Besonderheiten des Umgangs mit mutistischen Kindern in der Schule

Unter Berücksichtigung schulischer Interventionsmöglichkeiten


Hausarbeit, 2010

32 Seiten, Note: 1,1


Leseprobe

Inhalt

1. Prolegomenon

2. Ziel, Struktur und Methode der Semesterarbeit

3. Störungsbild Mutismus
3.1 Epidemiologie
3.2 Definition und Klassifikation
3.3 Diagnosestellung
3.4 Verlauf
3.5 Ätiologie und Genese
3.6 Therapie

4. Bedeutung sprachlicher Fähigkeiten für Bildungserfolge

5. Ausgangslage des selektiv mutistischen Schulkindes

6. Schulische Interventionen
6.1 Besonderheiten des Lehrerverhaltens gegenüber selektiv mutistischen Kindern
6.2 Gestaltung der Lehrer-Schüler-Beziehung
6.3 Beratungsmaßnahmen und Überlegungen zur geeigneten Beschulung
6.4 Veränderung der Interaktionsmuster bei selektiv mutistischen Kindern
6.5 Einbezug Gleichaltriger: Soziale Interaktion verstärken
6.6 Weitere Interventionsmöglichkeiten in der Schule
6.6.1 Finden von Ausnahmeregelungen
6.6.2 Verstärkung nonverbaler Kommunikation
6.6.3 Potential der ästhetisch-bildenden Fächer Musik, Kunst und Sport für Interventionen
6.6.4 Die Sprache des Lehrers gegenüber dem schweigenden Kind:

7. Ausblick

1. Prolegomenon

Hermann und Fiedbach (2007) schreiben: „Die Sprache des Menschen ist eine seiner erstaunlichsten Fähigkeiten . . .“ (S. 3). In Anlehnung an Bruner ist der menschlichen Sprache als wesentliches Merkmal ein „ . . . kommunikativer Charakter . . .“ (Hansen und Heidtmann, 2007, S. 259) zuzuordnen. Sprache umgibt uns täglich, sie ist Kulturgut und von unschätzbarem Wert für die Orientierung und Bewältigung zahlreicher Lebenssituationen. Hansen et al (2007) geben an, dass es sich in diesem Fall um „ . . . die Möglichkeit [handelt] fremdes und eigenes Handeln mit Sprache zu beeinflussen . . .“ (S. 261). Neben diesem kommunikativen Aspekt stellt Sprache zur Wissens- und Erkenntniserweiterung eine wichtige bildende Funktion dar. Sprache und logisches Denken stehen in engem Zusammenhang, „ . . . da die Sprache quasi das Grundgerüst des Denkens darstellt“ (Hermann und Fiedbach, 2007, S. 3) denn „ . . . Denken geschieht meistens auf einer sprachlichen Ebene . . .“ (Ebd., S. 3). Brand (2009) schlussfolgert: „Alles, was die Sprache, die wichtigste Kommunikationsform unserer Kultur betrifft, fällt besonders auf“ (S. 35).

So unterschiedlich die Funktionen und Ansichten zum Phänomen Sprache in Fachkreisen auch sein mögen, Einigkeit besteht in der Ansicht, dass umfangreiche Probleme entstehen wenn sich Kinder der Sprache verweigern und das turn-taking-system einer Kommunikationssituation scheitert (Vgl., Scheib, 2007, S. 357). Das Sprache trotz Kommunikationsangeboten und der Fähigkeit zu sprechen verweigert wird, kennzeichnet das Störungsbild des Mutismus grundlegend. „Das Besondere und Ungewohnte daran sind die Langfristigkeit und die Tatsache, dass nichts die Kommunikationspartner so sehr verunsichert wie Schweigen“ (Brand, 2009, S. 31). Es existieren verschiedene Formen des Schweigens, eine davon ist das Schweigen in kommunikativen Situationen, in denen „ . . . ein Nicht- Sprechen einen Aussagewert haben [kann]. Das heißt, Schweigen kann kommunikativ gebraucht werden“ (Dobslaff, 2005, S. 19).

