Das europäisch-indische Wirtschaftsverhältnis

Auf dem Weg in die wirtschaftliche Interdependenz?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2011
20 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen - Die Interdependenz-Theorie

3. Das indisch-europäische Wirtschaftsverhältnis
3.1 Außenhandel
3.2 Gehandelte Güterklassen im Außenhandel
3.3 Ausländische Direktinvestitionen (ADI)

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Während die USA und ASEA +3 für Indien immer wichtiger werden, verliert die EU immer mehr an Bedeutung.“ Christophe Jaffrelot, 20061,2

Ein Blick in die Medien der letzten Monate scheint der Aussage von Jaffrelot auch Anfang 2011 ohne weiteres Recht zu geben. Hauptsächlich findet man Schlagzeilen, die diese These unterstützen, wie: „Malaysia ready to act as India's gateway into ASEAN: Malaysian PM“3, mit denen die zunehmende Wichtigkeit der ASEAN für Indien unterstrichen wird. Erst beim Blick hinter die Titelseiten finden sich konträre Überschriften, wie beispielsweise: „India, EU Make Efforts to Resolve Differences Over Trade Pact“4, die dem indizierten Trend widerspre- chen. Ebenso findet der Indien-EU Gipfel Ende letzten Jahres in Brüssel eher verhaltene Re- sonanz. Dabei wird Premier Manmohan Singh anwesend sein und im Anschluss stehen bilate- rale Gespräche mit den Regierungschefs von Frankreich und Deutschland auf der Agenda.5

Auf den ersten Blick scheint alles für die Richtigkeit der Aussage von Jaffrelot zu sprechen. Ziel dieser Arbeit soll es daher sein, der Frage nachzugehen, ob sich die EU und Indien auf dem Weg in die wirtschaftliche Interdependenz befinden oder ob, wie von Jaffrelot im Ein- gangszitat behauptet, das indisch-europäische Verhältnis immer mehr an Bedeutung verliert. Um darauf eine Antwort geben zu können, muss zunächst eine theoretische Grundlage ge- schaffen werden. Wie in der Forschungsfrage anklingt, soll das theoretische Konzept der Interdependenz dazu dienen. Unter den verschiedenen Ansätzen wird für diese Arbeit der von Joseph Nye und Robert Keohane entwickelte Ansatz verwendet. Mit diesem Grundgerüst soll unter der Verwendung der drei verschiedenen Wirtschaftskategorien Außenhandel, gehandelte Güterklassen und ausländische Direktinvestitionen die wirtschaftliche Interdependenz zwi- schen der EU und Indien gemessen werden.

Im Hauptteil der Arbeit werden die drei Indikatoren einzeln auf ihre Bedeutung hin analysiert, um anhand der sich ergebenden Erkenntnisse im abschließenden Kapitel eine Antwort auf die forschungsleitende Fragestellung zu finden und ein Fazit daraus zu ziehen.

Die wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen zwischen der Europäischen Union und Indien haben eine lange Tradition. Eine genauere Untersuchung auf Zu- oder Abnahme dieser erscheint also sinnvoll. Aus den gewonnen Erkenntnissen lassen sich gegebenenfalls Strategien zur Beeinflussung der aktuellen Situation ableiten.

Die Europäische Union und Indien sind Ökonomien mit einem globalen Wirtschaftsanspruch. Die Beziehungen zwischen der EU und Indien reichen zurück bis in die frühen 1960er Jahre. Indien gehört zu den ersten Nationen, die diplomatische Beziehungen zur damaligen Europä- ischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) aufbauen. Seitdem werden sowohl die politischen als auch die wirtschaftlichen Kooperationen stetig erweitert. Herausragende Ereignisse sind die Unterzeichnung des Commercial Cooperation Agreements (CCA), um die wirtschaftliche Zu- sammenarbeit zu stärken und Investitionen zu fördern sowie die Einrichtung eines Indien- EWG Handelszentrums zur Stärkung indischer Exporte. Der erste politische Höhepunkt ist eine gemeinsame Erklärung im Jahr 1993. Sieben Jahre später findet das erste Gipfeltreffen auf höchster Ebene statt, wodurch die wirtschaftlichen Beziehungen einen politischen An- schub erhalten.

Wichtigstes Ergebnis dieser jährlichen Gipfeltreffen ist im Jahr 2004 die Vereinbarung einer Strategischen Partnerschaft (SP) zwischen der EU und Indien und im folgenden Jahr die Verabschiedung des Joint Action Plan (JAP). Durch die SP wird Indien in einen erlesenen Kreis europäischer Partner aufgenommen, dem nur noch sieben weitere Länder (USA, Kanada, Russland, Japan, China, Mexiko und Brasilien) angehören.

