Der Leistungsfaktor Taktik im Sportspiel Volleyball und seine Anwendung in Spielsystemen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

19 Seiten, Note: gut (2)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ziele und Aufgaben der kollektiv-taktischen Ausbildung
2.1 Systematik der kollektiven Taktik
2.1.1 Mannschaftstaktik
2.1.2 Gruppentaktik
2.1.3 Individualtaktik

3 Spielsysteme
3.1 Spielsystem 0:0:6
3.2 Vor- und Nachteile zu anderen Spielsystemen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anhangsverzeichnis

1 Einleitung

Der Begriff Taktik ist kein spielspezifischer Ausdruck, sondern findet sich als Bezeichnung für die Art und Weise der Kampfesführung, für ein planvolles, kluges und berechnendes Verhalten in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Diplomatie, Sport oder Militärwissenschaft. Die in den Sportspielen geläufigen taktischen Ausdrücke wie Verteidigung, Abwehr, Deckung, Angriff, Sturm, Durchbruch oder Manöver weisen auf ihre entwicklungsgeschichtliche Ableitung aus der militärischen Strategie und Taktik hin. Das Suchen nach wirkungsvollen Kampfmethoden und neuen taktischen Möglichkeiten verlangt hohes technisches Können, große konditionelle Voraussetzungen, höhere spielspezifische Denkleistungen und auch eine gesteigerte Kampfmoral. Der Begriff der Taktik im Sportspiel umfasst die individuelle taktische Komponente der Spieltätigkeit und den Sinngehalt aller Erscheinungen des mannschaftlichen Zusammenwirkens (vgl. Stiehler/Kon-zag/Döbler, 1988, 94/95).

Stiehler/Konzag/Döbler (1988, 95) definieren den Begriff Taktik wie folgt: „Die Taktik im Sportspiel bezeichnet die Gesamtheit der individuellen und kollektiven Angriffs- und Verteidigungsverfahren zur Führung des Kampfes, die auf der Grundlage einer taktischen Konzeption bei Einbeziehung der angenommenen Kampfesweise des Gegners und unter Berücksichtigung der vielfältigen Spielbedingungen sowie der konkreten Situationsentwicklungen angewandt werden, um ein optimales Spielergebnis zu erreichen.“

Die Taktik ist sowohl ein theoretisches Anliegen als auch eine praktische Aufgabe, z. B. das Einüben von Spielzügen, taktisches Training und Umsetzen der Konzeption. Sie ist eine Fähigkeit, strategische Ziele zu realisieren (vgl. Stiehler/Konzag/Döbler, 1988, 95).

2 Ziele und Aufgaben der kollektiv-taktischen Ausbildung

Das Ziel der kollektiv-taktischen Ausbildung besteht in der Befähigung zur zielwirksamen Organisation und Führung des Wettkampfes der Spieler im Rahmen der Gruppen- oder Mannschaftsformation. Die Ziele und Aufgaben der kollektiv-taktischen Ausbildung werden von vier Einflussgrößen bestimmt:

- von den internationalen Entwicklungstendenzen der Taktik des jeweiligen Sportspiels
- von der grundlegenden Spielauffassung mit dem Ziel, angriffsorientiert zu spielen
- von der trainingsmethodischen Grundkonzeption, orientiert auf langfristige, taktische Ausbildung
- von dem taktischen Kampfplan in bezug auf Wettkampfhöhepunkte und bestimmte Gegner

(vgl. Stiehler/Konzag/Döbler, 1988, 95/96).

Die intellektuellen Voraussetzungen taktischer Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Umsetzung der Spielkonzeption werden in der theoretischen taktischen Ausbildung entwickelt. Hier sprechen Stiehler/Konzag/Döbler (1988, 96) von:

- aktivem Kenntniserwerb als Grundlage schöpferischen taktischen Denkens (Spielsysteme; positionsspezifische Funktionen im Mannschaftsverband; Prinzipien kooperativen Handelns; Klassifizierung von Spielsituationen mit Angabe charakteristischer Merkmale; Charakteristik gruppentaktischen Verhaltens bei Standardaktionen, in Standardsituationen, bei variablen gruppentaktischen Handlungen oder speziellen taktischen Erfordernissen u.a.m.)
- Entwicklung des reproduktiven taktischen Denkens durch assoziative Aktualisierung vorhandener Kenntnisse
- Wettkampfanalysen zur Wertung taktischer Leistungen und Ursachenermittlung bei taktischen Fehlleistungen
- Überprüfung der taktischen Kenntnisse und der sportspielspezifischen Denkfähigkeit

