Deutschland hat den höchsten Ausländeranteil in Europa. Es leben hier inzwischen um die 82 Millionen Menschen, von denen 7,4 Millionen Ausländer sind. Außerdem leben wir auch heute noch in einer Welt, in der sich die Globalisierung von Kapital, Gütern und Menschen immer mehr ausbreitet. Es gibt schnellere und billigere Transportmöglichkeiten, Kriege und Umweltkatastrophen. Außerdem kriegen wir immer wieder von tiefgreifenden wirtschaftlichen Ungleichheiten, Diskriminierung und Rechtsradikalismus mit. (Vgl. dos Santos- Stubbe, 2005, S. 11f.)
Die eben aufgezählten Aspekte machen es uns bewusst, dass Migration ein zentraler Punkt in unserer Gesellschaft ist und man ihr deshalb Beachtung schenken muss. Zum Stichwort Migration hat der Ex- Bundespräsident Johannes Rau in seiner bekannten Berliner Rede im Jahre 2000 erklärt, dass Menschen mit unterschiedlicher Kultur und Herkunft in unserem Land leben und sich dies nicht ändern wird. Deshalb fordert er alle Beteiligten und Menschen der Bundesrepublik auf, die Wirklichkeit zu realisieren, damit man sie erfolgreich gestalten könne. (Vgl. dos Santos- Stubbe, 2005, S. 12) Den Menschen muss außerdem bewusst gemacht werden, dass nicht dass nicht alle Ausländer nur gewalttätig, schlecht sind, nicht arbeiten wollen und die deutsche Sprache ablehnen. Denn wie man so schön sagt, bestimmen bekanntlich die Ausnahmen die Regel. In meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in einem Jugendhaus hab ich genau das erleben dürfen und habe gesehen wie wichtig die Soziale Arbeit in diesem Zusammenhang sein kann.
Aber auch in anderen Bereichen geht es heute nicht ohne die Interkulturelle Sozialarbeit. Denn viele Arbeitsmigranten, Flüchtlinge, anerkannte Asylsuchende oder Ausländer befinden sich in einer schwierigen Lebenslage, sind auf die Unterstützung von den Sozialen Einrichtungen angewiesen und bilden einen hohen Teil des Klientels (vgl. dos Santos- Stubbe, 2005, S. 12f.)
Da ich selbst einen anderen kulturellen Hintergrund habe und schon Erfahrung in der Arbeit mit ausländischen Jugendlichen gesammelt habe, hat es mich zusätzlich zu den oberen aufgeführten Aspekten sehr interessiert, meine Arbeit über die Interkulturelle Soziale Arbeit zu schreiben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Interkulturalität
3. Migration
3.1 Definition
3.2 Migration in Deutschland
4. Integration
5. Interkulturelles Lernen
5.1. Definition und Bedeutung
5.2. Aufgaben
6. Interkulturelle Soziale Arbeit
6.1 Begriffsklärung
6.1.1 Kultur
6.1.2 Interkulturelle Soziale Arbeit
6.2 Interkulturelle Kompetenz
6.3. Theoretische Ansätze
6.3.1 Ich und Du- dialogische Prinzip
6.3.2 Interreligiöse Dialog
6.3.3 Soziale Arbeit und Vorurteile
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung und den praktischen Anforderungen der Interkulturellen Sozialen Arbeit in einer zunehmend globalisierten Gesellschaft. Sie untersucht, wie soziale Fachkräfte durch professionelles Handeln zur Integration beitragen und interkulturelle Konflikte konstruktiv moderieren können.
- Grundlagen von Migration und deren historische Entwicklung in Deutschland
- Differenzierung der Begriffe Interkulturalität, Multikulturalität und Transkulturalität
- Bedeutung des interkulturellen Lernens für eine inklusive Gesellschaft
- Anforderungen an die interkulturelle Kompetenz sozialer Fachkräfte
- Philosophische und theoretische Ansätze in der Arbeit mit unterschiedlichen Kulturen
- Strategien zum Abbau von Vorurteilen und zur Förderung eines harmonischen Miteinanders
Auszug aus dem Buch
6.1.1 Kultur
Der Begriff Kultur lässt sich der Naturlehre des 17. Jahrhunderts zuordnen. Das Lateinische Wort cultura bezieht sich im Gegensatz zu natura auf alles menschlich Bearbeitete. Dabei reicht die Bandbreite von der Ackerbaukultur bis zum religiösen Kult. Was man alles unter der Kultur versteht, beschreibt die interkulturelle Bildungsarbeit oft am Beispiel des Eisberges. An der Spitze steht die verwendete Kunst wie Theater, Musik oder Malerei. Weiter unten befinden sich die Alltagskultur, die Institutionalisierte Kultur und die Internationalisierte Kultur. (Vgl. Freise, 2007, S. 17).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Situation in Deutschland bezüglich des hohen Ausländeranteils und begründet die Notwendigkeit der Interkulturellen Sozialen Arbeit als zentrale Aufgabe zur Unterstützung von Migranten.