Seit dem Jahr 2007 wird zudem über die Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens verhandelt, dessen Ausarbeitung sich jedoch schwierig gestaltet.6 ;7

2. Theoretische Grundlagen - Die Interdependenz-Theorie

Den Eingang in die Theoriebildung der politologischen Teildisziplin der Internationalen Be- ziehungen findet der Begriff Interdependenz im Kontext der 1960er Jahre im Zusammenhang mit dem Ost-West-Konflikt und der Entwicklung von Interkontinentalraketen.8 Die Debatte ist zunächst rein sicherheitspolitisch motiviert. Einen Konflikt sicherheitspoltischer Natur hat es zwischen Indien und der Europäischen Union aber nie gegeben und allein aufgrund der geo grafischen Entfernung scheint dies auch eher unwahrscheinlich. Es wird in diesem Bereich viel mehr auf Kooperation anstatt auf Konfrontation gesetzt. Der sicherheitspolitische Aspekt wird im Rahmen dieser Arbeit daher nicht weiter verfolgt. Der Blickpunkt wird auf den anderen Hauptanwendungsbereich des Interdependenzbegriffes gerichtet, die internationalen Wirtschaftsbeziehungen.9

Eine relativ einfache Definition von Interdependenz stammt von Frank Schimmelpfennig: Interdependenz heißt „wechselseitige Abhängigkeit“. Im Kern bedeutet internationale Inter- dependenz, dass ein Staat bei der Verwirklichung seiner Ziele auf andere Staaten angewiesen ist.10 Als zentrales Problem wurde von Ökonomen und Politikwissenschaftlern gleichermaßen die Beschränkung der Handlungsfähigkeit des einzelnen Staates gesehen.11 Dieser Ansatz geht im Kern auf das Werk „Power and Interdependence“ von Keohane und Nye zurück. In ihrem Ansatz wird Interdependenz zunächst von „Verbundenheit“ (intercon- nectedness) unterschieden. Wenn Interaktionen keine signifikanten Kosten aufweisen, herrscht nur Verbundenheit.12

Für Keohane/Nye ist Interdependenz also immer mit Kosten verbunden. Sie schränkt die einzelstaatliche Autonomie ein und macht Anpassungsleistungen erforderlich. Dabei werden zwei Formen der Interdependenz unterschieden: Interdependenz-Empfindlichkeit (sensitivity) und Interdependenz-Verwundbarkeit (vulnerability).13

Bei der ersten Form handelt es sich um ein Maß für Kosten, die entstehen, wenn die politische Gegenreaktion eines Staates, der von Veränderungen in einem anderen Staat betroffen ist, ausbleibt. Die Politik bleibt folglich unverändert.14 In gewissem Sinne ist es somit auch ein Maß für die Trägheit der politischen Rahmenbedingungen.

Die Verwundbarkeits-Dimension von Interdependenz liegt also in den Kosten, die zu tragen sind, wenn politische Gegenmaßnahmen ergriffen werden - wenn also über einen bestimmten Zeitraum hinweg wirksame Anpassungen an eine veränderte Umwelt vorgenommen werden müssen.15

Interdependenz kann entweder symmetrisch oder asymmetrisch sein. Bei symmetrischer Interdependenz ist die Abhängigkeit ungefähr gleichermaßen wechselseitig. Bei asymmetri- scher Interdependenz ist ein Staat im Gegensatz zu einem anderen mehr auf internationale Kooperation angewiesen.16 Unterschiedliche ökonomische Verwundbarkeit als Kennzeichen asymmetrischer Interdependenz ist vor allem dann relevant, wenn es um die Verteilung von Kosten und Nutzen der internationalen Austauschbeziehungen geht. Selbst wenn alle Beteilig- ten an der Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Verflechtung interessiert sind, besteht das Interesse jedes Einzelnen darin, die sich daraus ergebende Verteilung der Gewinne im eigenen Interesse zu steuern und möglicherweise entstehende Anpassungskosten auf andere abzuwäl- zen.17

Da diese wesentlichen Kategorien der Interdependenztheorie jedoch zu allgemein und nur schwer operationalisierbar sind, sieht sich der Ansatz der Kritik ausgesetzt, kein angemesse- nes Analyseraster für die empirische Erforschung in den Internationalen Beziehungen zu bie- ten.18

