Quelleninterpretation von Sueton's Augustus 90-93

Mit didaktischer Einbindung


Quellenexegese, 2010

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der Quellenautor

2. Der Quellentext

3. Die Quelleninterpretation

4. Die Didaktische Einbindung

5. Literaturverzeichnis

1. Der Quellenautor

Sueton, den man in den Lexika unter „Suetonius Tranquillus C.“ findet, ist 70 n. Chr. geboren und lebte etwa bis 140 n. Chr., der genaue Todeszeitpunkt ist unbekannt.1 Er war ein „Philologe mit umfassender Gelehrsamkeit“2 und schrieb zu seiner Zeit Werke über die Literatur- und Kulturgeschichte, von denen einige verloren gingen. Sueton war der Sohn des Ritters S. Laetus, der ein Tribun der 13. Legion war, und wurde in Rom zu einem Anwalt ausgebildet. 97 n. Chr. hatte er bereits Erfahrungen als Anwalt, war ein Autor und ein Gelehrter.3 Zur späten Regierungszeit von Kaiser Trajan (98- 117) und unter Kaiser Hadrian (117- 138) kleidete Sueton bereits drei wichtige Ämter in Rom: a studiis, a bibliothecis und ab epistulis.4

Demzufolge kann man Sueton zeitlich in die römische Kaiserzeit einordnen. Zu dieser Zeit hatte das römische Reich seine größte außenpolitische Ausdehnung und wurde zum Weltreich erweitert, nämlich zum Imperium Romanum- so wie wir es heute wissen. Vor allem unter Kaiser Trajan 117 n. Chr. und danach unter Kaiser Hadrian, nach dem die Grenzbefestigung benannt wurde. Gerade zu dieser Blütezeit des Imperium Romanum lebte und arbeitete Sueton unter den beiden erfolgreichen Kaisern und sicherte sich eine erfolgreiche Karriere als Autor von sämtlichen Werken. Vor allem wurde Sueton durch die zwölf Kaiserbiographien „de vita Caesarum“ (von Caeser bis Domitian) berühmt, für die er sich dank seines Status als Hofbeamter in Archiven alte Schriften sicherte.5 Angeblich endete Suetons öffentliche Karriere mit dem Sturz des befreundeten Prätorianerpräfekten Septicius Clarus 121/2 n. Chr., den Kaiser Hadrian abgesetzt hatte.6 Die Prätorianerpräfekte (praefecti praetorio), von denen es immer nur zwei gab, sind die Befehlshaber über die kaiserliche Garde, von denen es neun gab, seit Augustus diese 2 v. Chr. eingeführt hatte. Sie diente als Schutztruppe dem römischen Kaiser und entstammte aus dem Ritterstand. Dieses Amt bedeutete die Spitze der ritterlichen Laufbahn. Im 2. Jahrhundert wurden den Prätorianerpräfekten besonders wichtige ritterliche

Aufgaben zugewiesen und es erschienen nun häufig bedeutende Juristen in diesem Amt.7 Septicius Clarus war der Widmer von Suetons Kaiserbiographien.8 Vermutlich hatte Sueton seine Archivaufzeichnungen und andere wichtige Informationen für das Schreiben seiner Kaiserbiographien teilweise über diesen Septicius Clarus erhalten. Über die Auffassungen und generelle Haltungen von Sueton ist nicht allzu viel bekannt, wie man aus der Sekundärliteratur entnehmen kann. Sueton war ein Gelehrter mit altertümlichen Interessen. Fest steht, dass Sueton durch seine Werke seine Vorliebe für imperiale Regierung enthüllt hat und als Hofbeamter seine Beziehungen hat spielen lassen, um seine Kaiserbiographien so real und wahrheitsgemäß wie möglich darzustellen.9

2. Der Quellentext

Der vorliegende Quellentext „Augustus 90- 93“ entstammt aus dem Werk der zwölf Kaiserbiographien des Autors Sueton, genauer aus der Kaiserbiographie von Augustus, die- chronologisch gesehen- die zweite unter den zwölf Biographien bildet. Die Kaiserbiographien folgen immer einem bestimmten Schema; „chronologisch geordnet sind Abkunft, Kindheit, Erziehung, Amtsantritt sowie am Ende Todesumstände, Jahresstatistik, Beisetzung“10. Diese Themen könnte man unter dem Begriff Lebenslauf zusammenfassen, was den ersten Teil einer Kaiserbiographie ausmacht. Den zweiten Teil könnte man unter dem Begriff charakterliche Vorzüge/ Mängel fassen, denn dort werden dann „nach Rubriken Charaktereigenschaften, Privatleben, Leistungen auf zivilem, militärischem und politischen Gebiet u.ä.“11 dargestellt. Sueton verfolgt mit diesen Kaiserbiographien ein bestimmtes Ziel. Er versucht nämlich „das Phänomen des Prinzipats als in der Kaiserperson individualisierte Reichsgeschichte zu deuten“. Beginnend mit „Caeser, wie er den Prinzipat unter Wahrung republikanischer Institutionen konzipierte, Augustus ihn tastend realisierte, Tiberius für die eigene Person usurpierte, Caligula zynisch missbrauchte“, usw. 12

