Untersuchung auf Praxisbetrieben zum Vorkommen von subklinischen Ketosen


Wissenschaftliche Studie, 2011
15 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ziel

3. Ketose der Milchkuh

4. Nachweismöglichkeiten

5. Material und Methoden

6. Ergebnisse

7. Diskussion

8. Schlussbetrachtung

9. Literatur

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Schematische Darstellung der Folgen des Energiedefizits

Abb. 2: Precision Xceed der Firma Abbot mit Teststreifen zur BHB-Wert - Bestimmung

Abb. 3: Prozentualer Anteil an Proben mit einem Blutgehalt <1,0mmol/l BHB

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Obergrenze der Referenzwerte für BHB im Blut

Tab. 2: Struktur der Probanden nach Anzahl der Laktationen

Tab. 3: BHB-Durchschnittswert nach Laktationen

1. Einleitung

Die angepasste energetische Versorgung der Hochleistungsmilchkuh stellt eine be- sondere Herausforderung an das Herdenmanagement des modernen Milchviehbe- triebs dar. Dies gilt insbesondere für den Zeitraum unmittelbar um die Abkalbung herum sowie die anschließende Frühlaktation. Sowohl physiologische als auch pa- thologische Vorgänge tragen zum Entstehen einer negativen Energiebilanz bei oder verstärken diese. Da diese negative Energiebilanz zu klinischen und subklinischen Stoffwechselerkrankungen der Milchkuh führen kann, ist es wichtig, frühzeitig Signale für daraus entstehende nachhaltig wirkende Stoffwechselstörungen zu erkennen und somit rechtzeitig reagieren zu können. Auf diese Weise kann die Phase der negati- ven Energiebilanz durch entsprechende Anpassung der energetischen Grundversor- gung durch Fütterung in Trockensteh-, Transit- und Frühlaktationsphase oder Einsatz von Ergänzungsfuttermitteln so kurz wie möglich gehalten werden. Während die kli- nischen Stoffwechselstörungen leicht zu erkennen sind, stellen die ohne spezielle Untersuchung der entsprechenden Tiere nicht klar erkennbaren subklinischen Er- krankungen, hier insbesondere die subklinischen Ketosen eine unbekannte Größe für jeden Milchviehbetrieb dar.

2. Ziel

In dieser Arbeit soll auf verschiedenen Milchviehbetrieben im eigenen Praxisgebiet untersucht werden, wie viele von insgesamt 100 zufällig ausgewählten und klinisch unauffälligen Kühen in dem Zeitraum vom Tag der Kalbung bis zu Tag 8 post partum einen Beta-Hydroxybuttersäure - Wert aufweisen, der für das Vorhandensein einer Ketose spricht.

3. Ketose der Milchkuh

Die Ketose (auch a ls Acetonämie bezeichnet) der Milchkuh ist eine Stoffwechseler- krankung bedingt durch einen Energiemangel, die als eigenständige Erkrankung, die Stefan Krüger: Untersuchung auf Praxisbetrieben zum Vorkommen von subklinischen Ketosen sog. primäre Ketose, oder als Folgeerkrankung anderer pathologischer Prozesse, also als sog. sekundäre Ketose, auftreten kann (MCSHERRY et al., 1960).

Um den Kalbezeitpunkt herum findet bei jeder Kuh eine verminderte Futteraufnahme statt. Gleichzeitig besteht aber durch den Kalbevorgang und die sich einstellende Milchproduktion ein erhöhter Energiebedarf (BAUMANN und CURRIE, 1980). Hierdurch entsteht ein Energiedefizit, das auch als negative Energiebilanz bezeichnet wird. Befindet sich eine Kuh in der Phase der negativen Energiebilanz, so versucht sie diese zu kompensieren, indem sie Körperfett mobilisiert (BREMMER, 2011). Gelingt es der Kuh nicht, durch eine angepasste Energieaufnahme die Phase des Energiedefizits selbstständig zu verlassen, so kann eine übermäßige und langanhaltende Fettmobilisation die Folge sein (siehe Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Schematische Darstellung der Folgen des Energiedefizits

Diese Mobilisation kann zu einer subklinischen Ketose führen oder aber das soge- nannte Fettmobilisationssyndrom resultiert in einer klinischen Ketose unterschiedli- chen Ausmaßes für die Milchkuh. Je nach Schweregrad können die folgenden Symp- tomen auftreten: Rückgang der Trockenmasseaufnahme bis hin zur Inappetenz, Le- berbelastung bis hin zur Leberverfettung, Leistungsabfall von Körpermasse und Milchleistung sowie Fruchtbarkeitsstörungen. Letztere beruhen auf niedrigen IGF-I Konzentrationen im Blut, die für eine schnelle Rückkehr in den Fruchtbarkeitszyklus

sowie eine ausreichende Follikelwachstum und -reifung mit dem Resultat des Ei- sprungs notwendig sind (FENWICK et al., 2008). Zur Beurteilung der Ketosesituation in der Herde ist generell auch die Frage von Bedeutung, ob es sich um eine primäre Ketose oder aber eine sekundäre Ketose handelt, weil bei der sekundären Form eine andere Grunderkrankung in Kombination mit dem physiologischen Energiedefizit die- ses vertiefen und somit eine Ketose auslösen kann. Hier gilt es, eventuell gehäuft vorkommende Grunderkrankungen zu erkennen und ihre Ursache abzustellen.

