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Die Postdemokratie des Colin Crouch. Moderne Demokratie-Definition, Bürgerbeteiligung und externe Einflusskräfte der Politik

Title: Die Postdemokratie des Colin Crouch. Moderne Demokratie-Definition, Bürgerbeteiligung und externe Einflusskräfte der Politik

Seminar Paper , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Mag. Petra Sodtke (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Colin Crouch, Professor für Governance und Public Management an der University of Warwick in Großbritannien und prägende Figur der Postdemokratie-Debatte in der Politikwissenschaft, hinterfragte, wie sich die Demokratie seit Ende des Ost-West-Konflikts bis in das gegenwärtige Jahrzehnt entwickelt hat, wie Demokratie heute zu definieren ist und welche Herausforderungen momentan die entscheidendsten sind.

Crouch spricht dabei von einer „paradoxen Situation“, in der sich die Demokratie seiner Meinung nach gegenwärtig befindet (er bezieht sich in seinen Ausführungen etwas unscharf auf „die gewachsenen Demokratien Westeuropas, Japans, der Vereinigten Staaten und anderer Teile der industrialisierten Welt“): Einerseits gebe es heute mehr Demokratien als je zuvor – sofern man zur Festlegung dieses Begriffes den Indikator lediglich auf (halbwegs) freie und faire Wahlen beschränke, so Crouch. Aber es wolle „kein großer Optimismus mehr aufkommen“, erläutert er dennoch ernüchtert, je differenziertere Indikatoren man für die Begriffsdefinition von Demokratie heranziehe. Die politischen Partizipationsmöglichkeiten der Bürger in modernen Demokratien werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst(bspw. Lobbys, Spin Doktoren), und die gilt es laut Crouch zu analysieren. Demokratie ist nicht gleich Demokratie – es handelt sich hier um keinen statischen, sondern überaus dynamischen Begriff. Eine geeignete, zeitgemäße Definition muss daher gefunden werden.

Ziel dieser hier vorliegenden Arbeit ist die Beantwortung der Fragen: Wie ist Demokratie gegenwärtig begrifflich am geeignetsten zu fassen und durch welche Art von Politik ist sie heute geprägt? Welchen Stellenwert räumt Crouch dabei der Bürger-Partizipation ein (auch im Vergleich zu anderen Wissenschaftlern wie bspw. Jacques Rancière)? Welche äußeren Einflussfaktoren wirken auf die Demokratie von heute ein? Wie lässt sich der Postdemokratie-Ansatz in die aktuellen Theoretisierungen der Politik einordnen und welche Erklärungs- und Praxisrelevanz weist er auf?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Begriffserklärungen

3. Die Postdemokratie des Colin Crouch

3.1. Von Demokratie zu Postdemokratie

3.2. Bürgerbeteiligung

3.3. Externe Einflusskräfte der Politik

3.4. Theoretische Verortung des Ansatzes

3.5. Kritik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit dem Postdemokratie-Ansatz von Colin Crouch auseinander, um zu untersuchen, wie sich moderne Demokratien unter dem Einfluss externer Akteure und veränderter Partizipationsbedingungen entwickeln. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, den Begriff der Demokratie neu zu definieren und die Relevanz sowie die Praxisrelevanz des Postdemokratie-Konzepts im politikwissenschaftlichen Kontext zu bestimmen.

  • Analyse der Transformation von Demokratie zur Postdemokratie.
  • Untersuchung der Rolle von Bürgerbeteiligung und politischer Partizipation.
  • Einfluss von Wirtschaftslobbys und Spin Doktoren auf politische Entscheidungsfindungen.
  • Theoretische Einordnung des Ansatzes in den politikwissenschaftlichen Diskurs.
  • Kritische Reflexion der Stärken und Schwächen des Postdemokratie-Modells.

Auszug aus dem Buch

3.1. Von Demokratie zu Postdemokratie

Wie bereits anschaulich in Kapitel 2 erläutert, ist „Demokratie“ ein äußerst komplexer und vor allem kein statischer, sondern dynamischer Begriff – es gibt keine allgemein gültige Definition, die Zugänge sind vielfältig, werden vor dem jeweiligen historischen Hintergrund gedeutet und differenzieren sich zunehmend aus.

So versucht auch der britische Politikwissenschaftler Colin Crouch, sich diesem Begriff zu nähern und ihn im Kontext des weltpolitischen Status Quo zu definieren beziehungsweise zu hinterfragen. Das Ergebnis seiner Analyse: Er nennt die neue Verfasstheit der Demokratie „Postdemokratie“.