Zur praktischen kollektiv-taktischen Ausbildung gehört das Erlernen, Stabilisieren und Vervollkommnen des kooperativen Zusammenwirkens von Mannschaftsteilen und der gesamten Mannschaft zur Lösung von Angriffs- und Abwehraufgaben, weiterhin die Anwendung der taktischen Kenntnisse zur Lösung bestimmter Spielsituationen und konkreter Aufgabenstellungen, die von den Spielsystemen bzw. der Spielkonzeption abgeleitet werden. So wird auch die Schulung des zweckmäßigsten Zusammenwirkens von Spielergruppen bei der Realisierung taktischer Verfahren auf der Grundlage von Prinzipien und unter Berücksichtigung des gegnerischen Verhaltens sowie der gesamten Mannschaft bei der Erarbeitung von Angriffs- und Abwehrsystemen vermittelt (vgl. Stiehler/Konzag/Döbler, 1988, 96).

Die Umsetzung der taktischen Konzeptionen, aufbauend auf den individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten, wird letztlich durch die Qualität der Interaktionen der Spieler bestimmt. Erst wenn ein zielorientiertes Zusammenwirken erreicht wird, kann sich eine stabile kollektive Taktik entwickeln. Der Höhepunkt liegt im Funktionieren von dynamischen und flexiblen Spielsystemen (vgl. Stiehler/Konzag/Döbler, 1988, 96).

2.1 Systematik der kollektiven Taktik

Nach Stiehler/Konzag/Döbler (1988, 96) sprechen wir von kollektiver Taktik, wenn das zielorientierte und zweckmäßige Zusammenwirken der Mannschaft (Mannschaftstaktik) und von Gruppen innerhalb einer Mannschaft (Gruppentaktik) im Wettkampf erfolgt. Die kollektive Taktik umfasst alle kollektiven Angriffs- und Verteidigungshandlungen und reicht vom Zusammenwirken zweier Spieler bis zur Formierung und Zusammenarbeit von Mannschaften im Angriffs- und Abwehrverhalten.

Man spricht von Taktik, wenn der Spieler eine bewusste Entscheidung für die Anwendung einer bestimmten Technik in einer konkreten Spielsituation trifft und mehrere Spieler und die gesamte Mannschaft zusammenwirken. Die Taktik bezieht alle Fähigkeiten und Fertigkeiten der einzelnen Spieler sowie der gesamten Mannschaft mit ein und hat den Spielerfolg zum Ziel (vgl. Christmann, 1987, 380).

Die kollektive Taktik hat eine ordnende und leitende Funktion. Sie äußert sich im abgestimmten Spielverhalten und organisierten Spiel. Sie ist bemüht, individualistisches oder auch eigensinniges und unrationales Spiel zu überwinden. Die kollektive Taktik ist immer dann zweckmäßig, wenn sie in einem ökonomischen Verhältnis von Aufwand und Nutzen sowie einem aktuellen Leistungsvermögen der Mannschaft angepasst zum Spielerfolg führt. Dies wird von den sozialen Beziehungen beeinflusst und ist von enger Kooperation und Kommunikation im technisch-taktischen Handeln gekennzeichnet (vgl. Stiehler/Konzag/Döbler, 1988, 97).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Der Leistungsfaktor Taktik im Sportspiel Volleyball und seine Anwendung in Spielsystemen
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Sportwissenschaft)
Veranstaltung
Volleyball - Vertiefung - Seminar
Note
gut (2)
Autor
Jahr
2003
Seiten
19
Katalognummer
V17742
ISBN (eBook)
9783638222365
ISBN (Buch)
9783640401802
Dateigröße
645 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Leistungsfaktor, Taktik, Sportspiel, Volleyball, Anwendung, Spielsystemen, Volleyball, Vertiefung, Seminar
Arbeit zitieren
Kristin Retzlaff (Autor), 2003, Der Leistungsfaktor Taktik im Sportspiel Volleyball und seine Anwendung in Spielsystemen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17742

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Leistungsfaktor Taktik im Sportspiel Volleyball und seine Anwendung in Spielsystemen



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden