Der Einsatz mobiler Geschäftsprozesse auf mobilen Endgeräten, insbesondere im Hinblick auf den betriebswirtschaftlichen Nutzen


Seminararbeit, 2011

50 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangssituation
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

2 Mobile Endgeräte
2.1 Mobilität
2.2 Mobile Business und Mobile Commerce
2.3 Typologie mobiler Endgeräte
2.4 Übertragungstechniken

3 Mobile Geschäftsprozesse
3.1 Geschäftsprozesse
3.2 Mobilisierung der Geschäftsprozesse

4 Mobile Business Anwendungen
4.1 Mobile Anwendungen zur Kommunikation
4.2 Mobiles ERP
4.3 Mobiles CRM

5 Vor- und Nachteile des Einsatzes mobiler Anwendungen

6 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2.1: Die drei Typen der physischen Mobilität

Abbildung 2.2: Grafische Begriffsabgrenzungen

Abbildung 2.3: Die drei Dimensionen der mobilen Endgeräte

Abbildung 2.4: Smartphone Betriebssysteme

Abbildung 2.5: Drahtlose Kommunikationsnetze

Abbildung 3.1: Struktur des Geschäftsprozesses

Abbildung 3.2: Fehlende Integration des Mitarbeiters in der Prozesskette

Abbildung 3.3: Vorgehensmodell des Mobile Process Landscaping

Abbildung 4.1: Screenshots der Applikation iMExchange 2

Abbildung 4.2: Das Pull- und Push-Prinzip

Abbildung 4.3: Ein Framework für kontextsensitive Datenbereitstellung

Abbildung 4.4: ERP und weitere Anwendungssysteme

Abbildung 4.5: Prognostizierte Weiterentwicklung von ERP zu ERP II

Abbildung 4.6: Architektur für mobiles ERP

Abbildung 4.7: Screenshots der Applikation Mobile ERP

Abbildung 4.8: Architektur eines CRM-Systems

Abbildung 4.9: Screenshot aus SAP CRM

Abbildung 4.10: Ein Screenshot der iPhone-Applikation „CWR Mobile CRM für Microsoft Dynamics CRM“, sowie ein Screenshot der mobilen Anwendung „Sybase Mobile Sales for SAP CRM“

Abbildung 5.1: Handlungsbedarf an und Investitionspläne für mobile IT-Anwendungen

Abbildung 5.2: Potenzielle Mehrwerte mobiler IKT-Lösungen

Abbildung 5.3: Die Balanced Scorecard

Abbildung 5.4: Mobile Scorecard

Tabellenverzeichnis

Tabelle 2.1: Mobile Geräte im Vergleich

Tabelle 4.1: Funktionen des mobilen CRM

Tabelle 5.1: Vor- und Nachteile beim Einsatz von mobilen Anwendungen

1 Einleitung

1.1 Ausgangssituation

Während zum einen das Angebot an mobilen Endgeräten von Jahr zu Jahr wächst (2011 auf rund 10 Millionen Smartphones in Deutschland [Bitkom, 2010]) und zum anderen ebenso das dazugehörige Angebot an mobilen Anwendungen (2011 auf rund 500.000 Anwendungen in Apples App Store [Ziberg, 2011]), müssen sich Unternehmen zunehmend die Frage stellen, inwieweit sie mobile Endgeräte in ihrem Betrieb verwenden sollten.

Betrachtet man insgesamt die Verbreitung dieser Geräte, ist nicht nur eine Verwendung im privaten Bereich, sondern vor allem auch eine zunehmende Anwendung im betrieblichen Bereich zu erkennen. Neuartige Geräte wie Smartphones, Tablet-PCs und Netbooks ermöglichen schnellen und qualitativen Einblick in betriebliche Informationen. Waren es vor einigen Jahren noch klassische Mobiltelefone und PDAs, die den drahtlosen Austausch von Informationen in Unternehmen primär unterstützten, wurden sie zunehmend durch Smartphones ersetzt.

