Kapitän z. See Paul Engelhard (1868-1911) war der erste Flugschüler der „Flugmaschine Wright-Gesellschaft mbH“ in Berlin-Johannisthal und erster Marineoffizier mit einer Flugerlaubnis.
Die Autoren der Dokumentation haben anhand von Veröffentlichungen in verschiedenen Büchern, Zeitungen und Archiven, das kurze Leben des Flugzeugführers Paul Engelhard mit vielen interessantern Fotos nachgezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
Anmerkungen der Autoren
Zur Person und die Familie Engelhard
Flugmaschine Wright GmbH
Engelhard als Fluglehrer
Wright-Flüge in St. Moritz im Februar bis März 1910
Internationale Flugwoche im Mai 1910 in Johannisthal
Budapester Flugmeeting vom 5. bis 17. Juni 1910
Nationale Flugwoche vom 7. bis 13. August 1910 in Johannisthal
Fliegen in der Lüneburger Heide im September 1910
Überlandflug Trier-Metz vom 27. September bis 1. Oktober 1910
Umbauten auf dem Flugplatz
Der Tag der Katastrophe am Freitag, 29. September 1911
Trauerfeier auf dem Flugfeld Johannisthal
Beerdigung in Bremen
Grabstelle Paul Engelhard in Bremen
Brief von Wilbur Wright an die Witwe von Paul Engelhard
Nachruf von Melli Beese für Paul Engelhard von 1923
Luftfahrtversicherungen des Flugzeugführers Engelhard
Zielsetzung & Themen
Diese Dokumentation zeichnet das Leben und Wirken von Paul Emil Engelhard nach, dem ersten Flugschüler der "Flugmaschine Wright Gesellschaft mbH" und einem der Pionierpiloten der Ära des Flugplatzes Johannisthal zwischen 1909 und 1914. Die Arbeit beleuchtet seine Karriere als Marineoffizier, seine Rolle als Fluglehrer, seine Teilnahme an frühen internationalen Flugwettbewerben sowie die Umstände seines tragischen Absturzes im Jahr 1911.
- Biografischer Werdegang von Paul Emil Engelhard
- Entwicklung und Wirken der Flugmaschine Wright GmbH
- Frühe fliegerische Pionierleistungen und Wettbewerbe (St. Moritz, Johannisthal, Budapest)
- Die Entwicklung des Flugplatzes Berlin-Johannisthal
- Sicherheitsaspekte und Luftfahrtversicherungen der frühen Fliegerei
Auszug aus dem Buch
Der Tag der Katastrophe am Freitag, 29. September 1911/16:27
Paul Emil Engelhard stürzte gegen 16:27 Uhr auf dem Flugfeld Johannisthal in der Nähe der alten Startplatzes vor dem Fliegerdoppelschuppen 13 bis 14 mit seinem Passagier und Flugschüler Gerhard Sedelmayr aus einer Höhe von 10 bis 15 Metern und der mit dem Winde etwa 140 Stundenkilometer Geschwindigkeit ab. Er flog eine „Baby-Wrightmaschine“ neuer Bauart. Die Ursache war eine plötzliche seitliche für den Piloten unbeherrschbare Windböe und ein defekter Kettenantrieb, die den Flugapparat nach einem Propellerbruch zum Abstürzen brachte.
Der Flugapparat schlug mit dem linken Flügel auf, überschlug sich am Boden und begrub beide unter den Trümmern. Engelhard wurde aus seinem Sitz herausgeschleudert und lag vom Flugapparat entfernt. Er wurde in die Sanitätswache in der Nähe der Tribüne auf dem Flugfeld gebracht. Dort stellte man eine breite Risswunde am Brustkorb, am Unterleib und weitere innere Verletzungen fest. Da seine Kleidung unversehrt war, muss ihn ein stumpfes Maschinenteil getroffen und den sofortigen Tod verursacht haben.
Gerhard Sedlmayr war zwischen Motor, Kühler und Propellerstütze eingeklemmt und hatte Verletzungen am Kopf, die sich glücklicherweise als leicht herausstellten und Fleischwunden waren. Er wurde bewusstlos im Automobil zu Dr. Brief nach Adlershof gebracht. Schon am Abend konnte Sedlmayr seiner Mutter, die Witwe eines Generalarztes aus Gotha, eigenhändig eine Karte schreiben und von dem Ereignis berichten. Er äußerte sich über den Verlauf der Unglücksfahrt folgendermaßen:
„Ich bestieg mit meinem Lehrer Engelhard, mit dem ich schon häufig Passagierfahrten unternommen hatte, gestern um 3 Uhr 21 Minuten die Wright-Rennmaschine, einen Apparat mittlerer Größe, der eine Stundengeschwindigkeit von 90 Kilometer besitzt. Im Gegensatz zu den anderen Wright-Maschinen befindet sich bei dieser der Passagiersitz hinter dem Führersitz. Wir führten keine Unterhaltung. Nur um 4 Uhr und kurz vor der Katastrophe - meine Uhr zeigte 4 Uhr 27 Minuten - fragte mich Engelhard, wie spät es sei. Wir merkten der Maschine nicht die geringste Unregelmäßigkeit an.“
Zusammenfassung der Kapitel
Anmerkungen der Autoren: Einleitende Informationen zur Bedeutung Paul Engelhards als erster Flugschüler und Marineoffizier sowie zum Zweck der Dokumentationsreihe.
Zur Person und die Familie Engelhard: Porträt der Person Engelhard, seiner Familie, seiner beruflichen Stationen vor der Fliegerei sowie geographischer Verweise in Berlin, Münster und Potsdam.
Flugmaschine Wright GmbH: Darstellung der Gründung der Gesellschaft, der Ausbildung Engelhards durch Orville Wright und der frühen Flugversuche auf dem Bornstedter Feld.
Engelhard als Fluglehrer: Engelhards Rolle als Technischer Leiter und Chefpilot, seine Lehrmethoden und seine Einstellung zur Flugsicherheit.
Wright-Flüge in St. Moritz im Februar bis März 1910: Bericht über die Pionierflüge auf dem zugefrorenen St. Moritzersee und die technischen Herausforderungen in der Höhe.
Internationale Flugwoche im Mai 1910 in Johannisthal: Zusammenfassung der ersten großen Flugveranstaltung auf dem Flugfeld Johannisthal und die Erfolge der Piloten.
Budapester Flugmeeting vom 5. bis 17. Juni 1910: Beschreibung des ersten internationalen Meetings in Österreich-Ungarn, die Erfolge Engelhards und die organisatorischen Probleme vor Ort.
Nationale Flugwoche vom 7. bis 13. August 1910 in Johannisthal: Überblick über die Flugwoche, Zwischenfälle und Engelhards Überlandflug.
Fliegen in der Lüneburger Heide im September 1910: Beschreibung der Flugversuche zur Demonstration der militärischen Brauchbarkeit und Versuche zur drahtlosen Telegraphie.
Überlandflug Trier-Metz vom 27. September bis 1. Oktober 1910: Details zum anspruchsvollen Überlandflug und der zwischenzeitlichen Verhaftung durch französische Behörden.
Umbauten auf dem Flugplatz: Bericht über die baulichen Erweiterungen des Flugplatzes Johannisthal Anfang 1911.
Der Tag der Katastrophe am Freitag, 29. September 1911: Detaillierte Schilderung des tödlichen Absturzes von Paul Engelhard und der Aussagen seines Passagiers.
Trauerfeier auf dem Flugfeld Johannisthal: Beschreibung der Trauerfeierlichkeiten, der Anteilnahme und der Ehrung Engelhards durch die Fliegerkollegen.
Beerdigung in Bremen: Schilderung der Überführung und Beisetzung in Bremen sowie der Anteilnahme des Militärs und der Öffentlichkeit.
Grabstelle Paul Engelhard in Bremen: Information zur Familiengrabstätte und ihrem Erhalt.
Brief von Wilbur Wright an die Witwe von Paul Engelhard: Wiedergabe eines Kondolenzschreibens.
Nachruf von Melli Beese für Paul Engelhard von 1923: Persönliche Würdigung Engelhards durch die erste deutsche Motorfliegerin.
Luftfahrtversicherungen des Flugzeugführers Engelhard: Historische Betrachtung der Versicherungssituation der frühen Fliegerei anhand des Falls Engelhard.
Schlüsselwörter
Paul Emil Engelhard, Flugplatz Johannisthal, Flugmaschine Wright, Luftfahrtpionier, Wright-Doppeldecker, Fluglehrer, Johannisthal 1909-1914, Luftfahrtgeschichte, Absturz 1911, Flugpioniere, Marineoffizier, Flugausbildung, Luftfahrtversicherungen, St. Moritz, Überlandflug
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert das Leben und die fliegerische Laufbahn von Kapitän z. See a. D. Paul Emil Engelhard, der als einer der ersten deutschen Flugschüler und Fluglehrer eine zentrale Rolle in der Frühzeit der Luftfahrt in Berlin-Johannisthal spielte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Ausbildung durch die Wright-Gesellschaft, die Teilnahme an frühen Flugwettbewerben, der fliegerische Alltag um 1910 sowie die Sicherheitsaspekte der damaligen Luftfahrt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die historische Nachzeichnung des Lebensweges von Paul Engelhard und seine Einordnung in die Frühgeschichte des Flugplatzes Berlin-Johannisthal anhand zeitgenössischer Dokumente.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine dokumentarische Methode, bei der Veröffentlichungen aus zeitgenössischen Büchern, Zeitungen, Archiven und persönlichen Nachlässen analysiert und zusammengetragen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die verschiedenen fliegerischen Etappen von Engelhards Karriere, von der Ausbildung in Berlin über Flüge in St. Moritz bis hin zum tödlichen Absturz im Jahr 1911 sowie die darauffolgenden Trauerfeierlichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Flugpionier, Flugplatz Johannisthal, Paul Engelhard, Wright-Gesellschaft und Luftfahrtgeschichte charakterisiert.
Wie reagierte der Flugpionier Paul Engelhard auf Frauen in der Fliegerei?
Engelhard galt als konservativ und skeptisch gegenüber Pilotinnen; er lehnte die Ausbildung von Frauen anfangs schroff ab, was Melli Beese in ihrem Nachruf thematisiert.
Welche Bedeutung hatte der Flugunfall für die Luftfahrtversicherungen?
Der Fall Engelhard diente als Beispiel für die damals neu aufkommende Notwendigkeit, Flugunfälle durch spezielle Versicherungsverträge (wie durch die "Winterthur") abzusichern, obwohl dies in den allgemeinen Bedingungen meist ausgeschlossen war.
- Arbeit zitieren
- Alexander Kauther (Autor:in), Paul Wirtz (Autor:in), 2011, Korvettenkapitän a. D. Paul Emil Engelhard (1868-1911) mit dem Flugschein Nr. 3, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177745