In einer Zeit der europäischen Neuordnung und kriegerischen Auseinander-setzungen gelang es einem französischen Bürger zum König von Schweden und Norwegen gekrönt zu werden. Dieses einmalige Ereignis in der Geschichte war Jean-Baptiste Bernadotte vergönnt. Als französischer Soldat kämpfte er unter dem Befehl Napoleons in entscheidenden Schlachten. Seine militärischen Erfolge und seine geschickte politische Führung der ihm anvertrauten deutschen Städte ließen ihn bei den europäischen Monarchen zu einer geschätzten und bedeutenden Persönlichkeit werden.
Das schwedische Königreich hatte im Jahre 1809 an Größe und Einfluss in der europäischen Politik verloren. Nach Kriegen gegen Dänemark und Russland, und den daraus resultierenden Verlust Finnlands, befand sich Schweden in einer politischen und finanziellen Krise. Der Mord an König Gustav III., der das schwedische Gesellschaftssystem revolutionieren wollte, und die Absetzung des Königs Gustav IV. Adolf, der das schwedische Königreich durch Kriege in eine Krise führte, waren eine Warnung an zukünftige Könige. Zudem stellte sich die Frage nach der Thronfolge, da der amtierende König Karl XIII. August kinderlos war.
Diese Hausarbeit zeigt den Aufstieg Jean-Baptiste Bernadottes zum schwedisch-norwegischen König Karl XIV. Johan auf. Besonderes Augenmerk liegt auf der Betrachtung seines politischen Wirkens als Kronprinz und König. Dahingehend werde ich insbesondere auf die Personal-Union zwischen Schweden und Norwegen eingehen. Um das Verhaltensmuster Bernadottes und die Relevanz historischer Ereignisse einordnen zu können, stelle ich zuerst die militärische Laufbahn Jean-Baptiste Bernadottes dar.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Jean-Baptiste Bernadotte – französischer Bürger und Soldat
1.1. Der Weg zur königlichen französischen Armee
1.2. Aufstieg in der französischen Armee in der Zeit des Umsturzes
1.3. Als Gouverneur in Deutschland
2. Bernadottes Weg zum Kronprinzen von Schweden
2.1. Karl Johans Außenpolitik und der Krieg gegen Frankreich
2.2. Die Personal-Union zwischen Schweden und Norwegen
2.3. Konflikte in der inneren Politik unter Karl XIV. Johan
2.4. Reformen in Schweden
Schlussbetrachtung zu Persönlichkeit und Wirken Karl XIV. Johan
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den außergewöhnlichen Aufstieg von Jean-Baptiste Bernadotte vom französischen Bürger zum schwedisch-norwegischen König Karl XIV. Johan. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse seiner politischen Gestaltungsmacht als Kronprinz und König sowie der komplexen historischen Dynamik der Personalunion zwischen Schweden und Norwegen.
- Militärische Laufbahn Bernadottes im revolutionären Frankreich
- Diplomatische und machtpolitische Rolle als Gouverneur in Deutschland
- Entstehung und Herausforderungen der Personalunion mit Norwegen
- Innenpolitische Reformen und wirtschaftliche Stabilisierung unter Karl XIV. Johan
- Spannungsfeld zwischen absolutistischem Führungsanspruch und konstitutioneller Monarchie
Auszug aus dem Buch
2. Bernadottes Weg zum Kronprinzen von Schweden
Der schwedische König Gustav IV. Adolf sah in Napoleon einen Thronräuber. Er entwickelte einen fast krankhaften Hass auf den französischen Kaiser. Dieser gipfelte darin, dass Gustav IV. Adolf Frankreich 1805 den Krieg erklärte. Nach Preußens Niederlage und nach der Allianz von Tilsit zwischen Frankreich und Russland hielt der schwedische König an seiner Politik unbeirrt fest, obwohl Napoleon ihm mehrmals mit Friedensangeboten entgegenkam. „Seit dem 21. Februar 1806 drängten die Russen“ in Finnland ein. Der schwedische König Gustav IV. Adolf sah sich plötzlich an zwei Fronten kämpfen. Schnell zeigte sich, dass die schwedische Armee nur ungenügend gerüstet war. Im Dezember des Jahres räumte sie Finnland.
