Versicherung von Terrorismusrisiken

Eine systemvergleichende Betrachtung


Bachelorarbeit, 2011

56 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Begründung des Themas & Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung

2. Versicherung von Terrorismusrisiken
2.1 Erklärung und Abgrenzung wichtiger Begriffe
2.1.1 Terror
2.1.2 Terrorismus
2.1.3 Terrorismusrisiko
2.2 Situation vor und nach dem 11.September 2001
2.3 Prüfung der Versicherbarkeit von Terrorismusrisiken und deren Grenzen

3. Nachfrage nach Terrorismusversicherungen
3.1 Versicherungsnachfrage einzelner Branchen
3.2 Regionaler Einfluss auf die Nachfrage

4. Angebot von Terrorismusversicherungen
4.1 Terrorismusdeckung als Teil der Feuer-Police
4.2 Staatliche Terrorismusdeckungskonzepte
4.2.1 Extremus
4.2.2 GAREAT
4.2.3 TRIA
4.4 Länderspezifische Deckungskonzepte
4.4.1 CCS
4.4.2 Pool Re
4.5 Theoretische Deckungskonzepte
4.5.1 Steuerfinanzierte Terrorismusfonds
4.5.2 Kapitalmarktmodellierung
4.5.2.1 Terrorismus-Bond
4.5.2.2 Golden Goal Bond
4.5.2.3 Terrorismusbörse

5. Möglichkeiten einer Terrorismusversicherungspflicht
5.1 Formen
5.2 Vor- und Nachteile einer Versicherungspflicht

6. Fazit und Ausblick
6.1 Ergebnisse und kritische Systembetrachtung
6.2 Herausforderungen und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhangverzeichnis
Anhang I
Anhang II
Anhang III
Anhang IV
Anhang V

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Anzahl terroristischer Anschläge 1982-2003

Abbildung 2: Anzahl terroristischer Anschläge nach Regionen 1996-2001

Abbildung 3: Anzahl terroristischer Opfer 1996-2001

Abbildung 4: Anteile der WTC-Schäden am Gesamtschaden nach Sparten

Abbildung 5: Abschlussquote nach Branche in den USA 2007-2009

Abbildung 6: Mittelwert der Versicherungsprämien in den USA nach Branchen 2009

Abbildung 7: Kapazität-Preis-Gleichgewicht auf dem Rückversicherungsmarkt

Abbildung 8: Deckungsstruktur von TRIA

Abbildung 9: Vertragsgestaltung Pool Re

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Versicherungsschäden terroristischer Anschläge 1970-2001

Tabelle 2: Ränge nach Versicherungsdichte in Deutschland

Tabelle 3: Kennzahlen Extremus Versicherungs-AG 2003-2010

Tabelle 4: Prämiensätze CCS

Tabelle 5: Übersicht der Terrorismusversicherungslösungen

Tabelle 6: Ratensteigerungsklassen nach Versicherungssparten 2. Quartal

Tabelle 7: Nettorückversicherungsprämien der Top 40 Rückversicherer 2001-2002

Tabelle 8: Vergleich der Kriterienkataloge nach Karten, Berliner und Aktuaren

Tabelle 9: Aktionäre der EXTREMUS Versicherungs-AG

Tabelle 10: Anleihenstruktur Golden Goal Bond

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

1.1 Begründung des Themas & Zielsetzung

“In unseren düstersten Visionen hatten wir uns ausgemalt, dass jemand versuchen könnte, ein Atomkraftwerk anzugreifen. Aber mit einem solchen Ereignis hatte niemand gerechnet. […] Terrorismus lebt von Willkür und von Überraschungseffekten. Mit mathe-matischen Modellen auf der Basis von Schadenerfahrungen ist da wenig auszurichten."[1]

Dieses Zitat aus der Pressekonferenz, kurz nach den Anschlägen des 11. September 2001, des Münchener Rück Vorstandes Stefan Heyd, zeigt die Herausforderungen und die Prägnanz, die sich durch den Terrorismus und den damit verbundenen Folgen ergeben. Die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center (WTC) und Pentagon zeigten, dass im versicherungstechnischen Umgang mit Terrorismusrisiken noch Handlungsbedarf besteht. Zwar war der Terrorismus schon vor dem 11. September 2001 präsent, doch erst mit der erhöhten Risikowahrnehmung wurden Terrorismus-versicherungen nachgefragt. Die Sensibilisierung für die Gefahr und deren Wahrnehmung wurde weiterhin durch den Bombenanschlag 2002 in Bali, die Attentate auf den Nah-verkehr in Madrid 2004 und in London 2005, sowie durch den aktuellen Bombenanschlag in Oslo im Juli 2011 gestärkt. Diese terroristischen Akte sind nur ein Auszug aus einer ganzen Reihe von Anschlägen und zeigen, dass Terrorismus nicht nur eine temporäre Erscheinung ist, sondern immer weiter in den Fokus der Gesellschaft, Politik und Wirt-schaft rückt. Auch durch den Tod des Al-Qaida-Anführers Osama bin Laden im Jahr 2011, steht die Welt vor der Frage, ob dies ein Rückschlag für den islamistischen Terrorismus oder eine Forcierung der Gewalttaten zur Folge haben wird. Somit muss sich auch die Versicherungswirtschaft mit dieser Bedrohung auseinandersetzen und neue Konzepte entwickeln, um die enorm hohen Schäden eines terroristischen Aktes zu bewältigen. Eine weitere in vorstehendem Zitat angeführte Schwierigkeit für die Versicherungswelt ist die Vorhersagbarkeit, Berechnung der Schadenshöhe und Korrelation der Schäden, da bei Anschlägen verschiedene Versicherungssparten und –verträge zugleich tangiert werden.

