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Selbstüberredung zum Leben in: „Der Atem – Eine Entscheidung“ von Thomas Bernhard

Titre: Selbstüberredung zum Leben in: „Der Atem – Eine Entscheidung“ von Thomas Bernhard

Dossier / Travail , 2011 , 16 Pages , Note: 1, 7

Autor:in: Phyllis Hoofe (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Als der Großvater schwer erkrankt tut es ihm sein Enkel, Bernhard, gleich und wird, im Alter von 18 Jahren im Jahre 1949, ebenfalls von einer ernsthaften Erkrankung heimgesucht. Bernhard schildert, dass ihm „Jetzt…klar geworden…“ sei „…daß…“ ihn seine, „…den halben Winter ignorierte Verkühlung, in das Krankenhaus hereingebracht hatte.“ „Ich war dem Großvater in das Krankenhaus nachgefolgt.“ , erklärt Bernhard und wird sich in Folge seiner Formulierung der bewussten Entscheidung, beim Großvater sein zu wollen, gewahr. In dem „…existenznotwendigen Denkbezirk…“ , als welchen der Großvater das Krankenhaus in den Kontext des Lebens eines Künstlers, insbesondere Schriftstellers, einzugliedern versteht, durchläuft Bernhard den Prozess des Erwachsenwerdens. Elementare Entscheidungen, wie die, überleben zu wollen, und das nur zu können, wenn er weiteratmete oder Bernhards Erkenntnis seine Selbstformation betreffend „…ich – Werden…“ zu „…wollen.“ dienen ihm in seiner Entwicklung. Der Großvater ist ihm dabei eine bedeutsame Instanz. Indem Bernhard ihm ins Krankenhaus nachfolgt, folgt er ihm an den Rand der Existenz. Bernhard benötigt genau diese Grenzerfahrung, um zu erkennen, was er noch vor sich hat und es sich aufgrund dessen lohnt weiterzuleben, auch wenn der ihm liebste Mensch, sein Großvater, verstirbt. Am Ende Bernhards „…erster Existenz…“ , womit seine „…zweite…“ beginnt, erkennt er, dass er in der „…Elementarschule, schließlich…Hochschule…“ , die ihm sein Großvater bot, genug gelernt hat um darauf sein eigenes selbstbestimmtes Leben errichten zu können. Generell trifft Bernhard seine Grundsatzentscheidungen einsam, was sich wohl in seiner künstlerisch–intellektuellen Lebensphilosophie, deren Umkehrschluss die Isolation ist, begründet. Die zweite Überschrift des Werkes von Thomas Bernhard „Eine Entscheidung“, definierbar als die Festlegung eines Weges unter mehreren, spielt in gleichem Maße eine zentrale Rolle für Bernhards Kampf ums Überleben und seine Selbstfindung, wie die Selbstüberredung zum Leben. Mittels dieser Arbeit soll nun geklärt werden, ob das Weiteratmen und Weiterleben durch die Selbstüberredung Bernhards zum Leben in „Der Atem – Eine Entscheidung“ von Thomas Bernhard erreicht wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. SCHLÜSSELERLEBNISSE ALS INSTANZEN DER SELBSTÜBERREDUNG ZUM LEBEN

3. HÖREN ZUR TEILHABE AM LEBEN, ATMEN AUS ÜBERZEUGUNG UND GEDANKEN ALS EXISTENZ RETTEND

4. ÜBERLEBEN DURCH DIE GELENKTE SELBSTWAHRNEHMUNG

5. BEZUGSPERSONEN

6. ERKENNTNISSE

7. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk "Der Atem – Eine Entscheidung" von Thomas Bernhard mit dem Ziel zu klären, inwiefern der Protagonist durch bewusste Selbstüberredung das Weiteratmen und das eigene Überleben in einer existenziellen Krisensituation erreichen kann.

  • Die Funktion von Schlüsselerlebnissen als psychologische Instanzen der Lebensbejahung.
  • Die Bedeutung von Atem und Denken als Mittel der Autonomie und Grenzziehung gegen den Tod.
  • Die Rolle der Wahrnehmung und Kompensation im Umgang mit Krankheit und medizinischem Umfeld.
  • Der Einfluss familiärer Bezugspersonen, insbesondere die gegensätzliche Wirkung von Großvater und Mutter auf die Identitätsbildung.