4. Nachweismöglichkeiten

Einen ersten indirekten Hinweis für das Auftreten einer Ketose kann die Beurteilung der Milchkontrolldaten bringen. Die durch das Fettmobilisationssyndrom freigesetzten Fettsäuren erscheinen zum Teil direkt als Milchfett. Dies hat einen je nach Grad der Mobilisierung und Abgabe über die Milch unterschiedlich hohen Anstieg des Milch- fettgehaltes zur Folge. Hohe Werte des Milchfetts und im Verhältnis dazu niedrige Milcheiweißwerte, die einen Fett-/Eiweiß - Quotienten von ≥1,5 ergeben, lassen eine ketotische Stoffwechselsituation erkennen. Nachteil dieser Form der Beurteilung ist, dass die Milchleistungsprüfung auf den Versuchsbetrieben nur elfmal pro Jahr durchgeführt wird, so dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass ein Problem einer ketotischen Situation im Herdenbereich zu spät erkannt wird und damit die dar- aus resultierenden Leistungseinbußen weiter fortgeschritten sind. Somit können auch Gegenmaßnahmen meist nicht rechtzeitig eingeleitet werden.

Es gibt verschiedene Verfahren zur direkten Bestimmung des Ketonkörpergehaltes. Ketonkörper lassen sich direkt in Blut, Milch und Harn nachweisen.

Eine direkte Nachweismethode ist die Verwendung von Indikatorstreifen, die eine Beurteilung des Ketongehaltes der zu untersuchenden Flüssigkeit durch Farbum- schlag anzeigt. Das Indikatorstreifen-Verfahren ist für Milch- und Urinuntersuchungen geeignet. Für die Messung in der Milch können handelsübliche Indikatorstreifen ver- wendet werden, die aber keine genauen Werte, sondern nur Farbumschläge beurtei- len. Bei der Untersuchung der Milch durchdringt die enthaltene Beta- Hydroxybuttersäure (BHB) die Reaktionszone des Teststreifens und wird durch Beta- Hydroxybuttersäure-Dehydrogenase zu Acetessigsäure umgewandelt. Das dabei aus NAD+ gebildete NADH reduziert Nitrotetrazolium-blau zu purpurfarbenem Formazan. Aus dem Grad der Farbveränderung lässt sich die Beta-Hydroxybuttersäure- Konzentration der Milch schätzen (NN, 2011).

Für die Bestimmung des Ketongehaltes im Urin eignen sich die speziellen Indikatorstreifen. Nachteil ist, dass die Harnentnahme im Vergleich zur Blut- oder Milchuntersuchung zeitaufwendiger sein kann. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Indikatorteststreifen zum Ketonnachweis im Hinblick auf die Praxistauglichkeit am Einzeltier nur begrenzt zu empfehlen sind, da sie eine hohe Spezifität bei mäßiger Sensitivität aufweisen (CARRIER et al., 2004).

Als hinsichtlich Genauigkeit und Bedienbarkeit praxistaugliches Messverfahren auf den Betrieben hat sich die Ermittlung der Beta-Hydroxybuttersäure - Konzentration im Blut erwiesen. Die Ketonkörper weisen im Vergleich zu Azeton oder Azetoazetat eine geringere Zerfallswahrscheinlichkeit im Blut auf (TYOPPONEN und KAUPPI- NEN, 1980). Für die Bestimmung des Ketongehaltes im Blut eignet sich das Messge- rät Precesion Xceed der Fa. Abbot mit den entsprechenden Blutketonteststreifen sehr gut (siehe Abb. 2).

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Abb. 2: Precision Xceed der Firma Abbot mit Teststreifen zur BHB-Wert - Bestimmung

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Details

Titel
Untersuchung auf Praxisbetrieben zum Vorkommen von subklinischen Ketosen
Hochschule
Fachhochschule Kiel
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V177547
ISBN (Buch)
9783640993406
Dateigröße
546 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
untersuchung, praxisbetrieben, vorkommen, ketosen
Arbeit zitieren
Stefan Krüger (Autor), 2011, Untersuchung auf Praxisbetrieben zum Vorkommen von subklinischen Ketosen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177547

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