Im Folgenden soll geklärt werden, inwieweit Terrorismusrisiken versicherbar sind, welche Lösungen einzelne Staaten aufzeigen können und welche theoretischen Ansätze sich als Alternativen eignen. Hierzu zählt nicht, dass diese Arbeit Ursachenfindung bezüglich terroristischer Motivation oder deren Prävention durchführen wird. Untersuchungsgegen-stand sind Terrorismusrisiken und deren Versicherung durch verschiedene Systeme. Diese Systeme werden aus versicherungstechnischer Sicht beurteilt und kritisch reflektiert.

1.2 Gang der Untersuchung

Die Arbeit gliedert sich neben den einleitenden Worten in Kapitel 1 und dem Fazit in Kapitel 6, in vier Hauptkapitel. Die theoretische Hinführung zum Thema der Versicherung von Terrorismusrisiken wird in Kapitel 2 abgehandelt. Hierzu werden vorerst die Begriffe Terror, Terrorismus und Terrorismusrisiko erklärt und anschließend, aufgrund der verschiedenen Definitionen, abgegrenzt. Darauf basierend wird die Situation der Versicherungswirtschaft vor und nach dem 11. September 2001 beleuchtet. Abschließend wird die Versicherbarkeit von Terrorismusrisiken in diesem Kapitel dargestellt. Hierzu wird der Kriterienkatalog der Versicherbarkeit von Walter Karten aus dem Jahre 1972 herangezogen, um somit auch die Grenzen der Versicherbarkeit aufzuzeigen.

In Kapitel 3 und 4 werden die Nachfrage und das Angebot der Terrorismusversicherung gegenübergestellt. Auf der Nachfrageseite werden Eigenschaften des Versicherungs-nehmers erörtert. Das Angebot der Terrorismusversicherungen zeigt verschiedenste Lösungsmöglichkeiten auf. Hierbei wird zwischen staatlichen, länderspezifischen Deckungskonzepten und der Deckung von Terrorismusrisiken durch die Feuer-Police unterschieden. Am Ende des Kapitels werden theoretische Lösungsansätze angeführt und auf ihre Durchführbarkeit und Sinnhaftigkeit geprüft.

Im letzten Hauptteil, dem Kapitel 5, werden die Vor- und Nachteile einer Terrorismus-versicherungspflicht diskutiert. Beispielsweise könnte eine Pflicht die Marktdurchdringung einer solchen Versicherung verstärken, was allerdings zu rechtlichen Schwierigkeiten führen könnte. Zusätzlich werden die Auswirkungen einer monopolistischen und wettbewerblichen Lösung aufgezeigt.

Den Abschluss dieser Arbeit bildet das Kapitel 6. Hier werden alle Ergebnisse der Unter-suchung zusammengefasst und die vorgestellten Systeme kritisch betrachtet. In Verknüpfung mit den gefolgerten Ergebnissen werden die künftigen Chancen und Risiken der Terrorismusversicherung herausgearbeitet.

2. Versicherung von Terrorismusrisiken

2.1 Erklärung und Abgrenzung wichtiger Begriffe

Zum besseren Verständnis dieser Arbeit müssen die Begriffe Terror, Terrorismus und Terrorismusrisiko erklärt und voneinander abgegrenzt werden. Keineswegs sind diese Begriffe, die nicht erst in den letzten Jahrzehnten entstanden sind, identisch. Das Wort Terrorismus tauchte zum ersten Mal 1789 während der Französischen Revolution auf.[2] Die Dynamik dieses Begriffs zeigt sich in der Entwicklung von einer revolutionären Randerscheinung zu einer globalen Herausforderung.[3]

Der Begriff des Terrorismus lässt vielfältige Betrachtungsweisen und somit auch unter-schiedliche Definitionen zu. Dies wirkt sich vor allem auf das Verständnis eines terroristischen Aktes aus, welcher von den einzelnen Ländern auf unterschiedliche Art interpretiert wird. Obwohl der Terrorismus ein internationales Problem darstellt, gibt es keine einheitliche Definition. Beispielsweise liegt in den USA und in Frankreich eine per Gesetz festgelegte Definition vor. Wohingegen in Deutschland oder Österreich eine Beschreibung des Begriffes nur in den Versicherungsbedingungen zu finden ist.[4] Um Gemeinsamkeiten und Unterschiede der vorliegenden Definitionen herauszuarbeiten, werden exemplarisch ausgewählte Begriffserklärungen betrachtet.

2.1.1 Terror

Zu Beginn soll der Begriff Terror betrachtet werden, welcher aus dem Lateinischen stammt. „Terror (lat.) bedeutet Schreck, Schreckensnachricht, schreckerregender Gegen-stand; terriculum ist ein Schreckmittel; die Verben „terere“ und „terrificere“ stehen für „erschrecken, scheuchen“.“[5] Doch um den Begriff Terror gegenüber dem des Terrorismus abgrenzen zu können, bedarf es einer weiteren Definition aus politischer Sicht:[6]

„Gewalttätige Form des Machtkampfes, ausgeübt zum einen vor allem von diktatorischen Regierungen zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft, zum anderen von oppositionellen extremistischen Kleingruppen oder Einzelpersonen zum Sturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung. Im Gegensatz zum Terrorismus extremistischer Kleingruppen und Einzelpersonen ist beim Staatsterror die Exekutive eine Staates selbst Urheberin des Terrors[…].“[7] Wie bei dieser Definition klar herausgestellt wird, wird dem Terror eine „systemstützende Funktion“[8] zugeschrieben, welche der Gewaltausübung des Staates dienen kann.