Diese Tendenz des wachsenden Angebots an diversen mobilen Endgeräten auf dem Markt ist vor allem dem Umstand verschuldet, dass das alltägliche Leben zunehmend mobil wird. Untersucht man den Arbeitsalltag vieler Angestellter in Betrieben, zeigt sich das Ausmaß an Mobilität. Der moderne Mitarbeiter muss flexibel und oftmals bereit sein, seinen Aufenthaltsort ständig zu wechseln, um zu anderen Betrieben bzw. Kunden zu reisen, oft auch über Ländergrenzen hinweg. Um auch unabhängig von verkabelten, stationären Telefonen erreichbar zu sein, benötigt der Angestellte ein mobiles Endgerät. Diese Geräte sind in jeder neuen Generation kleiner, leichter und leistungsfähiger. Sie verfügen über integrierte Netzwerkschnittstellen, wie z.B. Bluetooth, WLAN und UMTS und enthalten nach einem Synchronisierungsvorgang die oft hochsensiblen Daten des Unternehmens.

Mobile Endgeräte sind allgegenwärtig bzw. „ubiquitous“ [Weiser, 1991] geworden. Unternehmen können sich diesem Faktum nicht entgegenstellen. Jedoch müssen ganz grundsätzliche, betriebswirtschaftliche Fragen in dieser Hinsicht beantwortet werden:

- Welche mobilen Endgeräte kommen für den betrieblichen Einsatz in Frage?
- Wie findet die Kommunikation zwischen Mitarbeiter bzw. mobilen Endgerät und dem Backend des Unternehmens statt?
- Wie funktioniert die Integration der mobilen Komponente in einer bereits bestehenden Geschäftsprozesskette?
- Welche Vor- und Nachteile bestehen im Einsatz und wie hoch ist insgesamt die Kosten-Nutzen-Bewertung mobiler Anwendungen?

1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit

Die vorliegende Projektseminararbeit möchte nachfolgend genau diese Fragen beantworten, indem das Hauptthema des Einsatzes mobiler Geschäftsprozesse auf mobilen Endgeräten in Teilkomponente zerlegt wird.

Zunächst wird der Begriff der Mobilität näher erläutert, um einen Einstieg in die grundsätzliche Thematik einzuleiten. Nachfolgend werden die Begriffe „Mobile Business“ und „Mobile Commerce“ voneinander abgegrenzt, um die wissenschaftliche Einordung des Themas vorzunehmen. Es folgen eine Aufstellung von im Einsatz befindlicher mobiler Endgeräte, ein Überblick über aktuelle Übertragungstechniken, eine Erläuterung der Methode für die Mobilisierung mobiler Geschäftsprozesse und schließlich wird sich mit konkreten mobilen Anwendungen auseinandergesetzt. Diese mobilen Anwendungsmöglichkeiten sind rein exemplarisch, da sie für sich genommen bereits einen hohen Komplexitätsgrad besitzen. Jedoch werden gerade diese Anwendungen am häufigsten in Unternehmen eingesetzt. Mobile Dienste wie E-Mail, SMS, sowie mobiles PIM bilden die Basis für alle weiteren Funktionen. Mobiles ERP und CRM bauen auf ihren klassischen stationären Varianten auf und ermöglichen eine neue Art und Weise der betrieblichen Arbeit.

Abschließend findet eine Aufstellung von Vor- und Nachteilen des Einsatzes mobiler Geschäftsprozesse statt. Dieses Kapitel umfasst die vermutlich betriebswirtschaftlich relevanteste Fragestellung der Kosten-Nutzen-Bewertung. Auf Grund einer solchen Bewertung muss die Unternehmensleitung (bzw. das Controlling) die nicht unerhebliche Entscheidung über das Ob und wenn ja den Umfang an Investitionen in mobile Endgeräte und mobile Anwendungen treffen.

2 Mobile Endgeräte

2.1 Mobilität

Um in nachfolgenden Unterkapiteln eine hinreichende Klassifizierung aktueller, im Verkauf und Einsatz befindlicher, mobiler Endgeräte für diverse mobile Geschäftsprozesse aufstellen zu können, lohnt sich zunächst eine Erklärung des Begriffes „Mobilität“ bzw. des dazugehörigen Adjektivs „mobil“. Ist diese Definition aufgestellt, können darauf aufbauend die mobilen Endgeräte als solche näher betrachtet werden.

