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Probleme der Neidhartüberlieferung

Título: Probleme der Neidhartüberlieferung

Trabajo Escrito , 2010 , 17 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Benjamin Damm (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die Lieder Neidharts zählen zu der am reichsten überlieferten Lyrik des Mittelalters. Die Lieder sind in 25 Handschriften überliefert. Ihre Entstehung Handschriften erstreckt sich über einen Zeitraum vom 13. bis zum 16. Jahrhundert. Den Kern der Überlieferung bilden die Pergamenthandschriften aus dem Ende des 13. Jahrhunderts bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts, mit den Siglen R, A, B, C und die späteren Papierhandschriften c, d, f, w aus dem 15. Jahrhundert.
Um eine relativ nahe Autorfassung zu erhalten, betrachtet man zumeist die Riedegger Handschrift R als Grundlage einer Untersuchung. Denn man geht davon aus, dass der Autor Neidhart etwa um 1240 verstorben sei. Der Grundsatz einer stichhaltigen Untersuchung lautet hierbei, sich zeitlich einer möglichst autornahen Fassung der Lieder anzunähern. Denn eine Fassung die näher an den Lebensdaten des Autors liegt, ist aussagekräftiger als eine der späteren Fassungen, die möglicherweise nicht nur einem sprachlichen, sondern auch einem inhaltlichen Wandel unterlagen.
Dennoch bildet die Riedegger Handschrift R kein geschlossenes Œvre Neidharts, wie es zunächst erscheinen mag. Zahlreiche Lieder sind lückenhaft oder nur in anderen Handschriften überliefert. Es existiert vielmehr eine weit verzweigte Überlieferung, die sowohl als Gesamtwerk als auch in ihren einzelnen Texten inkongruent ist.
Weit über die Lebenszeit Neidharts hinaus lässt sich feststellen, dass dieser einen so hohen Bekanntheitsgrad genoss, dass es eine Menge von Nachahmern seines Stils gab. Die Rede ist in diesem Zusammenhang von den sogenannten Pseudoneidharten. Auf diese Weise entsteht ein Werk, das über den empirischen Autor hinausreicht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Neidhart-Überlieferung

2. Schwierigkeiten der Neidhart-Überlieferung

3. Haupt, Wießner und die Lachmann-Methode

4. New Philology

5. Schweikle und das rezeptionstheoretische Autorenkonzept

6. Die Überlieferungsproblematik am Beispiel des Winterliedes 28 (ATB)

6.1 Das Winterlied 28 nach der Lachmann-Methode

6.2 Das Winterlied 28 und die New Philology

6.3 Das Winterlied 28 und das rezeptionshistorische Autorenkonzept

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexen philologischen Herausforderungen bei der Rekonstruktion und Überlieferung der Lieder Neidharts von Reuental. Ziel ist es, verschiedene wissenschaftliche Ansätze – von der klassischen Lachmann-Methode über die New Philology bis hin zum rezeptionstheoretischen Autorenkonzept – kritisch zu beleuchten und ihre Anwendbarkeit anhand des „Winterliedes 28“ zu evaluieren.

  • Problematik der Handschriftenüberlieferung bei Neidhart
  • Kritik an der traditionellen Lachmannschen Methode
  • Ansatz und Perspektiven der New Philology
  • Rezeptionstheoretische Konzepte von Schweikle
  • Fallstudie: Analyse des Winterliedes 28

Auszug aus dem Buch

3. Haupt, Wießner und die Lachmann-Methode

Die Lachmannsche Methode versucht aus allen verfügbaren Texten eine Originalfassung zu rekonstruieren. Sie vertritt die Vorstellung einer einzigen endgültigen und damit echten, vom Autor stammenden Fassung, dem sogenannten Archetypus. Nach Ansicht dieser Methode verliert ein Text auf dem Weg seiner Überlieferung wichtige Teile. Entweder, weil der Abschreiber sie bewusst wegließ oder weil Schriften zerstört wurden oder verloren gingen. Der Überlieferungsprozess wird dabei vertikal mit einem Verfallsprozess gleichgesetzt. Man versucht nun Lücken durch den Verfall entstanden sind, durch andere Textzeugen zu schließen.

Es gibt Texte, auf die sich diese Methode sehr gut anwenden lässt. Allerdings müssen hierfür einige Prämissen erfüllt sein. Beispielsweise muss die Überlieferung geschlossen sein, d.h. es muss am Ende der Kette von Abhängigkeitsverhältnissen die durch das Abschreiben der Schriften voneinander entstehen, einen Archetypus geben, den man zu rekonstruieren versucht. Der Prozess der Überlieferung muss dabei vertikal von statten gegangen sein, d.h. der Abschreiber eines Textes darf nur eine Fassung abgeschrieben haben. Sobald es mehrere Texte zu einem zusammenfasst, ergeben sich möglicherweise unlösbare Probleme für die Trennung der einzelnen Texte voneinander. Es könnten immer wieder Texte mit eingeflossen sein, die nicht vom Autor selbst stammen. Weiterhin muss eine Verwandtschaft zwischen den Texten erkennbar sein, beispielsweise durch Fehler oder Änderungen im Text, die immer wieder abgeschrieben worden sind. Auf Basis dessen wird ein Stammbaum erstellt, der schließlich zum Ursprung und damit der Urfassung führt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Neidhart-Überlieferung: Einführung in die handschriftliche Überlieferung der Lyrik Neidharts und die Bedeutung der Riedegger Handschrift R.

