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Analyse von Deklinationsproblemen bei schwachen Maskulina am Beispiel "Mensch"

Titel: Analyse von Deklinationsproblemen bei schwachen Maskulina am Beispiel "Mensch"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 12 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nils Schmidt (Autor:in), Kirsten Meemann (Autor:in)

Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Wort Mensch ist eines derjenigen Wörter, die vielen Sprechern des Deutschen allerlei Schwierigkeiten bei der Deklination bereiten. Es gehört zu den schwach deklinierten Maskulina, bei denen zum einen vermehrt Unsicherheiten bei der Genitivbildung auftreten, zum anderen eine Tendenz dazu besteht, im Dativ und im Akkusativ die Kasusendung wegzulassen. Ein Zweifelsfall besteht dann darin, ob dieses Weglassen der Endung korrekt ist oder nicht. Heißt es also des Menschen oder des Menschens und heißt es dem Menschen oder doch dem Mensch?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Deklinationsprobleme bei schwachen Maskulina als Zweifelsfall

3 Erhebungsverfahren

3.1 Korpusrecherche

3.2 Umfrage

4 Abschließende Betrachtung

5 Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Deklinationsunsicherheiten bei schwachen Maskulina im Deutschen, wobei das Wort „Mensch“ als zentrales Beispiel dient. Ziel ist es, zu analysieren, ob ein Sprachwandelprozess vorliegt, bei dem die schwache Deklination zugunsten einer stärkeren Kasusmarkierung oder einer unmarkierten Form (Endungslosigkeit) verdrängt wird, und wie sich dies im tatsächlichen Sprachgebrauch widerspiegelt.

  • Sprachwissenschaftliche Einordnung von Zweifelsfällen bei schwachen Maskulina
  • Analyse der Kasusmarkierung in Genitiv, Dativ und Akkusativ am Beispiel „Mensch“
  • Empirische Untersuchung mittels Korpusrecherche in überregionalen Zeitungen
  • Durchführung und Auswertung einer soziolinguistischen Umfrage im städtischen Raum
  • Diskussion der Diskrepanz zwischen normativen Grammatikempfehlungen und tatsächlichem Sprachgebrauch

Auszug aus dem Buch

Deklinationsprobleme bei schwachen Maskulina als Zweifelsfall

Der in der Einleitung dieser Arbeit bereits verwendete Terminus sprachlicher Zweifelsfall ist erklärungsbedürftig. Der Definition von Klein zufolge ist ein sprachlicher Zweifelsfall eine „sprachliche Einheit (Wort/Wortform/Satz), bei der kompetente Sprecher (a.) im Blick auf (mindestens) zwei Varianten (a, b...) in Zweifel geraten (b.) können, welche der beiden Formen (standardsprachlich) (c.) korrekt ist (vgl. Sprachschwankung, Doppelform, Dublette).

Die beiden Varianten eines Zweifelfalls sind formseitig oft teilidentisch (d.) […]“1. Zu beachten ist darüber hinaus, dass sprachliche Zweifelsfälle nur dann als solche gelten können, wenn eine relevante Anzahl an Sprechern bei den betreffenden Formen in Zweifel gerät. Die Abgrenzung von einem sprachlichen Fehler ist zuweilen äußerst schwierig. Diese Problematik greift Eisenberg auf, indem er auf die Unterscheidung zwischen Systemfehlern und Normfehlern eingeht: Bei Systemfehlern könnten „[…] die Sprecher des Deutschen Einigkeit darüber erzielen, dass ein Fehler vorliegt […]“, bei Normfehlern gelinge dies nicht.2

Als Systemfehler ist beispielsweise ein Verstoß gegen die Regel zu bezeichnen, dass Subjekt und Prädikat in Person und Numerus übereinstimmen müssen.

Anhand eines von Klein entwickelten Zweifelsfallschemas kann zwischen so genannten konditionierten und unkonditionierten Zweifelfällen unterschieden werden: Zunächst muss überprüft werden, ob beide Varianten im allgemeinen Usus vorkommen. Ist dies der Fall, wird untersucht, ob beide Formen auch im standardsprachlichen Usus Verwendung finden. Ist dies wiederum der Fall, gilt es die Frage zu klären, ob beide Varianten in denselben grammatischen Kontexten auftauchen. Wird auch diese Frage bejaht, muss analysiert werden, ob die beiden Formen die gleiche Bedeutung haben. Ist dies ebenfalls gegeben, kann unter der Perspektive des Sprachwandels untersucht werden, ob beide Formen in der älteren und neueren Sprache gleichermaßen zu finden sind. Wird im Durchlauf des Zweifelsfallschemas ein Kriterium zur Unterscheidung der beiden Varianten gefunden, handelt es sich um einen konditionierten Zweifelsfall, findet sich jedoch kein Kriterium zur Klassifikation handelt es sich um einen unkonditionierten Zweifelsfall.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Deklinationsschwierigkeiten bei schwachen Maskulina ein und motiviert die Untersuchung anhand des Wortes „Mensch“.