Der schwedische Adel, der auch die führenden Militärs stellte, verübelte dem schwedischen König seine halsstarrige Kriegspolitik. Schließlich folgte in der Nacht zum 7. März 1809 ein Putsch des Oberleutnants Georg Adlersparre mit seinen Truppen in Karlstad. Die Militärs reagierten und „am 13. März wurde König Gustav IV. Adolf entwaffnet und inhaftiert“. Den Thron bestieg sein kinderloser Onkel Karl XIII. August. Zum Kronprinzen wurde der Herzog Karl August von Holstein-Augustenburg gewählt, der in Norwegen als Statthalter amtierte. Im Jahr 1810 starb der Kronprinz plötzlich. Infolgedessen begab sich der junge schwedische Offizier Baron Otto Mörner nach Paris um den französischen Kaiser Napoleon über den Tod des schwedischen Kronprinzen zu informieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Ausgangslage Schwedens nach 1809 und definiert das Ziel der Arbeit, den Aufstieg Bernadottes sowie dessen politisches Wirken als König zu analysieren.
1. Jean-Baptiste Bernadotte – französischer Bürger und Soldat: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Bernadottes von seiner Herkunft über seine militärische Ausbildung bis hin zu seinen administrativen Posten als Gouverneur in Deutschland nach.
2. Bernadottes Weg zum Kronprinzen von Schweden: Der Abschnitt beschreibt die Thronfolgekrise in Schweden, die Wahl Bernadottes zum Kronprinzen sowie seine anschließende Außenpolitik, die insbesondere durch die Loslösung von Napoleon und die Personalunion mit Norwegen geprägt war.
Schlussbetrachtung zu Persönlichkeit und Wirken Karl XIV. Johan: Die Zusammenfassung reflektiert den Charakter Bernadottes als strategisch agierenden Herrscher im Spannungsfeld zwischen absolutistischem Willen und den Anforderungen einer konstitutionellen Monarchie.
Schlüsselwörter
Jean-Baptiste Bernadotte, Karl XIV. Johan, Schweden, Norwegen, Napoleon Bonaparte, Personalunion, Französische Revolution, Außenpolitik, Kronprinz, Storting, Eidsvoll, Reformpolitik, Wirtschaftsstabilisierung, Militärlaufbahn, konstitutionelle Monarchie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert den historisch einzigartigen Aufstieg von Jean-Baptiste Bernadotte vom französischen Militär zum König von Schweden und Norwegen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der militärischen Laufbahn Bernadottes, seinem diplomatischen Wirken als Gouverneur, der Etablierung der Personalunion zwischen Schweden und Norwegen sowie den innenpolitischen Reformen seiner Regierungszeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das politische Handeln Bernadottes als Kronprinz und König zu beleuchten und sein Verhaltensmuster als absolutistischer Herrscher in einer konstitutionellen Struktur zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historische Fallstudie, die primär auf einer Literatur- und Quellenanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil erörtert den Aufstieg Bernadottes in der französischen Armee, die Umstände seiner Wahl zum schwedischen Kronprinzen und die komplexen politischen Konflikte während seiner Herrschaft, insbesondere gegenüber dem norwegischen Storting.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Bernadotte, Personalunion, Napoleon, schwedische Außenpolitik, Storting und Reformpolitik.
Wie reagierte Bernadotte als König auf die norwegische Verfassung von Eidsvoll?
Obwohl er seine militärische Überlegenheit demonstrierte, akzeptierte er strategisch die Konventionen von Moss, um die Stabilität der Personalunion zu sichern und das Storting zu respektieren.
Welche Rolle spielte die wirtschaftliche Lage für das Ansehen des Königs in Schweden?
Durch eine erfolgreiche Stabilisierungspolitik, den Abbau von Staatsschulden und die Förderung von Industrie und Bildung gelang es ihm, das Wohlwollen der schwedischen Bevölkerung trotz seiner Herkunft zu gewinnen.
- Arbeit zitieren
- Sandra Schmelter (Autor:in), 2010, Jean-Baptiste Bernadotte - Karl XIV. Johan , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177349