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„... folglich wie Soldaten, und nicht wie Bauern daher gehen.“

Ausbildung und Disziplinierung in der preußischen Armee unter Friedrich II.

Titel: „... folglich wie Soldaten, und nicht wie Bauern daher gehen.“

Magisterarbeit , 2010 , 76 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Thomas Marx (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Neuere Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der absolutistische preußische Staat im 18. Jahrhundert erschuf eine Armee die
bereits den Zeitgenossen auf der einen Seite als Musterbeispiel an Disziplin, auf der
anderen Seite als die Soldaten beispiellos unterdrückendes Instrument galt. Die
preußische Armee als solche erlebte ihre Blüte während dieser Zeit. Nach dem
Dreißigjährigen Krieg als stehendes Heer errichtet, wurde sie unter Friedrich Wilhelm
I. und Friedrich II. sorgfältig nach deren Wünschen und Bedürfnissen geformt. Das
Maß, in dem beide Herrscher mit absolutistischer Hand in alle Belange ihrer
Streitkräfte eingriffen und sie verwalteten, findet in anderen Herrscherhäusern dieser
Zeit kaum Vergleichbares. Das Ergebnis war eine gut ausgebildete und disziplinierte
Armee, die sich durch ihre militärischen Erfolge zum Vorbild vieler anderer
europäischer Armeen aufschwang. Im Verlauf des Siebenjährigen Krieges,
spätestens aber mit dem Tode Friedrich II., setzte aber bereits der Verfall der Truppen
ein. Es sollte ihr in der Folgezeit nicht wieder gelingen an das alte Format
anzuknüpfen.
Noch heute stellt die preußische Armee, gerade unter Friedrich II., ein Sinnbild für
alles „Preußische“ dar. Akkuratesse, Diensteifer, Gehorsam, Pflichtbewusstsein und
Effizienz werden als „preußisch“ empfunden. Ebenso unwillkürlich werden
Militarismus, Kriegstreiberei, barbarische Strafen und ein unmenschlicher
Kasernenton, auch im Zivilen, damit assoziiert.
Gegenstand dieser Arbeit ist es, die Ausbildung und Disziplinierung eines
preußischen Soldaten nachzuvollziehen und auszuwerten.
Der Fokus wird hierbei völlig auf der gemeinen Infanterie liegen. Spezialtruppen wie
Pontoniere, Sappeure oder Pioniere werden ebenso keine nähere Betrachtung
erhalten, wie die anderen beiden Hauptwaffengattungen: die Artillerie und Kavallerie.
Zum einen galt die militärische Strenge und Disziplin in ähnlichem Rahmen für alle
Soldaten, vor allem aber fällt den Linieninfanterieregimentern nicht nur die
numerische Überlegenheit, sondern auch die Rolle als Hauptwaffe zu. Obgleich
1
Kavallerie wichtig war und Artillerie sogar immer wichtiger wurde, liegt doch die
Infanterie immer im Fokus als Fundament aller militärischen Bestrebungen.
Hauptsächlich wird hierbei als Quelle das „Reglement vor die Königl. Preußische
Infanterie“ in der Fassung von 1743 dienen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Entstehung der preußischen Armee und historischer Kontext

2. Ausbildung und Exerzieren

2.1 Exerzieren und militärische Erziehung

2.2 Die Ausbildung in den Handgriffen

2.3 Strafe und Disziplinierung

3. Zeitgenössische Schilderungen

3.1 Ullrich Bräker

3.2 Preußische Soldatenbriefe

Resümee

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ausbildung und Disziplinierung der preußischen Soldaten unter Friedrich II., um ein tieferes Verständnis für die Mechanismen zu gewinnen, die eine hochdisziplinierte Armee des 18. Jahrhunderts formten und aufrechterhielten.

  • Historische Einordnung der Entstehung der preußischen Armee.
  • Analyse der Ausbildungsmethoden und des militärischen Exerzierens.
  • Untersuchung des Disziplinarsystems und der strafrechtlichen Grundlagen (Kriegsartikel).
  • Auswertung zeitgenössischer Quellen wie der Autobiographie von Ullrich Bräker.
  • Gegenüberstellung von offiziellen Reglements und der gelebten Soldatenrealität.

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Ausbildung in den Handgriffen

Die Vielfalt der einzelnen Bewegungen zu den Formationsbefehlen, wann wer zu welchem Kommando an welche Stelle tritt, gibt das Reglement selbst in unerreichter Detailgenauigkeit und großer Mannigfaltigkeit wieder. An dieser Stelle soll sich die Untersuchung daher auf die Handgriffe, den Kern jedes Exerzierens, beschränken. Insbesondere wird auf das Exerzieren eingegangen, welches die Griffe einübt, die zum Feuern notwendig sind. Neben dem Reglement bietet „Der wohl exercirte Preußische Soldat“ von Johann Conrad Müller den besten Überblick in seiner anschaulichen Schilderung der wichtigsten Grundbegriffe des Exerzierens nach preußischer Art. Müller diente selbst mehrere Jahre im preußischen Militär, zu dem er auf einer Reise als Kupferstecher geworben wurde. In seine Heimat Schaffhausen zurückgekehrt, gab er ein Exerziermanal nach preußischem Vorbild heraus. Von ihm selbst durch sehr detailreiche Kupferstiche und ausführliche Erklärungen geschildert, begann anhand dieses Buches der Aufbau einer Schaffhausener Garnisonstruppe. Seine Schilderungen verraten durch Praxis erworbene Erfahrung und einen eigenen Anteil an der Ausbildung, die für er sehr wahrscheinlich schon in der preußischen Armee zuständig war.

