Wege in die Selbstständigkeit

Eine Systematisierung von Gründungsarten und Gründungsformen


Hausarbeit, 2008
25 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Literarischer Vergleich
2.1 Gründungsformen nach Nathusius / Szyperski
2.1.1 Unselbstständige Gründungen
2.1.2 Selbstständige Gründungen
2.1.3 Originäre Gründungen
2.1.4 Derivate Gründungen
2.1.5 Zusammenfassende Darstellung
2.2 Gründungsformen nach Saßmannshausen
2.2.1 Gründungswege
2.2.2 Gründungsformen
2.2.3 Wege in die Selbstständigkeit
2.2.4 Zusammenfassende Darstellung
2.3 Gründungsformen nach Zacharias
2.3.1 Träger des Gründungsgeschehens
2.3.2 Faktorkombinationen
2.3.3 Innovationsgrad
2.3.4 Zusammenfassende Darstellung
2.4 Gründungsarten und -formen nach De
2.4.1 Gründungsarten
2.4.2 Gründungsformen

3 Problemstellung des Franchisings
3.1 Einordnung des Franchisings

4 Zusammenfassende Darstellung des literarischen Vergleiches

5 Internetauftritt
5.1 Existenzgruender
5.2 Gruendungsnetzwerk Muenster
5.3 Gruenderstadt
5.4 Zusammenfassende Darstellung

6 Ausblick

7 Abbildungsverzeichnis

8 Literatur- / Quellenverzeichnis

1 Einleitung

In der Literatur lässt sich leicht eine Vielzahl von Werken finden, die sich auf verschiedenster Art und Weise mit Wegen in die Selbstständigkeit befassen. Aufgabe dieser Arbeit soll es sein, eine ausgewählte Anzahl bisher vorhandener theoretischer literarischer Ansätze zu evaluieren.

Dabei werden diverse bereits bestehende Modelle vorgestellt und miteinander verglichen. Es wird sich zeigen, dass das Franchising eine besondere Rolle erhält.

In einem kurzen Exkurs wird der Internetauftritt der Existenz- bzw. Unternehmensgründung betrachtet, um einen Bogen zum Schlussteil dieser Arbeit zu ziehen.

In diesem Schussteil gibt der Verfasser einen Ausblick darauf, in welcher Art und Weise die Konzentration der Gründungsforschung verlaufen wird.

2 literarischer Vergleich

Wenn es um Strukturierung von Gründungen geht, haben Nathusius und Szyperski grundlegende Arbeit geleistet. Ihr Modell der Gründungsformen, welches sich mit Abbildung 1 beschreiben lässt, wird bis heute immer wieder in der Literatur verwendet.

2.1 Gründungsformen nach Nathusius / Szyperski

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Gründungsformen (Nathusius/Szyperski 1977, S. 27)

Zum einen wird zwischen unselbstständigen und zwischen selbstständigen Gründungen unterschieden, zum anderen zwischen derivaten und originären Gründungen. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 26 ff)

2.1.1 Unselbstständige Gründungen

Unselbstständige Gründungen liegen vor, wenn sich der Gründer in einem abhängigen Arbeitsverhältnis befindet und aus diesem Arbeitsverhältnis eine Unternehmung gründet. Nathusius und Szyperski bringen hierbei das Beispiel eines Geschäftsführers an, der im Namen einer GmbH eine Tochtergesellschaft gründet. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 26)

2.1.2 Selbstständige Gründungen

Als selbstständige Gründungen werden jene Unternehmungen verstanden, deren Gründer „[...] in einem selbständigen Arbeitsverhältnis steht und die Gründung zum Aufbau oder zur Sicherung einer selbständigen unternehmerischen Existenz durchsetzt.“ (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 26)

2.1.3 Derivate Gründungen

Bei der derivaten Gründung geht man davon aus, dass eine Wirtschaftseinheit bereits vorhanden ist. Zur Gründung kommt es dann durch „[...] Übernahme, Umgründung oder sonstige Maßnahmen, die wesentliche Strukturmerkmale ändern [...]“. (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 27)

2.1.4 Originäre Gründungen

Originäre Gründungen werden als „[...] völliger Neuaufbau ohne Rückgriff auf evtl. vorhandene Unternehmungsteile [...]“ beschrieben. Hier entsteht ein völlig neues Unternehmen. „Originäre Gründungen sind damit durch einen breiteren Aktionsraum und entsprechend geringere Restriktionen durch vorhandene Strukturen in ihren Entscheidungen offener. Andererseits sind sie jedoch durch mangelnde Erfahrungen über Strukturkomponenten und -verhalten mit größeren Risiko verbunden.“ (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 27)

Die Begriffe Restriktionen und Risiko werden uns an anderer Stelle noch einmal beschäftigen.

