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Das irische Wirtschaftswunder

Hintergründe und Ursachen des ökonomischen Aufstiegs

Titel: Das irische Wirtschaftswunder

Hausarbeit , 2011 , 36 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: B.Sc. Marcel Demuth (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Irland, einst das Armenhaus Europas, vollzog binnen drei Jahrzehnten einen unvergleichli-chen wirtschaftlichen Wandel, in Folge dessen es zu einem der prosperierendsten Länder der europäischen Familie aufstieg. Mit unvorstellbaren Wachstumsraten in den 90er Jahren erinnerte das irische Wirtschaftswachstum an die Entwicklung der asiatischen Tigerstaaten, was dazu führte, dass Irland unter dem Synonym „Keltischer Tiger“ in aller Munde war (FINK, 2008; GLEBE, 2000; KROENIG, 1996; MÜLLER, 1999). Doch was brachte dieses kleine, an der äußersten europäischen Peripherie gelegene Land auf diese Erfolgsspur? Bis vor wenigen Jahren wurde Irland, ging es um Europa, gern vergessen. Zum einen schien es irgendwie zu Großbritannien zu gehören, zum anderen galt es auf Grund seiner Traditionalität, seiner strukturellen und räumlichen Benachteiligungen und mangelnder Dynamik in der Entwicklung als „Outpost of Europe“ (KOSSDORF, 2000, S. 167). Grundsätzlich wird angenommen, dass der Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft (EG) 1973 einen großen Teil zum wirtschaftlichen Aufschwung des Landes beigetrug. Inwieweit dies zutrifft und welche weiteren Faktoren diesbezüglich zur Diskussion gebracht werden, ist Inhalt dieser Arbeit. Um dies zu thematisieren, wird zunächst die wirtschaftliche Entwicklungsgeschichte Irlands dargestellt. Hierbei wird Bezug auf die historische ökonomische Ausgangssituation und die wirtschaftliche Entwicklung in den Nachkriegsjahren bis zum EG-Beitritt genommen, um anschließend den Wandel der Wirtschaft seit der Integration in die europäische Gemeinschaft im Detail zu beleuchten. Schlussendlich wird ein kritisches Fazit über die zurückliegende Entwicklung gezogen, u.a. unter Berücksichtigung der aktuellen Situation.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historische Perspektive – die irische Wirtschaft bis 1973

3 Die irische Wirtschaft nach der europäischen Integration

3.1 Der Beitritt 1973 und die krisengeprägten 80er Jahre

3.2 Die irische Erfolgsgeschichte ab den 90er Jahren

4 Ursprung des rasanten Aufstiegs - mögliche Wachstumsdeterminanten und deren Bedeutung

4.1 Wirtschafts- und Industriepolitik – the Industrial Development Authority

4.2 Ausländische Direktinvestitionen – transnationale Unternehmen als Motor der Entwicklung

4.3 Beschäftigungsbezogene Ursachen - der Sozialpakt und die Arbeitsmarktstruktur

4.4 Die Bedeutung der EU – Subventionen

5 Ein kritisches Fazit der Entwicklungen - Nachhaltigkeit versus Abhängigkeit

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Hintergründe und Ursachen des rasanten wirtschaftlichen Aufstiegs Irlands, der unter dem Synonym „Keltischer Tiger“ bekannt wurde, und analysiert kritisch, inwieweit dieser Aufschwung nachhaltig war oder auf einer problematischen Abhängigkeit von ausländischen Investitionen basierte.

  • Historische Entwicklung der irischen Wirtschaft vor und nach dem EU-Beitritt
  • Die Rolle der Industrial Development Authority (IDA) bei der Ansiedlungsstrategie
  • Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen (FDI) und transnationaler Unternehmen
  • Einfluss des Sozialpakts und der Arbeitsmarktstruktur
  • Analyse der EU-Subventionen und der finanziellen Rahmenbedingungen

Auszug aus dem Buch

4.1 Wirtschafts- und Industriepolitik – the Industrial Development Authority

Einer der Kernpunkte im Wandel der irischen Wirtschaft stellt die Abkehr vom Protektionismus und der Auswahl einer Entwicklungsstrategie, die überwiegend auf das Anwerben von ausländischen Unternehmen aus dem Hochtechnologie-Bereich abzielte, dar. Durch verschiedene Maßnahmen wurde versucht, eine auf den Export von agrarischen Produkten angewiesene Wirtschaft neu zu strukturieren. Mit Hilfe der ausländischen Unternehmen sollte eine nachholende Industrialisierung erfolgen. Mittels großzügiger Investitionshilfen, Abschreibungsmöglichkeiten und einer zehnjährigen Steuerbefreiung wurden gezielt ausländische Unternehmen angeworben. Von Seiten der Politik erhoffte man sich spill-over-Effekte für die irischen Unternehmen. Durch die Einbindung in die ausländischen Wertschöpfungsketten sollten die irischen Unternehmen dringend erforderliche Technologien und Produktionskenntnisse erlangen sowie neue Märkte erobern.