Ein prinzipieller Teil jeder Übung in den Handgriffen, obschon nicht denselben zugehörig, ist die ständige Achtung auf die Haltung der Soldaten. Allezeit war darauf Acht zu geben, „[...] daß die Kerls in Rotten und Gliedern gerade stehen [...], nämlich den Kopff, Leib und Füsse recht und ungezwungen halte, und den Bauch einziehe.“ In angetretener Formation hatten die Männer „auf die Säbelspitze geschlossen“ zu sein, also in so grader Linie wie möglich. Alle mussten ihren Platz innerhalb der Formation kennen, um sich bei Bedarf so schnell und selbstständig als möglich formieren zu können. Ausgerichtet wurde sich nach dem vorderen Mann und „nach rechten Hand“, wie es noch heute gebräuchlich ist. Das Gewehr war fest an den Leib gepresst auf eine exakt regulierte Weise zu tragen, wie bereits erwähnt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung stellt die preußische Armee unter Friedrich II. als diszipliniertes Instrument dar und definiert das Ziel, die Ausbildungsmethoden und die Disziplinierung anhand des Reglements von 1743 zu analysieren.

1. Entstehung der preußischen Armee und historischer Kontext: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung stehender Heere seit dem Dreißigjährigen Krieg und die spezifische Genese der preußischen Militärmacht unter den verschiedenen Regenten.

2. Ausbildung und Exerzieren: Das Hauptkapitel befasst sich mit der militärischen Erziehung, den detaillierten Handgriffen beim Exerzieren sowie dem umfassenden System von Strafe und Disziplinierung.

3. Zeitgenössische Schilderungen: In diesem Teil werden zeitgenössische Quellen wie die Berichte von Ullrich Bräker und diverse Soldatenbriefe analysiert, um die Theorie des Reglements mit der gelebten Praxis abzugleichen.

Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Ausbildung zwar hart war, aber das notwendige Instrument zur Aufrechterhaltung der für die preußische Armee charakteristischen Disziplin darstellte.

Schlüsselwörter

Preußische Armee, Friedrich II., Ausbildung, Exerzieren, Disziplinierung, Kriegsartikel, Reglement, Handgriffe, Infanterie, Ullrich Bräker, Soldatenleben, Militärgeschichte, Subordination, Drill, Soldatenbriefe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Ausbildung, dem Exerziersystem und den Disziplinierungsmaßnahmen der preußischen Armee unter Friedrich II. im 18. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die militärische Reglementierung, die Ausbildung der Handgriffe beim Feuern, das preußische Strafrecht für Soldaten und die Disziplin als Grundlage der militärischen Effizienz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Ausbildungsmethoden und das Disziplinarsystem anhand zeitgenössischer Reglements und Schilderungen nachzuvollziehen und zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Analyse historischer Primärquellen wie dem „Reglement vor die Königl. Preußische Infanterie“ sowie auf autobiographische Schilderungen und Soldatenbriefe.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Methoden der militärischen Erziehung, die detaillierte Ausbildung der Handgriffe beim Exerzieren und das System der Kriegsartikel und Bestrafungen im Detail untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind preußische Armee, militärische Disziplin, Ausbildung, Drill, Reglement, Kriegsartikel und historische Zeitzeugnisse.

Welche Rolle spielt Ullrich Bräker in dieser Untersuchung?

Ullrich Bräker liefert als zeitgenössischer Augenzeuge eine wertvolle, subjektive Perspektive auf den harten preußischen Militärdienst, die dazu dient, die offiziellen Vorgaben der Reglements kritisch zu hinterfragen.

Warum waren Körperstrafen im preußischen Militär so verbreitet?

Körperstrafen galten im damaligen Verständnis als legitimes und notwendiges Erziehungsmittel, um die für die Gefechtstaktik der Linie notwendige absolute Disziplin und Gehorsamkeit zu erzwingen.

Wie wurde sichergestellt, dass Soldaten die Regeln verstanden?

Die Kriegsartikel mussten den Soldaten regelmäßig, insbesondere bei Rekrutierungen, in ihrer jeweiligen Sprache vorgelesen und erklärt werden, sodass sich niemand auf Unwissenheit berufen konnte.

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten  - nach oben

Details

Titel
„... folglich wie Soldaten, und nicht wie Bauern daher gehen.“
Untertitel
Ausbildung und Disziplinierung in der preußischen Armee unter Friedrich II.
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Note
2,0
Autor
Thomas Marx (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
76
Katalognummer
V177838
ISBN (eBook)
9783640997602
ISBN (Buch)
9783640997787
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neuere Geschichte Friedrich II. Friedrich der Große Der alte Fritz Ausbildung Exerzieren Strafe Reglement Spießrutenlaufen Militärgericht Armee Stehendes Heer Linieninfanterie Disziplinierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Marx (Autor:in), 2010, „... folglich wie Soldaten, und nicht wie Bauern daher gehen.“ , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177838
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  76  Seiten
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