Auszug aus dem Buch

3. Hören zur Teilhabe am Leben, Atmen aus Überzeugung und Gedanken als Existenz rettend

Schwer atmend und entkräftet, dadurch „…vollkommen bewegungsunfähig…“, harrt Bernhard in seinem Krankenbett aus. Kaum fähig seinen Kopf zu heben ist es ihm nicht möglich die Geschehnisse, die ihn umgeben, mit eigenen Augen wahrzunehmen. Um weiterhin am Leben partizipieren zu können, wenn auch an einem tristen Teil des Lebens, von welchem sich das Krankenhaus überschattet zeigt, übernehmen seine Ohren eine zentrale Rolle. So weist Bernhard darauf hin, dass er „…Den Mann…sterben gehört, nicht sterben gesehen...“ hatte. Auch das Atmen erhält damit einen zentralen Stellenwert. Von Bernhard wird es in enger Verknüpfung zu Geist und Körper erfahren. Indem Atmen, eine dem Körper eigene, somit die natürlichste und selbstverständlichste Eigenschaft bildend, von Bernhard als Grenzerfahrung erlebt wird, stellt es für ihn etwas Künstliches dar. Bernhard muss seinen Körper zum Atmen disziplinieren, wenn er „…weiteratmen und weiterleben…“, und nicht, wie er formuliert, „…wie der andere…aufhören…“ wollte „…zu atmen.“ Bernhard fügt dem hinzu, dass, wenn er „…nur einen Augenblick in diesem...Willen nachgelassen…hätte…“, er „…keine einzige Stunde länger…“ gelebt haben würde. Überdies repräsentiert das Atmen für ihn ein Mittel der Autonomie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die lebensbedrohliche Situation des 18-jährigen Bernhard und die grundlegende Entscheidung für das Überleben im Kontext der Großvaterbeziehung.

2. SCHLÜSSELERLEBNISSE ALS INSTANZEN DER SELBSTÜBERREDUNG ZUM LEBEN: Analyse der prägenden Momente, in denen Bernhard durch bewusste Entschlussfreudigkeit den Überlebenswillen gegen äußere Todeszeichen festigt.

3. HÖREN ZUR TEILHABE AM LEBEN, ATMEN AUS ÜBERZEUGUNG UND GEDANKEN ALS EXISTENZ RETTEND: Untersuchung der Sinneswahrnehmungen und der Disziplinierung des Atmens als Werkzeuge der Autonomie und des Widerstands im Krankenhaus.

4. ÜBERLEBEN DURCH DIE GELENKTE SELBSTWAHRNEHMUNG: Erörterung der bewussten Strategien zur Wahrnehmungssteuerung, um die belastenden Krankenhausumstände psychisch zu überstehen.

5. BEZUGSPERSONEN: Betrachtung des ambivalentes Verhältnisses zur Mutter und der prägenden Rolle des Großvaters im Prozess der Identitätsfindung und Selbstbehauptung.

6. ERKENNTNISSE: Reflexion über die Ich-Werdung und die Literatur als mathematische Lösung der Existenz, die nach dem Tod des Großvaters zur Reife führt.

7. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Synthese der Ergebnisse, die bestätigt, dass das Weiterleben durch verschiedene Instanzen der Selbstüberredung erfolgreich instrumentalisiert wird.

Schlüsselwörter

Thomas Bernhard, Der Atem, Überlebenswille, Selbstüberredung, Identitätsfindung, Krankenhaus, Existenzialismus, Großvater, Krankheit, Selbstwahrnehmung, Autonomie, Lebenskunst, Adoleszenz, Grenzerfahrung, Ich-Werdung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Thomas Bernhards autobiografisches Werk "Der Atem – Eine Entscheidung" und untersucht, wie der Protagonist psychologisch und physisch den Kampf um das Überleben in einer kritischen Krankheitssituation führt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Überlebenskampf, die Bedeutung von familiären Beziehungen für die Identitätsbildung, die Instrumentalisierung des Atmens und das bewusste Lenken der Selbstwahrnehmung zur Bewältigung von Extremsituationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob und wie das Weiteratmen und Weiterleben des Protagonisten durch eine aktive Form der Selbstüberredung innerhalb der durch Krankheit auferlegten Grenzen erreicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die das Primärwerk unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zu den Themen Lebenskunst, Rhetorik und Identitätskonstitution untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Schlüsselerlebnissen, die Bedeutung des Hörens und Atmens, die gelenkte Selbstwahrnehmung, die ambivalente Rolle der Bezugspersonen sowie die daraus gewonnenen Erkenntnisse zur Ich-Werdung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Selbstüberredung, Überlebenswille, Identitätsfindung, Grenzerfahrung und das Zusammenspiel von Geist und Körper.

Welche besondere Rolle spielt der Großvater für Bernhard?

Der Großvater fungiert als eine bedeutsame Instanz der bedingungslosen Akzeptanz, die Bernhard Sicherheit gibt, Barrieren in der Familie schafft und dessen Tod Bernhard schließlich den Weg zur eigenen Mündigkeit und Identität eröffnet.

Warum assoziiert Bernhard das Krankenhaus mit einem Marionettentheater?

Durch den Anblick leidender Mitpatienten, die nur noch künstlich am Leben gehalten werden, erkennt Bernhard eine Art "Theater des Todes", in dem er sich selbst als "Sonderfall" begreift, der sich aktiv gegen eine passive Rolle entscheidet.

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Résumé des informations

Titre
Selbstüberredung zum Leben in: „Der Atem – Eine Entscheidung“ von Thomas Bernhard
Université
University of Augsburg
Note
1, 7
Auteur
Phyllis Hoofe (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
16
N° de catalogue
V177092
ISBN (ebook)
9783640986293
ISBN (Livre)
9783640986392
Langue
allemand
mots-clé
selbstüberredung leben atem eine entscheidung“ thomas bernhard
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Phyllis Hoofe (Auteur), 2011, Selbstüberredung zum Leben in: „Der Atem – Eine Entscheidung“ von Thomas Bernhard, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177092
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Extrait de  16  pages
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