Bahr (2002) äußert sich zu den Folgen dieses Schweigens: „Mitarbeiter in Kindergärten, Lehrer, Ärzte, Psychologen, Logopäden und Sprachheilpädagogen fühlen sich schnell unter Druck, wenn es etwa darum geht, das Kind in die Kindergartengruppe oder in die Schulklasse zu integrieren, seine Leistungen beurteilen und / oder seine Rehabilitation voran bringen zu sollen“ (S. 237).

Nicht selten sehen sich Lehrer und Familie vor die herausfordernde Aufgabe gestellt, den von Sprache geprägten Alltag mit einem Kind zu meistern, welches sich weigert zu sprechen. Desweiteren passt „die Symptomatik des Schweigens . . . im Grunde nicht in das leistungsorientierte Konzept der Schule, die noch dazu heute dem Mündlichen besondere Bedeutung beimisst“ (Bahr, 2003, S. 103).

2. Ziel, Struktur und Methode der Semesterarbeit

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Störungsbild Mutismus bei Kindern. Um ein grundlegendes Verständnis der Thematik sicherzustellen, wird zunächst das Krankheitsbild mit seinen bestimmenden Merkmalen vorgestellt. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Krankheitsbild des (s)elektiven Mutismus, der totale Mutismus findet nur am Rande Erwähnung.

Im Fokus dieser Arbeit soll die Frage nach Interventionsmöglichkeiten bei mutistischen Kindern stehen. Insbesondere für den schulischen Bereich soll nach der Existenz von Interventionsmöglichkeiten gefragt werden, die den betreffenden Pädagoginnen und Pädagogen helfen und im Unterricht zum Einsatz kommen. Sind schulische Interventionsmöglichkeiten bei mutistischen Kindern in der Unterrichtsgestaltung zu berücksichtigen und wenn ja, in welcher Art und Weise? Die schulischen Interventionsmöglichkeiten werden exemplarisch vorgestellt um aufzuzeigen, welche Probleme und Chancen im schulischen Umfeld mit diesen Kindern bestehen und wie erfolgreich mit ihnen umgegangen werden kann. Die Ergebnisse werden über einen hermeneutischen Zugang zusammengetragen, da sich die vorliegende Arbeit ausschließlich auf die Untersuchung gegebener Texte stützt.

3. Störungsbild Mutismus

3.1 Epidemiologie

Die Angaben in der Fachliteratur schwanken hinsichtlich der Epidemiologie. Nach Braun- Scharm (1996) ist das Störungsbild mit einer Häufigkeit von ca. drei pro 10 000 Kindern vertreten (Vgl., S. 431). Das Störungsbild des selektiven/elektiven Mutismus tritt in der Regel in der frühen Kindheit auf. Äußerst selten wird von einem Auftreten in der Adoleszenz berichtet (Vgl., Remschmidt, 2000, S. 177). Hinsichtlich der geschlechtlichen Verteilung ist entsprechend der gewählten Untersuchung ein unterschiedlicher Wissensstand aufzuzeigen. Scheib (2007) geht davon aus, dass Mädchen häufiger als Jungen betroffen sind, sodass von einem Verhältnis von 1:1,6 ausgegangen wird (Vgl., S. 359). Katz-Bernstein (2007) äußert „ob überwiegend Mädchen oder Jungen von (selektiven) Mutismus betroffen sind, lässt sich nicht eindeutig klären“ (S. 27), diese Sichtweise unterstützt auch Steinhausen (1993). Hartmann (1997) führt an, dass „ . . . die Dauer der Störung seit ihrer Erfassung . . . bei Mädchen 5;6 und bei Jungen 4;0 Jahre . . . ungeachtet der therapeutischen Versorgung“ (S. 69) beträgt.

3.2 Definition und Klassifikation

Der Ursprung des Wortes Mutismus liegt im Lateinischen Wort mutus und bedeutet sprachlos bzw. stumm (Vgl., Ballink, 2009, S. 13). „Das beobachtbare Phänomen ist das Schweigen“ (Ebd., S.13). Geprägt wurde der Begriff 1934 von Tramer als „das Nichtsprechen bei Menschen“ (Dobslaff, 2005, S. 17). Entscheidend ist jedoch, dass nicht jedes Schweigen die Diagnose (s)elektiver Mutismus erhalten kann, denn „selektiver Mutismus ist mehr als einfaches Schweigen“ (Ballnik, 2009., S. 13).

