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Das Postulat der Existenz Gottes

Darstellung und Analyse des kantischen Gottesbegriffs in der 'Kritik der praktischen Vernunft'

Title: Das Postulat der Existenz Gottes

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rebecca Tille (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Summary Excerpt Details

Immanunel Kant formulierte für seinen moralischen Gottesbeweis in der Kritik der praktischen Vernunft Postulate, wobei er von einer grundlegenden Differenz von Pflicht und Neigung ausgeht. Doch der nach Glückseligkeit strebende Mensch kann diese nur erreichen oder sich ihrer erst einmal als würdig erweisen, wenn er diese Gegensätze vereinen kann. Das erste Postulat der praktischen Vernunft umfasst daher die Willensfreiheit, da der Mensch frei sein muss, um Neigung und Pflicht überhaupt vereinen zu können. Der Mensch handelt als Vernunftwesen aus Achtung vor dem Gesetz und damit gemäß des kategorischen Imperativs, der ihm moralische Vollkommenheit gebietet. Doch im irdischen Leben ist diese nicht erlangbar, wodurch der Mensch es nicht auf Dauer erreichen kann Neigung und Pflicht zu vereinen. Daher muss ein Leben über den Tod hinaus möglich sein, das die Unsterblichkeit der Seele postuliert. Das dritte Postulat Kants umfasst die Existenz Gottes und stellt den zentralen Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Hausarbeit dar. Denn erst Gott stellt die Verbindung von Glückseligkeit und Moralität her, womit das höchste Gut, wonach der Mensch strebt, erreicht werden kann. Demnach bildet es die Transzendenz, welche den klassischen Gottesbeweisen fehlt. Doch wie setzt sich der moralische Gottesbeweis in der Dialektik der Kritik der praktischen Vernunft im Konkreten zusammen und wovon ist er abhängig?
Einführend in die Untersuchung des kantischen Gottesbegriffs soll nicht allein das höchste Gut definiert werden, sondern ebenso eine Erläuterung hinsichtlich der Antinomie der praktischen Vernunft sowie ihrer Auflösung mit Hilfe des Gottespostulats vorgenommen werden. Nach einer umfangreichen Analyse des Postulats der Existenz Gottes hinsichtlich seiner Entwicklung und besonderen Merkmale, soll des Weiteren Bezug auf die Positionen der griechischen Schulen genommen werden, welche ebenfalls in Kants Dialektik Erwähnung finden. Es stellt sich die Frage, ob Gott auch von ihnen als Bedingung der Möglichkeit des höchsten Guts postuliert wird. Des Weiteren findet sich in dem Kapitel zum Gottespostulat in der Kritik der praktischen Vernunft Kants Auslegung der christlichen Lehre in Form eines Reich Gottes. Diese Interpretation nach der Lehre des Christentums soll ebenfalls in der vorliegenden Arbeit diskutiert werden. Abschließend gilt es zu beweisen, warum das Gebot, das höchste Gut zu befördern, für Kants Postulat Gottes solch eine wesentliche Rolle spielt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Höchstes Gut und Antinomie der praktischen Vernunft

2.1. Das höchste Gut

2.2. Die Antinomie der praktischen Vernunft

2.3. Zur kritischen Aufhebung der Antinomie der praktischen Vernunft

3. Gott als Postulat der reinen praktischen Vernunft

4. Kants Kritik an den griechischen Schulen

5. Das Reich Gottes gemäß der Lehre des Christentums im Sinne Kants

6. Das Gebot, das höchste Gut zu befördern

7. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Kants moralischen Gottesbeweis in der Kritik der praktischen Vernunft, indem sie analysiert, wie Gott als Postulat dient, um die Kluft zwischen Tugend und Glückseligkeit im Konzept des höchsten Guts zu überbrücken und das moralische Handeln des Menschen sinnvoll zu begründen.

  • Kants Gotteskonzeption im moralphilosophischen Kontext
  • Die Antinomie der praktischen Vernunft und ihre Auflösung
  • Die Funktion von Gott als Postulat der reinen praktischen Vernunft
  • Kritische Auseinandersetzung mit antiken und christlichen Ethik-Ansätzen
  • Die Rolle des Gebots zur Beförderung des höchsten Guts

Auszug aus dem Buch

3. Gott als Postulat der reinen praktischen Vernunft

Zwar wird die Lösung der Dialektik bereits in Abschnitt II erwähnt, nämlich dass nur ein intelligibler Urheber einen Zusammenhang von Sittlichkeit und Glückseligkeit erzeugen kann. Doch ihre vollkommene Ausformulierung findet sie erst in dem Kapitel über das Postulat der Existenz Gottes. Der Terminus Postulat wird an die traditionelle Argumentation, die moralischer Gottesbeweis genannt wird, angeschlossen und somit annähernd gleichgesetzt, da in der Kritik der Urteilskraft ebenfalls von einem „moralischen Beweis des Daseins Gottes“7 die Rede ist. Unter einem Postulat der reinen praktischen Vernunft versteht Kant „einen theoretischen, als solchen aber nicht erweislichen Satz […], so fern er einem a priori unbedingt geltenden praktischen Gesetze unzertrennlich anhängt.“ (AA S. 122) Das heißt es fehlt ihm die Beweiskraft, um seine Ideen bezüglich des Daseins Gottes zu stützen, weshalb er lediglich eine Annahme der Existenz eines göttlichen Wesens fordern kann. Er bezeichnet die Postulate weiterhin als „Voraussetzungen in notwendiger praktischer Rücksicht […die] den Ideen der spekulativen Vernunft im allgemeinen (vermittelst ihrer Beziehung auf das Praktische) objektive Realität [geben], und berechtigen sie zu Begriffen, deren Möglichkeit auch nur zu behaupten sie sich sonst nicht anmaßen könnte[n].“ (AA S. 132)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in Kants Ablehnung klassischer Gottesbeweise ein und begründet die Notwendigkeit eines moralischen Gottesbeweises zur Verbindung von Pflicht und Glückseligkeit.

