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Die Entwicklung des Tugendbegriffes von der Antike bis zur Gegenwart

Title: Die Entwicklung des Tugendbegriffes von der Antike bis zur Gegenwart

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Mathias Antusch (Author)

Ethics
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Summary Excerpt Details

[...] Permanent wird uns dabei eine objektive, neutrale
Berichterstattung versprochen. Doch oft bleibt die Wahrheit im dunkeln, die Nachrichten
werden zensiert, mitunter manipuliert, und dienen meist nur zur Beeinflussung der Menschen.
Ihnen wird jeden Tag vorgegeben, was richtig und was falsch, wer gut und wer böse ist. Viele
Menschen können damit leben, ist es doch bequem, sich mit Problemen nicht auseinander
setzten zu müssen, sondern sich vorgefertigten Meinungen anzuschließen. Ist dies auch der
Grund für das mangelnde Interesse an einer Diskussion um den Tugendbegriff? Oder ist die
Ablehnung in dem verstaubtem Image des Begriffes begründet?
Dass es in den letzten Jahren doch ein Interesse an einer Diskussion gibt, zeigt zum Beispiel
die populistische Publikation „Das Buch der Tugenden“ von Ulrich Wickert.1 Beachtung
erhält der Tugendbegriff außerdem durch die neu entstandenen Probleme der Globalisierung.
Gentechnik, Massentierhaltung, Umweltschutz und viele andere Themen erfordern eine
Diskussion der Tugendethik.2
In dieser Seminararbeit soll die Veränderung des Tugendbegriffes, dessen Interpretation und
die Diskussion um ihn, von der Antike bis zur Gegenwart betrachtet werden. Natürlich kann
eine solche Darstellung nicht vollständig sein, zu groß ist die Zahl der Menschen, die sich mit
dem Thema beschäftigt haben.
Für die Bearbeitung der Seminararbeit wurde folgende Literatur verwendet: Zunächst einmal
natürlich die Standardnachschlagewerke der Philosophie, z.B. das „Metzler- Philosophie
Lexikon“ von Prechtl/ Burkhard oder das „Philosophische Wörterbuch“ von Stockhammer.
Auch das „Historisches Wörterbuch“ zur Philosophie von Rotter/ Virt ist sehr ausführlich und
umfangreich. Ein kompaktes Werk zur Ethik allgemein ist Martin Honeckers „Einführung in
die theologische Ethik“. Das Buch „Grundbegriffe der christlichen Ethik“ von Wils/ Mieth ist
sehr ausführlich, aber auch schwer verständlich. Zuletzt möchte ich noch auf 2 unterhaltsame
Werke hinweisen. Zum einen ist dies „Was taugt die Tugend“ von Anselm Winfried Müller,
der in einer interessanten und leicht verständlichen Art und Weise das Thema bearbeitet. Zum
anderen das Buch „Die Biologie der Tugend, warum es sich lohnt, gut zu sein“ von Matt
Ridley, welcher die biologischen Zusammenhänge der Tugendethik erforscht hat.

1 Wickert, Ulrich: Das Buch der Tugenden. Hamburg 1995
2 vor allem natürlich die Forderung der Global Governance Vertreter nach einer „Weltethik“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Tugendbegriff in der Antike

2.1 Der vorsokratische Tugendbegriff

2.2 Sokrates und Platon

2.3 Aristoteles

2.4 Die Tugend in der stoischen Lehre

3. Der Tugendbegriff in der christlichen Ethik

3.1 Die Tugend in der Bibel

3.2 Die Tugendlehre im Mittelalter

4. Neuzeitliche Gesichtspunkte der Tugendlehre

4.1 Der Tugendbegriff in der frühen Neuzeit bis zur französischen Revolution

4.2 Deutscher Rationalismus und Idealismus

4.3 Deutungen des 20. Jahrhunderts

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Transformation des Tugendbegriffs von seinen antiken Ursprüngen bis hin zu zeitgenössischen Diskursen. Das Ziel ist es, die Entwicklung der verschiedenen Interpretationen aufzuzeigen und zu analysieren, warum der Begriff im Laufe der Geschichte an zentraler Bedeutung verloren hat oder umgedeutet wurde.

  • Die antike Philosophie und die Konzepte von Arete.
  • Die christliche Einbettung der Tugenden in den Glaubenskontext.
  • Der Wandel zum moralisch neutralisierten Begriff in der Neuzeit.
  • Die philosophische Kritik von Kant bis Nietzsche.
  • Moderne Ansätze und die Suche nach einem zeitgemäßen Verständnis.

Auszug aus dem Buch

2.3 Aristoteles

Die erste wissenschaftlich verfasste Ethik, die Nikomachische Ethik des Aristoteles, soll hier näher betrachtet werden. Aristoteles entwickelt die Einsicht seines Lehrers Platon, dass jede Gegenstandsklasse durch eine bestimmte Hervorbringung charakterisiert ist, weiter. Gewisse Gegenstände sind gut, wenn sie ihre Hervorbringung gut realisieren. Diese Erkenntnis überträgt Aristoteles auf den Menschen. Die spezifische Hervorbringung des Menschen ist seine Vernunftbegabung, realisiert er diese gut, besitzt er menschliche Arete. Diese Einsicht setzt spezielle Kenntnisse der menschlichen Seele voraus.