2. Interkulturalität: Dieses Kapitel grenzt den Begriff Interkulturalität von verwandten Konzepten wie Multikulturalität und Transkulturalität ab und definiert ihn als einen Prozess des Dialogs sowie der konstruktiven Bearbeitung kultureller Zwischenräume.
3. Migration: Nach einer allgemeinen Definition von Migration werden die globalen Ursachen für Wanderungsprozesse sowie die spezifische historische und politische Entwicklung der Migration in Deutschland detailliert analysiert.
4. Integration: Es wird erörtert, wie sich das Verständnis von Integration in Deutschland gewandelt hat und welche Herausforderungen – etwa in der Schulbildung oder am Arbeitsmarkt – für Menschen mit Migrationshintergrund bestehen.
5. Interkulturelles Lernen: Dieses Kapitel beschreibt interkulturelles Lernen als essenzielle gesellschaftliche Aufgabe, die weit über individuelle Einstellungsänderungen hinausgeht und auf gegenseitigem Verständnis sowie der Orientierung an Menschenrechten basiert.
6. Interkulturelle Soziale Arbeit: Das Kernkapitel erläutert den dynamischen Kulturbegriff, definiert die Anforderungen an die interkulturelle Kompetenz von Fachkräften und stellt theoretische Ansätze wie das dialogische Prinzip nach Martin Buber vor.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einem resümierenden Blick auf die Bedeutung der Interkulturellen Sozialen Arbeit und unterstreicht die Chancen für angehende Sozialarbeiter, aktiv zu einer konfliktfreieren Gesellschaft beizutragen.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Soziale Arbeit, Migration, Integration, Interkulturalität, Interkulturelles Lernen, Interkulturelle Kompetenz, Dialog, Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit, Kultur, Diversität, Soziale Arbeit, Gesellschaft, Globalisierung, Menschenrechte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundlegend?
Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit und Umsetzung der Interkulturellen Sozialen Arbeit in einer Gesellschaft, die durch Migration und globale Vernetzung geprägt ist.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Dokument ab?
Zu den zentralen Feldern gehören der Migrationsbegriff, die Integrationspolitik, interkulturelles Lernen sowie die Vermittlung interkultureller Kompetenz im sozialpädagogischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie professionelle Soziale Arbeit durch ein tieferes Verständnis von Kultur und Kommunikation dazu beitragen kann, Konflikte abzubauen und ein harmonisches Miteinander verschiedener Bevölkerungsgruppen zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und bezieht sich auf sozialwissenschaftliche sowie pädagogische Fachkonzepte, um die Relevanz interkultureller Ansätze theoretisch zu untermauern.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Begriffsklärung (Kultur, Interkulturalität), den theoretischen Anforderungen an Sozialarbeiter (interkulturelle Kompetenz) und philosophischen Grundlagen für die dialogische Begegnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Interkulturelle Soziale Arbeit, Integration, Migration, interkulturelle Kompetenz und Dialogfähigkeit zusammenfassen.
Wie unterscheidet sich die im Text genannte interkulturelle Sozialarbeit von der herkömmlichen Migrantensozialarbeit?
Während die Migrantensozialarbeit primär mit den Migranten selbst arbeitet, versucht die Interkulturelle Soziale Arbeit, sowohl die ausländischen Mitbürger als auch die Einheimischen einzubeziehen, um Beziehungen zwischen den Kulturen zu gestalten.
Warum wird im Text das "Ich und Du"-Prinzip von Martin Buber thematisiert?
Das Prinzip dient als philosophisches Fundament für die Soziale Arbeit, da es die Wichtigkeit der direkten, ganzheitlichen Begegnung und des wechselseitigen "Geben und Nehmens" zwischen Sozialarbeiter und Klient betont.
- Arbeit zitieren
- Anna Figaro (Autor:in), 2011, Interkulturelle Soziale Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177202