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Die Riester Rentenreform: Empirische Befunde und theoretische Annäherung

Title: Die Riester Rentenreform: Empirische Befunde und theoretische Annäherung

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 36 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl.-Soz. Knut Petzold (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit will ich versuchen die theoretische Konzeption der Institutionenbildung und -
wandlung und die ihrer Leitideen mit bezug auf die Werte und Handlungskriterien innerhalb
der Mikroebene einer Gesellschaft anhand des Beispiels der Rentenreform stellvertretend für
den „Umbau des Sozialstaates“ in Deutschland anzuwenden. Dazu wird im ersten Teil eine
theoretische Konzeption von Institutionen im allgemeinen abrissartig dargestellt. Dann werde
ich die Notwendigkeit der Einführung der sogenannten Riester-Rente aus
makrosoziologischer und institutionenanalytischer Sicht erörtern und die Reform inhaltlich
vorstellen. Schließlich wird eine Auswertung erster Umfragedaten die Resonanz auf diese
Rentenreform aufzeigen. Im letzten Abschnitt soll der Versuch erfolgen theoretische
Überlegungen auf das vorher geschilderte empirische Beispiel der Rente anzuwenden. Der Begriff Sozialstruktur wird häufig verwendet. Die verschiedenen Präzisionsversuche
lassen meist mehrere Bereiche offen. So kann beispielsweise der Bezug der Teile mit dem
gesellschaftlichen Ganzen hervorgehoben werden. Oder es wird die Gesamtheit der relativ
dauerhaften Grundlagen und Wirkungszusammenhänge sozialer Beziehungen und sozialer
Gebilde wie Gruppen, Institutionen und Organisationen betont (Geißler 2002, 19). Friedrich
Fürstenberg sieht vor allem die Wirkungszusammenhänge der sozialen Kräfte als wichtig an.
„Der erkennbare, relativ kontinuierliche soziale Wirkungszusammenhang in einer
Gesellschaft ist ihre Sozialstruktur.“ (Fürstenberg 1966, 441). Vor diesem Hintergrund soll in
dieser Arbeit der Versuch erfolgen, die Frage zu beantworten welchen Zusammenhang die
institutionalisierte Rentenversicherung und das tatsächliche Handeln in der Bevölkerung
aufweisen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff der Sozialstruktur

3. Zum Begriff und zur Entstehung von Institutionen

4. Demographische und volkswirtschaftliche Problemlage

5. Die Riester – Rentenreform. Wandel einer institutionellen Leitidee.

6. Resonanz in der Bevölkerung

7. Versuche der theoretischen Erörterung

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die theoretische Konzeption der Institutionenbildung und -wandlung am Beispiel der Riester-Rentenreform, um den Wandel von Leitideen und deren Auswirkungen auf die Handlungsmaximen der Bevölkerung im Kontext des deutschen Sozialstaatsumbaus zu analysieren.

  • Theoretische Konzeption von Institutionen nach Lepsius
  • Makrosoziologische Problemlagen der Rentenversicherung (Alterung, Arbeitslosigkeit)
  • Inhaltliche Darstellung und Analyse der Riester-Rentenreform
  • Empirische Untersuchung der Akzeptanz und Resonanz in der Bevölkerung
  • Theoretische Erörterung der Gerechtigkeitsideologien (Solidarität vs. Subsidiarität)

Auszug aus dem Buch

3. Zum Begriff und zur Entstehung von Institutionen

„Idealtypisch sollen als Institutionen solche Sozialregulationen bezeichnet werden, in denen Prinzipien und Geltungsansprüche einer Ordnung symbolisch zum Ausdruck gebracht werden. Institutionen sind somit Vermittlungsinstanzen kultureller Sinnproduktion, durch welche Wertungs- und Normierungsstilisierungen verbindlich gemacht werden.“ (Rehberg 1994, 56f.) So ist die Rentenversicherung als Institution zu verstehen.

Rainer Lepsius stellt ein Konzept von fünf Dimensionen auf, die den Eigenschaftsraum von Institutionen abgrenzen und zur Analyse der sozialen Prozesse, die Inhalt und Wirkung von Institutionen bestimmen, dienen sollen.

So ist die Ausbildung von Rationalitätskriterien für ihn die Ausbildung von Handlungsmaximen, an denen sich Handeln unmittelbar in den jeweiligen Situationen orientieren kann (Lepsius 1996, 58). So ist die Leitidee der Rentenversicherung die der Solidarität unter dem Prinzip der Leistungsgerechtigkeit. Das heisst, sich solidarisch gegenüber älteren Menschen zu verhalten, indem man Versicherungsbeiträge zahlt und gleichzeitig auf Solidarität im Alter zählen zu können, kann als konkrete Handlungsmaxime verstanden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die theoretische Konzeption von Institutionenbildung ein und skizziert das Ziel, den "Umbau des Sozialstaates" anhand der Riester-Rente zu analysieren.

