Gesundheitsförderung und Sport

Spezielle Aspekte juveniler Altersstruktur


Hausarbeit (Hauptseminar), 2008

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Gesundheitsförderung
2.1 Gesundheitsförderung und Sport
2.1.1 Gesundheitserziehung und Sport
2.1.2 Gesundheitsaufklärung und Sport
2.1.3 Gesundheitsbildung und Sport
2.1.4 Verhältnisintervention

3 Adoleszenz
3.1 Juveniles Gesundheitsempfinden
3.2 Realität jugendlichen Gesundheitszustandes
3.3 Belastungen Jugendlicher

4 Gesundheitsförderung bei Jugendlichen/ 13 Verhaltensansatz
4.1 Juvenile Bewegungserziehung
4.2 Juvenile Bewegungsaufklärung
4.3 Juvenile Bewegungsbildung

5 Setting-Ansatz

6 Zusammenfassung

7 Literatur

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Wie werde ich gesund oder noch gesünder? Eine Frage, die gegenwärtig in sämtlichen Lebensbereichen thematisiert, diskutiert und kommentiert wird. Ob in den Medien oder unter den Menschen selbst ist das Konstrukt Gesundheit scheinbar zum Brennpunkt einer immer älter werdenden Gesellschaft geworden. Krankenkassen entwerfen kooperative Programme zur Prävention und locken fleißige Mitbürger mit finanziellen Boni. Der Bereich und seine Förderung sind demnach ein weites und schwer durchdringbares Gebiet. Gesundheitsförderung setzt hierbei noch vor präventiven Maßnahmen ein und visiert eine Verbesserung des Gesundheitszustandes an, d.h. es sollen biopsychosoziale Lebensbedingungen gefördert, sowie personale Ressourcen und Kompetenzen gestärkt werden (vgl. Paletta, 2001, S. 30). Salutogenese, bzw. die Voranbringung von Lebenskraft und Wohlbefinden stehen dabei im Fokus. Tragende Dimensionen werden mit Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung betitelt (vgl. Apitz & Winter, 2004, S. 142) und zeigen eine weitflächige Bearbeitungsgrundlage. Der Sport wird im Verlauf dieses Belegs eine entscheidende Rolle spielen, da der Glaube an jenes „universelle Therapeutikum“ (Scriba & Schwartz, 2004, S. 157) in der Bevölkerung weit verbreitet ist.

Ich möchte mich aber in der vorliegenden Arbeit nicht mit den idealisierten Vorstellungen und Wünschen der vorangegangenen Definition beschäftigen. Aufgabe soll es sein, das Prinzip der Gesundheitsförderung in Verbindung zur juvenilen Altersstruktur zu beleuchten. Dies erscheint insofern sinnvoll, als sich Jugendliche stark von der Normalbevölkerung unterscheiden und demnach auch im internen Bezug zur Gesundheit starke Abweichungen aufzeigen. Jugend oder Adoleszenz lässt sich formal als „[…] Zeitspanne, wo man lernt, erwachsen zu werden“ (Paletta, 2001, S. 70) bezeichnen und wird folgend mit der Gruppe der 12 bis 18- Jährigen beschrieben. Diese Phase menschlicher Ontogenese entzieht sich dabei meist allgemeingültigen Deutungen und Gesetzmäßigkeiten in nahezu jeglicher Hinsicht. Die Frage, die sich an dieser Stelle auftut, kann also lauten: Wie kann Gesundheitsförderung mit bzw. durch Sport bei Jugendlichen verstanden, umgesetzt und implementiert werden? Einen entscheidenden Mosaikstein zur Klärung der zugrunde liegenden Aufgabenstellung soll die Literatur von Andrea Paletta „Gesundheitsförderung durch Sport und Bewegung bei Jugendlichen“ liefern. Anfangs werden das Konzept und die Absichten moderner Gesundheitsförderung expliziert und in Beziehung zu körperlicher Aktivität gesetzt, um im zweiten Schritt Parameter der Jugendlichkeit zu spezifizieren. Handhabung und Empfindung von Gesundheit, Probleme und Belastungen sowie lebensstilistische Einstellungen von Jugendlichen sollen einen Einblick geben, welche Anforderungen den Gesundheitssektor und seine Partner erwarten. Die evtl. notwendige „juvenile Gesundheitsförderung“ und deren Potentiale sollen die in dieser Arbeit herausgearbeiteten Bemerkungen in den jeweiligen Kontext zusammenführen. Der Setting- Ansatz wird im Zuge der folgenden Ausführungen auf seine Anwendbarkeit in der zugrunde liegenden Altersstruktur geprüft werden. Ein so weitreichendes Feld kann in einer solchen Arbeit nicht dem Wunsch der Vollständigkeit nachkommen. Genaue Handlungsleitfäden können genauso wenig gegeben werden, wie eine völlig schlüssig, allumfassende Lösung des Problems. Geschlechtliche Differenzen, sowie Bildungsniveau und sozialer Status werden aus diesem Grund nicht bis ins kleinste Detail aufgespalten.

