Computer als fremdsprachliches Kommunikationsmedium

Komputer jako obcojęzyczne medium komunikacyjne - komputer na lekcji


Lizentiatsarbeit, 2007

35 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Zwischenmenschliche Kommunikation und ihre Arten
1.1 Verbale Kommunikation
2.2 Nonverbale Kommunikation

2. Zur Rolle und Anwendung des Computers
2.1 Computer als Kommunikationsmedium im Fremdsprachenunterricht
2.1.1 Computer ohne Internetanschluss
2.1.1.1 Lernprogramme
2.1.1.2 Lexika und Wörterbücher
2.1.2 Computer mit Internetanschluss
2.1.2.1 Online-Übungen
2.1.2.2 E-Mail
2.1.2.3 Chatten
2.1.2.4 WWW-Seiten

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

Einleitung

In der vorliegenden Arbeit schildern wir die Rolle des Computers als fremdsprachlichen Kommunikationsmediums und seinen Einfluss auf das Fremdsprachenlernen, weil heutzutage die zwischenmenschliche Kommunikation von immer größerer Bedeutung ist und die Menschen versuchen, immer neuere und schnellere Technologien nicht nur im Alltagsleben, sondern auch in der Schule dazu zu verwenden.

Im ersten Kapitel stellen wir die zwischenmenschliche Kommunikation allgemein dar. Wir definieren auch zwei Begriffe, die mit ihr eng verbunden sind, nämlich die verbale und die nonverbale Kommunikation und erklären, wie sie abläuft. Wir listen auch die Faktoren auf, die sie beeinflussen.

Im nächsten Teil dieser Arbeit weisen wir die Bedeutung und Wichtigkeit des Computereinsatzes in den Unterricht auf. Wir besprechen auch die Aspekte, die bei dem computergestützten Unterricht unbedingt erfüllt werden müssen. Ferner sagen wir, wie der Computer mit und ohne Internetanschluss gebraucht werden kann. Hier nennen wir auch ein paar Beispiele zu den Nutzungsmöglichkeiten dieses Mediums, genauer gesagt, behandeln wir die elektronischen Lernprogramme, Lexika und Wörterbucher. Dann gehen wir zum Internet und seiner Rolle beim Fremdsprachenerwerb über, wo wir die Anwendung solcher Elemente des World Wide Web wie Online-Übungen, E-Mails, Chats und Internetseiten beschreiben. Wir sagen auch, in welchem Zusammenhang sie mit der Kommunikation stehen, wie sie die Schüler zu aktiverer Teilnahme am Unterricht motivieren und ihre Interesse erwecken können.

1. Zwischenmenschliche Kommunikation und ihre Arten

Es ist schwer zu sagen, was eigentlich der Begriff Kommunikation bedeutet, weil es sehr viele Quellen gibt, die ihn zu definieren versuchen. Laut Heinz Bonfadelli (2001:22) ist Kommunikation eine Form des sozialen Handelns, das auf das Denken, Fühlen und Handeln anderer Menschen bezogen stattfindet. Der freien Enzyklopädie Wikipedia zufolge ist die zwischenmenschliche Kommunikation als Teil der sozialen Interaktion, die sichtbares wechselseitiges Aufeinanderwirken zwischen Individuen bezeichnet, zu verstehen[1]. In der Enzyklopädie Microsoft Encarta wurde Kommunikation als Übermittlung und Empfangen von Gedanken, Informationen und Nachrichten definiert[2]. Laut dem Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick ist die Einhaltung der 5 Axiome, die in seiner eigenen Kommunikationstheorie enthalten sind, Grundlage für eine funktionierende Kommunikation und deren Verletzung zu den Störungen in der zwischenmenschlichen Kommunikation führen kann (Watzlawick u.a. 1967:53 ff.). Jetzt versuchen wir all diese Axiome zu nennen und zu besprechen:

- Es ist unmöglich, nicht zu kommunizieren.

Egal, ob wir etwas sagen oder schweigen, läuft immer die Kommunikation ab. Alle Geste, Mimik, Körperhaltung und alle anderen Faktoren bilden Kommunikation und haben Mitteilungscharakter. Sie beeinflussen Andere und die Anderen reagieren auf diese Kommunikation und kommunizieren damit selbst.

- Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt.

Jede zwischenmenschliche Kommunikation hat einen Inhalt aber gleichzeitig enthält eine weitere Information, die sich auf das Verhältnis zu dem Gesprächspartner bezieht. Auf diese Art und Weise drückt der Sender aus, wie er seine Beziehung zu dem Partner sieht.