Für die Anwerbung und Betreuung der ausländischen Investoren wurde ein Großteil der dafür benötigten Kompetenzen auf die Industrial Development Agency (IDA) übertragen. Durch zunächst einzelne Erfolgsmeldungen erlangte die IDA den Ruf einer hochprofessionellen und erfolgreichen Organisation, infolgedessen immer mehr Aufgaben bezüglich der Industrie und Wirtschaft auf diese übertragen wurden und so eine mächtige, fast eigenständige Behörde entstand. Wie bereits angesprochen reformierte die IDA ihre Anwerbestrategie ab dem Ende der 70er Jahre. Im Gegensatz zu der von der Politik geforderten Anwerbung von Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe legte die IDA nunmehr ihren Fokus auf kapitalintensive Firmen aus zukunftsweisenden Bereichen und den Dienstleistungssektor, insbesondere aus dem Bereich der Pharma- und Chemieindustrie sowie dem IT-Bereich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des irischen wirtschaftlichen Wandels vom „Armenhaus Europas“ zum „Keltischen Tiger“ und Darstellung der Forschungsfrage zur Nachhaltigkeit dieser Entwicklung.

2 Historische Perspektive – die irische Wirtschaft bis 1973: Analyse der prägenden ökonomischen Abhängigkeit von Großbritannien sowie der protektionistischen Phase nach der Unabhängigkeit.

3 Die irische Wirtschaft nach der europäischen Integration: Untersuchung der wirtschaftlichen Lage nach dem EG-Beitritt 1973, der krisenhaften 80er Jahre und des darauf folgenden, beispiellosen Wachstums ab den 90er Jahren.

4 Ursprung des rasanten Aufstiegs - mögliche Wachstumsdeterminanten und deren Bedeutung: Detaillierte Betrachtung der wesentlichen Einflussfaktoren, darunter die Industriepolitik der IDA, FDI, der Sozialpakt und EU-Fördergelder.

5 Ein kritisches Fazit der Entwicklungen - Nachhaltigkeit versus Abhängigkeit: Kritische Würdigung des Strukturwandels unter Berücksichtigung der Abhängigkeit von transnationalen Unternehmen und der Auswirkungen der Finanzkrise ab 2007.

6 Zusammenfassung: Synthese der Erkenntnisse über den „Keltischen Tiger“, die Bedeutung der verschiedenen Wachstumsfaktoren und die Instabilität des Modells angesichts der jüngsten Weltwirtschaftskrise.

Schlüsselwörter

Irland, Keltischer Tiger, Wirtschaftswachstum, Industrial Development Authority, IDA, Auslandsinvestitionen, FDI, transnationale Unternehmen, Sozialpakt, Arbeitsmarkt, Europäische Union, Strukturwandel, Weltwirtschaftskrise, Finanzkrise, Abhängigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den massiven wirtschaftlichen Aufstieg Irlands in den 1990er Jahren, bekannt als „Keltischer Tiger“, und hinterfragt die Ursachen sowie die Nachhaltigkeit dieses Booms.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themen umfassen die historische wirtschaftliche Entwicklung, die Rolle der gezielten Industriepolitik, die Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen und den Einfluss von EU-Subventionen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu erörtern, welche Faktoren zum wirtschaftlichen Aufschwung beitrugen und inwiefern dieser Aufschwung durch eine kritische Abhängigkeit von externen Akteuren instabil wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine wirtschaftshistorische und analytische Untersuchung, die auf Basis makroökonomischer Daten und wissenschaftlicher Literatur die Determinanten des irischen Wachstumsmodells herleitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die Analyse der Wachstumsfaktoren (IDA, FDI, Sozialpakt, EU-Gelder) sowie ein kritisches Fazit zur Stabilität des irischen Wirtschaftsmodells.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Irland, Keltischer Tiger, FDI, Industrial Development Authority, Strukturwandel, Nachhaltigkeit und Finanzkrise.

Wie bewertet der Autor die Rolle der IDA?

Die IDA wird als mächtige, eigenständige Behörde beschrieben, die durch eine selektive Anwerbestrategie für kapitalintensive Hochtechnologie-Unternehmen den Kurs der irischen Industrialisierung maßgeblich steuerte.

Welche Rolle spielten die sogenannten „Spill-over-Effekte“?

Die Politik erhoffte sich durch die Anwerbung ausländischer Investoren positive Ausstrahlungseffekte auf einheimische Unternehmen, insbesondere hinsichtlich Technologie- und Wissenstransfer, was jedoch in der Praxis oft nur begrenzt eintrat.

Was passierte mit dem irischen Modell nach der Finanzkrise 2007?

Die Krise zerstörte das Bild des „Keltischen Tigers“ vollständig; es kam zu einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit, hoher Staatsverschuldung und einem Rückfall in krisenhafte Zustände, was die Instabilität des exportorientierten Modells offenlegte.

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Das irische Wirtschaftswunder
Untertitel
Hintergründe und Ursachen des ökonomischen Aufstiegs
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Geowissenschaften)
Veranstaltung
Regionale Geographie Britische Inseln
Note
1,0
Autor
B.Sc. Marcel Demuth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
36
Katalognummer
V177575
ISBN (eBook)
9783640993536
ISBN (Buch)
9783640994977
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Irland Keltischer Tiger Celtic Tiger ökonomische Entwicklung EU irische Wirtschaft Wachstumsdeterminanten Wirtschaftspolitik Industriepolitik Industrial Development Authority IDA FDI Ausländische Direktinvestitionen Sozialpakt EU-Subventionen Subvention Wirtschaftswunder Wirtschaftsaufschwung europäische Integration Europäische Union Wirtschaftskrise Steuerpolitik duale Wirtschaftsstruktur
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Arbeit zitieren
B.Sc. Marcel Demuth (Autor:in), 2011, Das irische Wirtschaftswunder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177575
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Leseprobe aus  36  Seiten
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