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El Nino - La Nina und die Agrarkolonisation in den südostasiatischen Regenwäldern

Title: El Nino - La Nina und die Agrarkolonisation in den südostasiatischen Regenwäldern

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 14 Pages , Grade: 1

Autor:in: Stefan Obendorfer (Author)

Geography / Earth Science - Physical Geography, Geomorphology, Environmental Studies
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Summary Excerpt Details

Das Hauptgebiet, in der El Nino auftritt, liegt zwischen dem Ostpazifik (80°-110°
westlicher Länge) und dem Westpazifik (110°-150° östlicher Länge), d.h. im Gebiet
des Pazifiks zwischen Südamerika und Australien/Indonesien. Der Küstenstreifen
von Südamerika gilt als einer der niederschlagsärmsten Gebiete der Erde. Einige
Streifen der Küste sind Wüstengebiete, wie auch die meisten Inseln vor der Küste.
Grund für diese extreme Aridität ist vorwiegend der Humboltstrom, auch Perustrom
genannt, und der tiefe Luftdruck. Direkt an der Küste Perus fließt der Humboltstrom,
der sehr kaltes, nährstoffreiches Wasser mit einen hohen Planktongehalt mit sich
führt und somit viel Nahrung und eine gute Temperatur für einen hohe Fischreichtum
vorweist.
Die Ursache für die Gegebenheit des kalten und nährstoffarmen Wassers ist die
Herkunft: Durch den Süd-Ost-Passat weht der Wind ablandig. Dadurch kommt eine
besondere Zirkulation zustande, weshalb der Humboltstrom kaltes Tiefenwasser
führt. Diese ablandigen Winde haben ebenfalls zur Folge, dass der Meeresspiegel
vom Ostpazifik zum Westpazifik einen Unterschied von 0,5 – 0,7m aufweist. Durch
den hohen Luftdruck an der Westküste Südamerikas und dem tiefen Luftdruck im
Westpazifik entsteht eine Luftzirkulation, nach ihrem Entdecker Sir G. Walker, auch
Walker-Zirkulation genannt. Die Ursache für diese Luftbewegungen sind die
verschiedenen Oberflächentemperaturen im Ost- und Westpazifik. Im Ostpazifik
beträgt die Oberflächentemperatur in etwa 20°C ( wegen des kalten Tiefenwassers
des Humboltstromes ); im Gegensatz dazu beträgt die Temperatur im Westpazifik
ungefähr 30°C, d.h. die Luft wird an der Westküste Südamerikas abgekühlt und sinkt
folglich ab, im indonesischen Gebiet wird die Luft aufgrund der warmen
Oberflächentemperatur erwärmt und steigt auf. Dieses Zusammenspiel des
Druckunterschiedes, wird auch ,,Druckschaukel“ genannt. Die Luft des östlichen
Pazifiks strömt als Teil des Südost-Passats dem Druckgefälle folgend in Richtung
westlicher Pazifik, durch eine westliche Strömung der oberen Troposphäre schließt
sich der Kreislauf der Walker-Zirkulation wieder. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Das El Nino Phänomen

Der ursprüngliche Zustand

El Nino – Southern Oscillation

Das La Nina Phänomen

Die Agrarkolonisation der südostasiatischen Regenwälder

Die (traditionellen) Nutzungsarten

Indonesiens Wälder brennen

Umsiedlungsprojekte (Transmigrasi)

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert die klimatischen Zusammenhänge des El Niño-Phänomens sowie deren Auswirkungen auf die Agrarkolonisation und Waldzerstörung in Indonesien. Dabei wird untersucht, inwiefern natürliche Klimaschwankungen und anthropogene Eingriffe, wie Brandrodung und staatliche Umsiedlungsprogramme, das sensible Ökosystem der südostasiatischen Regenwälder gefährden.

  • Grundlagen des El Niño- und La Niña-Phänomens sowie der Walker-Zirkulation.
  • Traditionelle Landnutzungsformen in Indonesien und ihr Bezug zum Nährstoffkreislauf.
  • Die Problematik der flächendeckenden Waldbrände und deren sozioökonomische Ursachen.
  • Kritische Analyse staatlicher Transmigrasi-Projekte zur Entlastung bevölkerungsreicher Hauptinseln.

Auszug aus dem Buch

Indonesiens Wälder brennen

In Indonesien kommt es immer wieder zu großen Flächenbränden, die durch die traditionellen Brandrodung, die Erschließung von Flächen für die Umsiedlungsprojekte und die neuerdings immer weiter verbreiteten agroindustriellen Betriebe, die auf großen Flächen cash crops anbauen, verursacht werden. In einem normalen Jahr in dem das El Nino Phänomen nicht auftritt löschen die einsetzenden Regenfälle die Brände. Deshalb bedeutet El Nino für die traditionellen Kleinbauern, dass sie durch die Verzögerung der Niederschläge mehr Zeit haben zu Roden und ihnen so in diesen Jahren mehr Ackerland zur Verfügung steht. Aus diesem Grund war für sie das El Nino Jahr immer ein gutes Jahr. Für die agroindustriellen Großbetriebe bietet das Phänomen die Möglichkeit noch mehr Flächen in kürzerer Zeit nutzbar zu machen.

