Eine einheitliche Definition für den Begriff Raumordnung gibt es bis heute nicht, allerdings ist man sich einig, „[dass] die Raumordnung mit der großräumigen, über das Gebiet einer Gemeinde hinausgehenden Planung verbunden ist“ (Brenken/Schefer 1966:178).
Folglich beschäftigt die Raumordnung Deutschlands nicht nur den Bund sondern ebenso alle Länder, Regierungsbezirke und Kommunen. Alle Beteiligten müssen miteinander kooperieren um die Forderung des Grundgesetztes „[…] nach Wahrung der Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse über das Gebiet eines Landes hinaus“ gewährleisten zu können (BMRBS 1996:3-9).
Jeder Bewohner Deutschlands kommt täglich mit der Raumordnung in Berührung, sei es auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder beim Besuch der Schule. Die Infrastruktur, die Bereiche Arbeiten, Wohnen und Freizeit müssen unter Berücksichtigung der Umwelt von planerischer Hand so miteinander verknüpft werden, dass Funktionalität, Nachhaltigkeit und Gleichwertigkeit in allen Regionen sichergestellt werden (BMRBS 1996:3-9).
Ziel dieser Hausarbeit ist es einen Einblick in die Raumordnung Deutschlands zu geben. Es werden zunächst geschichtliche Hintergründe und Grundsätzliches über die Raumordnung in Deutschland behandelt. Anschließend wird die Struktur näher betrachtet und aktuelle Entwicklungen vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Überblick Raumordnung
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Aufgaben und Ziele
3 Struktur der Raumordnung in Deutschland
3.1 Raumplanung auf Bundesebene
3.2 Raumplanung auf Landesebene
3.3 Raumplanung auf regionaler Ebene
3.4 Raumplanung auf kommunaler Ebene
4 Instrumente der Raumordnung
5 Aktuelle Entwicklungen
6 Fazit
7 Summary
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, einen umfassenden Einblick in das System der Raumordnung und Raumplanung in Deutschland zu geben, die hierarchischen Strukturen auf verschiedenen Maßstabsebenen zu erläutern und aktuelle Herausforderungen sowie Instrumente der Planung aufzuzeigen.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Raumordnung in Deutschland
- Hierarchische Struktur der Planung (Bund, Länder, Regionen, Kommunen)
- Methodik und Instrumente der raumplanerischen Umsetzung
- Einfluss aktueller Entwicklungen wie demografischer Wandel und Föderalismusreform
Auszug aus dem Buch
3.1 Raumplanung auf Bundesebene
Die rechtliche Grundlage der Raumordnung bildet das Raumordnungsgesetz des Bundes. Die derzeit aktuelle Version wurde bereits 1998 verabschiedet, allerdings wird im Laufe des Jahres 2009 eine neue Version in Kraft treten (BMVBS 2009:o.S.).
Der Bund gibt einen Rahmen an inhaltlichen und verfahrensrechtlichen Vorschriften für die Raumplanung vor, welcher dann weiter von den Ländern konkretisiert wird. Diese Art der Gesetzgebung wird Rahmengesetzgebung genannt. Desweiteren besitzt der Bund bei der Planung der Bundesverkehrswege und der Verteidigung die Vollkompetenz. Gemeinschaftsaufgaben des Bundes und der Länder betreffen Aufgaben wie die Hochschulbauföderung oder die Förderung regionaler Wirtschaftsstrukturen (BMRBS 1996:46).
Zuständig auf Bundesebene ist das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. Es ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung besitzt jedoch keine raumwirksame Planungshoheit, denn bei der Planung in der Bundesrepublik Deutschland wird nach dem sogenannten Ressortprinzip gehandelt. Dieses besagt, dass jeder Minister für seinen Zuständigkeitsbereich verantwortlich ist (BMRBS 1996:46/BBR 2009:o.S.).