2 Gesundheitsförderung

Der salutogene Ansatz der Gesundheit geht davon aus, dass sich der Mensch immer auf einem Kontinuum bewegt, welches durch Gesundheit und Krankheit begrenzt wird (vgl. Kolb, 1995, S. 346). Welchem Pol, zu einem Zeitpunkt, ein Übergewicht zukommt, ist durch die aktuelle Lebenssituation gekennzeichnet. Demnach muss sich die Gesundheitsförderung den gerade bestehenden Situationen anpassen und das Gesamtsystem des Individuums stets von vielen Standpunkten aus verstehen lernen. Dazu gehören nach Paletta (2001): […] somatische, kognitive, psychische und soziale Dimensionen […] (S. 28). Dies lässt erahnen, dass nicht nur der Gesundheitssektor Verantwortung trägt. Eine Förderung, die im unversehrten Zustand einsetzt, muss entsprechend andere Ziele, Zielgruppen und Strategien aufweisen als jene des kurativen Bereichs. Die Spezialisierung erfolgt hierbei nicht nach bestimmten Risiken und Krankheitsbildern, sondern muss Altersspezifika berücksichtigen. „Zielgruppen der Gesundheitsförderung sind alle Menschen jeder Altersgruppe […] hält Brösskamp- Stone et al. (2000, S. 142) fest und gibt dadurch eindeutig ein Zeichen in Richtung spezifizierte Programme für bestimmte Lebensabschnitte. Konkrete Ziele gesundheitsfördernder Interventionen halten Laaser et al. (1993, zitiert nach Paletta, 2001, S. 32) fest:

- eigenes Gesundheitsverständnis entwickeln
- persönliche Gesundheitsziele definieren
- Gesundheit als Bestandteil des alltäglichen Lebens
- Gesundheit als Erreichen optimaler Lebensqualität

Entsprechend der skizzierten Relationen kann eine Strategiekonzeption erfolgen, welche diese Parameter berücksichtigt und in Beziehung setzt.

2.1 Gesundheitsförderung und Sport

Neben vielen anderen Variablen wird der körperlichen Aktivität eine hohe protektive und gesundheitswirksame Charakteristik zugesprochen, die nahezu jedem bekannt ist. Dabei konzentrieren sich Bewegungsinterventionen meist auf die rein somatische Ebene und stehen in enger Verbindung zur körperlichen Leistungssteigerung. Nicht zuletzt hohe Kosten durch chronisch degenerative Erkrankungen, wie Diabetes Mellitus, und orthopädische Leiden machen physiologische Maßnahmen unabdingbar. Vorsorge durch Bewegung wird begrüßt und honoriert. Wenn aber den Zielen der Gesundheitsförderung nachgegangen werden soll, führen rein physiologische Betrachtungsweisen zu Verkürzungen, die sich der Mensch nicht leisten kann. Lernprozesse müssen in Gang gesetzt werden, um nicht nur nach Anleitung handeln zu können, sondern eine eigene Logik des Lebensstils aufzubauen. Erreicht werden soll dies durch drei Vorgänge, die sich einer verzweigten Ausbildung von Sport und Bewegung verschrieben haben. Kolb (1995) benennt diese Prozesse mit Gesundheitserziehung, Gesundheitsaufklärung und Gesundheitsbildung (S. 339) und geht damit von den drei Formen des Lernens nach Prange (1986) „positives, methodisches und reflexives Lernen“ aus. Chronologisch verfolgen sie das Ziel eine Lebenshaltung zu entwickeln, die sich gesundheitsförderlich ausdifferenziert. Alle genannten Formen setzen an der personalen Ebene des Menschen an und gelten deshalb als verhaltensbezogene Designs.

