In dieser Arbeit wird zunächst der Begriff der cerabralen Bewegungsstörungen
erläutert (Kap. 1). Anschließend stelle ich die Entwicklung der kommunikativen Fähigkeiten unter
erschwerten Bedingungen bei Kindern und Jugendlichen dar, die von einer
cerebralen Bewegungsstörung betroffen sind (Kap. 2)
Im dritten Kapitel erfolgt die Erläuterung des Begriffes „Unterstützte Kommunikation“
und die Darstellung verschiedener Möglichkeiten, unterstützt zu kommunizieren.
Danach stelle ich charakteristische Besonderheiten der Kommunikationssituationen
bei der Verwendung von Kommunikationshilfen zwischen nichtsprechenden
Benutzern und ihren sprechenden Partnern dar (Kap. 4)
Den Abschluss der Arbeit bilden die Kapitel der Diagnostik (Kap. 5) und der
Förderung von kommunikativen Kompetenzen von Benutzern mit unterstützenden
Kommunikationshilfen. Hier wird auch die Bedeutung des Umfeldes für das Gelingen
einer Unterstützten Kommunikation deutlich (Kap. 6).
Während meines Studiums der Sprachheilpädagogik an der Universität zu Kiel habe
ich durch eine Tätigkeit in der Einrichtung der Unterstützten Kommunikation
Erfahrungen im Umgang mit und der Förderung von Menschen, die sich
lautsprachlich nicht mitteilen können sammeln können. Vieles in dieser Arbeit
gründet sich auf diese eigenen Erfahrungen, so dass nicht für alle Aspekte die hier
genannt werden, Literaturangaben genannt werden können.
Bemerkung:
In dieser Arbeit werden für Menschen, die auf Unterstützte Kommunikation
angewiesen sind, verschiedene Bezeichnungen verwendet. Dies geschieht nicht aus
Unachtsamkeit, sondern dient der besseren Lesbarkeit. Gemeint sind immer
Menschen, die sich lautsprachlich nicht oder nur unzureichend verständigen können
und somit auf unterstützende Kommunikationsmittel angewiesen sind.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Begriffsbestimmung: cerebrale Bewegungsstörungen
2. Entwicklung der kommunikativen Fähigkeiten unter erschwerten Bedingungen bei Kindern und Jugendlichen mit einer cerebralen Bewegungsstörung
2.1 Kommunikation und Bewegung
2.2 Kommunikation und Körpererfahrung
2.3 Kommunikation und Wahrnehmung:
2.4 Kommunikation und Kognition
2.5 Kommunikation und Sozialerfahrung:
2.6 Kommunikation und Emotion
3. Unterstützte Kommunikation zur Anbahnung, Erweiterung und Ersetzung von Lautsprache
3.1 Begriffsbestimmung, Personenkreis und Ziele
3.2 Möglichkeiten unterstützter Kommunikation
3.2.1 Körpereigene Kommunikationsformen (ohne Hilfsmittel)
3.2.2 Externe Kommunikationshilfen
3.2.2.1 nichtelektronische Kommunikationshilfen
3.2.2.2 elektronische Kommunikationshilfen
4. Charakteristische Besonderheiten der Kommunikationssituationen bei Verwendung von Kommunikationshilfen zwischen nichtsprechenden Benutzern und ihren sprechenden Partnern
4.1 Veränderte Rollenverteilung
4.2 Reduzierte Kommunikationsgeschwindigkeit
4.3 Eingeschränktes Vokabular
4.4 Veränderte und fehlende nonverbale Signale
4.5 Mangel an Erfahrung über kommunikative Regeln auf Seiten der nichtsprechenden Menschen
4.6 Gewichtung der kommunizierten Inhalte durch die sprechenden Gesprächspartner
5. Diagnostische Fragen
6. Förderung der kommunikativen Kompetenzen von Benutzern mit unterstützenden Kommunikationshilfen
6.1 Grundlegende Überlegungen und Prinzipien der Sprach- und Kommunikationsförderung
6.2 Aufbau eines differenzierten Ausdrucksrepertoires mit Hilfe der Unterstützen Kommunikation
6.2.1. Lernen im und für den Alltag
6.2.2 Das sprachliche Umfeld
7. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung und die vielfältigen Möglichkeiten der Unterstützten Kommunikation für Menschen mit Körperbehinderungen, insbesondere für Kinder und Jugendliche mit cerebralen Bewegungsstörungen, aufzuzeigen. Die Forschungsfrage untersucht, wie durch den Einsatz alternativer Kommunikationshilfen die soziale Teilhabe und die kommunikative Kompetenz dieser Zielgruppe gefördert werden können.
- Grundlagen und Definitionen cerebraler Bewegungsstörungen
- Entwicklungspsychologische Aspekte der Kommunikation bei körperbehinderten Kindern
- Systematik und Einsatzbereiche nicht-elektronischer und elektronischer Kommunikationshilfen
- Analyse der spezifischen Kommunikationssituation zwischen nichtsprechenden Nutzern und ihren Partnern
- Pädagogische Ansätze und Prinzipien der Sprachförderung im Alltag
Auszug aus dem Buch
3.2.2.1 nichtelektronische Kommunikationshilfen
Möglichkeiten für externe nichtelektronische Kommunikationshilfen sind z.B. Kommunikationsordner mit Fotos, Bildern, Symbolen, Kommunikationstafeln, Poster, Objekte/Spielzeug sowie Bild- und Wortkarten. Kombinationen dieser Möglichkeiten untereinander, auch mit körpereigenen Kommunikationsformen sind möglich und erwünscht.