2.1.2 Terrorismus

Bei der vorherigen Definition des Begriffes Terror wurde bereits ein Unterschied zum Terrorismus genannt. Wenn Terror im Gegenteil zu Terrorismus eine systemstützende Funktion besitzt, muss Terrorismus eine „systemstürzende Funktion“[9] haben. Also wäre es fälschlich zu behaupten –wie es im alltäglichen Sprachgebrauch geschieht-, dass beide Begriffe synonym verwendet werden können. Bevor die Unterschiede ausführlich behandelt werden, erscheint eine Betrachtung des Begriffs Terrorismus aus der versicherungstechnischen Sicht erforderlich. Da der 11. September 2001 einen Wende-punkt in der Entwicklung des Terrorismus darstellt, wird zuerst eine Definition vor diesem Datum und anschließend zwei weitere nach diesem Datum angeführt.

Großbritannien liefert ein gutes Beispiel für eine Definition von Terrorismus vor den An-schlägen auf das WTC und Pentagon im Jahre 2001. Aufgrund der Anschläge der Irish Republican Army (IRA) Anfang der 90er, wie z.B. die Bombenexplosionen 1992 im Finanzviertel Londons oder 1993 in der Nähe der Londoner Innenstadt, wurden 1993 die Pool Re Legislation und der Reinsurance Act ins Leben gerufen.[10] Auf den groß-britannischen Terrorismusversicherer Pool Re wird im Abschnitt 4.4.2 näher eingegangen. An dieser Stelle soll nur die folgende Definition von Terrorismus angeführt werden:

„In this section ‘acts of terrorism‘ means acts of persons acting on behalf of, or in connection with, any organization which carries out activities directed towards the overthrowing or influencing, by force or violence, of Her Majesty’s government in the United Kingdom or any other government de jure or de facto.”[11]

In dieser Definition werden der Organisationsgrad und eine Angriffszielrichtung, als Charakteristiken des Terrorismus dargestellt. Allerdings gilt diese Definition als überholt, da sie zu eng gefasst ist. Dies liegt vor allem daran, dass sich das Gesetz überwiegend an den Handlungen der IRA ausrichtet. Aus heutiger Sicht fehlt eine Erweiterung, die nicht ausschließlich auf Gewalt abzielt, sondern jegliche terroristische Handlung inkludiert.

Betrachtet man nun eine Terrorismusdefinition nach dem 11. September 2001, zeigt die deutsche EXTREMUS Versicherungsaktiengesellschaft (Extremus AG), auf welche im Ab-schnitt 4.2.1 näher eingegangen wird, den Wandel des Begriffes Terrorismus. Diese im Jahre 2002 gegründete Terrorismusversicherung definiert in ihren Allgemeinen Terror-bedingungen (ATB) den Terrorismus als „[…] jegliche Handlungen von Personen oder Personengruppen zur Erreichung politischer, religiöser, ethnischer oder ideologischer Ziele, die geeignet sind, Angst oder Schrecken in der Bevölkerung oder Teilen der Bevölkerung zu verbreiten und dadurch auf eine Regierung oder staatliche Einrichtungen Einfluss zu nehmen.“[12]

Auch hier werden politische Absichten, der Organisationsgrad und die Einschüchterung der Gesellschaft definiert. Doch im Gegensatz zu der Definition von Pool Re wird das terroristische Handlungsfeld erweitert, indem jegliche Handlungen mit einbezogen werden, die auf religiöse, ethnische und ideologisch Ziele ausgerichtet sind.

Eine noch weiter gefasste Definition bietet die International Underwriting Association (IUA). Hier wird Terrorismus wie folgt charakterisiert: “[…] an act or acts (whether threatened or actual) of any person or persons involving the causing or occasioning or threatening of harm of whatever nature and by whatever means made or claimed to be made in whole or in part for political, religious, ideological or similar purposes.”[13]

Diese Definition erweitert zwar den Begriff des Terrorismus um einen ABC-Anschlag[14], doch der Ausdruck „harm of whatever nature“, muss als kritisch betrachtet werden, da er eine viel zu weit gegriffene Beschreibung der Gewalt darstellt. Deshalb ist darauf hinzu-weisen, dass es nicht möglich ist, „[…] jegliche Gewalt mit Terrorismus gleichzusetzen.“[15]

Wie an den beiden Definitionen nach dem 11. September 2001 zu sehen ist, versucht man die Handlungsvielfalt des Terrorismus möglichst allumfassend abzudecken. Einen Vorteil für die Versicherer stellt dies insofern dar, dass mehrere Schadensarten als terroristische Akte gesehen und somit aus dem Versicherungsschutz ausgeschlossen werden können.[16]

Trotz aller Kritikpunkte ist es möglich den objektiven Kern der vorstehenden Definitionen herauszuarbeiten. Dafür ist es nötig alle subjektiven Einflussfaktoren aus den Begriffs-erklärungen zu eliminieren. Huber definierte 2002 drei Attribute, die in einer Terrorismus-definition zu finden sein sollten. Eine Erweiterung dieser Attribute nahm Benzin 2005 vor.