Der Begriff der „Mobilität“ kann als Synonym für Beweglichkeit betrachtet werden [Wermke, et al., 2001 S. 659]. Somit steht „mobil“ für beweglich, abgeleitet von dem lateinischen Wort „mobilis“, und i.w.S. für tragbar und transportabel. Das System der Mobilität definiert sich nach [Reichwald, et al., 2002 S. 7] durch Raum und Zeit, und lässt sich weiter in physische und informationale Mobilität unterscheiden. Der physischen Mobilität sind hierbei Gegenstände oder Personen zuzuordnen, bei der informationalen Mobilität sind dies Informationen [Meier, 2002 S. 47f.]. Die Unterscheidung innerhalb des Mobile Computing zwischen physischer Mobilität (Bewegung der mobilen Endgeräte im Raum) und logischer Mobilität (Bewegung von Software, also Code und Zuständen) nach [Roman, et al., 2000] wird auf Grund von fehlendem betriebswirtschaftlichem Bezug im Folgenden nicht weiter verfolgt. Stattdessen wird die Unterscheidung der drei Mobilitätsformen Benutzermobilität, Gerätemobilität und Dienstkonnektivität (bzw. Dienstmobilität) nach [Book, et al., 2005] aufgeschlüsselt.

Unter Benutzermobilität versteht man die Freiheit des Benutzers sich im Raum zu bewegen. Dabei sind vier Grade der Benutzermobilität festzustellen: Der Zustand „lokal“ entspricht einer räumlich ruhenden Situation des Nutzers, also einer Dienstnutzung am Ort der Bereitstellung. Im „verteilten“ Zustand kann auf einen Dienst von einem entfernten Ort aus zugegriffen werden, wohingegen ein „mobiler“ Grad eine Stufe weiterführt, zu einer Ausdehnung dieses Bereiches auf mehrere entfernte Orte. Der höchste Zustand „in Bewegung“ steht für den Moment, wenn der Benutzer seinen Aufenthaltsort wechselt.

Der Begriff der Gerätemobilität betrifft das Gerät, welches der Nutzer zum Aufbau und Abwicklung der Netzwerkkommunikation (wenn vorhanden) verwendet, also entweder stationäre Desktopcomputer oder mobile Endgeräte. Mobile Endgeräte sind solche Geräte, die „für den mobilen Einsatz konzipiert sind“ [Turowski, et al., 2004 S. 2]. Unterschieden werden bei der Gerätemobilität ähnlich wie bei Personenmobilität entsprechend die vier Grade „lokal“, „verteilt“, „mobil“ und „in Bewegung“ [BGHS05]. Die Fähigkeit des Gerätes, sich einem oder mehrerer Netzwerke anzuschließen, wächst entsprechend dieser Grade. Bei Geräten, die nur lokal funktionierenden, findet keine Verbindung zum Netzwerk statt. Im „verteilten“ Zustand kann es sich mit einem Netzwerk und im „mobilen“ Zustand mit mehreren Netzwerken verbinden. Schließlich kann sich das „in Bewegung“ befindliche Gerät mit diversen Netzwerken verbinden, während eine Gerät-User-Interaktion stattfindet.

Die „Dienstkonnektivität“ unterscheidet ihrerseits zwischen Graden, in diesem Falle zwischen Verfügbarkeitsgraden: Ein Offline-Dienst kann ohne Anbindung an ein Netzwerk genutzt werden, wohingegen Hybrid-Offline-Dienste manchmal, Hybrid-Online-Dienste öfters und reine Online-Dienste jederzeit eine Netzwerkanbindung benötigen.

Die drei eingeführten Definitionen der physischen Mobilitätstypen Personen-, Geräte- und Dienstmobilität (bzw. Dienstkonnektivität nach [Book, et al., 2005]) sind in Abbildung 2.1 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.1: Die drei Typen der physischen Mobilität

Da die drei zuvor näher beleuchteten Begriffe zur Obergruppe der „Physischen Mobilität“ gehören, sei noch die „Informationale Mobilität“ hingewiesen, deren Gegenstand Informationen sind. Was der Mobilitätsgrad bei jenen Begriffen war, ist bei diesem Begriff, die Übertragungsart. Die Signalübertragung kann in Anlehnung an [Meier, 2002 S. 49] entweder leistungsgebunden über ein Kabel oder drahtlos, z.B. über WLAN oder etwa UMTS stattfinden. Die leistungsgebundene Übertragungsart wird im Rahmen dieser Arbeit nicht weiter verfolgt, stattdessen werden Endgeräte weiterbehandelt, die mobil, zum Nutzen der mobilen Unternehmung eingesetzt werden können.