Um dennoch eine zufriedenstellende Antwort auf die Leitfrage geben zu können, sollen an dieser Stelle drei Indikatoren eingeführt werden, anhand derer die wirtschaftliche Interdependenz zwischen Indien und der EU-27 gemessen werden soll:

Der Außenhandel (40%), bestehend aus Import und Export, die dort gehandelten Güterklassen (20%) und die ausländischen Direktinvestitionen (ADI / 40%). Um die wirtschaftlichen Ver- bindungen zweier Länder zu untersuchen, gibt es diverse Indikatoren an. Aufgrund der aber oft nur unzureichenden statistischen Datenmenge, wie etwa beim Tourismus oder der Arbeit von Unternehmensdienstleistern, scheiden viele davon aus. Aus volkswirtschaftlicher Sicht sind der Außenhandel und die getätigten ADI die besten Indikatoren für eine Untersuchung der wirtschaftlichen Abhängigkeiten. Sie stellen rein betragsmäßig die größten Anteile an grenzüberschreitenden Wirtschaftsinteraktionen dar und sind meist genauestens erfasst.

Zudem lassen sich diese beiden Indikatoren sehr anschaulich auf das Konzept der sensitivity bzw. vulnerability anwenden. Kosten als Veränderungen im Handel bzw. bei den Investitionen als Reaktion bzw. unveränderte Haltung gegenüber dem Handelspartner lassen sich direkt aus den Daten herauslesen. Um dies noch etwas anschaulicher zu gestalten, wurden als dritter In- dikator die gehandelten Güterklassen in die Analyse aufgenommen. Es macht es doch einen erheblichen Unterschied, ob die gehandelten Waren lediglich aus beispielsweise Äpfeln, also leicht zu substituierenden Gütern oder Baumaschinen, sprich wichtigen und nur schwer er- setzbaren Gütern bestehen. Dementsprechend richtet sich auch die Gewichtung aus. Außen- handel und ADI werden zu gleichen Teilen in die Endbewertung einfließen, während die Gü- terklassen nur mit 20% zählen.

3. Das indisch-europäische Wirtschaftsverhältnis

Europa ist für Indien in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. Erstens ist es ein wichtiger Han- dels- und Investitionspartner und somit entscheidend für den von Indien angestrebten wirt- schaftlichen Erfolg. Zweitens ist der politische Dialog mit wichtigen europäischen Ländern ein Schlüsselfaktor in der Gestaltung von Indiens Rolle in der Weltpolitik.19 Im Rahmen die- ser Arbeit soll es nur um den ersten Punkt, also das Verhältnis als Handels- und Investitions- partner gehen. Als Indikatoren für eine wirtschaftliche Inter- oder Nicht-Interdependenz wer- den im Folgenden der Außenhandel, die gehandelten Güterklassen und die ausländischen Di- rektinvestitionen untersucht.

3.1 Außenhandel

Für die große Volkswirtschaft des indischen Subkontinents haben der Außenhandel und die Investitionen aus dem Ausland in der Vergangenheit eine relativ geringe Rolle gespielt.20 Im Zuge der im Jahr 1991 einsetzenden Liberalisierungen hat Indien weitreichende außenwirt- schaftliche Öffnungen vollzogen. Die Zölle werden deutlich gesenkt und ausländische Direkt- investitionen gefördert, während Beschränkungen im Kapitalverkehr weitestgehend bestehen bleiben.21 Fast 20 Jahre später ist Indiens Anteil am Welthandel immer noch unter ein Prozent. Die EU ist Indiens wichtigster Handelspartner. Der Güterhandel zwischen den beiden Part- nern hat sich in den letzten 30 Jahren mehr als verzehnfacht. Das Handelsvolumen betrug im Jahr 1980 umgerechnet 4,4 Milliarden Euro22, entwickelt sich bis zum Jahr 2000 hin zu einem Wert von über 25,6 Milliarden Euro und weist aktuell 53,3 Milliarden Euro auf. Vor allem in den letzten zehn Jahren hat der bilaterale Handel einen enormen Boom erlebt und das Poten- zial für eine weitere Handelsausweitung ist durchaus vorhanden.23

[...]


1 Jaffrelot, Christophe (2006): Indien und die EU: Die Scharade einer strategischen Partnerschaft. Deutsche Übersetzung. GIGA Focus-Asien 5/2006. S. 1. http://www.giga- hamburg.de/dl/download.php?d=/content/publikationen/pdf/gf_asien_0605.pdf.

