Die Arbeit beschäftigt sich mit der Profilanalyse nach Wilhelm Grießhaber als Instrument zur Erhebung des Sprachstands von Schülerinnen und Schülern mit Deutsch als Zweitsprache.
Zunächst werden Voraussetzungen, Durchführung und Auswertung der Profilanalyse erläutert. Anschließend werden die Vor- und Nachteile des diagnostischen Instruments betrachtet und hinsichtlich seiner Einsatzmöglichkeiten zur gezielten Sprachförderung eingeordnet. Die Arbeit bietet damit einen kompakten Überblick über die Profilanalyse und ihre Bedeutung für die schulische Sprachstandsdiagnostik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Profilanalyse
3. Vor- und Nachteile der Profilanalyse
4. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die Profilanalyse nach Wilhelm Grießhaber als fundiertes Diagnoseinstrument zur Sprachstandserhebung bei Kindern und Jugendlichen mit Deutsch als Zweitsprache vorzustellen und hinsichtlich ihrer Vor- und Nachteile zu bewerten.
- Grundlagen und theoretischer Hintergrund der Profilanalyse
- Erläuterung der sieben Profilstufen und deren syntaktische Merkmale
- Methodische Vorgehensweise bei Datenerhebung und Auswertung
- Diskussion der Vor- und Nachteile des Diagnoseinstruments für die pädagogische Praxis
- Bedeutung der Profilanalyse für eine zielgerichtete Sprachförderung
Auszug aus dem Buch
Die Profilanalyse
Meisel, Clahsen und Pienemann erarbeiteten 1979 als Forschergruppe im Wuppertaler ZISA-Projekt die Erwerbsreihenfolgen von syntaktischen Strukturen. Dabei konnte hinsichtlich des Erwerbs von Deutsch als Zweitsprache festgestellt werden, dass syntaktische Strukturen bzw. Wortstellungsregeln in einer vom Individuum unabhängigen Reihenfolge Anwendung finden. Der Sprachstand von Schülerinnen und Schülern könne daher durch die Anwendungshäufigkeit bestimmter Wortstellungsmuster aufgeschlüsselt werden, worauf die Profilanalyse beruht (vgl. Grießhaber 2012: 175f.).
Die Profilanalyse umfasst den elementaren Bereich der Syntax bzw. Grammatik und analysiert ausschließlich die Stellung des Verbs in den kindlichen Äußerungen. Bei diesen Äußerungen soll es sich um spontansprachlich erhobene Daten von jeweils bis zu einer halben Stunde handeln. Diese sollen, wenn möglich, aus alltäglichen bzw. natürlichen Sprachsituationen stammen. Dabei kann es sich beispielsweise um Pausengespräche, Einzelgespräche oder Erzählungen handeln, die währenddessen aufgezeichnet und anschließend transkribiert werden. Falls der Test bei hörgeschädigten Schülerinnen und Schülern durchgeführt wird, können auch schriftliche Daten benutzt werden. Neben den genannten Daten sollten für die Durchführung außerdem ein kleines Repertoire an Sprachanlassmaterial und die Auswertungsbögen zur Verfügung stehen (vgl. Sinnig et al. 2013: 5). Die verschiedenen Schritte des Spracherwerbs werden über sieben sogenannte Profilstufen definiert, wobei Stufe 0 die erste Stufe darstellt. Für die Grundschule sind lediglich die Stufen 0 bis 4 von Bedeutung. Anhand der Äußerungen kann jedem Kind eindeutig eine Stufe zugeordnet werden, aus welcher sich der Spracherwerbsstand ableiten lässt (vgl. Heilmann 2012: 9).