- Jede Kommunikation enthält in der unterschiedlichen Sicht verschiedener Gesprächspartner eine Struktur, die als Interpunktion einer Ereignisabfolge erscheint.

Das Verhalten einer Person ist die Ursache für das Verhalten anderer Person und umgekehrt, das der Zweiten beeinflusst das der Ersten. In dieser Situation interpretiert der eine Gesprächspartner sein Verhalten als eine Reaktion auf das Verhalten des Anderen, so dass sein Tun die Ursache für das eigene Tun ist.

- Jede menschliche Kommunikation kann in digitaler und analoger Weise erfolgen.

Digitale Form der Kommunikation ist gegeben, wenn die Informationen in Zeichen verschlüsselt sind und deren Bedeutung eindeutig ist. Außerdem gibt es feste Regeln, wie wir die Zeichen entschlüsseln sollen. Wenn wir die analoge Kommunikation meinen, erlaubt die Nachricht nur eine ungefähre, indirekte Darstellung und es fehlt eine bestimmte Regelung, wie wir sie dekodieren sollen.

- Die Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär, je nachdem, ob die Beziehung zwischen den Partnern auf Gleichheit oder auf Unterschiedlichkeit beruht.

Wenn wir eine symmetrische Beziehung betrachten, verhalten sich die Partner „spiegelbildlich“ zueinander. Sie versuchen die Rangunterschiede zwischeneinander zu verkleinern und beide Personen reden etwa gleichviel. Im Falle einer komplementären Form der Kommunikation stehen die Partner in einem Ergänzungsverhältnis zueinander, d.h. der Eine redet viel, während der Andere schweigt. Mit dieser Situation haben wir z.B. im Schulalltag zu tun, wenn der Unterricht in Form eines Frontalunterrichts durchgeführt wird. Dann redet meist der Lehrer, wobei die Schüler schweigen und eventuell das Gesagte notieren.

Wir wollen hier noch die Meinung eines der berühmtesten Kommunikationsforscher darstellen, der das bekannte Kommunikationsmodell entwickelte und dies heißt „4-Seiten-Modell“ (auch SABS-Modell, Nachrichtenquadrat, 4-Ohren-Model oder Kommunikationsquadrat genannt), und nämlich Friedemann Schulz von Thun (1981:25 ff.). Das ist ein Modell, mithilfe dessen wir die Aussageinhalte in der verbalen Kommunikation interpretieren können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: 4- Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun[3]

Laut diesem Kommunikationsforscher enthält jede Nachricht vier Botschaften, die Schulz von Thun in Form eines Quadrates dargestellt und demnach dem Sender „4 Schnäbel“ und dem Empfänger „4 Ohren“ zugeordnet hat. Dieses Modell beschreibt die Mehrschichtigkeit einer menschlichen Aussage und die Qualität eines Gesprächs ist davon abhängig, in welcher Weise diese 4 Schnäbel einerseits und die 4 Ohren andererseits zusammenspielen. Jetzt versuchen wir dieses Modell kurz zu beschreiben. Zuerst präsentieren wir die Seite des Senders und dann gehen wir zur Seite des Empfängers über (Schultz von Thun 1981:25 ff.).

Der Sender:

- Sachinhalt – das ist alles, worüber wir sagen, worüber wir den Empfänger informieren.
- Beziehungsaspekt – wenn es um diesen Aspekt geht, äußern wir, für wen wir den Empfänger halten, wie wir zu ihm stehen.
- Appell – all dies, was wir beim Empfänger zu erreichen versuchen, was er aufgrund unserer Mitteilung tun soll.
- Selbstoffenbarung – wir zeigen uns als Sender, wir zeigen auch unsere echten Gefühle und Empfindungen und das, was wir selbst von uns preisgeben können.

Der Empfänger:

- Sach-Ohr – hier können wir uns die Fragen stellen: Wie ist der Sachinhalt zu verstehen? Was will der Sender uns sagen?
- Beziehungs-Ohr – das ist die Art und Weise, auf die der Sender mit uns redet und seine Vorstellung davon, wen er vor sich zu haben glaubt.
- Appell-Ohr – dieses Ohr ist besonders empfangsbereit für die Frage: Was sollen wir als Empfänger tun, denken, fühlen (aufgrund der Mitteilung des Senders)?
- Selbstoffenbarungs-Ohr – während der Sender, explizit oder implizit, Informationen über sich preisgibt, können wir uns als Empfänger fragen: Was ist der für einer? Wie ist er gestimmt?