2. Höchstes Gut und Antinomie der praktischen Vernunft: Dieses Kapitel definiert das höchste Gut als Einheit von Tugend und Glückseligkeit und analysiert den dabei auftretenden dialektischen Widerstreit.

2.1. Das höchste Gut: Der Begriff des höchsten Guts wird als synthetische a priorische Verbindung von Tugend und Glückseligkeit erläutert.

2.2. Die Antinomie der praktischen Vernunft: Hier werden die widersprüchlichen Maximen dargestellt, die entstehen, wenn Tugend und Glückseligkeit wechselseitig als Ursache füreinander gesetzt werden.

2.3. Zur kritischen Aufhebung der Antinomie der praktischen Vernunft: Das Kapitel erläutert die Auflösung des dialektischen Scheins durch die Annahme eines intelligiblen Urhebers der Natur.

3. Gott als Postulat der reinen praktischen Vernunft: Es wird dargelegt, warum die Existenz Gottes eine notwendige Annahme der praktischen Vernunft darstellt, um das höchste Gut denkbar zu machen.

4. Kants Kritik an den griechischen Schulen: Kant kritisiert Stoiker und Epikureer dafür, dass sie die reale Möglichkeit des höchsten Guts ohne eine theologische Dimension nicht begründen konnten.

5. Das Reich Gottes gemäß der Lehre des Christentums im Sinne Kants: Dieses Kapitel interpretiert die christliche Lehre als moralisches Reich Gottes, welches die Übereinstimmung von Tugend und Glückseligkeit ermöglicht.

6. Das Gebot, das höchste Gut zu befördern: Es wird die besondere Rolle des Ad-hoc-Gebots analysiert, das Kants System ermöglicht, die Pflicht zum höchsten Gut zu begründen, ohne die Autonomie aufzugeben.

7. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Thesen zusammen und bestätigt, dass der Ansatz zum Gottesbeweis primär in dem Gebot liegt, das höchste Gut zu befördern.

Schlüsselwörter

Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, moralischer Gottesbeweis, höchstes Gut, Antinomie, Postulat, Existenz Gottes, Tugend, Glückseligkeit, Kategorischer Imperativ, Willensfreiheit, Sittenlehre, Religion, Reich Gottes, intelligible Kausalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Kants Herleitung eines moralischen Gottesbeweises innerhalb der Kritik der praktischen Vernunft und beleuchtet dabei, warum Gott als notwendiges Postulat für die moralische Weltordnung fungiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des höchsten Guts, der dialektischen Problematik zwischen Glückseligkeit und Tugend sowie der Rolle Gottes als Garant für die Erreichbarkeit dieses höchsten Guts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Aufbau und die interne Logik des kantischen Gottespostulats zu durchleuchten und zu klären, inwiefern dieses Gebot die Kluft zwischen moralischer Anforderung und menschlicher Realität schließt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse der Primärquelle (Kritik der praktischen Vernunft) unter Einbeziehung relevanter kommentarwissenschaftlicher Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Antinomie, die Notwendigkeit des Gottespostulats, Kants Kritik an antiken Moralsystemen, die christliche Deutung als Reich Gottes und die Funktion des Gebots, das höchste Gut zu befördern.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die zentralen Charakteristika sind die moralische Autonomie, das höchste Gut, die Unsterblichkeit der Seele und die Existenz Gottes als notwendiges Bedürfnis der reinen praktischen Vernunft.

Warum spielt das "Gebot, das höchste Gut zu befördern" eine so zentrale Rolle?

Dieses spezifische Gebot ist entscheidend, da es Kant erlaubt, Gott zu postulieren, ohne direkt in die Theonomie zu verfallen oder die Autonomie des menschlichen Willens infrage zu stellen.

Wie unterscheidet sich Kants Gottesbeweis in dieser Arbeit von der Kritik der reinen Vernunft?

In der vorliegenden Untersuchung wird deutlich, dass der Ansatz in der Kritik der praktischen Vernunft über das Gebot läuft, während in anderen Schriften Kants andere Argumentationswege oder Beweisgründe im Vordergrund standen.

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Details

Title
Das Postulat der Existenz Gottes
Subtitle
Darstellung und Analyse des kantischen Gottesbegriffs in der 'Kritik der praktischen Vernunft'
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Philosophie)
Course
Kants Kritik der praktischen Vernunft
Grade
1,3
Author
Rebecca Tille (Author)
Publication Year
2011
Pages
21
Catalog Number
V177870
ISBN (eBook)
9783640997350
ISBN (Book)
9783640997121
Language
German
Tags
Kant Kritik der praktischen Vernunft Höchste Gut Postulat Gottes Gottesbeweis Antinomie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Tille (Author), 2011, Das Postulat der Existenz Gottes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/177870
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