Der Hereroaufstand ist eines der düstersten Kapitel des deutschen Imperialismus und ein Thema, das auch heute noch viele Fragen aufwirft, wie zum Beispiel die von dem DDR-Historiker Horst Drechsler entwickelte so genannte Völkermord-These . Diese Völkermord-These fordert durch die Schadensersatzklage gegen die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2002, ausgehend von dem Hereroführer Kuaima Riruako, der „Herero People’s Reparations Corporation“ und mehreren einzelnen Herero , eine erneute Betrachtung der Folgen der deutschen Kolonialherrschaft und des Herero-Aufstandes.
In der folgenden Arbeit werde ich nun im ersten Teil den Aufstand der Herero, beginnend mit der Vorgeschichte des Aufstandes bis hin zur Gefangenschaft der Herero schildern. Im zweiten Teil werde ich mich den Wiedergutmachungsforderungen der Herero und der Haltung der Bundesrepublik Deutschland widmen. Außerdem werde ich mich genauer mit der Völkermord-These auseinandersetzen und schließlich in der Schlussbetrachtung herausarbeiten, ob der Begriff Genozid auf den Hereroaufstand angewendet werden kann und ob die Bundesrepublik Deutschland zu einer Wiedergutmachung verpflichtet ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- I. Der Hereroaufstand
- 1. Vorgeschichte des Aufstandes
- a) Die Gründung des deutschen Schutzgebietes
- b) Die Besiedlung des Hererolandes
- c) Die Gründe für den Aufstand
- d) Die Vorzeichen des Aufstandes
- 2. Der Aufstand der Herero
- a) Der Ausbruch des Aufstandes
- b) Der Verlauf des Aufstandes
- c) Die Schlacht am Waterberg
- d) Der Vernichtungsbefehl
- e) Die Aufhebung des Vernichtungsbefehls
- 3. Gefangenschaft der Herero
- 4. Bilanz und Folgen des Aufstandes
- II. Wiedergutmachungsforderungen der Herero
- 1. Erste Bemühungen um eine Wiedergutmachung
- 2. Die Schadensersatzklage in den USA
- a) Die Klage der Herero
- b) Die Haltung der BRD
- 3. Besuch der Entwicklungsministerin am Waterberg
- 4. Die Entschuldigung der Familie Trotha
- 5. Wende in Namibias Parlament
- 6. Diskussion im Bundestag um eine finanzielle Entschädigung
- 7. War die Niederschlagung des Aufstandes ein Genozid?
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Facharbeit befasst sich mit dem Hereroaufstand von 1904 und den damit verbundenen Fragen der Wiedergutmachung durch die Bundesrepublik Deutschland. Sie analysiert die Vorgeschichte des Aufstandes, den Verlauf der Kämpfe und die Folgen für die Herero. Außerdem wird die aktuelle Debatte über die Wiedergutmachungsforderungen der Herero und die Haltung der Bundesregierung beleuchtet.
- Die Vorgeschichte des Hereroaufstandes
- Der Verlauf des Hereroaufstandes
- Die Folgen des Hereroaufstandes für die Herero
- Die Wiedergutmachungsforderungen der Herero
- Die Haltung der Bundesrepublik Deutschland zu den Wiedergutmachungsforderungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Hereroaufstandes als eines der düstersten Kapitel des deutschen Imperialismus und stellt die Frage nach der Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland für die Folgen des Aufstandes. Im ersten Teil der Arbeit wird die Vorgeschichte des Aufstandes beleuchtet, angefangen von der Gründung des deutschen Schutzgebietes bis hin zu den Ursachen und Vorzeichen des Aufstandes. Im zweiten Teil werden die Kämpfe zwischen den Herero und den deutschen Kolonialtruppen sowie die Folgen des Aufstandes für die Herero, insbesondere die Gefangenschaft und die Vernichtung großer Teile des Volkes, detailliert dargestellt. Der dritte Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den aktuellen Wiedergutmachungsforderungen der Herero und der Reaktion der Bundesrepublik Deutschland. Dabei werden die verschiedenen Ansätze der Herero und der deutschen Regierung beleuchtet. Die Schlussbetrachtung befasst sich mit der Frage, ob der Begriff Genozid auf den Hereroaufstand angewendet werden kann und welche Verpflichtungen sich daraus für die Bundesrepublik Deutschland ergeben.
Schlüsselwörter
Der Hereroaufstand, deutscher Imperialismus, Kolonialismus, Wiedergutmachung, Genozid, Herero People's Reparations Corporation, Völkermord-These, Schadensersatzklage, deutsche Schutzgebiete, Namibias Parlament, Bundesrepublik Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Was war die Ursache für den Hereroaufstand im Jahr 1904?
Die Ursachen lagen im deutschen Imperialismus, der Gründung deutscher Schutzgebiete und der zunehmenden Besiedlung des Hererolandes, was zu massiven Spannungen und schließlich zum Ausbruch des Aufstandes führte.
Was besagt die „Völkermord-These“ von Horst Drechsler?
Die Völkermord-Diese postuliert, dass die Niederschlagung des Aufstandes durch die deutschen Kolonialtruppen als geplanter Genozid einzustufen ist, was die Grundlage für heutige Entschädigungsforderungen bildet.
Welche Bedeutung hatte die Schlacht am Waterberg?
Die Schlacht am Waterberg war ein entscheidender Wendepunkt im Konflikt, der in den berüchtigten Vernichtungsbefehl und die systematische Verfolgung der Herero mündete.
Welche juristischen Schritte wurden zur Wiedergutmachung unternommen?
Im Jahr 2002 reichte die „Herero People’s Reparations Corporation“ unter Führung von Kuaima Riruako eine Schadensersatzklage gegen die Bundesrepublik Deutschland in den USA ein.
Wie ist die aktuelle Haltung der Bundesrepublik Deutschland zu den Forderungen?
Die Arbeit beleuchtet die kritische Haltung der BRD, die Diskussionen im Bundestag um finanzielle Entschädigungen sowie symbolische Gesten wie den Besuch der Entwicklungsministerin am Waterberg und die Entschuldigung der Familie Trotha.
Kann die Niederschlagung des Aufstandes offiziell als Genozid bezeichnet werden?
Die Facharbeit setzt sich in der Schlussbetrachtung intensiv mit dieser Frage auseinander und prüft, ob die historischen Fakten die Definition eines Genozids erfüllen und welche Verpflichtungen daraus für Deutschland erwachsen.
- Quote paper
- David Izydorczyk (Author), 2010, Der Hereroaufstand im Jahre 1904 und die Frage der Wiedergutmachung durch die Bundesrepublik Deutschland , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177770