2. Schwierigkeiten der Neidhart-Überlieferung: Darstellung der Probleme bei der Definition einer authentischen Autorschaft und der Rekonstruktion eines „echten“ Textbestands.

3. Haupt, Wießner und die Lachmann-Methode: Analyse der klassischen editorischen Methode und der kritischen Auseinandersetzung mit der daraus resultierenden Haupt-Wießner-Ausgabe.

4. New Philology: Diskussion des US-amerikanisch geprägten Ansatzes, der die strikte Trennung von Original und Verfälschung zugunsten einer gleichberechtigten Betrachtung aller Textzeugen aufgibt.

5. Schweikle und das rezeptionstheoretische Autorenkonzept: Untersuchung der These, dass Neidharts Texte primär an die mündliche Aufführung gebunden waren, was die Vorstellung fester Texte infrage stellt.

6. Die Überlieferungsproblematik am Beispiel des Winterliedes 28 (ATB): Praktische Anwendung der drei vorgestellten Methoden auf ein konkretes Liedbeispiel.

6.1 Das Winterlied 28 nach der Lachmann-Methode: Detailanalyse der Strophenanordnung und editorischen Entscheidungen im Kontext der Lachmann-Forschung.

6.2 Das Winterlied 28 und die New Philology: Vergleich der handschriftlichen Fassungen unter dem Fokus der inhaltlichen Varianz und der Allegorisierung.

6.3 Das Winterlied 28 und das rezeptionshistorische Autorenkonzept: Erörterung der Flexibilität des Textes in Abhängigkeit vom jeweiligen Publikum und Kontext der Aufführung.

7. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass die methodischen Probleme der Neidhart-Forschung trotz neuerer Ansätze bestehen bleiben und eine absolute Rekonstruktion kaum möglich ist.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Neidhart-Forschung.

Schlüsselwörter

Neidhart von Reuental, Handschriftenüberlieferung, Lachmann-Methode, New Philology, Winterlied 28, Editionswissenschaft, Archetypus, Textkritik, Rezeptionstheorie, Mittelalterliche Lyrik, Autorschaft, Überlieferungsgeschichte, Riedegger Handschrift, Autor-Werk-Begriff, Philologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den philologischen Problemen bei der Überlieferung und Edition der Lieder Neidharts von Reuental.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der handschriftlichen Überlieferung, die methodischen Ansätze zur Textrekonstruktion sowie die Frage nach der Autorschaft im Mittelalter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu zeigen, wie unterschiedliche wissenschaftliche Methoden die Interpretation und editorische Aufbereitung der Lieder Neidharts beeinflussen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit vergleicht die klassische Lachmannsche Methode, die New Philology und das rezeptionstheoretische Autorenkonzept nach Schweikle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Fundierung der Methoden und wendet diese exemplarisch auf das „Winterlied 28“ an.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Textkritik, Überlieferungsvarianz, Autorenkonzept, Handschrift, Editionswissenschaft und Mittelalterliche Literatur.

Was zeichnet die Lachmann-Methode in Bezug auf Neidhart aus?

Sie verfolgt das Ziel, durch Stammbaumerstellung und Fehleranalyse zum ursprünglichen „Archetypus“ des Liedes zurückzugelangen.

Warum wird das „Winterlied 28“ als Fallbeispiel gewählt?

Es liegt in mehreren unterschiedlichen Handschriften vor, wodurch sich die methodischen Unterschiede bei der Textkonstitution besonders deutlich aufzeigen lassen.

Welche Rolle spielt die Riedegger Handschrift R für die Forschung?

Sie wird in der traditionellen Forschung oft als Grundlage bzw. Leit-Handschrift für die Rekonstruktion der „echten“ Lieder Neidharts betrachtet.

Wie steht die New Philology zum Konzept des „Originals“?

Sie lehnt die Suche nach dem einen Original ab und betrachtet stattdessen jede handschriftliche Überlieferungsform als einen eigenständigen, beachtenswerten Textzeugen.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Probleme der Neidhartüberlieferung
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Germanistisches Institut)
Calificación
1,3
Autor
Benjamin Damm (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
17
No. de catálogo
V177549
ISBN (Ebook)
9783640992409
ISBN (Libro)
9783640992423
Idioma
Alemán
Etiqueta
Neidhart Minnesang Winterlied Wiessner Lachmann Überlieferung Handschrift
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Benjamin Damm (Autor), 2010, Probleme der Neidhartüberlieferung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177549
Leer eBook
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