2.2 Mobile Business und Mobile Commerce

Da die eingesetzten mobilen Endgeräte einen gewissen Zweck im Unternehmen erfüllen sollen, wird an dieser Stelle eine klare Definition dieses konkreten Zweckes gegeben. Dazu werden die Begriffe Mobile Business und Mobile Commerce voneinander abgegrenzt und derjenige Begriff herausgesucht, mit dem sich diese Arbeit in Bezug auf den Einsatz von mobilen Endgeräten ausrichtet.

Zunächst soll der Begriff Mobile Applikation bzw. die Mobile Anwendung erläutert werden, denn dieser ist als Instrument und wichtiger Bestandteil sowohl von Mobile Business, als auch Mobile Commerce zu sehen. Eine Mobile Anwendung kann geschäftsbezogen oder nicht geschäftsbezogen sein und dient daher nicht von vornhinein dem Profitzweck. Nach [Lehner, 2003 S. 5] ist das wesentliche Merkmal einer Mobile Application, „dass das System des Anwenders drahtlos mit anderen Systemen kommuniziert, welche selbst wieder mit Rechnern über das Internet in Verbindung stehen können.“

Der Begriff Mobile Business definiert sich über den praktischen Einsatz einer Mobilen Anwendung in und zwischen Unternehmen: „Mobile Business bezeichnet sämtliche Kommunikationsvorgänge sowie den Austausch von Informationen, Waren und Dienstleistungen über mobile Endgeräte. Diese können zwischen Unternehmen (B2B), Unternehmen und Endkunden (B2C) sowie zwischen Unternehmen und ihren Angestellten (B2E) stattfinden“ [Buse, 2002]. Mobile Business kann zudem als Möglichkeit einer Unternehmung gesehen werden, um „die Anbahnung, Aushandlung und Abwicklung von sämtlichen, das Unternehmen betreffenden Geschäftsprozessen […] auf mobiler Basis abzuwickeln“ [Lehner, 2003 S. 6f], wodurch eine Fokussierung auf die wirtschaftsinformatische Grundkomponente des Geschäftsprozesses ersichtlich ist.

Wohingegen Mobile Commerce in erster Linie den Zweck der Geschäftstransaktion fokussiert und sich daher nach [Turowski, et al., 2004 S. 1] als „[…] jede Art von geschäftlicher Transaktion, bei der die Transaktionspartner im Rahmen von Leistungsanbahnung, Leistungsvereinbarung oder Leistungserbringung mobile elektronische Kommunikationstechniken (in Verbindung mit mobilen Endgeräten) einsetzen “ definiert.

Somit leitet sich der Begriff des Mobile Commerce direkt von dem Begriff des Electronic Business (bzw. in moderner Form eBusiness) ab, was als „integrierte Ausführung aller automatisierbaren Geschäftsprozesse eines Unternehmens mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie“ [Herden und Zwanziger, 2004] verstanden wird.

Mobile Commerce kann also als Teilmenge des Mobile Business begriffen werden und Mobile Business als unternehmenspraktischer Einsatz von Mobile Applications. Eine grafische Mengeneinteilung der Begriffe Electronic Business, Electronic Commerce, Mobile Business und Mobile Commerce ist auf Abbildung 2.2 zu sehen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.2: Grafische Begriffsabgrenzungen [Tiwari, et al., 2007 S. 34]

Da im weiteren vor allem mobile Geschäftsprozesse, die für die mobilen unternehmerischen Anwendungen einen überaus hohen Stellenwert besitzen, behandelt werden sollen, ist vor allem der Begriff des Mobile Business als Leitbegriff zu sehen.

2.3 Typologie mobiler Endgeräte

Mobile Endgeräte zeichnen sich, wie im Kapitel 2.1 herausgearbeitet, vor allem dadurch aus, dass sie dem Anwender physische und informationale Beweglichkeit im und außerhalb des Unternehmens ermöglichen, zum Zwecke des Mobile Business Gedankens. Die Grundfunktion der mobilen Endgeräte liegt dabei in erster Linie in der Kommunikation, und zwar nicht nur der Sprach-, sondern in neuerer Zeit besonders auch der Datenkommunikation [Tschersich, 2010].