Somit definieren die folgenden fünf Attribute den Begriff des Terrorismus:

1. Ausübung oder Androhung von Gewalt
2. Systemstürzende Handlung
3. Psychologische Auswirkungen
4. Motivation durch bestimmte subjektive Ziele
5. Handlung durch eine Person oder Gruppe[17]

Nachdem somit auch der Terrorismus ausführlich definiert wurde, soll abschließend noch-mals auf die Unterschiede des Terrors und Terrorismus eingegangen werden. Fest-zuhalten bleibt, dass der Terror seine systemstützende Funktion dadurch erzielt, dass er stets von der Seite der Exekutive ausgeht.[18] Terrorismus hingegen ist nicht geographisch begrenzt und hat einen systemstürzenden Charakter.

Trotz der unbestreitbaren Unterschiede, werden beide Begriffe sowohl in der Öffentlichkeit und Politik, als auch in der Fachliteratur überwiegend synonym verwendet.[19] Diese in der Literatur angewandte Synonymität rechtfertigt auch, dass im weiteren Verlauf der Arbeit nicht näher auf beide Unterschiede eingegangen, sondern nur an relevanten Stellen darauf hingewiesen wird.

2.1.3 Terrorismusrisiko

Da der Terrorismus verschiedenste Ausprägungsmöglichkeiten besitzt, besteht für die Bevölkerung ein gewisses Risiko. Dies spiegelt sich auch in Umfragen wieder. Zwar ist die Wahrnehmung, Terrorismus als Bedrohung zu sehen, leicht rückläufig[20], doch nach einer Studie der Universität Bamberg fürchten sich rund 60%[21] der deutschen Bevölkerung mittelmäßig bis stark vor terroristischen Anschlägen. Deshalb sollte an dieser Stelle der Begriff des Terrorismusrisikos näher beleuchtet werden.

Der Terrorismus ist den politischen Risiken zuzuordnen.[22] Unter politischen Risiken versteht man grundsätzlich „[…] alle Gefahren, die auf politische – insbesondere wirt-schaftspolitische, sozialpolitische und verwaltungspolitische – Umstände zurückgehen.“[23] Die große Relevanz politischer Risiken und die damit verbundenen Herausforderungen, der sich die Versicherer stellen müssen, wird dadurch deutlich, dass diese Risiken immer wieder mit Elementarrisiken, wie Hochwasser, Sturm oder Lawinen, verglichen werden.[24] Allen diesen Risiken liegen die Eigenschaften zugrunde, eine erhebliche Schadenshöhe und Kumulgefahr auszuweisen.[25] Darunter zu verstehen ist, dass bei einem Risikoeintritt mehrere versicherungstechnische Einheiten gleichzeitig in höchstem Maße tangiert werden. Um das Terrorismusrisiko zu charakterisieren, kann man dieses in drei Module unterteilen. Diese Module bilden eine Funktion ab, die sich aus dem Zusammenspiel von Hazard, Exposure und Vulnerability zusammensetzt.[26] Bezogen auf das Terrorismusrisiko versteht man unter Hazard die unterschiedlichen Angriffsszenarien. Solch ein Szenario wird durch Handlungsmotive beeinflusst. Diese wiederum sind abhängig von der Gruppierung. Hierzu zählen beispielsweise ideologische, ethnische, vigilantistische oder religiöse Gruppierungen.[27] Weiterhin kann anhand der zur Verfügung stehenden Ressourcen unterschieden werden. Nicht nur die Gruppierung und die Ressourcen beeinflussen die Wahl des Szenarios, sondern auch Exposure und Vulnerability.

Im Exposure-Modul werden Angriffsobjekte, sowie dazugehörige charakteristische und geographische Merkmale aufgezeichnet. Deshalb kann man den Exposure in Zeit und Raum aufteilen. Bei der geographischen Betrachtung ist festzustellen, dass in Ballungs-räumen die Bedrohung der Bevölkerung einen großen Anteil am Exposure hat. Auf dem Land sind natürliche Ressourcen und in Wirtschaftszentren eher materielle Werte be-droht.[28] Der zeitliche Einfluss bei der Wahl des Angriffsobjektes ist darin zu sehen, dass die Bevölkerung einen Tag- und Nachtrhythmus besitzt, der wiederum z.B. Auswirkungen auf den Energieverbrauch oder Nutzung der Verkehrsmittel hat.[29]

Die Vulnerabilität gibt die Anfälligkeit und Attraktivität des Angriffsobjekts wieder.[30] Bei Ersterem sollte man sich die Frage stellen, „ob und wie stark Menschen und deren Ge-sundheit beziehungsweise Sachen und Funktionen der Gesellschaft“[31] in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Attraktivität wiederum ist von der Intention des Angriffes abhängig.

Abschließend ist festzuhalten, dass das Terrorismusrisiko von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird, welche untereinander agieren. Das Anschlagsszenario ist abhängig von der Motivation der Gruppierung. Diese Gruppen wählen die Angriffsobjekte anhand ihrer Angriffsintention aus und werden ihr Handeln an der Attraktivität und Anfälligkeit des Objektes ausrichten.

