Jeder Mensch strebt seine individuelle Zufriedenheit an. Ob dies privater oder beruflicher Natur ist - tägliches Lernen verhilft unter anderem allen Personen, ein Stück weit diesen immateriellen Wohlstand für sich zu erreichen.
Der intensivste Weg zum beruflichen Erfolg ist die betriebliche Weiterbildung. Sich selbst auf dieser Ebene zu verwirklichen beginnt allein im Kopf jedes Einzelnen und hat wahrscheinlich kein zu definierendes Ende. Learning by Doing, Lernen beim Arbeiten, diesen Trend kann man in der heutigen Zeit in fast allen Betrieben als die wichtigste Form der betrieblichen Weiterbildung erkennen. Interne, arbeitsnahe und selbstorganisierte Lernprozesse bilden die Grundlage zum Erreichen des gesteckten Zieles. Auch die einzelnen Unternehmen sind daran interessiert, ihren eigenen wirtschaftlichen Erfolg zu sichern. Die HeidelbergCement AG (HC) bezogen auf den Geschäftsbereich Zentraleuropa West (Deutschland, Österreich, Schweiz) soll in dieser Arbeit bei der Erreichung dieses wichtigen Unternehmens zieles exemplarisch begleitet werden. Es werden Grundlagen und Methoden aufgezeigt und auf die tatsächliche Handhabe der HC projiziert. Weiterhin werden ebenso Verbesserungsvorschläge formuliert wie auch erreichte Erfolge dargestellt.
In den vergangenen Jahren kristallisierte sich eine zunehmende Investition in das sgn. Humankapital heraus, eine Investition in die Fähigkeiten der eigenen Mitarbeiter. Neben der Stabilisierung der Wettbewerbsfähigkeit dient dies ebenso der Stärkung des inneren Zusammenhalts. 1 Ob und wie sich diese Investition rentiert, wird mit Hilfe von wirtschaftlich- und nutzenorientierten Analysen aufgezeigt. Am Beispiel der HC soll herausgefunden werden, ob das Zusammenspiel von Mitarbeiter- und Unternehmenserfolgen in der Praxis der betrieblichen Weiterbildung analysiert werden kann. Beginnend mit der Planung aller Abläufe über das praktische Umsetzen der Methoden zum Erreichen der angestrebten Ziele sowie Analyse des tatsächlichen Nutzens bis hin zur internen Kontrolle werden alle Bereiche der HC beleuchtet und mit den theoretischen Grundlagen verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung und Abgrenzung der Themenstellung
a. Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
b. Aufbau der Arbeit
2. Die Grundlagen und die Planung der betrieblichen Weiterbildung
a. Die Betriebliche Weiterbildung
i. Gründe
ii. Ziele des Unternehmens
iii. Ziele der Mitarbeiter
b. Bedarfsermittlung
c. Lehrmethoden
i. Tägliches Lernen am Arbeitsplatz
ii. Lehrmethoden innerhalb einer Weiterbildungsmaßnahme
3. Die Steuerung der betrieblichen Weiterbildung
a. Controllinginstrumente
i. Erfolgskontrolle
ii. Lerntransfer
1. Transfersicherung
2. Transferkriterien
iii. Qualitätsaspekte
1. Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9000 – 9004
2. Qualitätssicherung
3. Bewertung
b. Bildungscontrolling
i. Begriff und Allgemeine Aufgaben
ii. Qualitatives und quantitatives Bildungscontrolling
iii. Innerbetrieblicher Ablauf
iv. Zielsetzung und Bedeutung
4. Die Kontrolle der betrieblichen Weiterbildung
a. Wirtschaftlichkeit der Weiterbildung am Beispiel des betriebseigenen Schulungszentrums
i. Budgetierung der Weiterbildungsmaßnahmen
ii. Kostenanalyse
iii. Nutzenanalyse
b. Evaluation
i. Definition und Aufgaben
ii. Funktion
iii. Evaluationsgegenstände
iv. Durchführung
v. Methoden
5. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das betriebliche Weiterbildungssystem am Beispiel der HeidelbergCement AG mit dem Ziel zu analysieren, ob sich Aufwand und Nutzen im Rahmen einer betrieblichen Weiterbildung angemessen kontrollieren lassen, um Unternehmensziele besser zu koordinieren.
- Grundlagen der betrieblichen Weiterbildung, Bedarfsermittlung und Lehrmethoden.
- Methoden und Instrumente des Bildungscontrollings zur Steuerung der Weiterbildungsarbeit.
- Analyse der Wirtschaftlichkeit betriebseigener Schulungszentren.
- Methodik und Evaluation der betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen.
- Qualitätssicherung im Rahmen von Qualitätsmanagementsystemen (DIN EN ISO 9000 – 9004).
Auszug aus dem Buch
i) Budgetierung der Weiterbildungsmaßnahmen
Ein Unternehmen muss frühzeitig planen, welche Beträge an Einnahmen und Ausgaben in Bezug auf Weiterbildungsmaßnahmen zu erwarten sind. Denn mit der Entscheidung über das Budget werden die zur Verfügung stehenden Mittel für die vorgesehenen Schulungen freigegeben. Da die Kosten der Aus-, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen in der Gewinn- und Verlustrechnung als Personalkosten geführt werden, ist eine vorherige Kalkulation unumgänglich.
Einzelne Bildungsveranstaltungen werden demzufolge auch als Einzelveranstaltungen kalkuliert und es wird ein interner Verrechnungspreis für die teilnehmenden Mitarbeiter bestimmt. Verantwortliche legen einen einheitlichen Preis pro Teilnehmer und Veranstaltung fest, um die Abrechnungen und Kalkulationen am Jahresende zu vereinfachen und zu standardisieren. Die Abrechnung erfolgt jährlich auf der Grundlage der Teilnehmertage pro Veranstaltungstyp, welche dann jeweils mit dem fixen Tagessatz der Trainerkosten multipliziert werden. Die Planungs- Konzeptions-, Administrations- und Organisationskosten müssen für die Budgetierung einer Weiterbildungsmaßnahme ebenfalls mit einbezogen werden, da diese für deren Durchführung im Mittelpunkt stehen.
Die Vereinbarung über die Höhe des tatsächlich verfügbaren Budgets für das Folgejahr erfolgt in der Regel durch Beantragung bei der Geschäftsführung. Hierfür wird die Gesamtsumme ermittelt, in dem die Kosten der Bildungsmaßnahmen analog des vorgenannten Kalkulationsschemas veranschlagt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung und Abgrenzung der Themenstellung: Diese Einleitung motiviert das Thema der betrieblichen Weiterbildung als Investition in Humankapital und definiert die Forschungsfrage am Beispiel der HeidelbergCement AG.
2. Die Grundlagen und die Planung der betrieblichen Weiterbildung: Das Kapitel erörtert die Gründe für Weiterbildung, die Unternehmens- sowie Mitarbeiterziele und erläutert die Bedarfsermittlung und verschiedene Lehrmethoden.
3. Die Steuerung der betrieblichen Weiterbildung: Hier werden Controllinginstrumente wie Erfolgskontrolle, Lerntransfer und Qualitätsmanagement sowie die Aufgaben und Prozesse des Bildungscontrollings detailliert behandelt.
4. Die Kontrolle der betrieblichen Weiterbildung: Der Fokus liegt auf der Kosten- und Nutzenanalyse eines betriebseigenen Schulungszentrums sowie der Einführung in die Methode der Evaluation als Kontrollinstrument.
5. Schlussbetrachtungen: Das Kapitel fasst die Bedeutung der Weiterbildung für die Wettbewerbsfähigkeit zusammen und reflektiert die ersten Erfahrungen mit Bildungscontrolling-Instrumenten.
Schlüsselwörter
Betriebliche Weiterbildung, Bildungscontrolling, Personalcontrolling, Bedarfsermittlung, Lehrmethoden, Kostenanalyse, Nutzenanalyse, Evaluation, Qualitätsmanagement, Humankapital, Lerntransfer, HeidelbergCement AG, Qualifizierung, Wirtschaftlichkeit, Erfolgskontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Planung, Steuerung und Kontrolle betrieblicher Weiterbildungsmaßnahmen am Beispiel der HeidelbergCement AG.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der strategischen Planung, dem Controlling, der Kosten-Nutzen-Analyse und der Evaluation innerhalb des betrieblichen Bildungswesens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin zu evaluieren, ob das Verhältnis von Aufwand und Nutzen innerhalb der betrieblichen Weiterbildung kontrollierbar ist und wie diese Erkenntnisse zur Zielkoordination im Unternehmen genutzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche und der praktischen Anwendung auf den Geschäftsbereich Zentraleuropa West der HeidelbergCement AG.
Welche Bereiche werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Planungsgrundlagen, die Steuerung durch Bildungscontrolling und Controllinginstrumente sowie die Kontrolle der Wirtschaftlichkeit und Evaluation.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Bildungscontrolling, Humankapital, Qualifikationsanalyse, Transferkriterien und die Evaluation von Weiterbildungsprozessen.
Wie bewertet die Arbeit die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9000 – 9004?
Die Autorin sieht in dieser Zertifizierung ein Instrument zur Dokumentation der Prozessqualität, merkt jedoch an, dass die Gleichsetzung von Zertifizierung mit tatsächlicher Bildungsqualität problematisch ist.
Warum spielt die räumliche Lage bei der HeidelbergCement AG eine Rolle?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die isolierte Lage des betriebseigenen Schulungszentrums in Neumarkt maßgeblich zur persönlichen Zufriedenheit und zum Lernerfolg beiträgt, da sie eine "heimische Atmosphäre" schafft.
- Citation du texte
- Daniela Möller (Auteur), 2003, Die betriebliche Weiterbildung - Planung, Steuerung und Kontrolle am Beispiel der HeidelbergCement AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17686