Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des Souveräns aus Thomas Hobbes' "Der Leviathan". Welche Macht, aber vor allem: Warum diesen Machtumfang? gesteht Hobbes dem Leviathan zu. Dieses herausstechendste Merkmal des Leviathans soll hier diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Warum benötigt der Staatssouverän bei Thomas Hobbes derart absolute Macht?
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der kritischen Auseinandersetzung mit der hobbesschen Staatsphilosophie, insbesondere der Begründung und Notwendigkeit der absoluten Macht des Staatssouveräns. Die Forschungsfrage untersucht, warum Thomas Hobbes eine solche Machtkonzentration als die am ehesten funktionierende Form der Staatsgewalt ansieht und wie er diese im Kontext seines Menschenbildes und seiner Erfahrungen mit dem englischen Bürgerkrieg legitimiert.
- Analyse des Naturzustands und des Menschenbildes bei Thomas Hobbes.
- Untersuchung der Rolle des Souveräns als Garant für Sicherheit und Ordnung.
- Diskussion der Konzepte von Freiheit und Gehorsam innerhalb des Gesellschaftsvertrags.
- Kritische Reflexion der Machtkonzentration gegenüber Gegenentwürfen wie der Gewaltenteilung.
- Beleuchtung der historischen Kontextualisierung durch den englischen Bürgerkrieg.
Auszug aus dem Buch
Warum benötigt der Staatssouverän bei Thomas Hobbes derart absolute Macht?
Obwohl der Leviathan von Thomas Hobbes wesentlich mehr behandelt als nur die Entstehung eines Staates unter autoritärer Herrschaft, dürfte dieser Aspekt aus dem 1651 erschienenen Werk die bedeutendste Annahme sein, von einschneidenden anderen Gesichtspunkten und Zitaten einmal abgesehen. Der Lenker des Staates ist die größte Macht. Dieser Essay will sich mit der Frage beschäftigen, inwiefern die höchste Instanz im Staat tatsächlich ihre Macht begründet, warum sie diese braucht und warum Thomas Hobbes gerade diese Form der Staatengewalt als die am ehesten funktionierende ansieht.
Doch zuerst: Wie definiert sich der Staatssouverän bei Hobbes? Am Anfang bleibt festzuhalten, dass jene machtvolle Position als oberstes Glied in der Kette des Staats, von ihm eben als künstlicher Mensch geschaffener Leviathan bezeichnet, keineswegs eine Einzelperson darstellen muss. Jedoch geht aus seinen Ausführungen durchaus eine Favorisierung des Monarchen hervor. Prinzipiell sollte der Staatssouverän eine Einzelperson sein, da eine Machtteilung zwischen mehrere Personen den erschafften Staat nur in Unordnung bringen könnte. Und Ordnung zu bewahren ist für Hobbes das höchste Ziel des aus dem Gesellschaftsvertrag der Menschen erschaffenen Staates.
Der Souverän muss über allem stehen, um eine größtmögliche Sicherheit für alle zu schaffen. Dafür bedarf es eines umfangreichen Herrschaftsapparats und eine Fülle von Handlungsmöglichkeiten bzw. Machtoptionen, die alle zur Voraussetzung haben, dass der Monarch unantastbar ist und seine Kraft jeden Bereich des Zusammenlebens der Staatsbürger durchdringt, dies aber nur in einem bestimmten Maße. So gilt die Freiheit für alle Untertanen des Souveräns bei jenen Handlungen und Bestrebungen, die nicht durch ein Gesetz geregelt sind, die wiederum der Souverän erlässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Warum benötigt der Staatssouverän bei Thomas Hobbes derart absolute Macht?: Der Essay untersucht die Notwendigkeit des absoluten Souveräns bei Hobbes, indem er dessen Menschenbild, das Streben nach Sicherheit und die historische Prägung durch den Bürgerkrieg analysiert sowie kritische Gegenargumente wie die Gewaltenteilung betrachtet.
Schlüsselwörter
Thomas Hobbes, Leviathan, Staatssouverän, absolute Macht, Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Sicherheit, Ordnung, Bürgerkrieg, Menschenbild, Souveränität, politische Theorie, Herrschaft, Freiheit, Untertanen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der politischen Theorie von Thomas Hobbes, speziell mit seiner Rechtfertigung für die absolute Macht des Staatssouveräns in seinem Hauptwerk „Leviathan“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind der hobbessche Naturzustand, das zugrunde liegende pessimistische Menschenbild, die Funktion des Gesellschaftsvertrags zur Sicherung des Überlebens sowie die Rolle des Souveräns als Garant für öffentliche Ordnung.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Essays?
Die Arbeit untersucht, warum Hobbes eine ungeteilte, absolute Macht des Souveräns als einzige wirksame Methode ansieht, um den Naturzustand und den daraus resultierenden Bürgerkrieg dauerhaft zu überwinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in diesem Essay verwendet?
Der Text ist eine textbasierte, argumentative Analyse und philosophische Interpretation der Primärquelle „Leviathan“ unter Einbeziehung relevanter politikwissenschaftlicher Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil des Essays behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definition des Souveräns, die psychologischen Motive der Untertanen (Furcht und Vernunft), die Ablehnung der Gewaltenteilung durch Hobbes und die Rezeption seines Modells im Kontext des Liberalismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Leviathan, absolute Macht, Sicherheit, Naturzustand, Souveränität und gesellschaftliche Ordnung definiert.
Wie bewertet Hobbes die Rolle des Souveräns als Tyrann?
Hobbes argumentiert, dass der Souverän nicht als Tyrann, sondern als notwendiger Funktionsträger zu begreifen ist, dessen absolute Macht primär dem Schutz des Volkes vor den Gefahren des Naturzustands dient.
Welchen Einfluss hatte der englische Bürgerkrieg auf Hobbes' Denken?
Der Bürgerkrieg fungierte für Hobbes als Schreckensvision. Seine Philosophie zielt darauf ab, durch die Etablierung eines unantastbaren Souveräns ähnliche destruktive Gruppengegensätze und Anarchie im Staat für die Zukunft zu verhindern.
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- Ole Karnatz (Author), 2010, Warum benötigt der Staatssouverän bei Thomas Hobbes derart absolute Macht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177597