2.2 Situation vor und nach dem 11.September 2001

Wie im vorangegangenen Kapitel beschrieben, ist das Risiko des Terrorismus und dessen Versicherung keine Begleiterscheinung mehr, sondern vielmehr ein Risiko, mit dem sich die Versicherungswirtschaft schon viel früher hätte auseinandersetzen müssen. Dies be-kräftigt auch die folgende Abbildung 1, welche die Gesamtanzahl weltweiter terroristische Anschläge wiederspiegelt. Diese Daten wurden 2003 von dem United States Department of State vorgelegt und zeigen, dass zwischen 1982 und 2000 rund 8700 Anschläge mit terroristischem Hintergrund ausgeführt wurden. Im Durchschnitt ist das mehr als ein An-schlag pro Tag. Auch wenn es so scheint, dass die Anzahl der Anschläge rückläufig sei, wäre es falsch zu behaupten, dass das Risiko des Terrorismus zu vernachlässigen ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Anzahl terroristischer Anschläge 1982-2003

(Quelle: United States Department of State (2004), S.176, eigene Darstellung)

In Abbildung 2 wird die Anschlagsanzahl, nach Regionen unterteilt, dargestellt. Hier ist festzustellen, dass in den letzten sechs Jahren Lateinamerika mit durchschnittlich 140 und Westeuropa mit 60 Anschlägen pro Jahr Schauplatz der größten Häufung von terror-istischen Akten war. Zudem vermittelt die Grafik vorerst den Eindruck, dass der Terrorismus eher eine regionale, als eine globale Gefahr darstellt. Das Schlusslicht bildet Nordamerika, mit einem Mittelwert von drei Anschlägen pro Jahr. Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Anzahl terroristischer Anschläge nach Regionen 1996-2001

(Quelle: Willis (2002), S.5, eigene Darstellung)

Diese Abbildung vermittelt im ersten Moment den Eindruck, dass Nordamerika mit gerade einmal 18 Vorkommnissen ein eher unattraktives Ziel für terroristische Anschläge ist. Was das Diagramm nicht verrät, ist, dass beispielsweise im Jahr 2001 insgesamt 219 Übergriffe auf amerikanische Einrichtungen im Ausland gemeldet wurden.[32] Doch alleine die Anzahl der Anschläge zu betrachten, wäre zu oberflächlich. Deshalb bietet sich auch eine genauere Betrachtung der Verwundeten und geforderten Todesopfer in den unter-schiedlichen Regionen an. Abbildung 3 zeigt, dass sich bezüglich der Verletzten und Todesopfer ein anderes Bild, als bei der reinen Anschlagsanzahlbetrachtung, ergibt. Wenn man die enorm hohe Anzahl an Verwundeten und Toten von über 5.300 in Afrika im Jahre 1998 ausklammert, erkennt man, dass der Schwerpunkt terroristischer Anschläge in Asien liegt. Hier wird zwischen 1996 und 2001 ein Durchschnitt von 780 Verwundeten und Toten je Jahr erreicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Anzahl terroristischer Opfer 1996-2001

(Quelle: Willis (2002), S.6, eigene Darstellung)

Um zu zeigen, dass der 11. September 2001 einen Wendepunkt in der Versicherungs-wirtschaft darstellt, werden in Tabelle 1 die terroristischen Anschläge von 1970 bis 2001 aus der ökonomischen Perspektive betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[33]

Tabelle 1: Versicherungsschäden terroristischer Anschläge 1970-2001

(Quelle: Proske (2004), S.156; Benzin (2005), S.62; Thomann (2007), S.25-26, eigene Darstellung)

Aus der vorliegenden Übersicht ist zu erkennen, dass die Anschläge auf das WTC und Pentagon, den damalig höchsten versicherten Schaden der Bombenexplosion 1993 in London, um das mehr als zwanzigfache übersteigt. Zu dieser Zeit waren die Anschläge in New York und Washington mit 19 Milliarden USD der höchste Versicherungsfall in der Geschichte. Heute ist die Naturkatastrophe von Japan im März 2011 mit geschätzten 180 Milliarden USD der teuerste versicherte Schaden.[34]

Die vorliegenden Statistiken unterstreichen die Aussage, dass der Terrorismus als mobil bezeichnet und keine generelle regionale Häufung von terroristischen Anschlägen angeführt werden kann. Erst der enorm hohe ökonomische Gesamtschaden des 11. Septembers 2001 von 90 Milliarden USD[35] führte in der Versicherungswirtschaft zu ein-schlägigen Veränderungen im Hinblick auf die Deckungskonzepte. Darauf wird im Kapitel 4 näher eingegangen wird. Anhand des exemplarischen Beispiels vom 11. September 2001 verdeutlicht Abbildung 4 die Problematik des Kumulrisikos bei einem terroristischen Anschlag, bei dem ein einziges Ereignis mehrere versicherte Einheiten treffen kann.Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Anteile der WTC-Schäden am Gesamtschaden nach Sparten

(Quelle: Saxton (2002), S.2; Thomann (2003), S.18, eigene Darstellung)

Auffällig ist, dass die Betriebsunterbrechungs- und Sachversicherung mit über 50% Anteil die größte Schadenslast zugerechnet werden kann. Bei genauerer Betrachtung der Sach-versicherung ist zu sehen, dass ein Anteil von 15% des Gesamtschadens auf sonstige Sachversicherungsdeckungen fällt. Hierunter sind die Gebäude- und Inhaltsschäden, sowie Aufräum- und Folgeschädenkosten der benachbarten Objekte zu verstehen.[36] Dies rechtfertigt folgende Aussage über die Bemessung des Kumuls: „Es müssten nicht allein die Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden der Zielgebäude mit 100% angenommen werden, vielmehr sind die Szenarien um Schäden für Mieter und Nachbargebäude zu erweitern.“[37]