2. Zum Begriff der Sozialstruktur: Dieser Abschnitt erörtert verschiedene Definitionsansätze von Sozialstruktur und leitet daraus die forschungsleitende Frage nach dem Zusammenhang zwischen Rentenversicherung und dem Handeln der Bevölkerung ab.

3. Zum Begriff und zur Entstehung von Institutionen: Hier werden theoretische Grundlagen nach Rehberg und Lepsius dargelegt, um die Rentenversicherung als Institution und deren fünf Analysedimensionen zu definieren.

4. Demographische und volkswirtschaftliche Problemlage: Das Kapitel analysiert die makrosoziologischen Herausforderungen der Rentenversicherung, insbesondere Massenarbeitslosigkeit, Wiedervereinigung und demographische Alterung.

5. Die Riester – Rentenreform. Wandel einer institutionellen Leitidee.: Dieses Kapitel stellt die Ziele und Mittel der Rentenreform unter Walter Riester vor und diskutiert den Übergang von Solidarität zu Subsidiarität.

6. Resonanz in der Bevölkerung: Auf Basis empirischer Daten (Rentenbarometer) wird die Akzeptanz der Riester-Rente in verschiedenen Bevölkerungsgruppen untersucht und deren Misstrauen gegenüber dem Rentenversprechen beleuchtet.

7. Versuche der theoretischen Erörterung: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung der Ergebnisse, wobei insbesondere die Divergenz zwischen institutionalisierten Leitideen und individuellen Handlungsrationalitäten diskutiert wird.

8. Zusammenfassung: Der abschließende Teil fasst die zentralen Thesen zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Teiländerung der Leitidee in der Bevölkerung bisher auf geringe Zustimmung stößt.

Schlüsselwörter

Riester-Rente, Sozialstaat, Institutionentheorie, Rentenversicherung, Solidarität, Subsidiarität, Altersvorsorge, demographischer Wandel, Sozialstruktur, Rationalitätskriterien, Gerechtigkeitsideologien, Rentenreform, Lebensstandard, Rentenbarometer, Institutionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel institutioneller Leitideen im deutschen Sozialstaat anhand des konkreten Beispiels der Riester-Rentenreform und analysiert, wie dieser Wandel von der Bevölkerung wahrgenommen wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die theoretische Einbettung von Institutionen, die demographischen und wirtschaftlichen Belastungen des Rentensystems sowie die empirische Resonanz der Bevölkerung auf die Riester-Rente.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Wirkungszusammenhänge zwischen staatlich forcierten Reformen und dem tatsächlichen Handeln der Individuen zu verstehen, insbesondere vor dem Hintergrund eines Konflikts zwischen der traditionellen Solidarität und dem neuen Prinzip der Subsidiarität.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine institutionenanalytische Perspektive nach Rainer Lepsius sowie auf die Auswertung existierender Umfragedaten (Rentenbarometer) zur empirischen Überprüfung der Reformakzeptanz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Darstellung der makrosoziologischen Probleme, die inhaltliche Vorstellung der Reform sowie die detaillierte Analyse der Reaktionen der Bevölkerung auf die private Altersvorsorge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Riester-Rente, Solidarität, Subsidiarität, Institutionenwandel, Sozialstaat, demographischer Wandel und Altersvorsorge.

Warum zeigt die Bevölkerung laut der Studie ein solches Misstrauen gegenüber der Riester-Rente?

Die Studie deutet darauf hin, dass die staatlich geforderte Eigenverantwortung nicht mit den traditionellen Gerechtigkeitsvorstellungen (primäre Ideologie der Solidarität) vieler Bürger harmoniert und die Komplexität der neuen Vorsorgemodelle abschreckt.

Welche Bedeutung kommt der betrieblichen Altersvorsorge in der Untersuchung zu?

Die betriebliche Altersvorsorge wird im Verlauf der Untersuchung als der "einzige Hoffnungsschimmer" am Rentenhimmel identifiziert, da das Interesse an diesen Lösungen aufgrund des zunehmenden Informationsverhaltens von Arbeitgebern und Gewerkschaften stetig wächst.

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Details

Title
Die Riester Rentenreform: Empirische Befunde und theoretische Annäherung
College
University of Leipzig  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar: Wertvorstellungen als strukturierendes und strukturiertes Element sozialstaatlicher Institutionen
Grade
1,3
Author
Dipl.-Soz. Knut Petzold (Author)
Publication Year
2003
Pages
36
Catalog Number
V17778
ISBN (eBook)
9783638222624
Language
German
Tags
Riester Rentenreform Empirische Befunde Annäherung Seminar Wertvorstellungen Element Institutionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Soz. Knut Petzold (Author), 2003, Die Riester Rentenreform: Empirische Befunde und theoretische Annäherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17778
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