Die Benutzung dieser externen nichtelektronischen Kommunikationshilfen stellt einerseits bestimmte Anforderungen an die/den Hersteller des Materials, den Therapeuten und/oder die Bezugspersonen. Auf jeden Fall sollte die Möglichkeit zur Erweiterung und /oder Veränderung des Vokabulars gegeben sein, damit es den jeweiligen Bedürfnissen des Benutzers entspricht. Weiterhin sollte das Material gut durchstrukturiert und sinnvoll aufgebaut sein, damit ein schnelles Wiederfinden der Symbole ermöglicht wird. Neben Grundbedürfnissen, Gegenständen und Verben sind außerdem kommunikationssteuernde Aussagen, wie z.B. „ Du hast mich falsch verstanden“ oder „Gedulde dich bitte ein wenig“ und Fragen bereitzustellen.
Die Ansteuerung des Materials durch den Benutzer sollte unter Ausnutzung der vorhandenen Möglichkeiten erfolgen, z.B. durch direktes Zeigen, Augenbewegungen, externe Ansteuerungshilfen oder bei starken motorischen Einschränkungen: Scanningverfahren, d.h. systematisches Durchgehen der Kommunikationshilfe durch den sprechenden Gesprächspartner.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema der Arbeit und beleuchtet die existenzielle Bedeutung von Kommunikation sowie die Relevanz der Unterstützten Kommunikation für Menschen ohne Lautsprache.
1. Begriffsbestimmung: cerebrale Bewegungsstörungen: Dieses Kapitel erläutert medizinische Grundlagen, Ursachen und Auswirkungen infantiler Cerebralparesen auf den Muskeltonus und die Bewegungssteuerung.
2. Entwicklung der kommunikativen Fähigkeiten unter erschwerten Bedingungen bei Kindern und Jugendlichen mit einer cerebralen Bewegungsstörung: Es wird dargelegt, wie motorische Einschränkungen die psychosoziale und kommunikative Entwicklung sowie die Wahrnehmung und Kognition des Kindes beeinflussen.
3. Unterstützte Kommunikation zur Anbahnung, Erweiterung und Ersetzung von Lautsprache: Dieses Kapitel definiert Unterstützte Kommunikation als multimodales System und stellt körpereigene sowie externe Kommunikationshilfen vor.
4. Charakteristische Besonderheiten der Kommunikationssituationen bei Verwendung von Kommunikationshilfen zwischen nichtsprechenden Benutzern und ihren sprechenden Partnern: Hier werden die veränderte Rollenverteilung, Zeitfaktoren und die Bedeutung der nonverbalen Kommunikation sowie der Gewichtung von Inhalten thematisiert.
5. Diagnostische Fragen: Das Kapitel beschreibt den interdisziplinären Ansatz zur Ermittlung der individuellen Voraussetzungen und Kommunikationsmöglichkeiten eines Betroffenen.
6. Förderung der kommunikativen Kompetenzen von Benutzern mit unterstützenden Kommunikationshilfen: Hier werden Prinzipien für eine handlungsorientierte Sprachförderung im Alltag sowie die Einbeziehung des sprachlichen Umfeldes erarbeitet.
7. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass Kommunikation eine mitmenschliche Anforderung ist und Betroffene nicht sprachlos sind, sondern Unterstützung bei der Entfaltung ihres Ausdruckspotenzials benötigen.
Schlüsselwörter
Unterstützte Kommunikation, cerebrale Bewegungsstörung, infantile Cerebralparese, Kommunikationshilfen, Sprachförderung, nicht-sprechende Menschen, Minspeak, Delta-Talker, Alpha-Talker, Kommunikation, Inklusion, pädagogische Förderung, nonverbale Signale, Teilhabe, Diagnostik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Menschen mit cerebralen Bewegungsstörungen, die sich nicht lautsprachlich mitteilen können, durch unterstützende Kommunikationsmittel und gezielte Förderung zu einer effektiven Interaktion befähigt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Im Fokus stehen die medizinischen Grundlagen, die kommunikative Entwicklung bei Behinderung, der Einsatz technischer und nicht-technischer Hilfsmittel sowie die psychologischen Anforderungen an die Gesprächspartner.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine konsequente Kommunikationsförderung und die Nutzung multimodaler Hilfssysteme die Unabhängigkeit und Lebensbewältigung von Menschen mit Körperbehinderungen verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Literatur sowie der Darstellung ganzheitlicher Entwicklungsmodelle und Interaktionsansätze aus der Sprachheilpädagogik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Beeinträchtigungen, die Vorstellung konkreter Kommunikationshilfen wie Alpha- und Delta-Talker, die Dynamik spezieller Gesprächssituationen sowie diagnostische und pädagogische Förderstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den zentralen Begriffen zählen Unterstützte Kommunikation, cerebrale Bewegungsstörung, Kommunikationshilfen, Sprachförderung, Inklusion und multimodale Kommunikationssysteme.
Warum ist die Einbeziehung des sozialen Umfelds so entscheidend für den Erfolg der Unterstützten Kommunikation?
Da betroffene Menschen oft in Abhängigkeit leben, muss das Umfeld lernen, die subtilen Signale zu interpretieren und eine wertschätzende Grundhaltung zu entwickeln, um das Kommunikationssystem als gleichwertig anzuerkennen.
Welche Rolle spielt die „Gewichtung“ von Inhalten in der Kommunikation mit nicht-sprechenden Menschen?
Inhalte werden oft unbewusst unterbewertet oder bei Fehlinterpretationen zu stark negativ sanktioniert. Die Arbeit betont, dass sprechende Partner lernen müssen, lautlose Beiträge als vollwertige Äußerungen ernst zu nehmen.
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- Kristina Laudan (Author), 2003, Bedeutung und Möglichkeiten Unterstützter Kommunikation für Kinder und Jugendliche mit cerebralen Bewegungsstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17765