Nach Remschmidt (2000) wird unter Mutismus „ . . . Nichtsprechen bei erhaltenem Sprachvermögen . . . “ (S. 177) verstanden, dass nach Ansicht des Autors vielfältige Ursachen haben kann. Das Spektrum der Möglichkeiten erstreckt sich von fehlendem oder geringem Sprachantrieb über Angst vor Konflikten, als Abwehr- oder Trotzreaktion oder im Rahmen psychischer Erkrankungen. Desweiteren sind auch organische Ursachen möglich (Vgl. Ebd., S. 177). Braun-Scharm (1996) spricht in diesem Zusammenhang von einer „ . . . pathologischen Scheu vor dem Sprechen . . .“ (S. 431). An dieser Stelle ist zwischen dem s(elektiven) und dem totalen Mutismus zu differenzieren. „In ersterem Falle spricht die betroffene Person elektiv mit bestimmten Menschen und mit anderen nicht, während beim totalen Mutismus der sprachliche Kontakt zu allen Personen eingestellt wird“ (Remschmidt, 2000, S. 177). Der totale Mutismus stellt also „ . . . eine völlige Verweigerung der Lautsprache bei erhaltenem Hörvermögen . . . “ (Katz-Bernstein, 2007, S. 20) dar. Diese Verweigerung schließt „jegliches Sprechen sowie Geräusche, die im Mund erzeugt werden, wie Räuspern, Husten oder Niesen . . . gegenüber allen Personen . . .“ (Ebd., S. 20 f.) ein. Eine Ausweitung vom s(elektiven) Mutismus, der die häufigere Form des Störungsbildes ausmacht, zum totalen Mutismus ist möglich, jedoch selten (Vgl., Nußbeck, 2007, S. 126 f.). In Fachkreisen wird diskutiert, ob der totale Mutismus, da er durch sein äußerst seltenes Auftreten als Sondergruppe zählt, nicht besser als „ . . . besondere Ausprägung des Mutismus . . . “ (Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Online Version, Zugriff am 28.09.2010) zu gelten hat.

Die Klassifikations- und Beschreibungssysteme für psychische Störungen ICD-10 und DSM-IV sehen als zentrales Charakteristikum des s(elektiven) Mutismus, „ . . . dass ein Kind in bestimmten Situationen, in denen Sprechen von ihm erwartet wird- wie beispielsweise im Kindergarten oder in der Schule – nicht spricht, in anderen Situationen hingegen spricht- wie beispielsweise im vertrauten familiären Umfeld oder mit engen Freunden (Scheib, 2007, S. 357). Es ist im Vorfeld bestimmbar, in welchen Situationen gesprochen oder nicht gesprochen wird (Vgl., Ebd., S. 357). Generell ist davon auszugehen, dass das Kind, der Jugendliche oder auch Erwachsene physisch in der Lage ist, Sprache zu produzieren. Scheib (2007) schlussfolgert daher, dass „ . . . die Selektivität des Sprechens emotional bedingt . . . [ist]“ (S. 357). Mutismus ist daher nicht als primäre Sprachentwicklungsstörung anzusehen, sondern als Ausdruck einer nach ICD-10 Verhaltens- und emotionalen Störung mit Beginn der Kindheit oder Jugend. Somit zählt der Mutismus nach diesem Klassifikationssystem zu den Störungen sozialer Funktionen (Vgl., Nußbeck, 2007, S. 126). In der sprachheilpädagogischen Arbeit findet das Störungsbild Berücksichtigung, da es als Kommunikationsstörung im Rahmen der pragmatischen Störungen anzusiedeln ist (Vgl., Ebd., S. 126) und weil das Auftreten des Störungsbildes im Alter von etwa drei bis sechs Jahren in den Bereich des Kindergarten- und Schulbesuches fällt (Vgl. Scheib, 2007, S. 359).

Bahr (2003) sieht den selektiven Mutismus wie folgt:

Der selektive Mutismus ist weder eine Sprach- noch eine Sprechstörung. Er ist auch keine Kommunikationsstörung, sondern das Schweigen bewirkt eine Störung bzw. Irritation im Kommunikationsprozess. Diese Irritation betrifft den redenden wie den schweigenden Kommunikationspartner gleichermaßen, weil durch das Schweigen gegen die normative Erwartung des Sprecherwechsels verstoßen wird. (S. 106)

In letzter Konsequenz zählt Bahr (2002) den Mutismus „ . . . zu den Störungen der Rede, welche sich als Störung der Kommunikation auswirken“ (S. 236).

