Die Tradition Andreas Gryphius'


Referat (Ausarbeitung), 2003
7 Seiten

Leseprobe

Die Tradition des Andreas Gryphius-Werks

Ach Todten! Ach! was lern ich hir!

Was war ich vor! Was werd' ich werden!

Was ewig; bleibt uns für und für!

Vnd ich bekümmer mich umb Erden![1]

Die Kurzbiographie:[2]

Am 02. Oktober 1616 wird Andreas Gryphius als Andreas Greif im protestantischen Glogau geboren. Im Januar 1621 stirbt plötzlich Paul Gryphius, Andreas' Vater. Die Mutter heiratet erneut, bevor sie am 21. März 1628 der Schwindsucht erliegt. Gryphius kommt in die Obhut seines Stiefvaters.

Er arbeitet als Hauslehrer in Fraustadt (Schlesien) und später in Ostpreu?en, nachdem er von 1634 bis 1636 das Akademische Gymnasium in Danzig besucht hat.

An der Universität in Leiden, an der er 1638 für 6 Jahre studiert hat, befindet sich das Theatrum Anatomicum, das zu einem wissenschaftlichen Forschungs- und Schauplatz Gryphius' Neugierde wird. Er ist in Philosophie eingeschrieben gewesen, doch nutzt hat er verschiedenste Wissensbereiche der Universität durch sein vielfältiges Eigenstudium. Gryphius sitzt unter anderem Sektionen bei, da sein Interesse für die Medizin sehr hoch ist.[3]

1646 wechselt der Glogauer an die Universität in Stra?burg, die er aber nach einem Jahr Studium wieder verlässt. 3 Jahre später wird Andreas Gryphius in den Glogauer Ständen als Jurist eingestellt.

Rosina Deutschländer, die Tochter eines „vornehmen Rathsverwandtens und Handelsmannes in Fraustadt [...]“[4] wird am 12 Januar 1649 seine Frau. Sie schenkt ihm sieben Kinder, wobei nur 3 ihren Vater überleben.

Am 16. Juli 1664 stirbt der damals 48-Jährige „Angesichte der versammelten Herren Landes-Eltesten und Ausschusses“[5] in Glogau an einem Schlaganfall.

Die Einflüsse:

Die Gryphius-Werke, vor allem die Trauerspiele, waren geprägt von Not, Elend, Zerstörung und Verwüstung, die sich aus dem Drei?igjährigen Krieg, der damit verbundenen Pest, Plünderung, Hungersnot und Vernichtung entwickelt haben.[6]

Mit 12 Jahren war Andreas Gryphius Vollwaise und auf die Hilfe von seinem Stiefvater, Michael Eder und anderen nahestehenden Menschen angewiesen, die unter dem „Zwang der Rekatholisierung“[7] litten.

Gryphius ist ein typisch Barockzeit Lyriker gewesen – ein Mitproduzent der damaligen Stimmungslage. Die Vergänglichkeitstrauer und die irdische Existenz als Qual ist kein unübliches Thema in der Zeit gewesen. Hierbei wird das Klagen als „einzige poetische Möglichkeit fixiert“[8].

Die Kirchhofs-Gedanken wurden 1657 erstmalig veröffentlicht, doch vermutlich wurden sie zwischen 1650 und 1656 geschrieben.[9]

Die ausführliche, metaphorischen, aber auch direkten Schilderung von Gerippen und verwesten Leichen bestimmt die Kirchhofs-Gedanken, aber auch die Rhythmik und die Strophengstaltung sind gebräuchliche Stilmittel in diesem Jahrhundert gewesen.

Friedhof [althochdeutsch frithof>Zufluchtsort<, zu friten>hegen<], etwa seit dem 15./16. Jahrhundert Bezeichnung für die Ruhestätte der Toten (Gottes Acker); ursprünglich ein umfriedeter Raum um die Kirche, der häufig als Begräbnisstätte diente (Kirchhof).[10]

Zu spekulieren sei hierbei, ob der Friedhof eine so wichtige Rolle in Gryphius' Leben und Werken eingenommen hat, gerade weil er früh seine Eltern und später auch 4 seiner Kinder verloren hat und das in seiner Literatur verarbeitet wollte.

Grundthematik bei den Werken Gryphius', aber auch vielen anderen Barocklyrikern ist das Vanitas -Motiv („Alles ist eitel/nichtig“) und Memento mori („Gedenke zu sterben“).

Die Faszination für das Schicksal des menschlichen Körpers und dessen Seele nach dem Sterben hat nicht nur Gryphius sehr bewegt.

[...]


[1] Gryphius, Andreas: Gedichte. S. 123

[2] Kaminski, Nicola: Andreas Gryphius S.7-42

[3] Stieff, Christian: Lebens-Lauff S.26

[4] Kaminski, Nicola: Andreas Gryphius. S.40

[5] Ebd. S. 42

[6] Fathy, Heba: Nachahmung. S.146f

[7] Fathy, Heba: Nachahmung. S. 146

[8] Ebd. S.147

[9] Mannack, Eberhard: Andreas Gryphius, S. 44.

[10] Meyer Lexikon

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Die Tradition Andreas Gryphius'
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Autor
Jahr
2003
Seiten
7
Katalognummer
V177652
ISBN (eBook)
9783640993574
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tradition, andreas, gryphius
Arbeit zitieren
Master of Education Helene Erwin (Autor), 2003, Die Tradition Andreas Gryphius', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177652

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