Einen Einblick in die aktuelle räumliche Situation Deutschlands bietet der Raumordnungsbericht des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung. Er ist ein Faktenbericht und enthält Informationen und Analysen über die Raumentwicklung Deutschlands. Es werden alle, im Raumordnungsgesetz von 1998, geforderten Inhalte in einem Bericht zusammengeführt (BBR 2000:1).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass es keine einheitliche Definition für den Begriff Raumordnung gibt, betont jedoch die Notwendigkeit einer überregionalen Planung zur Wahrung gleichwertiger Lebensverhältnisse.
2 Überblick Raumordnung: Dieses Kapitel erläutert die Grundsätze der Raumordnung, einschließlich des Konzepts der zentralen Orte, und beleuchtet die historische Entwicklung vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Wiedervereinigung.
3 Struktur der Raumordnung in Deutschland: Hier wird der hierarchische Aufbau von der europäischen Ebene über den Bund und die Länder bis hin zur regionalen und kommunalen Ebene detailliert dargestellt.
4 Instrumente der Raumordnung: Das Kapitel differenziert zwischen „harten“ und „weichen“ Planungsinstrumenten sowie direkten und indirekten Einflussnahmen zur Steuerung der Raumentwicklung.
5 Aktuelle Entwicklungen: Dieser Abschnitt thematisiert die Auswirkungen der Föderalismusreform 2006 und aktuelle Herausforderungen wie den demografischen Wandel und den Stadtumbau.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine optimale Raumnutzung eine enge Kooperation zwischen Politik, Wirtschaft und Geographie erfordert, um einen ausgeglichenen Lebensraum zu schaffen.
7 Summary: Eine englischsprachige Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte der Arbeit.
Schlüsselwörter
Raumordnung, Raumplanung, Deutschland, Bauleitplanung, Landesplanung, Regionalplanung, Nachhaltigkeit, zentrale Orte, Bevölkerungsentwicklung, Föderalismus, Raumordnungsgesetz, Daseinsvorsorge, Flächennutzung, Strukturverbesserung, Demografischer Wandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Struktur, den Zielen und den Instrumenten der Raumordnung und Raumplanung innerhalb der Bundesrepublik Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die hierarchische Planungsebene, die rechtlichen Grundlagen durch das Raumordnungsgesetz und die praktische Umsetzung durch verschiedene Planungsinstrumente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über das deutsche Raumordnungssystem zu geben und aufzuzeigen, wie verschiedene Verwaltungsebenen bei der Raumentwicklung zusammenwirken.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung offizieller Dokumente, Gesetze sowie raumplanerischer Konzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen Planungsebenen (Bund bis Kommune) sowie in die Analyse von Planungsinstrumenten und aktuellen Trends der Raumentwicklung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Raumordnung, Bauleitplanung, Nachhaltigkeit, Planungshierarchie und demografische Bevölkerungsdynamik.
Welche Rolle spielt die europäische Ebene für die deutsche Raumordnung?
Die europäische Ebene, insbesondere durch das Europäische Raumentwicklungskonzept (EUREK), liefert den informellen Rahmen und die Leitbilder, an denen sich die nationalen Strategien orientieren.
Wie unterscheiden sich „harte“ und „weiche“ Planungsinstrumente?
„Harte“ Instrumente basieren auf unmittelbaren Einschränkungen, während „weiche“ Instrumente über Anreize wie Subventionen indirekt auf die Zielerreichung einwirken.
Was bedeutet der „Paradigmenwechsel“ in der aktuellen Raumplanung?
Der Paradigmenwechsel beschreibt den Übergang von einem auf Wachstum ausgerichteten Planungssystem hin zum gestalteten Umbau, besonders in Regionen, die von schrumpfender Bevölkerung betroffen sind.
Warum ist das Ressortprinzip für die Raumordnung relevant?
Das Ressortprinzip besagt, dass jeder Minister für seinen Zuständigkeitsbereich verantwortlich ist, was erklärt, warum das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung keine umfassende raumwirksame Planungshoheit über alle Ressorts hinweg besitzt.
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- Anonym (Autor:in), 2009, Raumordnung und Raumplanung in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177793