In der vorliegenden Arbeit werden die Begriffe selektiver und elektiver Mutismus synonym verwendet und orientieren sich an der Auswahl der zitierten Autoren. Seit der Veröffentlichung des DSM- IV findet sich die Abänderung der Bezeichnung elektiver Mutismus in selektiver Mutismus, um die situationsabhängige Störungsproblematik hervorzuheben, „ . . . die es dem Kind nicht möglich macht zu sprechen, und . . . keine bewusste Wahl des Kindes darstellt, in dieser spezifischen Situation zu sprechen bzw. nicht zu sprechen“ (Scheib, 2007, S. 358). ICD- 10 verwendet die Begriffe synonym.

Die differenzierte Unterteilung des Mutismus in verschiedene Untergruppen findet bei Katz-Bernstein (2007) Berücksichtigung. Es werden Unterteilungen nach Entstehungszeitpunkt, ätiologischen Aspekten und nach Kinder- und Erwachsenenalter vorgestellt. Für diese Arbeit wird keine weitere Unterscheidung bis auf den Bereich des Frühmutismus (ab 3,4-4,1 Jahre) und des Spät- / Schulmutismus (ab 5,5 Jahre) vorgenommen, wobei durch die Themenstellung nur der Spät- /Schulmutismus berücksichtigt werden kann (Vgl. Katz-Bernstein, 2007, S. 25). Es ist jedoch der Vollständigkeit halber zu erwähnen, dass:

Der Mutismus im Kindesalter aus entwicklungspsychologischen und sprachentwicklungsrelevanten Gründen sowohl diagnostisch als auch therapeutisch ganz anders einzuordnen [ist]. Dabei handelt es sich noch um eine entwicklungsbedingte, oft angemessene, in den allermeisten Fällen passagere, wenn auch als Risikofaktor erstzunehmende Störung. Dagegen ist Mutismus ganz anders zu gewichten, je länger er anhält und je älter das Kind ist. (Ebd., S. 25)

3.3 Diagnosestellung

Nach ICD-10 muss das Kind mindestens über einen Monat lang schweigen, jedoch müssen relevante Ereignisse wie der beginnende Besuch des Kindergartens oder die Einschulung berücksichtigt werden, „um eine verlängerte Eingewöhnungszeit als Ursache für das Schweigen auszuschließen“ (Nußbeck, 2007, S. 127). Für die Diagnosestellung muss die Sprachentwicklung abgeschlossen sein, grundlegende soziale Kompetenzen müssen verfügbar sein, um „ . . . in bestimmten Situationen zu kommunizieren“ (Ballnik, 2009, S. 15), d.h. „das Sprechen bei bestimmten Personen soll nachgewiesen sein“ (Ebd., S, 15).

Die Diagnose wird klinisch gestellt und muss Mutismus gegenüber folgenden Störungen abgrenzen (Vgl. Remschmidt, 2000, S. 178):

- Aphasien durch Vorliegen einer hirnorganischen Schädigung (Entzündung, Traumata oder Tumore sind für den Verlust der Sprache verantwortlich)
- Hörstummheit (es lag im Vorfeld keine Sprachfähigkeit vor)
- Symptomatischer Mutismus im Rahmen von schizophrenen Psychosen (es liegen für die Schizophrenie zusätzliche typische Symptome vor)
- Frühkindlicher Autismus
- Hörstörungen
- Konversionssyndromen

Neben den bereits genannten Aspekten nach ICD-10, die für die Diagnose erfüllt werden müssen, wird weiterhin vorausgesetzt „ . . . das[s] eine gewisse Konstanz und Persistenz der Symptomatik vorliegt“ (Remschmidt, 2000, S. 177).