Wir wissen schon etwas über die zwischenmenschliche Kommunikation und ihre Komponenten. Am Anfang haben wir ein paar Definitionen dargestellt und dabei gesagt, dass es schwer zu sagen ist, was eigentlich der Begriff Kommunikation bedeutet, weil es sehr viele Quellen gibt, die ihn zu definieren versuchen. Dann haben wir die 5 Axiome von Paul Watzlawick (1967:53 ff.) genannt und danach das „4-Seiten-Modell“ von Schulz von Thun präsentiert und besprochen.

1.1 Verbale Kommunikation

In diesem Kapitel versuchen wir zu erklären, was eigentlich der Begriff verbale Kommunikation bedeutet und welche Faktoren sie beeinflussen. Laut Podgórecki (2000) bedeutet dieser Terminus der Austausch von Informationen mithilfe der Sprache, also eines graphischen oder lautlichen Zeichensystems. Walters (2002:67) weist darauf hin, dass von allen Signalen, die wir übermitteln, wenn wir mit dem Anderen kommunizieren, liefert unsere Stimme nur etwa 20 Prozent und diese Zahl enthält hoch konzentrierte Informationen, deshalb müssen wir uns dessen bewusst sein, dass der Zuhörer seine Aufmerksamkeit in erster Linie darauf, was wir sagen, richtet. Und auch Walters (2002:68) gliedert die verbale Kommunikation in drei Kategorien: Stimmqualität, Klarheit der Äußerung und sprachlicher Inhalt. Wenn wir zu verstehen versuchen, wie diese Elemente einerseits unabhängig voneinander und andererseits im Zusammenspiel funktionieren, bekommen wir wertvolle Informationen über die sprechende Person.

Wenn wir über die verbale Kommunikation sprechen wollen, dürfen wir auf keinen Fall vergessen, dass dabei die Distanzzonen eine sehr wichtige Rolle spielen. Jeder von uns verfügt über unausgesprochene Regeln darüber, welcher Abstand zu dem Gesprächspartner richtig ist und wenn wir mit anderen Menschen in Kontakt kommen wollen, müssen wir die Distanzzonen beachten. Diese unterschiedlichen Distanzen dienen dazu, sich eine Vorstellung von dem Gesprächspartner und seinen Absichten machen zu können. Diese Distanzen bei einem persönlichen Kontakt mit anderen Menschen hängen davon ab, wie wir mit ihnen vertraut sind und auch in welchem Kulturkreis wir aufgewachsen sind. Jetzt nennen und besprechen wir kurz die einzelnen Distanzzonen (Püttjer/Schnierda 2001:99):

- die intime Zone (bis 0,4 m),
- die persönliche Zone (0,4 m bis 1,5 m),
- die soziale Zone (1,5 m bis 4 m),
- die öffentliche Zone (ab 4 m).

In die intime Distanzzone dürfen nur Personen, mit denen wir sehr vertraut sind, wie Freunde oder gute Bekannte, hineinkommen. Das nicht ausdrücklich erlaubte Eindringen in diese Zone kann Ablehnung aber auch Aggression auslösen.

Wenn es um die persönliche Zone geht (auch „Stehparty-Distanz“ genannt), lassen wir in sie nur Menschen hineinkommen, die wir gut kennen. Dieser Abstand erlaubt beispielsweise eine Form der Begrüßung und nämlich den Handschlag.

In der nächsten, sozialen Zone empfinden wir den öffentlichen Kontakt mit weniger oder sogar nicht bekannten Personen als angenehm. Innerhalb dieser Zone ist der Blickkontakt notwendig, weil der einzige Kontakt, den wir in diesem Moment haben, nur visuell ist. Falls wir am Gesprächspartner vorbeischauen, schließen wir ihn praktisch vom Gespräch aus.

Was die öffentliche Zone anbelangt, spielt sie im Umgang mit Kollegen und Bekannten die geringste Rolle. Diese Distanz wahren wir zu Personen, die im Interesse der Öffentlichkeit stehen, wie Politiker oder Professoren.