Nach [Rupp, et al., 2004 S. 136] lassen sich diese Geräte in vier Kategorien typologisieren, und zwar in Mobiltelefone, PDAs, Tablet PCs bzw. Simpads und Laptops bzw. Notebooks. Weiter wären Smartphones zu nennen, die je nach Sichtweise, entweder eine Erweiterung des Mobiltelefons oder eine Kombination aus Mobiltelefon und PDA darstellen. Abbildung 2.3 zeigt eine Einteilung mobiler Endgeräte in den drei Dimensionen Lokalisierbarkeit, Ortsunabhängigkeit und Erreichbarkeit. Diese drei Faktoren sind insbesondere in Abgrenzung zu stationären Geräten, wie den Desktop PCs von Bedeutung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.3: Die drei Dimensionen der mobilen Endgeräte [Tschersich, 2010]

Den höchsten Grad an Mobilität würden nach dieser dreidimensionalen Einordnung das Mobiltelefon und das Smartphone erreichen. Laptops, Netbooks (die leichtere und günstigere Form des Notebooks), PDAs und Tablet-PCs bieten zwar hohe Ortsunabhängigkeit, jedoch niedrige Erreichbarkeit. Dies ist darauf zurück zu führen, dass es sich bei diesen Geräten um nomadische Endgeräte handelt, die dadurch gekennzeichnet sind, dass die Bedienbarkeit während des Transports nur eingeschränkt gegeben ist [Turowski, et al., 2004 S. 87]. Der Desktop PC ist in dieser Abbildung als Vergleichsobjekt zu sehen, da er im Gegensatz zu mobilen Endgeräten in jeder Dimension nur eine niedrige Positionierung erreicht.

In Anlehnung an die tabellarische Klassifizierung mobiler Endgeräte von [Jannasch, 2005 S. 28] ist in Tabelle 2.1 eine Einteilung von Mobiltelefonen, Smartphones, Tablet PCs, Netbooks und Laptops zu sehen. PDAs sind in dieser Einteilung bewusst weggelassen worden, da sie in heutiger Zeit kaum mehr eine Rolle spielen und durch Smartphones ersetzt wurden.

Die zur Einteilung genutzten Merkmale sind Kategorie, Größe, Gewicht, Prozessorleistung, Akkulaufzeit und schließlich auch der Preis. Wobei gerade letzteres Merkmal ständiger Veränderung unterworfen ist, wird es hier dennoch aufgeführt, um einen aktuellen Überblick über derzeitig verfügbare mobile Endgeräte zu erhalten. Gerade der Preis nimmt für ein Unternehmen einen hohen Stellenwert, wenn es darum geht, Mitarbeiter mit einem Gerät dieses Typs auszustatten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2.1: Mobile Geräte im Vergleich

Im Fokus stehen bei der Wahl von mobilen Endgeräten vor allem die Merkmale, die dem Anwender und somit auch dem Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität garantieren. Das Gerät sollte also klein und leicht sind. Zudem sollte es schnell genug sein, um die technischen Anforderungen der Applikationen zu erfüllen und günstig genug, um seinen mobilen Mehrwert nicht zu vermindern.

Es ist zu erkennen, dass gerade durch diese Bedingungen Smartphones in den letzten Jahren einen sehr großen Aufschwung nach sich gezogen haben. Die Absatzzahlen von iPhone, HTC, RIM und Co. sind auf mehr als 10 Millionen gestiegen [Briegleb, 2010]. Daher stehen gerade diese mobilen Endgeräte neuerdings im Mittelpunkt, vor allem auch aus der Sicht der Unternehmen, die zunehmend ihre Mitarbeiter mit Smartphones ausrüsten, da sie als Nachfolger der PDAs gelten und zu dem mit Hilfe von Apps und neuester Technik zunehmend die Funktionalität von kleinen Laptops aufweisen.

Waren es vor einiger Zeit noch die Hersteller Nokia, Microsoft, RIM und Palm, die führend auf dem Markt der Smartphones waren [Michel, 2010], und sich vor allem auf Business Kunden ausgerichtet haben, ist die klare Linie zwischen Business und Nicht-Business Smartphones heutzutage nicht mehr so klar zu ziehen.

Der Anwender hat die Wahl zwischen verschiedenen Betriebssystemen. Führend auf dem Bereich der Smartphone Betriebssysteme ist Nokias Symbian (37%), gefolgt von Android (23%) und RIM (BlackBerry) mit 16%, siehe dazu Abbildung 2.4.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.4: Smartphone Betriebssysteme (vgl. [Pettey, et al., 2011])

Auch wenn Microsoft mit nur 4% mittlerweile nur noch einen recht kleinen Marktanteil besitzt, bietet sich Windows Mobile gerade im Geschäftsbetrieb an, wenn im Betrieb bereits Windows-Rechner im Einsatz sind, womit sich die Smartphones synchronisieren sollen [Michel, 2010]. Außerdem ist Windows Mobile auf vielen Mobilen Datenerfassungsgeräten als Betriebssystem installiert.