2 Deklinationsprobleme bei schwachen Maskulina als Zweifelsfall: Dieses Kapitel definiert den Begriff des sprachlichen Zweifelsfalls und diskutiert die Behandlung des Phänomens in gängigen Nachschlagewerken sowie die theoretischen Hintergründe des Deklinationswandels.

3 Erhebungsverfahren: Hier werden die methodischen Ansätze der Untersuchung – eine Korpusrecherche in Tageszeitungen sowie eine empirische Umfrage – detailliert dargestellt und ihre Ergebnisse ausgewertet.

3.1 Korpusrecherche: Dieses Unterkapitel analysiert die Häufigkeit verschiedener Kasusformen in schriftlichen Korpora der Hamburger Morgenpost und der Braunschweiger Zeitung.

3.2 Umfrage: Hier werden die Ergebnisse der in der Würzburger Innenstadt durchgeführten Befragung präsentiert, die das intuitive Sprachgefühl der Probanden widerspiegeln.

4 Abschließende Betrachtung: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und diskutiert die Stabilität des Genitivs im Vergleich zur zunehmenden Endungslosigkeit im Dativ und Akkusativ.

5 Literatur: Ein Verzeichnis der in der Arbeit zitierten wissenschaftlichen Quellen und Nachschlagewerke.

Schlüsselwörter

Schwache Maskulina, Deklination, Sprachlicher Zweifelsfall, Mensch, Kasusendung, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Sprachwandel, Korpusrecherche, Sprachgefühl, Grammatik, Normativität, Systemfehler, Endungslosigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die sprachlichen Unsicherheiten, die bei der Deklination von schwachen Maskulina auftreten, mit dem Wort „Mensch“ als zentralem Fallbeispiel.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert auf Deklinationsparadigmen, den Unterschied zwischen System- und Normfehlern, Sprachwandelprozesse sowie die Diskrepanz zwischen kodifizierten Regeln in Wörterbüchern und dem tatsächlichen Sprachgebrauch.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es zu klären, ob das Wort „Mensch“ dazu tendiert, seine schwache Deklinationsklasse zu verlassen und ob die beobachteten Abweichungen (wie das Weglassen von Endungen) als systematischer Wandel zu interpretieren sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden angewandt?

Es wurde eine zweigleisige Methodik gewählt: Eine quantitative Korpusrecherche in zwei Tageszeitungen sowie eine qualitative Umfrage mit 100 Probanden zur Erhebung des alltäglichen Sprachgebrauchs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Begriffs „Zweifelsfall“ und eine empirische Analyse, in der Korpusdaten und Umfrageergebnisse gegenübergestellt werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind schwache Deklination, sprachlicher Zweifelsfall, Kasusmarkierung, Sprachökonomie und Sprachwandel.

Warum wird gerade das Wort „Mensch“ als Untersuchungsobjekt gewählt?

Das Wort „Mensch“ dient als prominentes Beispiel für schwache Maskulina, bei denen Sprecher häufig Unsicherheiten bei der Kasusbildung zeigen, besonders in Hinblick auf die Endungslosigkeit im Dativ/Akkusativ und die Genitivbildung.

Wie unterscheidet sich das Ergebnis der Umfrage von der Korpusrecherche?

Während die Korpusrecherche zeigt, dass die schwachen Formen in der Schriftsprache noch weitgehend stabil sind, offenbarte die Umfrage eine hohe Unsicherheit und willkürliche Variation im Sprachgebrauch der Probanden.

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Details

Titel
Analyse von Deklinationsproblemen bei schwachen Maskulina am Beispiel "Mensch"
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1,0
Autoren
Nils Schmidt (Autor:in), Kirsten Meemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V177735
ISBN (eBook)
9783640994700
ISBN (Buch)
9783640995622
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachliche Zweifelsfälle Deklination Sprachwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nils Schmidt (Autor:in), Kirsten Meemann (Autor:in), 2010, Analyse von Deklinationsproblemen bei schwachen Maskulina am Beispiel "Mensch", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177735
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  12  Seiten
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