79] Vgl. Goetz/Welwei 1995, S.1.

[80] Vgl. Dio 56,18,3 ff.

[81] Vgl. ebd.

[82] Vgl. ebd.

[83] Anm. d. Verf.: Vgl. Kapitel 7 dieser Arbeit.

[84] Vgl. Derks 2009, S. 41, Wolters 2008, S. 100-101, Timpe 2006, S. 430 und Goetz/Welwei 1995, S. 13 und 69.

[85] Vgl. Wolters ebd. S. 101-102 mit Verweis auf Tac. ann. 2,88,3 und Wiegels 2007, S. 19.

[86] Vgl. Goetz/Welwei 1995, S. 12.

Ende der Leseprobe aus 92 Seiten

Details

Titel
Die Varusschlacht - Antike Überlieferung und politischer Mythos
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
92
Katalognummer
V176868
ISBN (eBook)
9783640982677
ISBN (Buch)
9783640982721
Dateigröße
1304 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit umfasst insgesamt 92 Seiten und ist in Umfang und Qualität mit Master-/Diplom-/Staatsexamensarbeiten vergleichbar.
Schlagworte
Varusschlacht, Bachelor-Thesis, BA-Thesis Alte Geschichte Neue Geschichte politischer Mythos
Arbeit zitieren
Christina Gieseler (Autor), 2010, Die Varusschlacht - Antike Überlieferung und politischer Mythos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176868

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