Mobile Endgeräte unterstützen verschiedene Übertragungsarten, wie WLAN, GSM und UMTS, die im Weiteren kurz vorgestellt und definiert werden sollen.

2.4 Übertragungstechniken

Im Folgenden werden die für mobile Endgeräte relevanten drahtlosen Kommunikationsnetze kurz vorgestellt. Allgemein lassen sich diese nach ihrer Übertragungsreichweite einteilen (siehe Abbildung 2.5). In dieser Arbeit relevant sind in erster Linie Mobilfunknetze und Wireless LAN.

Der Mobilfunk ist „eine Form der Telekommunikation, bei der ein Dienstanbieter die Übertragung von Sprache und Daten von und zu mobilen Endgeräten durch ein drahtloses Zugangsnetz auf Basis elektromagnetischer Wellen ermöglicht“ [Turowski, et al., 2004 S. 8]. Standardisierte Mobilfunknetze unterliegen einem ständigen Wandel und Fortschritt. Sie lassen sich sehr grob in Generationen einteilen, die somit die historische Weiterentwicklung aufzeigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2.5: Drahtlose Kommunikationsnetze [Bulander, 2008 S. 19]

Als erste Generation (1G) werden diejenigen Mobilfunknetze verstanden, die nach dem zweiten Weltkrieg auf nationaler und internationaler Ebene eingeführt wurden und „leistungsvermittelnd und auf reine Sprachübertragung ausgelegt [waren]“ [Lehner, 2003 S. 27].

Als typischer Vertreter der zweiten Mobilfunkgeneration (2G) gilt GSM (Global System for Mobile). Als primäres Ziel dieser Generation galt „die Verwirklichung interorganisatorischer Endgerätemobilität“ [Küpper, et al., 2004]. Diese Standardisierung erlaubt dem mobilen Nutzer Dienste eines Fremdnetzes zu nutzen und wird als (GSM-)Roaming bezeichnet.

Eine Weiterentwicklung zu dem auf reine Sprachübertragung ausgerichteten GSM-Netzes ist das GPRS (Generel Packet Radio Service), was neben EDGE (Enhanced Data Rates for Global Evolution) einer Vertreter der 2,5G ist. „GPRS ermöglicht, in den bestehenden GSM-Netzen einen paketorientierten Datendienst anzubieten und den drahtlosen Zugang zu IP-basierten Netzen wie beispielsweise dem Internet oder LANs […] zu gewähren“ [Lehner, 2003 S. 45].

Aus der dritten Generation (3G) ist vor allem UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) zu nennen, welches sich im Vergleich zu GSM durch eine neue Funkschnittstelle auszeichnet [Schiller, 2003 S. 183] und eine sehr hohe theoretische Übertragungsrate von 2 MBit/s besitzt, allerdings nur dann wenn sich nur ein UMTS-Nutzer in einer Funkzelle befindet [ITWissen]. Im Jahre 2011 gibt es laut [Thylmann, et al., 2010] über eine Milliarde UMTS-Kunden weltweit, von insgesamt fünf Milliarden Mobilfunkanschlüssen.

Im lokalen Bereich ist der Übertragungsstandard Wireless LAN, kurz WLAN, von sehr hoher Bedeutung. Die Kommunikation erfolgt über einen Funkzugangsknoten (Access Point), wodurch ein solches Infrastrukturnetzwerk eine Anbindung an ein Fast Ethernet und somit auch an das Internet ermöglicht. Die wichtigsten Übertragungsstandards sind laut [Turowski, et al., 2004 S. 49] die drei IEEE-Normen: IEEE 802.11a mit 6-54 MBit/s, IEEE 802.11b mit 1-11 MBit/s und IEEE 802.11g mit 6-54 MBit/s. Die von IEEE 2009 ratifizierte Norm 802.11n erlaubt einen Datentransfer von bis zu 600 MBit/s [Intel, 2010].

Bluetooth stellt innerhalb des WPAN (Wireless Personal Area Network) eine Verbindung mit einem geringen Übertragungsradius bereit. Der Vorteil dieser Technologie ist es jedoch, dass Punkt zu Punkt Übertragungen möglich sind, sog. Ad-hoc-Netze, die eine möglichst unkomplizierte und schnell eingerichtete Vernetzung ermöglichen.