Im Folgenden werden die Profilstufen und ihre Bedeutung erläutert. Bei der Profilstufe 0 sind die Äußerungen der Kinder nur bruchstückhaft und beinhalten kein finites Verb (vgl. Wessel 2015: 192). Das Kind hat große Wortschatzlücken und verwendet keine Personalpronomen (vgl. Heilmann 2012: 16). Hat das Kind die Profilstufe 1 erreicht, verwendet es ein finites Verb innerhalb einfacher Äußerungen, z.B. „Lisa versteht das nicht.“ (vgl. Wessel 2015: 192). Der Wortschatz ist nach wie vor eingeschränkt. Das Kind nutzt überwiegend finite Verben und zeigt sich beim Genus-Gebrauch unsicher (vgl. Heilmann 2012: 16). Sobald die Schülerinnen und Schüler finite und infinite Verbteile separieren können, sind sie der Profilstufe 2 zuzuordnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Relevanz der Sprachkompetenz für den Bildungserfolg heraus und führt die Profilanalyse nach Wilhelm Grießhaber als zentrales Diagnoseinstrument für DaZ-Lernende ein.
2. Die Profilanalyse: Dieses Kapitel erläutert den wissenschaftlichen Ursprung, die sieben Profilstufen zur Erfassung der syntaktischen Entwicklung sowie die genaue praktische Auswertung der Sprachdaten.
3. Vor- und Nachteile der Profilanalyse: Hier werden die praktischen Anwendbarkeit, wissenschaftliche Fundierung, Vorteile im Vergleich zu künstlichen Tests sowie mögliche Hürden des Verfahrens kritisch beleuchtet.
4. Fazit: Das abschließende Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die geringen Nachteile des Instruments und gibt Ausblick auf weiterführenden Forschungsbedarf im Bereich des sprachfördernden Lehrerverhaltens.
Schlüsselwörter
Profilanalyse, Sprachstandsdiagnose, Deutsch als Zweitsprache, DaZ, Syntax, Wortstellung, Profilstufen, Sprachförderung, Spracherwerb, Grammatik, Diagnostik, Schulleistung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Profilanalyse nach Wilhelm Grießhaber als wissenschaftlich fundiertem Instrument zur Sprachstandsdiagnose bei Kindern und Jugendlichen mit Deutsch als Zweitsprache.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Publikation behandelt?
Die Arbeit behandelt die syntaktischen Grundlagen des Zweitspracherwerbs, die genaue Struktur der sieben Profilstufen, die methodische Durchführung und Auswertung sowie die Vor- und Nachteile des Instruments in der Schulpraxis.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, darzulegen, wie Lehrkräfte die Profilanalyse als Diagnoseinstrument nutzen können, um den individuellen Sprachstand von Schülerinnen und Schülern präzise zu ermitteln und eine passgenaue Sprachförderung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt dem Verfahren zugrunde?
Methodisch stützt sich die Profilanalyse auf die Auswertung spontansprachlicher Äußerungen, bei denen die Verbstellung in syntaktischen Strukturen analysiert und bestimmten Erwerbsstufen zugeordnet wird.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Im Hauptteil werden detailliert die sieben Profilstufen von Stufe 0 bis 6 beschrieben, die genaue Vorgehensweise bei der Datenauswertung erklärt sowie eine differenzierte Abwägung der Vor- und Nachteile des Verfahrens vorgenommen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt treffend charakterisieren?
Zentrale Begriffe sind Profilanalyse, Sprachstandsdiagnose, DaZ, Syntax, Wortstellung, Profilstufen, Sprachförderung und Spracherwerb.
Welche konkreten Lernenden-Gruppen können mit der Profilanalyse getestet werden?
Das Instrument eignet sich sowohl für Grundschulkinder als auch für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II, die Deutsch als Zweitsprache lernen.
Wie unterscheidet sich die Auswertung der Profilanalyse von einer klassischen Mittelwertbildung?
Bei der Auswertung wird eine Stufe dann als erworben gewertet, wenn sie mindestens drei Mal realisiert wurde; es findet somit keine einfache Mittelwertbildung statt, wodurch auch darunter liegende Stufen als gesichert gelten.
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- Anonym (Author), 2019, Die Profilanalyse nach Wilhelm Grießhaber als Instrument zur Sprachstandsdiagnose, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1778724