Dieser Matrix der vier Begriffe entspringen nun wieder vier neue Begriffe bzw. Felder: Feld (1) Fusion / Umgründung, Feld (2) Betriebsgründung, Feld (3) Existenzgründung durch Betriebsübernahme und Feld (4) Unternehmungs- gründung.

2.1.5 zusammenfassende Darstellung

Feld (1) - die Kombination aus unselbstständiger und derivater Gründung - bezeichnen Nathusius und Szyperski als „unechte Gründungen“. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 27) Im Extremfall dieser Kombination werden bereits bestehende Unternehmungen von anderen Unternehmungen aufgekauft und die einzige Veränderung besteht im Wechsel des Eigentümers, des Kapitaleigners. Alle zuvor vorhandenen Strukturmerkmale werden beibehalten. Preise, Mitarbeiter und damit auch die Unternehmensidentität erfahren keine Veränderung. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 28)

Die Kombination aus unselbstständiger und originärer Gründung wird mit Feld (2) ausgedrückt. Diese Betriebsgründungen „[...] liegen vor, wenn durch eine bestehende Unternehmung eine neue abgrenzbare Wirtschaftseinheit geschaffen wird.“ (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 29) Nathusius und Szyperski bringen das Beispiel eines Zweigbetriebes an. Hierbei wird mit diesem Zweigbetrieb zwar eine Wirtschaftseinheit geschaffen, die sich durch neue Strukturmerkmale auszeichnet, aber in ihrer Funktion als Betrieb nicht unter die Rubrik Unternehmung fallen kann und dadurch auch nicht als selbständige Wirtschaftseinheit zu verstehen ist. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 29)

Bei Feld (3) - selbstständig-derivate Gründungen - sprechen wir von Existenzgründungen durch Übernahme. Der signifikante Unterschied zu Feld (1) besteht darin, dass der Gründer im Sinne der selbstständigen Gründung für sich eine Existenz schafft. Der neue Kapitaleigner steht also in keinem abhängigen Beschäftigungsverhältnis. (Vgl. Nathusius / Szyperski, 1977, S. 28)

Auch hier könnte im Extremfall lediglich der Kapitaleigner die Änderung darstellen. Theoretisch besteht die Möglichkeit, dass der selbstständige Eigentümer sein Unternehmen verkauft und anschließend in einem abhängigen Arbeitsverhältnis im bestehenden Unternehmen weiterbeschäftigt wird. Dies könnte zur Folge haben, dass sich wie in Feld (1) weder Preise, Mitarbeiter, noch Unternehmensidentität ändern. Damit wäre die oft zitierte „Ausnahme unter den Regeln“ beschrieben. In der Praxis wird dieser Fall allerdings eher nicht vorkommen, da es nicht in der Natur des Selbstständigen liegt, später in seiner eigenen Unternehmung als Angestellter weiter zu arbeiten. Daher kann der Definition Nathusius’ und Szyperskis des Feldes (3) unter Berücksichtigung dieser möglichen, aber sehr unwahrscheinlichen Ausnahme auch zugestimmt werden.

An der Stelle der selbstständig-derivaten Gründungen lässt sich auch das MBO anführen. „Es handelt sich hierbei um den Kauf oder auch Teilerwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen durch Einzelpersonen oder Personengruppen, die mit dem Unternehmens- bzw. Beteiligungserwerb auch die unternehmerische Leitungsfunktion und - zumindest für ihren Unternehmensanteil - auch die Aufgabe des Eigentümers als Risikoträger übernehmen.“ (Nathusius 1990, in: Unternehmensgründung, Hrsg. Dieterle, S. 541)

Unternehmensgründungen werden in Feld (4) beschrieben. Hier haben wir die Kombination aus selbstständiger und originärer Gründung, den Idealfall einer neuen Unternehmung. Es werden sowohl neue Strukturen als auch eine neue Wirtschaftseinheit gebildet. „Das Feld möglicher Alternativen der Gestaltung der neuzugründenden Unternehmung ist in keinem anderen der hier genannten Fälle so offen, wie es bei der selbständig-originären Gründung gegeben ist.“

(Nathusius / Szyperski, 1977, S. 29)

Nathusius und Szyperski sprechen mit dem „Feld möglicher Alternativen“ die in der Erläuterung zur originären Gründung erwähnten geringen Restriktionen an. Abschließend weisen Nathusius und Szyperski darauf hin, dass ihre Darstellung lediglich eine „[...] grobe Abgrenzung und Unterteilung der Gründungsfälle [...] darstellt. „Es soll helfen, den engeren Kreis der Unternehmungsgründungen herauszuschälen.“ (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 30)