Deshalb müssen für die großen Waldbrände die in Indonesien tätigen Konzerne verantwortlich gemacht werden, die durch die Brandrodung eine der billigsten Rodungsarten bevorzugen, denn so braucht man nur wenig Arbeitskräfte und kein (schweres) Gerät, um den Wald urbar zu machen. Dass bei dieser Nutzbarmachung die Feuer regelmäßig außer Kontrolle geraten ist für die Konzerne nur ein weiterer Nebeneffekt, der dich nur zu oft als positiv erweist, da so die Landbesitzer indirekt (durch das Abbrennen ihres Landes) zum Verkauf, oder zumindest zur Verpachtung, gezwungen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Das El Nino Phänomen: Erläutert die meteorologischen Grundlagen und die Walker-Zirkulation, die den normalen Zustand im Pazifikraum prägen.

Der ursprüngliche Zustand: Beschreibt das klimatische Gleichgewicht im Ost- und Westpazifik und den Einfluss des Humboldtstroms.

El Nino – Southern Oscillation: Analysiert die Störung des Klimasystems durch das El Niño-Ereignis und dessen Auswirkungen auf Südostasien.

Das La Nina Phänomen: Definiert die Umkehrung des El Niño-Phänomens und dessen Verstärkung der normalen Zirkulationsmuster.

Die Agrarkolonisation der südostasiatischen Regenwälder: Untersucht die ökologischen Rahmenbedingungen des Regenwaldes und die Bedeutung traditioneller Landwirtschaft.

Die (traditionellen) Nutzungsarten: Beleuchtet subsistenzorientierte und marktfruchtorientierte Betriebssysteme sowie die Rolle des Nährstoffkreislaufs.

Indonesiens Wälder brennen: Diskutiert die Ursachen der großflächigen Brandrodungen durch Konzerne und deren fatale ökologische wie gesundheitliche Folgen.

Umsiedlungsprojekte (Transmigrasi): Bewertet die staatlichen Bemühungen zur Bevölkerungsverteilung und die damit verbundenen sozioökonomischen Probleme.

Schlüsselwörter

El Niño, La Niña, Walker-Zirkulation, Indonesien, Regenwald, Agrarkolonisation, Brandrodung, Transmigrasi, Ökosystem, Subsistenzwirtschaft, Waldbrand, Klimaschwankung, Nährstoffkreislauf, Bevölkerungsdruck, Landwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen den großräumigen Klimaphänomenen El Niño und La Niña und deren spezifischen Auswirkungen auf die Umwelt und Landnutzung in Indonesien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder sind die meteorologische Erklärung des Pazifik-Klimas, die traditionelle Landwirtschaft, die Ursachen für verheerende Waldbrände und die staatliche Umsiedlungspolitik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie klimatische Ausnahmezustände in Wechselwirkung mit menschlichen Eingriffen zur langfristigen Zerstörung der indonesischen Regenwälder beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine geographische Analyse, die klimatologische Grundlagen mit sozioökonomischen Daten der indonesischen Landnutzung verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Klimazirkulation, die Analyse der traditionellen und industriellen Landnutzungsformen sowie die kritische Betrachtung der Transmigrasi-Programme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind El Niño, Brandrodung, Transmigrasi, Regenwald-Ökosystem und die klimatische Beeinflussung von Südostasien.

Wie unterscheidet sich der Einfluss von El Niño auf Kleinbauern gegenüber Großkonzernen?

Während El Niño Kleinbauern durch die Verzögerung von Regenfällen Zeit für die Brandrodung verschafft, nutzen Konzerne die Trockenheit gezielt, um Flächen kostengünstig und oft unkontrolliert zu roden.

Warum wird das Transmigrasi-Projekt im Fazit als weitgehend ineffektiv bezeichnet?

Trotz der staatlichen Bemühungen, den Bevölkerungsdruck auf Java durch Umsiedlungen zu mindern, steht dem die hohe natürliche Wachstumsrate gegenüber, wodurch die ökologischen und sozialen Probleme ungelöst bleiben.

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Details

Title
El Nino - La Nina und die Agrarkolonisation in den südostasiatischen Regenwäldern
College
University of Regensburg  (Physische Geographie)
Course
Mensch und Umwelt
Grade
1
Author
Stefan Obendorfer (Author)
Publication Year
2002
Pages
14
Catalog Number
V17746
ISBN (eBook)
9783638222402
Language
German
Tags
Nino Nina Agrarkolonisation Regenwäldern Mensch Umwelt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Obendorfer (Author), 2002, El Nino - La Nina und die Agrarkolonisation in den südostasiatischen Regenwäldern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17746
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