Die generelle Aussage des Textes bezieht sich auf das Verhältnis von Augustus zu Religion und Aberglaube, d.h. hier werden Charaktereigenschaften und etwas über das Privatleben von Augustus dargestellt. Demnach handelt es sich um den zweiten Teil der Kaiserbiographie von Augustus. In dem Text wird berichtet, dass Augustus vor Donner und Blitz Angst hatte und seine Träume und die seiner Freunde sehr ernst nahm. In dem Text wird ebenfalls über die Gottheit Iuppiter Tonans berichtet und wie Augustus seine Träume ihm bezüglich sehr ernst nahm. Augustus Aberglaube wird beispielhaft beschrieben und seine religiösen Haltungen werden sehr detailliert dargestellt.

Der Text zeigt eine offenbar andere Seite von Augustus, die man als gewöhnlicher Bürger in Rom so gar nicht gekannt hat. Er richtet sich dementsprechend auch nicht unbedingt an römische Beamte oder Kaiser, sondern an ein breites Publikum, das sich für kleine persönliche Züge aus dem Leben und dem Charakter der Geschilderten interessiert.13 Die Augustusbiographie nutzt oft Anekdote, um generelle Behauptungen und Typisches zu illustrieren14 und dient demnach auch zur Unterhaltung.

Die Kaiserbiographien Suetons mit einigen Aspekten wie das Verhalten eines Kaisers und seine Verbindung zu Religion wurden oftmals benutzt, um den zunehmenden Hellenismus der höheren römischen Bürgerschicht zu reflektieren.15 Zu klären ist nur noch der zeitliche Abstand zwischen der Abfassungszeit des Werkes und dem Inhalt. Augustus regierte von 27 v. Chr. bis 14 n. Chr. als erster römischer Kaiser und begründete damit die Kaiserzeit/ das Prinzipat. Er lebte allerdings von 63 v. Chr. bis 14 n. Chr., welches in der Kaiserbiographie berücksichtigt wird und somit die längste Biographie Suetons bildet. Wann Sueton seine Kaiserbiographien genau verfasst hat, ist nicht bekannt, allerdings kann man eine Zeitperiode von 116 n. Chr. bis zu seinem Tode (140 n. Chr.) angeben, weil dort bekannt ist, dass Sueton unter Trajans letzte Herrschaftsjahre und unter Hadrian sowie nach 128 n. Chr. als Autor tätig war. Man kann demnach sagen, dass der zeitliche Abstand etwa zwischen 156 und 179 Jahren beträgt. Da aber die Kaiserzeit bis 476 n. Chr. andauerte, wurde die Biographie von Augustus immer noch in der Kaiserzeit verfasst. Man kann also behaupten, dass die kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Verfestigungen im Imperium Romanum zur Abfassungszeit und dem Gegenstand des Werkes größtenteils dieselben waren.

[...]


1 Keith R. Bradley, OCD, 3. Auflg. (1996), Sp. 1451f. s.v. „Suetonius“

2 Stefan Link, Wörterbuch der Antike, 11. Auflg. (2002), S. 869, s.v. „Sueton“

3 Keith R. Bradley, OCD, 3. Auflg. (1996), Sp. 1451f. s.v. „Suetonius“

4 ebd

5 K. Sallmann, DNP 11(2001), Sp. 1085, s.v. „Suetonius“

6 Keith R. Bradley, OCD, 3. Auflg. (1996), Sp. 1451f. s.v. „Suetonius“

7 H.D. Stöver, Die Prätorianer, 1994

8 Keith R. Bradley, OCD, 3. Auflg. (1996), Sp. 1451f. s.v. „Suetonius“

9 ebd

10 K. Sallmann, DNP 11(2001), Sp. 1085, s.v. „Suetonius“

11 ebd

12 ebd

13 Stefan Link, Wörterbuch der Antike, 11. Auflg. (2002), S. 869, s.v. „Sueton“

14 Keith R. Bradley, OCD, 3. Auflg. (1996), Sp. 1451f. s.v. „Suetonius“

15 ebd

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Quelleninterpretation von Sueton's Augustus 90-93
Untertitel
Mit didaktischer Einbindung
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Einführung in die alte Geschichte
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V177619
ISBN (eBook)
9783640994045
ISBN (Buch)
9783640995257
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
quelleninterpretation, sueton, augustus, einbindung
Arbeit zitieren
Christina Kornelsen-Teichrieb (Autor), 2010, Quelleninterpretation von Sueton's Augustus 90-93, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177619

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