2.1.1 Gesundheitserziehung und Sport

Gesundheitserziehung hat sich in Korrespondenz zum positiven Lernen herausgebildet und findet in Bewegungsinterventionen häufig Anwendung (vgl. Kolb, 1995, S. 338). Jeder Kurs und jede Übungsstunde mit gesundheitsförderlichen Anliegen arbeitet mit Instruktionen, die den jeweiligen Teilnehmer zum Nachvollzug anleiten. Kernpunkt bildet hier die Ausformung von Handlungskompetenzen, die den Leib stärken und in individuelle Verhaltensmuster aufgenommen werden sollen. Praktische Unterweisungen zum Heben, Sitzen, Gehen und Stehen zählen genauso dazu, wie Übungen zur Entlastung, Koordination und Kräftigung. Der rein physiologischen Ebene mehr Widerstandskraft und Sicherheit zu geben, steht bei jeglichen Programmen im Vordergrund. Die Klärung des „Wozu“ und „Warums“ bleibt in dieser Etappe jedoch auf der Strecke. Genau an dieser Stelle sind klare Grenzen der Gesundheitserziehung erkenntlich, da sie es nicht schafft, eine Sinnhaftigkeit des Handlungsrepertoires zu vermitteln. Der Mensch ist demnach während seines Lernprozesses auch auf Wissensbeiträge angewiesen. Wer hält schon eine anstrengende Tätigkeit aufrecht und gibt ihr Platz in seiner Existenz, wenn er nicht über die Wirkung und Nützlichkeit instruiert ist? Diese Brücke kann die Gesundheitsaufklärung schlagen.

2.1.2 Gesundheitsaufklärung und Sport

Abgeleitet vom methodischen Lernen beschreibt Kolb (1995) die Gesundheitsaufklärung als „[…] positive Beeinflussung durch gesundheitsbezogene Informationsvermittlung“ (S. 338). Wissensvermittlung ist Quintessenz dieses Ansatzes. Den Aktiven werden Hintergründe und Fakten aufgezeigt, die sie dazu befähigen, bestimmte Übungsinhalte einzuordnen und für sich verstehbar zu machen. Zielstellung ist hierbei nicht nur der Nachvollzug in der jeweiligen Kurseinheit, sondern auch eine Implementierung außerhalb des Übungsbetriebes zu erreichen. Umsetzung kann durch Informationsveranstaltungen, Broschüren bzw. direkte Wissensvermittlung während der Beübung erfolgen. Dabei ist zu beachten, die jeweiligen Botschaften auf den Laien zurechtzuschneiden und verständlich zur Kenntnis zu geben. Da eine bloße Darstellung von Fakten, die frei vom persönlichen Umfeld des Menschen agiert, keine Hoffnung auf weitreichende Erfolgschancen einräumt, ist es nötig, noch einen weiteren Schritt hinzuzufügen.

[...]

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Details

Titel
Gesundheitsförderung und Sport
Untertitel
Spezielle Aspekte juveniler Altersstruktur
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Sportwissemschaft)
Veranstaltung
Spezielle Aspekte der Gesundheitsförderung im Gesundheitssport
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V177261
ISBN (eBook)
9783656168157
ISBN (Buch)
9783656168324
Dateigröße
896 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitsförderung, Sport, Jugendliche
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts André Matthias Müller (Autor:in), 2008, Gesundheitsförderung und Sport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177261

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