Elite - Herausarbeitung einer allgemein gültigen Definition


Hausarbeit, 2008

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen
2.1 Elite allgemein
2.2 Elite abgegrenzt (Elite vs. Masse)
2.3 Elite differenziert
2.3.1 Funktionseliten
2.3.2 Leistungseliten

3 Reflexion
3.1 Entwicklung einer allgemein anwendbaren Definition
3.2 Neue Definition
3.3 Interpretationsansatz

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Der Begriff „Elite“ und seine Bedeutung - wie er interpretiert, mit was er verknüpft wird - hängt sehr stark mit den vorherrschenden Umständen der interpretierenden und verknüpfenden Gesellschaft zusammen.

In Diskussionen um Eliteuniversitäten oder auch im Zusammenhang mit Wirtschaftseliten und ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, wird der Elitebegriff, abhängig vom momentanen Geschehen, automatisch mit verschiedenen Bereichen in Verbindung gebracht. Daraus ergibt sich das Problem, dass der Elitebegriff meist ein bewerteter ist und damit stets eine richtungweisende Aussage beinhaltet. So erfuhr der Elitebegriff beispielsweise während der Zeit des Nationalsozialismus’ einen negativen Wert.

Diese Arbeit soll zu einer neutralen und damit unverknüpften Definition des Elitebegriffs führen. Als Grundlage dieser Arbeit dienen bereits bestehende Definitionen, die zum einen eine Verknüpfung zu einem gewissen Kontext besitzen und zum anderen bereits neutraler Gestalt sind.

2 Definitionen

Im Folgenden werden diverse Definitionen, Auffassungen und Beschreibungen des Elitebegriffs aneinandergereiht und verglichen. Zur Schaffung einer begrifflichen Basis, wird mit einer allgemeinen Definition begonnen, die es ermöglichen soll, relativ schnell in die Materie einsteigen zu können.

2.1 Elite allgemein

Eliten stellen Minderheiten dar, die sich auf Grund verschiedener Qualitäten in der Gesellschaft als Führungsschichten herausbilden.[1] Zudem verfügen Eliten über Macht und „[...] zeichnen sich durch ihren Einfluss auf gesamtgesellschaftliche Entscheidungsprozesse aus [...]“.[2]

2.2 Elite abgegrenzt (Elite vs. Masse)

Wir wissen nun, dass Eliten Führungsschichten darstellen und Macht besitzen. Damit haben wir dem Begriff der Elite bereits zwei Stichworte verliehen, die ihn charakterisieren. Nun ist die Frage, welche Stichworte man dem Elitebegriff nicht zuordnen kann, welche Bereiche ausgeschlossen werden, um den Elitebegriff eingrenzen zu können?

Vilfredo Pareto (1848 - 1923) und Gaetano Mosca (1858 - 1941) - beide ihres Zeichens italienische Soziologen - schufen unabhängig voneinander grundlegende Gedanken zum Elitebegriff. Pareto unterscheidet im gesellschaftlichen Gleichgewicht die ausgewählte Klasse - die Elite - und die nicht ausgewählte Klasse - die Unterschicht.[3]

Dieses Schema der zwei Klassen findet sich auch bei Mosca.[4] Dort herrscht eine organisierte Minderheit über eine organisierte Mehrheit.[5] [vgl. Hartmann, Michael, Elitesoziologie, 2004, S20]

Wie im Einführungsbeispiel wird hier die Elite als Minderheit beschrieben. Wir können also die Elite (die Führungsschicht) von der Masse (der Mehrheit) abgrenzen.

2.3 Elite differenziert

Da wir nun festgestellt haben, dass die Masse keine Schnittmenge der Elite darstellt, wird weiterführend die Konzentration auf der Zusammensetzung der Elite liegen. Konzentrieren wir uns nunmehr auf die in 2.2 erwähnte Macht der führenden Minderheit.

Dem entspricht auch der soziologische Almanach, in dem Eliten als „[...] die Inhaber von Spitzenpositionen verstanden [...]“ werden, „[...] die Entscheidungen von gesamtgesellschaftlicher Tragweite treffen oder beeinflussen können.“[6]

Wie sieht also bisher unser Bild von der Elite aus?

Sie beschreibt Führungspositionen, welche sich durch weit reichende Entscheidungsgewalt auszeichnet und damit die Masse beherrscht oder regiert (Stichwort: Macht).

2.3.1 Funktionseliten

Betrachtet man diese führende Schicht, erkennt man schnell, dass sie sich wiederum aus verschiedenen Komponenten zusammensetzt

Auch hier lässt sich sehr gut Pareto anführen: Er unterscheidet innerhalb der Elite zwischen unmittelbar herrschender Elite und nicht herrschender Elite.[7]

Im Wörterbuch der Soziologie findet man neben den wieder aufgegriffenen Termina der „[...] herrschenden Klasse bzw. Oberschicht [...]“ auch so genannte Funktionseliten („[...] polit., wirtschaftl., militär., wissenschaft.-intellektuelle, kirchlich-religiöse, freizeitkulturelle [...]“ Elite).

[...]


[1] Vgl. Bernsdorf/Bülow: Wörterbuch der Soziologie. Stuttgart: Enke, 1955, S. 109

[2] Imbusch, Peter/Dieter Rucht: Wirtschaftseliten und ihre gesellschaftliche Verantwortung. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, 04-05/2007, S. 4

[3] Vgl. Pareto, Vilfredo: Ausgewählte Schriften/Vilfredo Pareto. Hrsg. Carlo Mongardini, 1. Aufl., Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2007, S. 276, § 2031

[4] Begriffe wie „Elite“, „führende oder herrschende Klasse“ werden häufig synonym verwandt. Um das eigentliche Thema (eine neue, allgemeine Definition der Elite) im Auge zu behalten, sollen uns hier mögliche Unterschiede nicht weiter beschäftigen.

[5] Vgl. Hartmann, Michael: Elitesoziologie. Frankfurt/M., 2004, S. 20

[6] Vgl. Zapf, W.: Eliten, in: Ballerstedt/Glatzer (Hrsg.): Soziologischer Almanach, Frankfurt, 1975, S. 341

[7] Vgl. Pareto, Vilfredo: Ausgewählte Schriften/Vilfredo Pareto. Hrsg. Carlo Mongardini, 1. Aufl., Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2007, S. 276, § 2032

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Elite - Herausarbeitung einer allgemein gültigen Definition
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
10
Katalognummer
V177124
ISBN (eBook)
9783640985968
ISBN (Buch)
9783640985975
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Definition, Elite, Elitenrekrutierung, BWL, sozio, politik, gesellschaft, wandel
Arbeit zitieren
Sascha Menzel (Autor), 2008, Elite - Herausarbeitung einer allgemein gültigen Definition, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177124

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