Wie kommt Crouch zu dieser neuen Begriffskreation und was genau meint er damit? Im 21. Jahrhundert existieren weltweit mehr Demokratien als je zuvor – sofern man (im Sinne des liberalen Demokratieverständnisses) „Freie Wahlen“ als einzigen Indikator hernimmt. Dennoch befinde sich, so Crouch, die Demokratie in einer äußerst „paradoxen Situation“, denn: Schraubte man die Anforderungen höher und nehme zusätzlich differenziertere Indikatoren wie die aktive Beteiligung der Bürger und die Rolle von Organisationen außerhalb des Wirtschaftssektors hinzu, werde das Bild plötzlich viel pessimistischer: Wahlen werden politisch inszeniert (durch PR/Spin Doktoren), die gewählten Regierungen und deren Agenden werden von Wirtschaftslobbys als mächtigste, weil reichste Interessensgruppe gesteuert, die Bürger werden dadurch frustriert, passiv und apathisch, sofern sie den Eliten nicht angehörten. Die ideale Demokratie existiere, so sein Fazit, ohnehin nur unmittelbar nach einer Krise (Krieg), wo Bürger mobilisiert und stark politisch engagiert sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die thematische Ernüchterung nach dem Ost-West-Konflikt ein und stellt Colin Crouch als prägende Figur der Postdemokratie-Debatte vor.

2. Begriffserklärungen: Hier werden grundlegende Termini wie Demokratie, Spin Doktoren und Lobbyismus definiert, um das methodische Fundament für die weitere Untersuchung zu legen.

3. Die Postdemokratie des Colin Crouch: Der Hauptteil analysiert Crouchs zentrales Konzept, beleuchtet die Rolle der Bürgerpartizipation sowie externe Einflussfaktoren und verortet den Ansatz theoretisch im Diskurs.

3.1. Von Demokratie zu Postdemokratie: Es wird erörtert, warum der Autor eine Neudefinition des Demokratiebegriffs angesichts der „paradoxen Situation“ gegenwärtiger Demokratien für notwendig erachtet.

3.2. Bürgerbeteiligung: Dieses Kapitel fokussiert auf den Stellenwert aktiver Mitgestaltung durch Bürger und analysiert die Folgen einer möglichen Rückentwicklung demokratischer Errungenschaften.

3.3. Externe Einflusskräfte der Politik: Der Abschnitt befasst sich mit dem Einfluss von Lobbys und Spin Doktoren auf politische Prozesse und kritisiert die Koppelung von Liberalismus und Demokratie.

3.4. Theoretische Verortung des Ansatzes: Hier wird der Postdemokratie-Ansatz in den Kontext anderer zeitgenössischer politikwissenschaftlicher Theorien, wie beispielsweise dem Konstruktivismus, eingeordnet.

3.5. Kritik: Das Kapitel bietet eine kritische Würdigung des Crouch-Modells, deckt blinde Flecken auf und zieht Vergleiche zu anderen Autoren wie Nancy Fraser.

4. Fazit: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und evaluiert die Relevanz des Postdemokratie-Ansatzes als deskriptives Instrument für die heutige Politikwissenschaft.

Schlüsselwörter

Postdemokratie, Colin Crouch, Demokratie, Bürgerbeteiligung, Lobbyismus, Spin Doktoren, Politische Partizipation, Politikwissenschaft, Wirtschaftslobbys, Neoliberalismus, Politische Apathie, Demokratiequalität, Machtverhältnisse, Gesellschaft, Politische Inszenierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Begriff der Postdemokratie nach Colin Crouch und analysiert, wie sich das Verständnis von Demokratie angesichts moderner Herausforderungen gewandelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören der Wandel von Demokratie, die Rolle der Bürgerbeteiligung, der Einfluss von Lobbygruppen sowie die Bedeutung von Spin Doktoren in modernen politischen Systemen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Crouchs Postdemokratie-Ansatz theoretisch zu verorten und zu prüfen, inwieweit er den aktuellen Zustand moderner Demokratien präzise beschreiben kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive und vergleichende Analyse, indem sie Crouchs Ausführungen in Bezug zu anderen Politikwissenschaftlern wie Fach, Beck, Rancière und Fraser setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Schlüsselbegriffen, die detaillierte Darstellung von Crouchs Kernargumenten zur Partizipation und Lobbymacht sowie eine kritische theoretische Einordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Postdemokratie, Bürgerbeteiligung, Lobbyismus, politische Partizipation und Demokratiequalität geprägt.

Warum hält Crouch den Begriff der Postdemokratie für notwendig?

Crouch argumentiert, dass moderne Demokratien zwar formal intakt scheinen, aber zunehmend von Wirtschaftslobbys und politischer Inszenierung gesteuert werden, was den eigentlichen demokratischen Kern aushöhlt.

Inwiefern unterscheidet sich der Ansatz von Crouch von dem von Wolfgang Fach?

Während Crouch den Fokus auf Apathie und systematische Verdrängung der Bürgerinteressen legt, betont Fach stärker das von den Bürgern aktiv mitgetragene "Verstecken" unangenehmer politischer Realitäten.

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Details

Title
Die Postdemokratie des Colin Crouch. Moderne Demokratie-Definition, Bürgerbeteiligung und externe Einflusskräfte der Politik
College
University of Vienna  (Politikwissenschaft)
Course
M1/SE Aktuelle Theoretisierungen von Politik
Grade
1,0
Author
Mag. Petra Sodtke (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V177269
ISBN (eBook)
9783640988457
ISBN (Book)
9783640988327
Language
German
Tags
Postdemokratie Crouch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Petra Sodtke (Author), 2009, Die Postdemokratie des Colin Crouch. Moderne Demokratie-Definition, Bürgerbeteiligung und externe Einflusskräfte der Politik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177269
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