Laut Aristoteles ist diese zweigeteilt, in einen vernünftigen- und in einen nicht- vernünftigen Teil. Beide Teile sind an den Handlungen des Menschen beteiligt. Zum einen muss das Ziel der Handlung erkannt werden (Logikon), zum anderen muss eine handelnde Kraft in Gang gesetzt werden (Alogon). Gehorcht der nicht- vernünftige dem vernünftigem Teil, steuert also das Logikon das Alogon, befindet sich die Seele in einem Gleichklang. Diesen Zustand nennt Aristoteles Selbstbeherrschung, die Steuerung der Kraft durch die Vernunft.

Dem gegenüber steht die Unbeherrschtheit, das Logikon kann das Alogon nicht steuern. Das richtige Verhalten ist dem Menschen nicht angeboren, er muss vielmehr dazu erzogen werden. Der erkennende Teil der Seele wird durch Einsicht in die Ziele des Edlen, des Guten und des Nützlichen belehrt, das Alogon dagegen kann nur eingeübt werden. Das Ergebnis ist eine Haltung, ein Ethos. Aristoteles ist damit der Begründer der Lehre von den Tugenden. Er greift die vier Kardinaltugenden des Platon wieder auf: Weisheit, Tapferkeit, Beherrschung sowie die alles vereinende Gerechtigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert das mangelnde gesellschaftliche Interesse am Tugendbegriff vor dem Hintergrund einer zunehmenden Informationsflut und globaler Herausforderungen.

2. Der Tugendbegriff in der Antike: Das Kapitel erläutert den Wandel von der ursprünglichen „körperlichen Vortrefflichkeit“ hin zu einer ethischen Kategorie bei Sokrates, Platon und Aristoteles.

3. Der Tugendbegriff in der christlichen Ethik: Hier wird untersucht, wie die Tugenden in der Bibel als „Früchte des Geistes“ erscheinen und im Mittelalter durch Augustinus und Thomas von Aquin systematisch integriert wurden.

4. Neuzeitliche Gesichtspunkte der Tugendlehre: Dieser Teil beleuchtet die Säkularisierung und moralische Neutralisierung des Begriffs sowie die radikale Kritik durch Philosophen wie Kant und Nietzsche.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt fest, dass es keine universelle Tugenddefinition mehr gibt und der Begriff heute eher informell als Ausdruck eines „guten Lebens“ verstanden wird.

Schlüsselwörter

Tugend, Ethik, Arete, Nikomachische Ethik, Kardinaltugenden, Moral, Antike, christliche Ethik, Vernunft, Kant, Nietzsche, Tugendlehre, Lebensführung, Charakter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der begriffsgeschichtlichen Entwicklung der Tugend von der antiken Auffassung als Tüchtigkeit bis hin zu ihrer kritischen Rezeption im 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der antike Tugendbegriff, die Einflüsse der christlichen Ethik im Mittelalter, der neuzeitliche Wandel durch den Rationalismus sowie moderne philosophische Ansätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Veränderung der Interpretation und die Diskussion um den Tugendbegriff über die Jahrhunderte hinweg nachzuzeichnen und das veränderte Verständnis in der Gegenwart zu erörtern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse philosophischer Standardnachschlagewerke und ethischer Fachliteratur, um die historische Entwicklung systematisch aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert den Übergang von antiken Tugendmodellen zur christlichen Tugendlehre und die nachfolgende Dekonstruktion des Begriffs in der Philosophie der Moderne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Tugend, Arete, Ethik, moralische Philosophie, Kardinaltugenden und die kritische Auseinandersetzung mit diesen Werten.

Warum kritisiert Nietzsche den Tugendbegriff so scharf?

Nietzsche sah in Tugenden vorwiegend Werkzeuge der Mächtigen und konventionelle moralische Zwänge, die das Individuum in seiner Natürlichkeit einschränken.

Wie verändert sich das Verständnis der „Mitte“ bei Aristoteles im Vergleich zur Stoa?

Während Aristoteles die Tugend als richtige Mitte zwischen Extremen definiert, lehnen die Stoiker diese Mitte ab, da für sie zwischen Wissen und Nichtwissen kein Zwischenzustand existiert.

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Details

Title
Die Entwicklung des Tugendbegriffes von der Antike bis zur Gegenwart
College
University of the Federal Armed Forces München  (Institut für Theologie und Gesellschaft)
Course
Grundlagen philosophischer Ethik
Grade
2,0
Author
Mathias Antusch (Author)
Publication Year
2003
Pages
19
Catalog Number
V17720
ISBN (eBook)
9783638222167
Language
German
Tags
Entwicklung Tugendbegriffes Antike Gegenwart Grundlagen Ethik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mathias Antusch (Author), 2003, Die Entwicklung des Tugendbegriffes von der Antike bis zur Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17720
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