Weiterhin werden Feld (1) - (3) als „Gründungen im weiteren Sinne“ und Feld (4) als Gründungen im engeren Sinne“ unterteilt. (Nathusius / Szyperski, 1977, S. 30)

2.2 Gründungsformen nach Saßmannshau]sen

Nathusius und Szyperski stellten ihre Forschungsergebnisse in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts auf. Wie schon in Kapitel 2 erwähnt, findet sich ihr Modell der Gründungsformen auch nach der Jahrtausendwende in der Literatur wieder. Saßmannshausen erweitert das Modell Nathusius’ und Szyperskis um die Einzel- und Teamgründungen (hier: Kooperationen). Die selbstständigen und unselbst- ständigen Gründungen werden in seinem Modell jeweils durch „Person“ und „Unternehmen“ dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Ordnung potenzieller Gründungswege (Saßmannshausen in: Koch/Zacharias, 2001, S. 129)

Es gibt also additional zu Nathusius und Szyperski neue Kombinationen. Beispielsweise ist hier die Einzelgründung, kombiniert man die beiden Ansätze miteinander, eine selbstständig-originäre Einzelgründung und das Management- Buy-Out eine unselbstständig-derivate Kooperation oder Teamgründung.

Saßmannshausen zieht aus diesem Modell drei Begriffe:

2.2.1 Gründungswege
2.2.2 Gründungsformen
2.2.3 Wege in die Selbstständigkeit

Die Gründungswege, Gründungsformen und Wege in die Selbstständigkeit stellen eine Systematisierung dar, die auf Initiatoreigenschaften (Einzelgründung oder Kooperation) und auf eine Herkunftsentstehung (originär, derivat oder Mischform) basiert. (Saßmannshausen in: Koch/Zacharias, 2001, S. 128) Eine andere Systematisierung, die Saßmannshausen beschreibt, ist die Frage nach „dem Neuen“. „In diesem Zusammenhang unterscheiden wir zwischen innovativer und imitatorischer Gründung. [...] Der innovative Unternehmer verschafft sich mittels der Durchsetzung von Neuem am Markt bzw. innerhalb seiner Organisation einen Vorsprungsgewinn. [...] Ist er erfolgreich, so wird die Konkurrenz nachrücken und durch Imitation oder als „schneller Zweiter“ versuchen, an dem Vorsprungsgewinn zu partizipieren (Perlitz 1985).“ (Saßmannshausen in: Koch/Zacharias, 2001, S. 128) Eine genaue Abgrenzung ist allerdings schwierig (Saßmannshausen in: Koch/Zacharias, 2001, S. 129) und im Folgenden geht Saßmannshausen auf diese Problematik auch nicht weiter ein.

2.2.1 Gründungswege

Die Gründungswege stellen den Inhalt der Abbildung 2 dar, also beispielsweise die Einzelgründung, die Praxisübernahme, die Teamgründung oder auch das Joint Venture.

Im Folgenden setzt Saßmannshausen den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Gründungswege, „[...] an denen eine natürliche Person oder ein Team beteiligt ist. (Saßmannshausen in: Koch/Zacharias, 2001, S. 130)

Auf folgende Gründungswege geht Saßmannshausen näher ein:

- Einzelgründung
- Teamgründung
- Übernahme
- Ausgründung
- Franchise

Die Einzelgründung bezeichnet er als die „[...] klassische Neugründung („StartUp“) [...]“. (Saßmannshausen in: Koch/Zacharias, 2001, S. 130) Zu dieser l Kategorie zählt er auch Gründungen, die einen stillen Teilhaber besitzen oderdurch einen Business Angel unterstützt werden. Häufig bilden Freiberufler oder Einzelkaufleute den Kreis der Einzelgründungen. Als mögliche Gesellschaftsformen nennt Saßmannshausen die GmbH, die AG, aber auch die GmbH Co KG sowie GmbH Co KGaA. (Vgl. Saßmannshausen in: Koch/Zacharias, 2001,S. 130)

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Wege in die Selbstständigkeit
Untertitel
Eine Systematisierung von Gründungsarten und Gründungsformen
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
25
Katalognummer
V177120
ISBN (eBook)
9783640985951
ISBN (Buch)
9783640985982
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entrepreneurship, Wirtschaft, Gründen, Gründung, Selbständigkeit, Selbstständigkeit, Franchise, Franchising
Arbeit zitieren
Sascha Menzel (Autor), 2008, Wege in die Selbstständigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177120

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