3 Mobile Geschäftsprozesse

3.1 Geschäftsprozesse

Bevor der Begriff des mobilen Geschäftsprozesses definiert werden kann, soll an dieser Stelle zunächst der Begriff des Geschäftsprozesses beleuchtet werden, zu dem sich in der Literatur sehr viele Definitionen finden lassen, immerhin ist der Geschäftsprozess ein fundamentaler Begriff, gerade für die Informatik und insbesondere der Wirtschaftsinformatik.

Gerade daher lässt sich bei der „Klassifikation nach dem Ursprung des Ansatzes“ [Mielke, 2002 S. 7] zwischen diesen beiden Ansätzen unterscheiden:

1) Der Ansatz der Softwaretechnik, die den Geschäftsprozess vor allem als informationstechnischen Begriff des Prozesses sieht, der sich als eine Folge von Aktionen in einem Zustandsraum definiert. Es findet eine Abarbeitung von Anweisungen oder Operationen innerhalb eines Programmes statt [Claus, 2006 S. 522f]. Der Prozess zeigt sich in diesem Ansatz nur als Instrument in der Softwareentwicklung.
2) Die Wirtschaftsinformatik, die den Begriff auf beide Gebiete der Wirtschaft und Informatik gleichermaßen aufspannt, und eine somit ökonomisch praktischere Einstellung zum Geschäftsprozess einnimmt, denn der Geschäftszweck steht hierbei im Vordergrund. Eine gute Definition kann man bei [Davenport, 1993] finden. Dort ist ein Geschäftsprozess „ a specific ordering of work activities across time and place, with a beginning, an end, and clearly identified inputs and outputs: a structure for action.

Als weiterer Ansatzpunkt könnte derjenige des Business Engeneering gesehen werden, welcher in Abgrenzung zur reinen Wirtschaftsinformatik nicht nur Entwurf, Entwicklung und Einsatz von Geschäftsprozessen fokussiert, sondern insbesondere die Umgestaltung von Geschäftsprozessen behandelt [ÖsWi03, 13] und damit dem Veränderungsprozess innerhalb der Unternehmung im Zuge der stetigen Weiterentwicklung der Organisations- und Informationstechnik Rechnung trägt.

Die Fülle an Definitionen des Begriffes Geschäftsprozess weist in der einschlägigen eine Mannigfaltigkeit auf und lässt teilweise Ähnlichkeiten und teilweise Unterschiede erkennen. Daher fällt es schwer, eine allumfassende Erklärung zu geben, zumal die Begriffe Geschäftsprozess und Prozess oft synonym verwendet werden. In [Schwickert, et al., 1996 S. 10f] wird der Versuch unternommen eine gemeinsame Betrachtung aller Elemente in eine treffende Definition zu wandeln. Ein Geschäftsprozess bzw. Prozess ist danach „ eine logisch zusammenhängende Kette von Teilprozessen, die auf das Erreichen eines bestimmten Zieles ausgerichtet sind. Ausgelöst durch ein definiertes Ereignis wird ein Input durch den Einsatz materieller und immaterieller Güter unter Beachtung bestimmter Regeln und der verschiedenen unternehmensinternen und –externen Faktoren zu einem Output transformiert. Der Prozeß ist in ein System von umliegenden Prozessen eingegliedert, kann jedoch als eine selbstständige, von anderen Prozessen isolierte Einheit, die unabhängig von Abteilungs- und Funktionsgrenzen ist, betrachtet werden. “ Eine grafische Darstellung der Struktur eines typischen Geschäftsprozesses ist in Abbildung 3.1 zu sehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Der Einsatz mobiler Geschäftsprozesse auf mobilen Endgeräten, insbesondere im Hinblick auf den betriebswirtschaftlichen Nutzen
Hochschule
Universität Siegen
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
50
Katalognummer
V177192
ISBN (eBook)
9783640987450
ISBN (Buch)
9783640987481
Dateigröße
1829 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einsatz, geschäftsprozesse, endgeräten, hinblick, nutzen
Arbeit zitieren
Eric Schmeck (Autor), 2011, Der Einsatz mobiler Geschäftsprozesse auf mobilen Endgeräten, insbesondere im Hinblick auf den betriebswirtschaftlichen Nutzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177192

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