Zum Abschluss dieses Abschnittes bleibt festzuhalten, dass das Schadensausmaß des 11. September 2001 die Weltwirtschaft und insbesondere die Versicherer vor eine bis dato unbekannte Größenordnung stellt. Dieses Ereignis zog erhebliche versicherungstechnische Auswirkungen nach sich. Beispielsweise wurden Verträge komplett überarbeitet, hinsichtlich der ausgeschlossenen Gefahren, des Deckungsumfangs und der Kündigungsfristen.[38] Vor allem durch den überwiegend 20-30%igen Prämienanstieg[39] im Jahre 2002 konnten die Rückversicherungsgesellschaften wesentliche Steigerungsraten der Beitragseinnahmen von bis zu über 100%[40] vorweisen. Die wohl gravierendsten Änderungen ergaben sich aus der versicherungstechnischen Lösung von Terrorismusrisiken. Nach den Anschlägen 2001 entstand eine Diskussion darüber, ob ein Staat bestimmte Versicherungsgarantien übernehmen sollte.[41] Über die Jahre hinweg haben sich sowohl Poollösungen mit und ohne staatliche Unterstützung, als auch privatwirtschaftliche Deckungskonzepte hervorgetan. Aufgrund der großen Unterschiede und der Vor- und Nachteile der einzelnen Lösungskonzepte, werden diese im Kapitel 4 ausführlich behandelt.

Nachdem nun ein Überblick über wichtige Begriffsbestimmungen gegeben, die Dynamik des Terrorismus aufgezeigt und die vielseitigen Auswirkungen des Anschlags vom 11. September 2001 aufgedeckt wurden, werden im nächsten Kapitel die Versicherbarkeit und die damit verbundenen Schwierigkeiten von Terrorismusrisiken beleuchtet.

2.3 Prüfung der Versicherbarkeit von Terrorismusrisiken und deren Grenzen

Um ein Risiko auf seine Versicherbarkeit zu überprüfen, können verschiedene Kriterienkataloge herangezogen werden. Hierzu kann man drei Kataloge anführen. Der Katalog der Aktuare aus dem Jahre 1954 versucht die Versicherbarkeit anhand von 26 Kriterien die Versicherbarkeit eines Risikos zu beurteilen. Ein entscheidungstheoretischer Ansatz bietet der Kriterienkatalog von Karten 1972, wohingegen ein angebotsorientierter Ansatz von Berliner 1982 entwickelt wurde.[42] Da bei einer Analyse zur Versicherbarkeit eines Risikos in der Literatur häufig das Modell von Karten als Ausgangspunkt zugrunde liegt[43], soll im Anschluss die Prüfung der Versicherbarkeit von Terrorismusrisiken anhand der Kriterien von diesem Modell durchgeführt werden.

Karten nennt folgende fünf Kriterien, die ein Risiko auf seine Versicherbarkeit prüfen[44]:

- Zufälligkeit
- Eindeutigkeit
- Größe
- Schätzbarkeit
- Unabhängigkeit

Unter dem Kriterium der Zufälligkeit versteht man, dass das Schadensausmaß und der Zeitpunkt unvorhersehbar sind. Dies impliziert also, dass beim Zustandekommen eines Versicherungsvertrages „das Schadenereignis, der Eintrittszeitpunkt und die Schaden-höhe weder dem Versicherer noch dem Versicherten bekannt und beeinflussbar“[45] sein darf. Bei der Betrachtung des Terrorismusrisikos und dessen Zufälligkeit, kommt es auf den Betrachtungswinkel an. Aus Sicht des Terroristen besteht kein Zusammenhang zwischen dem Terrorismusrisiko und der Zufälligkeit. Gleiches gilt für den Eintrittszeitpunkt, welcher, wie in Abschnitt 2.1.3 beschrieben, eine wichtige Rolle einnimmt. Somit würde das Kriterium der Zufälligkeit aus Sicht des Terroristen nicht erfüllt werden. Doch der wesentlich gewichtigere Blickwinkel, ist der des Versicherungsnehmers und -unternehmens. Es ist davon auszugehen, dass der Schadeneintritt nicht im Kontext zum Versicherungsnehmer steht. Zusätzlich sind der Zeitpunkt und die Schadenhöhe aus Sicht des möglichen Betroffenen als zufällig anzusehen.[46] Somit bleibt festzuhalten, dass die Zufälligkeit aus Sicht des Versicherungsnehmers und –unternehmens gegeben ist.