Verbale Kommunikation kann sowohl durch gesprochene als auch durch geschriebene Sprache erfolgen. Wir unterscheiden deshalb laut- und schriftsprachliche Kommunikation. Wenn wir kommunizieren, aktivieren wir verschiedene Kanäle, durch die das Gesprochene (lautsprachliche Kommunikation) oder das Geschriebene (schriftsprachliche Kommunikation) übermittelt wird. Was die Lautsprache angeht, gilt hier das Sprechen als ein Kodierungsprozess. Dabei ist das Gesprochene das Ergebnis dieses Prozesses, geht vom Sender aus, wird durch den akustisch-auditiven Kanal übertragen und an den Empfänger gerichtet. Bei dem Empfänger beginnt der Dekodierungsprozess nämlich das Hören (Szczodrowski 2001:103). Grochowski (1984:63) bezeichnet das Sprechen als aktive kommunikative Fertigkeit, die der Sprachproduktion, der Kodierung entspricht. Das Hören dagegen ist eine passive Fertigkeit, während der die Dekodierung erfolgt. Neuf-Münkel (1991:52) weist darauf hin, dass das Sprechen der Kommunikation nicht gleichzusetzen ist, weil der Empfänger das zu ihm Gesagte verstehen muss. Andernfalls ist das Geäußerte nur eine Information. Die beiden Seiten (Sender und Empfänger) müssen sich verstehen, damit wir Kommunikation Kommunikation nennen könnten. Wenn wir mit den schulischen Situationen zu tun haben, findet diese Kommunikation jeden Tag statt. Der Lehrer ruft das aufgenommene, verstandene und gespeicherte Wissen hervor. In diesem Falle löst sich der Such-, Auffind-, Transformations- und Abrufprozess aus (Szczodrowski 2001:104).

Nachdem wir die lautsprachliche Kommunikation und den dabei aktivierten Kanal besprochen haben, gehen wir zum weiteren Punkt und nämlich zur schriftsprachlichen Kommunikation über.

Szczodrowski (2001:79 ff.) stellt die schriftsprachliche Substanz in Zusammenhang mit dem optisch-visuellen Kanal dar und weist darauf hin, dass er auch zusammen mit dem während der lautsprachlichen Kommunikation aktivierten akustisch-auditiven Kanal wirkt. Das Schreiben ist, wie Sprechen, eine produktive Fertigkeit, weil wir dabei mit der Sprachproduktion zu tun haben, während deren der Sender (die schreibende Person) seine Information in Zeichen kodiert und an den Empfänger sendet. Die verschlüsselte Information gelangt über den früher erwähnten optisch-visuellen Kanal und wird von dem Empfänger mithilfe seiner Deutungsschlüssel dekodiert.

Wenn wir die Bedeutung des Schreibens in der Informationsvermittlung betrachten wollen, sollen wir die Publikation Kasts (1995:17) zu Hilfe nehmen. Seiner Meinung nach ist sie relativ gering und auf folgende Bereiche beschränkt:

- formelle Briefe (zur Informationsbeschaffung),
- informelle Briefe/Karten,
- Formulare,
- Kurzmitteilungen für Dritte.

Wir versuchen sie in Bezug auf den Unterricht kurz zu beschreiben. Wenn sie nämlich geübt werden sollen, muss den Schülern klar sein, dass sie mit realen Kommunikationssituationen zu tun haben und dass sie das im Unterricht erworbene Wissen eines Tages ausnutzen können. Sie sollten so weit wie möglich an ihren Alltag anknüpfen (Kurzmitteilungen für Dritte). Sie sollen ihnen das Leben erleichtern und z.B. beim künftigen Ausfüllen eines Formulars hilfreich sein. Wenn es um die formellen Briefe geht, kann die Fähigkeit deren Schreibens beim Erwerben einer Stelle im Ausland helfen. Die informellen Briefe und Karten können nicht nur in traditioneller Form geschickt werden, sondern auch mithilfe der heutzutage zur Verfügung stehenden Medien, wie E-Mail oder Chat. Damit aber werden wir uns in weiteren Punkten der Arbeit beschäftigen.

[...]


[1] Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenmenschliche_Kommunikation

[2] Quelle: Microsoft ® Encarta ® 2007 © 1993-2006 Microsoft Corporation.

[3] Quelle: www.schulz-von-thun.de

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Computer als fremdsprachliches Kommunikationsmedium
Untertitel
Komputer jako obcojęzyczne medium komunikacyjne - komputer na lekcji
Hochschule
Uniwersitet Gdański  (Germanische Philologie)
Note
1
Autor
Jahr
2007
Seiten
35
Katalognummer
V176893
ISBN (eBook)
9783640986798
ISBN (Buch)
9783640986880
Dateigröße
1288 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Computer im DaF, komputer na lekcji, Computer, Deutschunterricht, DaF-Unterricht, Internet, neue Medien
Arbeit zitieren
mgr Anna Tyczkowska (Autor), 2007, Computer als fremdsprachliches Kommunikationsmedium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176893

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