Abschließend sollen die notwendigen Kriterien für die Diagnosestellung des Störungsbildes Mutismus nach Remschmidt (2000) zusammengetragen werden:

1. „Normales oder nahezu normales Sprachverständnis
2. Eine für die soziale Kommunikation ausreichende sprachliche Kompetenz
3. Klare Hinweise darauf, dass die betroffene Person in einigen Situationen normal oder fast normal sprechen kann“ (S. 177).

3.4 Verlauf

Bislang liegen nur wenige Verlaufsuntersuchungen vor, die teilweise widersprüchliche Ergebnisse aufweisen. Nach Remschmidt (2000) zeigt die Forschung, dass „zwischen 30 und 50 % der mutistischen Kinder und Jugendlichen in einem Katamneseintervall von 5 - 10 Jahren ein normales Sprechverhalten und eine relativ gute psychosoziale Anpassung“ (S. 180) zeigt. „In diese Gruppe gehören auch Spontanremissionen“ (Ebd., S. 180). Das Sprechverhalten der übrigen Patienten verbessert sich meist, ist jedoch weiterhin durch Kommunikationsstörungen gekennzeichnet (z.B. Angst vor zwischenmenschlichen Kontakten, Sprechscheu) (Vgl., Ebd., S.180). Braun-Scharm (1996) spricht von einem „ . . . schleichend[en] . . . “ (S. 431) Beginn des Störungsbildes. Der totale Mutismus findet sich häufig als Verhaltensreaktion auf psychische Traumata (Vgl., Scheib, 2007, S. 358). Steinhausen (1993) fasst die Erkenntnisse wie folgt zusammen: „Das Symptom des Mutismus neigt in einigen Fällen zu hartnäckigem Persistieren . . . Remissionen [erfolgen] auch unabhängig von der Therapie, wobei ein Umgebungswechsel bedeutsam sein kann“ (S. 131).

Zum Auftreten des selektiven Mutismus ist festzustellen, dass dieser insbesondere dann auftreten kann, „ . . . wenn . . . Kinder mit für sie fremden Situationen konfrontiert werden“ (Scheib, 2007, S. 359). Als Beispiel dient Scheib der Eintritt in den Kindergarten oder der Schulbesuch zwischen fünf und sieben Jahren.

3.5 Ätiologie und Genese

Nach Remschmidt (2000) kann nach derzeitigem Wissensstand „ . . . nicht mehr davon ausgegangen werden, dass es sich beim Mutismus um eine ausschließlich psychogene Störung handelt“ (S. 173 f.). Remschmidt führt auf Seite 178 drei wesentliche Bereiche für Bedingungsfaktoren auf, die im Zusammenhang mit dem Entstehen einer mutistischen Störung stehen:

1. Entwicklungsverzögerungen sind bei der Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen mit Mutismus, insbesondere im sprachlichen Bereich festellbar.

Die Sprachstörungen, die nach Katz-Bernstein (2007) zur „ . . . Verunsicherung in der Entwicklung und im Erwerb der Sprache, sei sie linguistischer (auf der semantisch- lexikalischen, phonologischen, sowie auf der syntaktisch-morphologischen Ebene) bzw. funktioneller Art (auf der phonetischen Ebene) oder betreffen sie die Performanz der Sprache (auf der pragmatischen Ebene), einen Risikofaktor für den Mutismus darstellen. (S. 30)

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Besonderheiten des Umgangs mit mutistischen Kindern in der Schule
Untertitel
Unter Berücksichtigung schulischer Interventionsmöglichkeiten
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Sonderpädagogische Entwicklungsförderung und Rehabilitation)
Note
1,1
Autor
Jahr
2010
Seiten
32
Katalognummer
V176933
ISBN (eBook)
9783640983933
ISBN (Buch)
9783640984091
Dateigröße
592 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine sehr gelunge Arbeit, die ein sehr hohes Niveau im wissenschaftlichen Arbeiten nachweist. Im Vergleich zur sehr guten differenzierten Bearbeitung des Themas, fällt der Ausblick recht knapp aus. Abgesehen davon, ist die Hausarbeit sehr umfangreich. (Auszug aus Dozentenkommentar)
Schlagworte
(s)elektiver Mutismus, Schule und Mutismus, Interventionen bei Mutismus
Arbeit zitieren
Marie-Elisabeth Wöhlbier (Autor), 2010, Besonderheiten des Umgangs mit mutistischen Kindern in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/176933

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