Eindeutigkeit im Sinne von Karten bedeutet, dass eine eindeutige Relation zwischen dem Schadensereignis und der Höhe des zu zahlenden Geldbetrages von Seiten des Versicherers gegeben sein muss. Im Versicherungsvertrag müssen der Versicherungsfall, die versicherten Schäden und die Versicherungsleistung genau definiert werden, um im Schadensfall eine objektive Überprüfung durchführen zu können.[47] Im Hinblick auf Terrorismusrisiken können Schwierigkeiten in der Formulierung auftreten, wenn wie beim 11. September 2001 eine Vielzahl von Schäden auftreten. Grundsätzlich stellt die Eindeutigkeit aber kein Problem dar und gilt als erfüllt.[48]

Das Kriterium der Größe beschreibt den „größtmöglichen Schaden, der bei einem einzelnen Risiko auftreten kann.“[49] Darunter zu verstehen ist, dass ein Risiko nur versicherbar ist, wenn die Deckungskapazitäten des Versicherers nicht überschritten werden. Hier spielt vor allem der s.g. Possible-Maximum-Loss (PML) eine entscheidende Rolle, welcher die Obergrenze der Versicherungsleistung eines Versicherungs-unternehmens festlegt.[50] Die Anschläge vom 11. September 2001 zeigten, dass die Ermittlung des Höchstschadens zu niedrig angesetzt wurde. Man hatte nicht kalkuliert, dass, wie im Abschnitt 2.2 beschrieben, nicht nur mehrere Versicherungssparten, sondern auch benachbarte Gebäude von dem Anschlag betroffen sein könnten. Deshalb führt die Münchener Rück an, dass bei der Kumul-PML-Ermittlung eine Worst-Case-Kumulbetrachtung integriert werden sollte.[51] Diese Forderung zeigt, dass das Kriterium Größe in Hinsicht auf das Terrorismusrisiko immer mehr an seine Grenzen stößt. Daher muss die Maximalgrenze erweitert werden. Dies kann durch die Kapazitätsbündelung mehrerer Versicherer, wie Poollösungen oder Rückversicherungen, erzielt werden.[52]

Das vierte Kriterium nach Karten ist die Schätzbarkeit eines Risikos. Um die Prämien zu kalkulieren, muss eine Quantifizierung der möglichen Schadenhöhe und Eintritts-wahrscheinlichkeit gegeben sein.[53] Eine Berechnung kann auf Informationsgrundlage des Rechnungswesens, der Schadenstatistiken oder spezieller Risikoanalysen durchgeführt werden.[54] Für Terrorismusrisiken liegt zwar ausreichend statistisches Material vor, allerdings ist der Risikofaktor Mensch fast nicht schätzbar. Dadurch kommt es zu enormen Abweichungen der Häufigkeit und des Ausmaßes von Terrorismusrisiken.[55] Aufgrund der vielen verschiedenen Einflussfaktoren, wie Politik, Kultur und Gesellschaft, wird das Kriterium der Schätzbarkeit kaum erfüllt. Deshalb muss künftig weiter an Szenarien und Prämienschätzmodellen gearbeitet werden.[56]

Das letzte Kriterium Unabhängigkeit wird nicht erfüllt. Gerade bei terroristischen Anschlägen ist von Kumul- und Ansteckungsrisiken auszugehen. Solche abhängigen Risiken können einen enormen Einfluss auf den Risikoausgleich im Kollektiv haben.[57] Somit ist die Voraussetzung der Unabhängigkeit der Schäden meist eine theoretische Annahme und stößt hier an eine Grenze der Versicherbarkeit.

Der Kriterienkatalog von Karten bietet eine solide Grundlage, um die Versicherbarkeit von Risiken zu analysieren. Trotzdem sollten die existierenden Kritikpunkte nicht unerwähnt bleiben. Wie die Prüfung zeigt, ist die Erfüllung aller Kriterien nicht gegeben. Somit kann gefolgert werden, dass es für die private Versicherungswirtschaft kaum möglich ist Terrorismusrisiken zu decken.[58] Ausschlaggebend ist aber primär, ob ein Versicherungs-vertrag zwischen dem Risikoträger und Versicherungsnehmer zustande kommt.[59] Hier spielt vor allem die Risikobereitschaft des Versicherers eine große Rolle. Außerdem wird der Katalog als starr bezeichnet, weshalb Karten seine Ausführungen wie folgt relativiert: „Die versicherungstechnischen Grenzen werden dabei nicht scharf abgesteckt. Sie erweisen sich in einem gewissen Übergangsbereich als […] ausdehnungsfähig.“[60]

Es bleibt festzuhalten, dass die Kriterien Schätzbarkeit und Unabhängigkeit nicht erfüllt werden. Deshalb muss es das Ziel sein, bei der Schätzbarkeit die Gesamtschaden-verteilung und bei der Unabhängigkeit, die Bestimmung des Kumuls- und Ansteckungs-risiko, identifizieren zu können.[61] Auch wenn nicht alle Kriterien der Versicherbarkeit erfüllt werden, Grenzen für die Terrorismusversicherung und konstruktive Kritik gegenüber dem Katalog von Karten vorliegen, bleibt festzuhalten, dass das Terrorismusrisiko trotzallem als versicherbar gilt.

3. Nachfrage nach Terrorismusversicherungen

Die Nachfrageseite von Versicherungen wird von verschiedenen Determinanten beeinflusst. Nach der Theorie von Mossin[62] hängt die Versicherungsnachfrage von der Höhe der Versicherungsprämie, der Risikoaversion des Wirtschaftssubjektes und den Alternativen zum Risikotransfer ab.[63] Daraus kann gefolgert werden, dass die Zahlungsbereitschaft umso höher ist, je größer die Risikoaversion und die Bedrohung durch Terrorismus ist. Die Risikoaversion wird grundsätzlich von der Größe, der Diversifikationsmöglichkeiten und der Finanzstärke eines Wirtschaftssubjektes beeinflusst. Wie bei der Definition des Terrorismusrisikos in Abschnitt 2.1.3 deutlich wurde, ist es das Ziel von Terroristen einen sichtbaren Schaden herbeizuführen. Dies verdeutlicht, dass die Bedrohung durch Terrorismus gesteigert wird, wenn Wirtschafts-subjekte bekannt sind, in Metropolen liegen oder einer attraktiven Branche angehören.[64] Um diese Aussagen zu überprüfen, werden in den folgenden Abschnitten die Branchen, welche Terrorismusversicherungen nachfragen, und der regionale Einfluss von Versicherungsnehmern näher beleuchtet. Die Nachfragesituation der einzelnen Versicherer wird zusammen mit der Darstellung der Versicherungslösungen in Kapitel 4 erörtert.