2 Alle nicht gesondert gekennzeichneten Internetquellen haben als Abrufdatum den 03.03.2011.

3 Hindustantimes, o.A. (2010): Malaysia ready to act as India's gateway into ASEAN: Malaysian PM. http://www.hindustantimes.com/Malaysia-ready-to-act-as-India-s-gateway-into-ASEAN-Malaysian- PM/Article1-628383.aspx. (Stand 09.03.2011).

4 India Journal, o.A. (2010): India, EU Make Efforts to Resolve Differences Over Trade Pact. http://www.indiajournal.com/pages/event.php?id=13264.

5 Vgl. Roche, Elizabeth (2010): After Asean, India sets sights on Europe. http://www.livemint.com/2010/11/28193614/After-Asean-India-sets-sights.html?atype=tp.

6 Vgl. Europa. Gateway to the European Union, o.A. (2010): EU-INDIA RELATIONS: General Background Note. MEMO/10/265.

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=MEMO/10/265&type=HTML.

7 Einleitende Artikel: Abhyankar, Rajendra M. (2007): India and the European Union: non-associable to strategic partner. In: Foreign Service Institute. Indian Foreign Policy. New Dehli. S. 443-466. Hier S. 451- 458. und zusätzlich Ebd. (2009): India and the European Union: A Partnership for All Reasons. In: Indian Quarterly 65,4. New Dehli. S. 393-404. Hier S. 394-398.

8 Vgl. Spindler, Manuela (2006): Interdependenz. In: Schieder, Siegfried (Hg.); Spindler, Manuela (Hg.) (2006): Theorien der Internationalen Beziehungen. Stuttgart. S. 93-120. Hier: S. 94.

9 Vgl. Kohler-Koch, Beathe (1990): Interdependenz. In: Rittberger, Volker (Hg.): Theorien der Internationalen Beziehungen. PVS-Sonderheft 21. Opladen. S.110-129. Hier: S. 112.

10 Schimmelpfennig, Frank (2008): Internationale Politik. Stuttgart. S. 92f.

11 Vgl. Kohler-Koch, Beathe (1990): Interdependenz. Hier: S. 112.

12 Vgl. Keohane, Robert O.; Nye, Joseph S. (1989): Power and Interdependence. 2nd Edition. New York. S. 9.

13 Spindler, Manuela (2006): Interdependenz. Hier: S. 100.

14 Vgl. Keohane, Robert O.; Nye, Joseph S. (1989): Power and Interdependence. S. 12.

15 Spindler, Manuela (2006): Interdependenz. Hier: S. 100.

16 Vgl. Schimmelpfennig, Frank (2008): Internationale Politik. S. 92f.

17 Kohler-Koch, Beathe (1990): Interdependenz. Hier: S.121.

18 Vgl. Ebd. Hier: S. 123.

19 Vgl. Schaffer, Teresita C. (2006): Indien - Auf dem Weg zur Weltmacht? DB Research. Aktuelle Themen 342. S. 16. http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE- PROD/PROD0000000000196226.pdf (Stand 10.12.2010).

20 Vgl. Ebd. S. 5.

21 Vgl. Hilpert, H. G.; Wagner, Christian (2009): Indien: Zurück zur Hindu-Wachstumsrate? In: Hilpert, H. G..; Mildner, Stormy (Hg.): Globale Ordnungspolitik am Scheideweg. Eine Analyse der aktuellen Finanzmarktkrise. SWP-Studie. http://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/studien/2009_S04_hlp_mdn_hg_ks.pdf.

22 Vgl. Islam, Shada (2007): EU and India: progress, ambitions, realities. Policy Brief November 2007. European Policy Center. http://www.epc.eu/documents/uploads/770260388_EU%20and%20India.pdf.

23 Vgl. Europa. Gateway to the European Union, o.A. (2010): EU-INDIA RELATIONS: General Background Note. MEMO/10/265.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Das europäisch-indische Wirtschaftsverhältnis
Untertitel
Auf dem Weg in die wirtschaftliche Interdependenz?
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Die Bedeutung Asiens in der europäischen Außenpolitik
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
20
Katalognummer
V177808
ISBN (eBook)
9783640996360
ISBN (Buch)
9783640996476
Dateigröße
701 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wirtschaftsverhältnis, interdependenz
Arbeit zitieren
Felix Kullmann (Autor), 2011, Das europäisch-indische Wirtschaftsverhältnis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177808

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