3.1 Versicherungsnachfrage einzelner Branchen

Die Hypothese, dass bestimmte Branchen eine höhere Zahlungsbereitschaft aufweisen, liegt auf der Hand. Um dies zu überprüfen, werden sowohl die Nachfrage der Branchen, als auch die mittleren Preise für eine Terrorismusdeckung analysiert. Abbildung 5 zeigt die Abschlussquote von Terrorismusversicherungen nach Branchen in den USA.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Abschlussquote nach Branche in den USA 2007-2009

(Quelle: Marsh (2010), S.11, eigene Darstellung)

[...]


[1] Munich Re Pressekonferenz (2001)

[2] Vgl. Müller (2009), S. 16

[3] Vgl. Benzin (2005), S. 11

[4] Vgl. Bossier (2007), S. 7

[5] Hertel (1986), S. 5

[6] Vgl. Benzin (2005), S. 14

[7] Brockhaus (1993), S. 21

[8] Benzin (2005), S. 15

[9] Benzin (2005), S.17

[10] Vgl. Huber (2002), S. 664

[11] Reinsurance Act 1993, Chapter 18

[12] Extremus (2009), ATB A1, Zif. 2

[13] IUA G57

[14] Vgl. Huber (2002), S. 665

[15] Benzin (2005), S. 31

[16] Vgl. Huber (2002), S. 667

[17] In Anlehnung an Huber (2002), S.667; Benzin (2005), S. 37

[18] Vgl. Benzin (2005), S. 26

[19] Vgl. Helmerich (2002)

[20] Vgl. Borst, Werner (2009), S. 104

[21] Vgl. Studie Universität Bamberg (2011), S. 1

[22] Vgl. Thomann (2003), S. 9

[23] Fürstenwerth, Weiss (2001), S.286

[24] Vgl. Thomann (2003), S. 10

[25] Vgl. Gas (2003), S. 197

[26] Vgl. Aven, Renn (2010), S. 75-76

[27] Zu einer umfassenden Betrachtung der Gruppierungen vgl. Benzin (2005), S. 41-56

[28] Vgl. Borst, Werner (2009), S. 106

[29] Vgl. Borst, Werner (2009), S. 107

[30] Vgl. Aven, Renn (2010), S. 75

[31] Borst, Werner (2009), S. 107

[32] Vgl. Thomann (2007), S. 23

[33] Preisniveau von 2001

[34] Vgl. Schmidt-Kasparek (2011)

[35] Vgl. Thomann (2007), S. 24

[36] Vgl. Benzin (2005), S. 94

[37] Münchener Rück (2001), S. 11

[38] Vgl. Benzin (2005), S.116

[39] Vgl. hierzu Anhang I

[40] Vgl. hierzu Anhang II

[41] Vgl. Benzin (2005), S. 125

[42] Vgl. hierzu Angang III

[43] Vgl. Benzin (2005), S. 219

[44] Vgl. Höller (1997), S. 235

[45] Nguyen (2007), S. 106

[46] Vgl. Nguyen (2007), S. 108

[47] Vgl. Farny (2006), S. 38

[48] Vgl. Höller (1997), S. 236

[49] Höller (1997), S. 236

[50] Vgl. Farny (2006), S. 39

[51] Vgl. Münchener Rück (2001), S. 11

[52] Vgl. Farny (2006), S. 40

[53] Vgl. Benzin (2005), S. 212

[54] Vgl. Farny (2006), S.38

[55] Vgl. Nguyen (2007), S. 108

[56] Vgl. Benzin (2005), S. 227

[57] Vgl. Höller (1997), S. 236

[58] Vgl. Nguyen (2007), S. 110

[59] Vgl. Benzin (2005), S. 212; Farny (2007), S. 40;

[60] Höller (1997), S. 238

[61] Benzin (2005), S. 229

[62] Vgl. Mossin (1968)

[63] Vgl. Gründl (1994), S. 2

[64] Vgl. Thomann (2007), S. 78-86

Ende der Leseprobe aus 56 Seiten

Details

Titel
Versicherung von Terrorismusrisiken
Untertitel
Eine systemvergleichende Betrachtung
Hochschule
Hochschule Mainz
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
56
Katalognummer
V177464
ISBN (eBook)
9783656045861
ISBN (Buch)
9783656045113
Dateigröße
986 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Versicherung, Terror, Terrorismus, Terrorismusrisiko, Extremus, 11. September 2001, 9/11, Terrorismusversicherung, Versicherbarkeit, Feuer-Police, Gareat, Tria, CCS, Consorcio, Pool Re, Terrorismusfonds, Kapitalmarktmodellierung, Terrorismus-Bond, Golden Goal Bond, Terrorismusbörse, Versicherungspflicht
Arbeit zitieren
Constantin Groß (Autor), 2011, Versicherung von Terrorismusrisiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177464

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